Transfertagung 2025
„Transfer in der Bildung verstehen und gestalten“
4. & 5. Dezember 2025 | GLS Campus Berlin
Veranstaltungsprogramm
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Die Beitragsformate sind im Programm wie folgt abgekürzt:
Kurzvorträge = KV (rot hinterlegt)
Diskussionsforen = DF (blau hinterlegt)
Werkstattgespräche = WG (gelb hinterlegt)
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Tagesübersicht |
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WG 02: Werkstattgespräche Ort: Aula | |
| Präsentation 6 | |
Scrollen – Liken – Konzipieren: Informelle Bildungspraktiken als entscheidendes Gestaltungselement für transformatives Lehr-Lernmaterial? Universität Potsdam Ausgehend von zunehmenden Informationsfluten und einer länger werdenden konsumatorischen Aufenthaltsdauer im digitalen Raum möchte der Tagungsbeitrag die Relevanz von informellen Bildungspraktiken für zukünftige bildungsbezogene Forschungs- und Konzeptionspraxen diskutieren und stärken. Innerhalb von Projektkontexten, Forschungsvorhaben oder Erhebungsstudien ist die Orientierung an etablierten Erhebungs- und Auswertungsmethoden, ausgearbeiteten und aktualisierten Theorie-Modellen oder fundierten Verfahrensweisen üblich. Auch existieren in der qualitativen Sozialforschung oder Ethnografie seit einigen Dekaden diverse induktive Verfahren, die sich von einer gewissen konsekutiven Stringenz bzw. Strenge einer Fortschreibung bestehender Theorien oder Denkschulen abwenden. Diese fortschreibende Konkretisierung ist vergleichbar mit subtraktiven Verfahren der Skulpturformung, wobei diese mittels hermeneutischer oder gar holistischer Beobachtungen sich stärker einer (im weitesten Sinne) datenbasierten additiven Theoriebildung zuwendet, die mit einer künstlerischen Plastik zu vergleichen ist. Im Kontext der bildungsbezogenen Transferforschung entstehen neben wissenschaftlichen Artikeln, Postern, Sammelbänden, Vorträgen und Podiumsdiskussionen andere Formen von Forschungsprodukten bzw. -formaten, die gerade mit der Intention einer praktischen Anwendung in Schule unkonventionellerer oder multipel-vermischterer Ausgangspunkte bedarf. Informelle Bildungsprozesse finden seit einigen Jahren immer stärkere Thematisierung in pädagogischen und lernpsychologischen Kontexten, wobei dies auch durch den digitalisierungsbedingten Wandel von Lern- und Arbeitskulturen intensiviert wurde. Das geplante Werkstattgespräch möchte nun dazu einladen, jene Prozesse und Mechanismen die vor allem Lernende nutzen, auch Lehrkräften, Multiplikator:innen und jeglichen Bildungstransformierenden als effektive Praxis für die Erstellung von Lehr-Lernmaterial bewusst zu machen. Ausgehend von der Perspektive einer kunstschaffenden Person sollen dabei vor allem die Lernmechanismen des Ausprobierens und der intrinsischen Lernintention (vgl. Decius/Shaper/Seifert 2019) für Materialerstellende und Fortbildner:innen verhandelt werden. Gespeist aus eigenen Ausstellungsbesuchen, multimodaler Kunstrezeption auf sozialen Medienplattformen, in Künstler:innen-Ateliers und -Gesprächen, aber auch der eigenen künstlerischen Praxis des Schaffens und Ausstellens bietet eine erstellte Handreichung über das Konzept des Glitches, Glitch Art und wie diese im Kunstunterricht implementiert werden kann, die Gesprächsgrundlage. Innerhalb des Projektverbundes DigiProSMK wurden im Teilprojekt Körperlichkeit im Kontext digitaler Medienkulturen auf der Grundlage eigenständiger Unterrichtsversuche, sowie Präsenz-Fortbildungen sowohl Selbstlernkurse als auch Handreichungen entwickelt. Eine zuvor brandenburg- und berlinweit durchgeführte quantitative Erhebung zum Medienhabitus von Kunstlehrkräften ließ schnell den Bedarf erweiterter Kunstbegriffe bei Lehrkräften, sowie einer professionellen digitalisierungsbezogenen Haltung mit besonderem Blick auf fachlich-kulturelle Dispositionen verlauten (vgl. Schmidt/Waffner-Labonde 2022). Eine weitere im Werkstattgespräch zu diskutierende These wäre, inwieweit und wo die produktbezogenen Anwendungen von Bildungsprozessen, selbstgesteuert und erfahrungs- bzw. handlungsbasiert sind (vgl. Decius 2020)? Führen bspw. Social Serendipity Effekte via des Foto- und Video-Blogging-Dienstes Instagram (vgl. Kerres et al. 2017), dessen dokumentarische Folgehandlung die Erstellung von Playlists oder Collections als Transferstrategie für formelle(re) Fortbildungsprodukte oder -maßnahmen ist, implizit zu einer offeneren Haltung ggü. einer Kultur der Digitalität (vgl. Stalder 2016)? Und ist dafür eine modusunabhängige offene Haltung konstitutiv oder bedarf es einer digtialen Grundaffinität? | |

