Transfertagung 2025
„Transfer in der Bildung verstehen und gestalten“
4. & 5. Dezember 2025 | GLS Campus Berlin
Veranstaltungsprogramm
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Die Beitragsformate sind im Programm wie folgt abgekürzt:
Kurzvorträge = KV (rot hinterlegt)
Diskussionsforen = DF (blau hinterlegt)
Werkstattgespräche = WG (gelb hinterlegt)
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Tagesübersicht |
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KV 03: Transfer und Implementation Ort: Workshopraum 119 Chair der Sitzung: Nora Fröhlich | |
| Präsentation 3 | |
Transfer und Implementation in Bildungskontexten verstehen und ausgestalten – Ergebnisse eines Reviews zu Modellen und Frameworks der Transfer- und Implementationsforschung Universität Tübingen Um forschungsbasiert (nicht) gelingenden „Transfer [sowie Implementation] in der Bildung verstehen und gestalten“ (Tagungstitel) zu können, lohnt es, sich zu vergegenwärtigen, dass sich Handeln in Bildungssystemen innerhalb einer Mehrebenenstruktur vollzieht (z.B. Fend, 2008). Diese ist geprägt von reziproken „Akteurskonstellationen“ (Kussau & Brüsemeister, 2007) auf und zwischen verschiedenen Handlungsebenen, die letztlich alle zum Gelingen von Lern- und Bildungsprozessen beitragen sollen (z.B. Tippelt, 2000, S. 8). Diese Akteure – fürs Schulsystem z.B.: Bildungsforschung, Bildungsverwaltung, Schulleitungen, Lehrkräfte, Lernende – aber auch andere wesentliche Konstituenten und Einflussfaktoren auf Transfer- und Implementationsprozesse – z.B. curriculare, zeitliche und finanzielle Ressourcen (z.B. Lau et al., 2017) – systematisch in den Blick zu nehmen, erscheint in der deutschsprachigen Bildungsforschung noch nicht hinreichend verfolgt zu werden. Modelle und Frameworks der disziplinübergreifenden, nicht bildungsbereichsspezifischen Transfer- und Implementationsforschung („Implementation Science“) können an dieser Stelle Orientierung bieten: Ihnen wird die Funktion zugeschrieben, potentiell wesentliche Konstituenten und „Stellschrauben“ bzw. Einflussfaktoren auf Transfer- und Implementationsprozesse systematisch zu modellieren – unabhängig vom konkreten Transfer- und Implementationsgegenstand. Solche Modelle und Frameworks können zum Beschreiben, Verstehen und Ausgestalten jeweils konkreter (forschungsbasierter) Transfer- bzw. Implementationsprozesse herangezogen werden (vgl. z.B. Nilsen, 2020, S. 10f.; Wang et al., 2023, S. 2) – doch inwieweit auch im Bildungsbereich? Der Beitrag setzt hier an. Es sollen im Kurzvortrag Ergebnisse eines systematischen Reviews präsentiert und diskutiert werden – und zwar unter der Fragestellung, welche Transfer- bzw. Implementationsmodelle und -Frameworks sich für Bildungskontexte als zielführend erweisen, um Transfer- und Implementationsprozesse in den Fokus nehmen, sie verstehen und (forschungsbasiert) ausgestalten zu können. Dieses Review wird aktuell durchgeführt und verfolgt zwei Ziele: (1) Zu identifizieren, auf welche bereits vorhandenen Modelle oder Frameworks in nationalen und internationalen Transfer- bzw. Implementationsstudien in Handlungsfeldern der empirischen Bildungsforschung am häufigsten zurückgegriffen wird. (2) Zu analysieren, inwieweit die besonders häufig herangezogenen Modelle und Frameworks für ein Beschreiben, Verstehen, Erforschen und Ausgestalten pädagogischer Transfer- bzw. Implementationswirklichkeiten überhaupt zielführend und sachangemessen sind; inwieweit sie ggf. welche „blinden Flecke“ aufweisen. Das zweite Ziel ist von gesondertem Interesse. Denn die obig angerissenen Akteurskonstellationen und weiteren Einflussfaktoren in Bildungskontexten, die nicht zuletzt wegen ihrer Mehrebenenstruktur strukturell komplex sind, erzeugen spezifische Anforderungen an Transfer- bzw. Implementationsmodelle und -frameworks. Durchgeführt wurde hierzu in den Datenbanken FIS Bildung, ERIC und Academic Search Premier eine systematische Literaturrecherche, die zu 4.700 Treffern führte. Nach der Anwendung von Ein- und Ausschlusskriterien werden aktuell mehr als 40 Publikationen und die in ihnen herangezogenen acht häufigsten Transfer- bzw. Implementationsmodelle und -Frameworks analysiert – auf Basis einer strukturierenden Inhaltsanalyse (Mayring, 2022) mit deduktiv und induktiv gebildeten Codes. Im Kurzvortrag sollen Erkenntnisse insbesondere zur zweiten Review-Zielsetzung diskutiert werden. Anhand eines Modells, das unseres Erachtens gegenstandsangemessen und zielführend Konstituenten und Einflussfaktoren auf Transfer und Implementation in Bildungskontexten in ihrer Mehrebenenstruktur abzubilden vermag, werden zur (Modell-)Diskussion exemplarisch Forschungsdaten herangezogen. Diese stammen aus unserem Verbundprojekt „Digital gestützte Networked-Improvement-Communities zur Stärkung digitaler Souveränität in den Fächern sprachlicher Bildung“ (https://diginics.digital/). Sie thematisieren zentrale Konstituenten sowie Gelingens- und Hinderungsbedingungen, d.h. Einflussfaktoren für (nicht) erfolgreiche Transfer- und Implementationsprozesse. Auf einer Meta-Ebene hilft dieser Anwendungsfall, unterschiedliche Qualitäten der untersuchten Modelle und Frameworks einzuordnen. | |

