Transfertagung 2025
„Transfer in der Bildung verstehen und gestalten“
4. & 5. Dezember 2025 | GLS Campus Berlin
Veranstaltungsprogramm
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Die Beitragsformate sind im Programm wie folgt abgekürzt:
Kurzvorträge = KV (rot hinterlegt)
Diskussionsforen = DF (blau hinterlegt)
Werkstattgespräche = WG (gelb hinterlegt)
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Tagesübersicht |
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KV 05: Akteure und Strukturen im Transfer Ort: Workshopraum 115 Chair der Sitzung: Dominique Krebs-Oesch | |
| Präsentation 3 | |
Lecks in der Pipeline. Was behindert Transfer in der Bildung und wie könnte er gelingen? New School Lab „Was macht Transfer so schwer?“ fragte schon vor rund 20 Jahren eine Publikation des TransVerbunds (2006). Das Thema hat offenbar seitdem nicht an Aktualität verloren. Transfer im Sinne einer Nutzung von Erkenntnissen der Bildungsforschung in der Bildungspraxis gilt auch nach jahrzehntelangen Bemühungen in Wissenschaft und Praxis weiterhin als große und bis heute nicht überzeugend bewältigte Herausforderung (Schreiner et al. 2019). In meinem Vortrag gehe ich von der Überlegung aus, dass in dieser Situation ein Blick über den Zaun auf gleichermaßen leistungsfähige wie innovative gesellschaftliche Systeme hilfreich sein könnte, die sich durch einen intensiven und gelingenden Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis auszeichnen. Beispiele sind etwa Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie oder auch alternative Energieerzeugung. Diese Systeme sind Gegenstand der Forschung zu sozio-technischer Innovation bzw. zu technologischen Innovationssystemen (z.B. Bergek et al. 2008; Block 2008; Kuhlmann & Rip 2018). In der Literatur wird die Bedeutung eines gut ausgebauten Bereichs zwischen Wissenschaft und Praxis betont, der Institute für angewandte Forschung und Innovationsagenturen ebenso umfasst, wie forschungsstarke, innovative Unternehmen. Zusammen bilden sie eine Infrastruktur, die über institutionalisierte Schnittstellen zu universitärer (Grundlagen-) Forschung einerseits und dem Markt andererseits verfügt. So wird ein intensiver Austausch möglich, der sich indessen weniger als „Transfer“ im Sinne der Weitergabe fertiger Erkenntnisse von der Wissenschaft an die Praxis beschreiben lässt, sondern mehr als das reibungslose und dauerhafte Zirkulieren von Wissen und Erfahrungen zwischen allen wichtigen Akteuren und in allen Richtungen. Dass sich diese Beobachtungen jedenfalls dem Grundsatz nach auch auf den Bildungsbereich übertragen lassen, zeigt die Forderung von Bryk & Gomez (2008) nach dem Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungssystems für die (Schul-)Bildung. Gleicht man die Eigenschaften leistungsfähiger sozio-technischer Innovationssysteme mit dem Bildungsbereich ab, wird somit deutlich, dass Transfer in diesem wesentlich durch das Fehlen von leistungsfähigen innovativen Organisationen behindert wird, die im Bereich zwischen Forschung und Praxis angesiedelt sind. Es zeigt sich zudem, dass der Begriff des „Transfers“ mit seiner Konnotation der Weitergabe fertiger Arbeitspakete wenig geeignet ist, die überaus vielfältigen und intensiven Austauschbeziehungen zu erfassen, die in leistungsstarken Innovationssystemen zu beobachten sind. Ich argumentiere daher (1), dass die Herausforderung einer produktiven Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis sich nur mit strukturellen Veränderungen im „Zwischenraum“ der beiden Bereiche wird bewältigen lassen. Zudem problematisiere ich (2) den Begriff des „Transfers“ als inadäquat und empfehle stattdessen die Verwendung des breiteren Begriffs der „Innovation“. | |

