Transfertagung 2025
„Transfer in der Bildung verstehen und gestalten“
4. & 5. Dezember 2025 | GLS Campus Berlin
Veranstaltungsprogramm
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Die Beitragsformate sind im Programm wie folgt abgekürzt:
Kurzvorträge = KV (rot hinterlegt)
Diskussionsforen = DF (blau hinterlegt)
Werkstattgespräche = WG (gelb hinterlegt)
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Tagesübersicht |
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KV 08: Transferansätze im Kompetenzverbund lernen:digital Ort: Workshopraum 129 Chair der Sitzung: Julia Jennek | |
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Transferpotentiale aufbauen, entwickeln, sichern - Empirisch fundierte Überlegungen zur Konzeptualisierung und Leistungsfähigkeit von Transfer-House-Strukturen am Beispiel des Verbundprojekts WÖRLD Universität Kassel Um der ‘Kluft’ zwischen Bildungsforschung und -praxis entgegenzuwirken, werden vermehrt Ansätze des Wissenschafts-Praxis-Transfers diskutiert, die eine nachhaltige Verbindung beider Bereiche fördern sollen (vgl. Vanderlinde & van Braak 2010). Transferprozesse bilden dabei die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis und entfalten sich auf drei systemischen Ebenen, die jeweils spezifische Gelingensbedingungen aufweisen: Auf Makroebene, der bildungspolitischen Ebene, sind institutionelle und strukturelle Voraussetzungen erforderlich, die Transfer von Bildungsinnovationen gezielt fördern. Die Mikroebene, die schul- und unterrichtspraktische Umsetzungsebene, betrifft die direkte Interaktion zwischen Akteur:innen und erfordert geeignete Methoden und Kommunikationsformen zur Sicherung einer kooperativen Verständigung. Auf der Mesoebene, der Forschungs- und Entwicklungsebene, ist ein erfolgreicher Transfer auf leistungsfähige Netzwerke angewiesen, die einen kontinuierlichen, ko-kreativen Austausch zwischen Akteur:innen ermöglichen. Solche Netzwerke konstituieren sich jedoch nicht autopoietisch, sondern bedürfen einer gezielten Initiierung, Pflege und Steuerung durch Akteur:innen, die über entsprechende Kompetenzen und Ressourcen zur wirksamen Gestaltung von Transferprozessen verfügen. Hier setzt der Beitrag an und beleuchtet die Konzeptualisierung und Leistungsfähigkeit von Transfer-House-Strukturen am Beispiel des Verbundprojekts WÖRLD. Das Verbundprojekt WÖRLD versteht sich als kooperatives Akteur:innennetzwerk zur Förderung von Bildungsinnovationen in der Domäne Wirtschaft und setzt auf nicht-hierarchische Steuerungslogiken. Netzwerke unterscheiden sich von klassischen Organisationen durch Freiwilligkeit, Vertrauen und gemeinsame Zielsetzung (vgl. Provan & Kenis 2007). Provan und Kenis (2007) differenzieren drei Governance-Modelle: Shared Governance, Lead Organization und Network Administrative Organization, wobei Letzteres sich empirisch als besonders leistungsfähig erwiesen hat (vgl. Raab et al. 2013). Ansätze wie Collective Impact (vgl. Kania & Kramer 2011) und das reflexive Netzwerkmanagement (vgl. Sydow & Berthod 2007) betonen ein adaptives Management, das Aufgaben wie Selektion, Allokation, Regulation und Evaluation umfasst und flexibel auf Wandel reagieren muss (vgl. Emerson et al. 2011). Erfolgsfaktoren wie eine gemeinsame Zielsetzung, koordinierte Maßnahmen, kontinuierliche Kommunikation sowie eine unterstützende Infrastruktur sind hierfür zentral. Basierend auf solchen Governance- und Managementansätzen verfolgte die Evaluation im Rahmen von WÖRLD einen formativen, partizipativen und differenzsensiblen Ansatz mit dem Ziel, die Leistungen des WÖRLD-Transfer-Houses auf Basis der systematischen Erfassung unterschiedlicher Beweggründe, Bedarfe und Herausforderungen der Netzwerkpartner:innen zu bilanzieren. Zur Messung der Leistungsfähigkeit des WÖRLD-Houses kommt ein Mixed-Methods-Ansatz zur Anwendung, sodass problemzentrierte Interviews (vgl. Witzel & Reiter 2012), ausgewertet nach Kuckartz (2012), sowie zwei ergänzende Onlinebefragungen sowohl qualitative als auch quantitative Einsichten in die Prozesse, Kooperationsstrukturen sowie in die Nutzung und den wahrgenommenen Mehrwert der Verbundarbeit und der Unterstützungsformate liefern. Der Vortrag bilanziert datenbezogen die Transferleistungen und -möglichkeiten eines Transfer-Houses in größeren Verbundprojekten in der Lehrpersonenbildung und geht dabei insbesondere auf die Relevanz von Unterstützungsleistungen in großen Verbundstrukturen ein. Zudem werden bildungspolitische Ableitungen für zukünftige Förderrichtlinien eröffnet. | |

