Conference Agenda
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Session Overview |
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Freitag 2:4: Freitag 2:4 – Forschungsdatenstandards
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Den LIDO-Standard nutzen um Unsicherheiten und Bedeutungsvielfalten abzubilden Universität Vechta, Deutschland Um kulturelles Erbe nachhaltig und nachnutzbar digital zu erschließen ist es notwendig, sich an bestehenden Standards zu orientieren. Dies gilt umso mehr, wenn bisher kaum digital bearbeitete Fragestellungen beantwortet werden sollen, für die es zunächst keine nachnutzbaren Ansätze zu geben scheint: Wenn immaterielles Kulturerbe verdatet werden soll, also in Form von digitalen Datensätzen dargestellt und weitergegeben, bestehen bisher kaum Ansätze, die über neue Modelle ohne Anschluss an bestehende Standards hinausgehen. Der Beitrag stellt eine Weiterentwicklung von Optionen des LIDO-Standards vor: In der Modellierung kann jedes Objekt mit einem Ereignis verknüpft werden, das mit Ort, Datum, Teilnehmenden, Informationsquellen und Freitext versehen ist. Durch diese objektzentrierten Attribution Assignments können die entsprechenden Informationen zum Objekt über das Ereignis in Form von Paradaten qualifiziert werden, also Daten über die einem Objekt zugewiesenen Metadaten festgehalten werden. In einem aktuellen Projekt wird diese Modellierung eingesetzt und iterativ weiterentwickelt. Mehr als nur Daten: Ein methodischer Rahmen zur nachhaltigen Transformation und Erhaltung von Forschungsdatenbanken Philipps-Universität Marburg, Deutschland Digitale Forschungsprojekte in den Geisteswissenschaften produzieren wertvolle, hochstrukturierte Datensammlungen, die oft in dynamischen, serverbasierten Datenbankanwendungen präsentiert werden. Während diese Architekturen interaktive Abfragen ermöglichen, stellen sie ein erhebliches Nachhaltigkeitsproblem dar: hoher Wartungsaufwand, Sicherheitsrisiken durch veraltete Komponenten und die Abhängigkeit von institutioneller Serverinfrastruktur führen häufig zum „digitalen Verfall“ und letztlich zum Verlust ganzer Forschungsumgebungen. Dieser Beitrag stellt eine konkrete Methodik und einen wiederverwendbaren technischen Rahmen vor, um diesem Problem zu begegnen. Anhand zweier ursprünglich in PHP/MySQL realisierten Datenbanken, demonstrieren wir einen vollständigen Transformationsprozess von einer dynamischen Anwendung zu einem nachhaltigen, statischen und FAIR-konformen Forschungsartefakt. Unsere Methode überführt nicht nur die Rohdaten, sondern erhält und dokumentiert die relationale Logik, die Analysemöglichkeiten und die meisten interaktiven Funktionalitäten der ursprünglichen Anwendung. Das Ergebnis ist mehr als nur ein Datensatz: Es ist eine vollständige, in sich geschlossene und langfristig stabile Forschungsumgebung, die Daten, Code und Interface als Einheit bewahrt. Corvinen aller Länder, vereinigt euch! Österreichische Nationalbibliothek, Österreich Die Bibliotheca Corvina, auch bekannt als Corviniana, war die Prachtbibliothek des ungarischen Königs Matthias Corvinus (1458–1490), die nach dessen Tod teilweise zerstört und in unterschiedliche Länder verstreut wurde. Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) in Wien, die rund 40 erhaltene Corvinen, also Originalbände aus der Bibliothek des Matthias Corvinus, beherbergt, spielt eine zentrale Rolle bei der Erforschung dieser Bibliothek. Die Handschriften der Wiener Corvinen werden seit 2020 detailliert beschrieben. In diesem Beitrag berichten wir von gezielten Formalisierungsmaßnahmen, mit denen die bisherigen Ergebnisse zum Corvinen-Bestand einer breiteren Nutzerschaft zugänglich gemacht werden sollen und so auch neue Zielgruppen außerhalb der klassischen Renaissance-Forschung im Bereich der Digital Humanities erreicht werden können. Das Angebot fördert datengetriebene Analysemethoden, um bisher nicht sichtbare Zusammenhänge zu erkennen, und potenzielle Corvinen-Kandidaten aufzudecken. Unsere Form der Datenaufbereitung ist zukunftsweisend für Handschriften der Renaissance und soll fester Bestandteil des Vermittlungsangebots von Bibliotheken werden. | ||
