Conference Agenda
Overview and details of the sessions of this conference. Please select a date or location to show only sessions at that day or location. Please select a single session for detailed view (with abstracts and downloads if available).
|
Session Overview |
| Session | ||
Donnerstag 1:5: Donnerstag 1:5 – Forschungsplattformen
| ||
| Presentations | ||
Nachhaltiger Betrieb generischer Forschungsdatenwerkzeuge: Erfahrungen aus 10 Jahren Spacialist 1Universität Tübingen, Deutschland; 2Universität Leipzig, Deutschland Der Beitrag reflektiert die Entwicklung und den Betrieb der generischen virtuellen Forschungsumgebung Spacialist, die seit 2016 am Digital Humanities Center der Universität Tübingen vor allem in geisteswissenschaftlichen Projekten eingesetzt wird, um objektbezogene Forschungsdaten strukturiert zu erfassen, zu beschreiben und zu analysieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Betriebsmodell, das eine projektübergreifende Einsetzbarkeit, kontinuierliche Weiterentwicklung und institutionelle Verankerung ermöglicht. Zwei Modelle, ein ressourcenschonendes Servicemodell und ein projektintegriertes Beteiligungsmodell, erlauben einen flexiblen Zuschnitt der Unterstützungsleistungen an unterschiedliche Projektbedarfe und tragen zugleich zur Finanzierung von Betrieb, Beratung und Weiterentwicklung bei. Anhand dreier Fallbeispiele aus Projekten mit unterschiedlichen fachlichen, organisatorischen und datenbezogenen Voraussetzungen wird gezeigt, wie diese Modelle und das Werkzeug in der Praxis eingesetzt werden und welche Rollen Infrastruktur und Personal dabei spielen. Anhand der Fallbeispiele und der langjährigen Betriebserfahrung werden Herausforderungen, Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen diskutiert, um eine Orientierung für Einrichtungen zu bieten, an denen vergleichbare Unterstützungsstrukturen im Forschungsdatenmanagement etabliert oder geplant sind. Lessons Learned eines der ältesten DH-Projekte der Welt: Paradigmenwechsel von RDF-Strukturen zu AI-gestützter Erschließung in der MHDBDB 1Universität Salzburg, Österreich; 2Digital Humanities Craft OG In diesem Vortrag werden zentrale Lessons Learned aus der über 50-jährigen Entwicklung der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHDBDB) präsentiert – einem der ältesten Projekte der Digital Humanities. Anhand der Migration von Lochkarten über relationale Oracle-Datenbanken bis zum Graph-DB-Experiment mit über 6 Mrd. RDF-Triples zeigt sich, dass technische Euphorie allein nicht ausreicht: Finanzielle und personelle Restriktionen setzen strategische Grenzen. Modulare, iterativ getestete Migrationspfade erweisen sich daher oft als tragfähiger als umfassende Komplettumstellungen. Im Zentrum steht der Paradigmenwechsel zu einem TEI-basierten Modell, das sowohl menschliche Lesbarkeit als auch KI-gestützte Verarbeitung ermöglicht. Die inline-annotierten XML-Dateien sichern Langzeitverfügbarkeit, reduzieren Komplexität und entkoppeln die Datenhaltung von aufwändiger Infrastruktur. Abschließend werden praxisnahe Empfehlungen für die DH-Community formuliert – darunter standardisierte Migrationspfade, offene Formate und der gezielte Einsatz generativer KI zur Entlastung technischer Prozesse. Struktur für Heterogenität: Ansätze zur Datenintegration und nachhaltigen Infrastruktur am Beispiel der neuen VICAV-Plattform Austrian Centre for Digital Humanities, Österreich Das Vienna Corpus of Arabic Varieties (VICAV) ist eine digitale Plattform zur langfristigen Dokumentation und Analyse arabischer Dialekte. Aufbauend auf offenen Standards wie der Text Encoding Initiative (TEI) integriert VICAV heterogene Sprachressourcen aus mehreren drittmittelfinanzierten Projekten, darunter Korpora, Wörterbücher, Sprachprofile und linguistische Merkmalslisten. Die technische Infrastruktur basiert auf modularen, XML-basierten Werkzeugen und einer modernen Webapplikation, die eine flexible und nachhaltige Nutzung der Daten ermöglicht. Besonders hervorzuheben sind die Umsetzung eines einheitlichen Kodierungsmodells, die Erweiterung um innovative lexikografische Standards (TEI Lex-0) sowie die Integration komplex annotierter Korpusdaten. VICAV bietet umfassende Tools zur Exploration und vergleichenden Analyse arabischer Varietäten und stellt damit einen wichtigen Beitrag zur arabistischen Sprachdokumentation dar. Die Plattform wird kontinuierlich erweitert und gewährleistet durch offene Schnittstellen und moderne Softwarearchitektur langfristige Verfügbarkeit und Wartbarkeit. | ||
