Conference Agenda
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Session Overview |
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Donnerstag 1:4: Donnerstag 1:4 – Epistemologie und Interpretation
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Frequentismus und Bayesianismus: Epistemische Herausforderungen statistischer Verfahren Technische Universität Chemnitz, Deutschland Statistische Verfahren sind in den Digital Humanities (DH) etabliert. Dennoch bleiben die theoretischen Grundlagen oft implizit. Der Beitrag untersucht die zwei zentralen Paradigmen des Frequentismus und des Bayesianismus. In wissenschaftstheoretischer Perspektive fragt der Beitrag, welche epistemischen Konsequenzen ihre Anwendung für die DH hat. Anhand eines Fallbeispiels, das den Einfluss von Gender und kultureller Identität auf die Repräsentation in US-Literaturanthologien (DALA-Datensatz) modelliert, werden theoretische Unterschiede und ihre interpretativen Implikationen diskutiert. Es wird deutlich, dass die Wahl des statistischen Ansatzes einen Wahrscheinlichkeitsbegriff, eine Inferenzpraxis sowie Formen der Evidenzgenerierung einschließt. Warum wir in den Digital Humanities messen (sollten) Technische Universität Darmstadt, Deutschland Dieser Beitrag möchte auf die Nützlichkeit der Erkenntnisse und Annahmen der Messtheorie für die Entwicklung eines generellen Analyseworkflows verweisen. Ein Verständnis von Analyseverfahren als Messverfahren ermöglicht es, Analyseverfahren im messtheoretischen Sinne als die konzeptionelle Grundlage für die Gestaltung eines Forschungsprozesses zu betrachten, der konkret genug ist, um Ansatzpunkte für die Forschung in den Digital Humanities zu bieten. Der messtheoretische Ablauf von Input zu Output ermöglicht es, wesentliche Stellen im Prozess zu benennen und diese an geeigneten Fragen auszurichten. Schlüsselstellen der Literatur: Zur Messung literaturwissenschaftlicher Interpretationsintensität Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland Menschliche Interpret*innen nehmen Stellen eines Textes nicht gleichmäßig wahr: Einigen Stellen wird größeres interpretatorisches Gewicht zugemessen als anderen, viele werden sogar kaum beachtet. Zur literaturwissenschaftlichen Interpretation gehört also die Frage der Stellenauswahl. Welche Teile eines Textes sind besonders relevant für die Interpretation des Textes als Ganzen? Über ungleiche Aufmerksamkeitsverteilung und die mehr oder weniger intensive literaturwissenschaftliche Befassung mit bestimmten Aspekten eines Textes wissen wir relativ wenig. Wir kombinieren in unserem Forschungsprojekt qualitative, literaturwissenschaftliche und quantitative, computationelle Methoden miteinander und untersuchen vor allem direkte Zitate. Die ‚Intensität‘ literaturwissenschaftlicher Interpretation zeigt sich am Umgang mit viel zitierten Stellen: Interpret*innen zitieren eine längere Stelle aus einem literarischen Text, um im Verlauf der Interpretation immer wieder auf diese Stelle wörtlich zitierend zurückzukommen; Interpretationsintensität zeigt sich hier in den Parametern Länge, Häufigkeit und Nachhaltigkeit der Zitate. Außerdem können wir automatisiert divers und homogen zitierte Stellen unterscheiden, die weitere Arten von Interpretationsintensität anzeigen. | ||
