Transfertagung 2025
„Transfer in der Bildung verstehen und gestalten“
4. & 5. Dezember 2025 | GLS Campus Berlin
Veranstaltungsprogramm
Wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
Die Beitragsformate sind im Programm wie folgt abgekürzt:
Kurzvorträge = KV (rot hinterlegt)
Diskussionsforen = DF (blau hinterlegt)
Werkstattgespräche = WG (gelb hinterlegt)
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
KV 09: Beforschung ko-konstruktiver Arbeitsprozesse Ort: Workshopraum 115 Chair der Sitzung: Caroline Scherer | |
| Präsentation 3 | |
Was gelingt, was fehlt? Transfererfahrungen aus Wissenschaft und Praxis im Vergleich Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen Der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis wird zunehmend als dialogischer, ko-konstruktiver Prozess verstanden. In der Umsetzung zeigen sich jedoch strukturelle, kommunikative und organisationale Barrieren, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit erschweren können (Duveneck, 2024). Der Beitrag basiert auf Ergebnissen des Metavorhabens Sprachliche Bildung in der Einwanderungsgesellschaft, einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt zur wissenschaftlichen Begleitung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich sprachlicher Bildung. In diesem Rahmen wurden Wissenschaftler:innen und Praxisakteur:innen aus zehn Projekten zu ihren Erfahrungen mit Transferprozessen interviewt. Ziel war es, Bedingungen gelingenden Transfers zu identifizieren und Hindernisse systematisch herauszuarbeiten. Ein zentrales Erkenntnispotenzial dieses Beitrags liegt im durchgängig zweiperspektivischen Vergleich zwischen wissenschaftlichen und praktischen Akteursgruppen. Beide Gruppen wurden zu gleichen Themenfeldern (z. B. Transferverständnis, Zusammenarbeit, Herausforderungen) befragt. Dies erlaubt einen differenzierten Einblick in gemeinsame Sichtweisen sowie grundlegende Unterschiede. So wird deutlich, wo Verständigungsprobleme, divergierende Erfolgsdefinitionen oder strukturelle Zielkonflikte den Transfer erschweren und wo sich tragfähige Ansätze abzeichnen. Der Beitrag zeigt, wie sich Gelingensbedingungen aus unterschiedlichen Perspektiven heraus gestalten und eröffnet damit eine Perspektive, die für alle am Transfer Beteiligten von hoher Relevanz ist, da sie die wechselseitige Anschlussfähigkeit von Forschung und Praxis reflektiert. Die Ergebnisse basieren auf 18 leitfadengestützten Interviews mit zehn Mitarbeitenden aus wissenschaftlichen Projekten sowie acht mit ihnen verbundenen Praxisakteur:innen (z. B. aus Kitas, Schulen, Fortbildungseinrichtungen). Zwei der Projekte konnten keine Praxispartner:innen vermitteln. Die Interviews dauerten durchschnittlich 45 Minuten, wurden transkribiert, vollständig anonymisiert und mit qualitativer Inhaltsanalyse (Kuckartz, 2018) systematisch ausgewertet. Die Leitfäden waren auf Wissenschaft bzw. Praxis zugeschnitten, orientierten sich aber an identischen Themenfeldern. Der Aufbau erlaubt einen fundierten Perspektivvergleich und die theoriebasierte Einordnung der Befunde in die bestehende Transferforschung. Zentraler Fokus des Vortrags ist die Analyse von vier häufig genannten Transferhemmnissen, die theoretisch fundiert und mit dem aktuellen Forschungsstand rückgekoppelt werden. Erstens wird die fehlende Prozessbeteiligung thematisiert: Praxisakteur:innen werden häufig zu spät eingebunden, wodurch ihre Bedarfe unberücksichtigt bleiben (Steffens et al., 2019; Schrader, 2014). Zweitens zeigt sich eine begrenzte Mitgestaltung: Die Expertise der Praxis fließt oft nur unzureichend in die Entwicklung von Materialien, Fortbildungen und Tools ein (Hahn et al., 2019). Drittens wird die fehlende Anschlussfähigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse kritisiert, da Forschungsergebnisse häufig schwer in den pädagogischen Alltag übertragbar sind (Demski, 2017). Viertens stellt der Mangel an Zeit und Ressourcen ein zentrales Hindernis dar, da der überlastete Regelbetrieb kaum Spielraum für Kooperationen lässt (Steffens et al., 2019). Diese Herausforderungen werden nicht nur exemplarisch illustriert, sondern systematisch in bestehende Transferforschung eingeordnet (Gräsel, 2010; Schmiedl, 2022). Die Studie zeigt zentrale Faktoren gelingenden Transfers empirisch auf und ordnet sie theoriegeleitet. Zugleich wird deutlich, dass bisherige Erkenntnisse begrenzt steuerungsrelevantes Wissen liefern: Zwar sind viele Hemmnisse gut beschrieben, aber bislang ist unklar, wie stark sie die Kooperationsbereitschaft beeinflussen. Hier setzt die geplante Weiterarbeit an. Der Beitrag liefert praxisrelevante, empirisch fundierte Impulse und bietet Anknüpfungspunkte zur Weiterentwicklung eigener Transferpraxis und zur Gestaltung wirksamer Kooperationsformate. | |

