Transfertagung 2025
„Transfer in der Bildung verstehen und gestalten“
4. & 5. Dezember 2025 | GLS Campus Berlin
Veranstaltungsprogramm
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Die Beitragsformate sind im Programm wie folgt abgekürzt:
Kurzvorträge = KV (rot hinterlegt)
Diskussionsforen = DF (blau hinterlegt)
Werkstattgespräche = WG (gelb hinterlegt)
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Tagesübersicht |
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KV 09: Beforschung ko-konstruktiver Arbeitsprozesse Ort: Workshopraum 115 Chair der Sitzung: Caroline Scherer | |
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Zusammenarbeit auf Augenhöhe? Untersuchung ko-konstruktiver Arbeitsprozesse zwischen Forschenden und Lehrkräften im Transferprojekt KONTEXT Grundschule 1: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation; 2: IDeA-Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk; 3: Carl-Küstner-Grundschule Guntersblum; 4: Goethe-Universität Frankfurt In den letzten Jahrzehnten wird an die Bildungspraxis zunehmend der Anspruch gestellt, evidenzbasiert zu handeln (Schrader, 2014), allerdings zeigt sich, dass in der Realität vielfältige Herausforderungen die Nutzung von Forschungswissen in der Bildungspraxis erschweren (Stark, 2017). Eine zentrale Problematik besteht darin, dass Lehrkräfte Forschungsergebnisse häufig als wenig anwendbar und praxisrelevant wahrnehmen (van Schaik et al., 2018). Diese Erkenntnis ist wenig überraschend vor dem Hintergrund, dass Forschungswissen selten direkt für die Praxis bestimmt ist (Cain, 2015) und meist in für Lehrkräfte unzugänglichen Fachzeitschriften veröffentlicht wird (Mohajerzad & Schrader, 2022). Entsprechend nutzen Lehrkräfte eher selten Informationen aus der Forschung für die eigene Professionalisierung (z. B. Hetmanek et al., 2015; Lysenko et al., 2015). Das Transferprojekt KONTEXT Grundschule, das in diesem Beitrag vorgestellt wird, setzt bei diesen Herausforderungen an. Dafür verbindet KONTEXT Grundschule in innovativer Weise den Ansatz von Clearinghouses, die wissenschaftliche Befunde zielgruppengerecht aufbereiten und bereitstellen (Seidel et al., 2017), mit einem ko-konstruktiven Ansatz, der auf die aktive Zusammenarbeit und gemeinsame Wissenskonstruktion von Forschung und Praxis abzielt (Schuster et al., 2024). Die Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis ist das zentrale Element des Projekts: Je zwei Grundschullehrkräfte und zwei Forschende erarbeiten in einem ko-konstruktiven Prozess gemeinsam kurze Textbeiträge („InfoTEXTE“) zu grundschulrelevanten Themen, dabei werden sie von einem Experten aus der Wissenschaftskommunikation unterstützt. Anspruch des Projekts ist, dass die Inhalte des Produkts auf Augenhöhe zwischen den Beteiligten ausgehandelt werden. In diesem Beitrag geben wir Einblicke in die Begleitforschung des Projekts, die die ko-konstruktive Zusammenarbeit der transdisziplinären Teams untersucht – der Analysefokus liegt insbesondere auf Aushandlungsprozessen zwischen Forschung und Praxis. Forschungsleitend sind dabei die folgenden Fragen:
Als Datengrundlage der Studie dienen Audioaufzeichnungen der Gruppentreffen, die zwischen 2024 und 2026 stattfinden: Jedes Team durchläuft in einem vorstrukturierten Prozess fünf Arbeitstreffen von je 1-2 Stunden, die mitgeschnitten und transkribiert werden. Zur Auswertung der Daten wird eine inhaltlich-strukturierende Inhaltsanalyse angestrebt. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen Transkripte von acht Gruppentreffen aus der Pilotphase des Projekts vor, auf deren Grundlage wir mit einem deduktiv-induktiven Vorgehen ein Kategoriensystem bilden. Für die deduktive Kodierung wird u.a. das Kodierschema TRAWIS (Brauner, 2006) zur Erfassung von Wissenstransfer in Interaktionen herangezogen, um insbesondere die Aushandlung von Wissen(-squellen) in den Blick zu nehmen. In die Entwicklung des Kodierschemas sowie die spätere Interpretation der Ergebnisse ist eine Grundschullehrkraft involviert, um Fehlurteilen durch einen Bias der Forschenden vorzubeugen. Im Vortrag stellen wir das entwickelte Kodierschema vor und präsentieren erste Ergebnisse der Analysen, mit denen die ko-konstruktiven Arbeitsprozesse in KONTEXT Grundschule näher beleuchtet werden. Auf dieser Grundlage wird diskutiert, inwiefern der Anspruch der Augenhöhe eingelöst wird. | |

