DigiKomm 2026
Utopias and dystopias of the digital society:
30 years of research on computer-mediated communication
September 16–18, 2026, Weizenbaum Institute, Berlin, Germany
Conference Agenda
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Session 05 (DE): Imaginierte Zukünfte in der digitalen Ökonomie Location: Flex room Session Chair: Rebecca Scharlach | |
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Zwischen KI-Dystopie und regulatorischer Antwort: Imaginierte Zukünfte im Umgang mit der Disclosure-Pflicht für KI-generierte Werbung 1: Hochschule Mittweida; 2: Babeș-Bolyai-Universität Der EU AI Act (Art. 50) verpflichtet zur Kennzeichnung KI-generierter Werbeinhalte, eine Regulierung, die selbst Ausdruck gesellschaftlich ausgehandelter Dystopien über algorithmische Manipulation und Vertrauensverlust ist. Die Studie untersucht, wie Marketer diese Offenlegungspflicht als imaginiertes Zukunftsszenario deuten und kommunikativ bewältigen. Theoretisch stützt sie sich auf das Persuasion Knowledge Model (Friestad & Wright, 1994), das Algorithm Aversion Model (Dietvorst et al., 2015) sowie die Framing-Perspektive (Entman, 1993). Methodisch wurden zehn leitfadengestützte Experteninterviews mit Fachleuten an der Schnittstelle von Marketing, digitaler Kommunikation und KI geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) in MAXQDA ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen: Marketer begegnen der Pflicht mit strategischem Framing, das menschliche Kontrolle betont („KI-gestützt, redaktionell geprüft"), um dystopisch imaginierte Vertrauensverluste abzuwenden. Die Kennzeichnungspflicht selbst wird dabei ambivalent als Schutzversprechen und als Stigmatisierungsfalle für KI-generierte Kommunikation interpretiert. | |
