Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe
„Kommunikation und Politik“
Demokratische Resilienz als Aufgabe für die politische Kommunikation in einer instabilen Welt
4. - 6. Februar 2026 | Hamburg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Session 5: Rollenbilder der Kommunikator*innen
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Sollen Journalist*innen politische Informationen vermitteln? Wie Politiker*innen das sehen – und wie sie (mit Journalist*innen) kommunizieren TU Dortmund, Deutschland Im Beitrag wird dargestellt, inwieweit Politiker*innen der Aussage "Ich erwarte von Journalist*innen, dass sie Informationen liefern, die Menschen brauchen, um politische Entscheidungen zu treffen" zustimmen, wie sie mit Journalist*innen kommunizieren, welche Kommunikationskanäle sie außerhalb von Wahlkämpfen nutzen und wie alle drei Aspekte zusammenhängen. Insgesamt unterscheiden sich vor allem Politiker*innen der AfD, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wurde, in ihren Antworten von Politiker*innen anderer Parteien. Bspw. haben weniger von ihnen Kontakt zu Journalist*innen und mehr kommunizieren via Social Media. Die Daten stammen aus einer Befragung von Politiker*innen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene in Deutschland (N=668) und wurden 2024 erhoben. Pluralisierung oder Polarisierung? Rollenorientierungen alternativer Nachrichtenproduzenten im Kontext demokratischer Resilienz Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland Demokratische Resilienz bezeichnet die Fähigkeit demokratischer Systeme, auf Krisen stabilisierend zu reagieren, ohne ihre grundlegenden Werte zu verlieren (Boese et al., 2021). Medien spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie öffentliche Diskurse strukturieren und eine Kontrollfunktion gegenüber politischen Institutionen einnehmen (Fawzi, 2021). In den letzten Jahren haben alternative Nachrichtenmedien eine zunehmend sichtbare Rolle in der digitalen Öffentlichkeit eingenommen (Andersen et al., 2023; Klawier, 2024). Sie bieten Deutungsrahmen an, die sich häufig explizit von denen traditioneller Medien absetzen (Holt et al., 2019). Indem sie journalistische Normen wie Objektivität, Faktizität oder Repräsentation neu interpretieren oder bewusst infrage stellen, können sie sowohl zur Pluralisierung des öffentlichen Diskurses beitragen als auch anti-systemische Narrative verstärken, die demokratische Institutionen delegitimieren. Während die Inhalte alternativer Nachrichtenmedien gut erforscht sind (Freudenthaler & Wessler, 2022), blieben die Rollenorientierungen ihrer Produzenten bislang weitgehend unbeachtet. Im traditionellen Journalismus beschreibt Rollenorientierung die diskursive Konstruktion von Werten und Überzeugungen über die gesellschaftliche Funktion des Journalismus (Hanitzsch & Vos, 2017). Die Untersuchung der Rollenorientierungen von Produzenten alternativer Medien berücksichtigt das theoretische Verständnis dieser Medien als „Korrektiv“ zu etablierten Medien und ermöglicht eine Typologie unterschiedlicher Rollenprofile, die deren Heterogenität sichtbar machen. Von ihrem Publikum enttäuscht? Wie Journalistinnen und Journalisten das demokratische Verhalten der Bürgerinnen und Bürger bewerten JGU Mainz, Deutschland Bisherige Forschung hat vor allem untersucht, wie Bürger:innen den Journalismus bewerten (z.B. Loosen et al., 2020; Von Garmissen et al., 2025). Weitgehend unerforscht ist hingegen, wie Journalist:innen das demokratische Verhalten der Bürger:innen einschätzen und ob eine Art Publikumsverdrossenheit im Journalismus vorherrscht (Ausnahme vgl. Coddington et al., 2021; Scholl et al., 2014). Obwohl Bürger:innen im „social contract“ (Strömbäck, 2005, S. 332) zwischen Medien und Demokratie eine ebenso zentrale Rolle einnehmen wie Journalist:innen, mehren sich kritische Positionen, die in Frage stellen, ob sie journalistische Informationen überhaupt entsprechend aufnehmen und verarbeiten können und wollen (Ryfe, 2019, S. 296). Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Orientierung des Journalismus an seinem Publikum (audience turn, Costera Meijer, 2020) ist es wichtig, neben der Wahrnehmung des Journalismus durch sein Publikum außerdem zu betrachten, wie der Journalismus sein Publikum bewertet. Diese Studie untersucht daher, wie Journalist:innen das demokratische Verhalten der Bürger:innen bewerten und setzt dies ins Verhältnis zu den Erwartungen, die sie an die Bürger:innen knüpfen. Grundlage bilden normative Ansprüche an Good Citizenship, die aus Öffentlichkeitstheorien abgleitet werden, und die mithilfe einer Befragung von Politikjournalist:innen und Bürger:innen in Deutschland empirisch überprüft werden. Like, Share, Vote – Die Rezeption von Influencer:innen in der politischen Kommunikation und ihre Wahrnehmung als Meinungsführer:innen 1LMU München, Deutschland; 2Universität Wien; 3Medizinische Universität Wien Der Beitrag untersucht, über welche Typen politischer Influencer:innen und Plattformen junge Erwachsene politische Inhalte rezipieren, welche Interaktions- und Beziehungsformen auftreten und ob Influencer:innen tatsächlich - wie häufig theoretisch vorangenommen - als Meinungsführer:innen fungieren. Methodisch nutzt die Studie, die sich derzeit in der Datenerhebung befindet, ein präregistriertes Linkage-Design, das eine Onlinebefragung (N=2.000) mit einer quantitativen Inhaltsanalyse der jeweils genannten politischen Influencer:innen verknüpft, um Expositionsmodi, (trans-)parasoziale und direkte Interaktionen, Personalisierung, Status und Expertencues gemeinsam zu modellieren. Theoretisch werden hypothesengeleitet Unterschiede nach PSMI-Typen und Mechanismen der Zuschreibung von Informations-, Orientierungs- und Interessensfunktionen geprüft. Erwartet werden differenzierte Erkenntnisse und Implikationen für Theorieentwicklung sowie politische Bildung und politische Informationsnutzung. Listening for Democracy? Journalists Perspective on Bridging Polarization 1Gesis Leibniz - Institut für Sozialwissenshaften; 2Johannes Gutenberg-Universität Mainz Across democratic societies, political discourse is increasingly marked by polarization and antagonism, posing challenges even in stable democracies like Germany. While journalism is often seen as amplifying these divisions, it also holds the potential to foster constructive dialogue. This study explores how German journalists perceive polarization and their role in mitigating it, with a focus on the concept of democratic listening—a communicative practice emphasizing openness and engagement with differing perspectives. Drawing on 22 semi-structured interviews with journalists from diverse media outlets, we examine their experiences with polarization, their perceived responsibilities in depolarizing public discourse, and the relevance of listening-oriented practices. Preliminary findings suggest that while polarization is widely recognized and concerning, journalists are divided on whether addressing it falls within their professional remit. However, many highlight democratic listening as a promising tool for fostering empathy and understanding. This study contributes to debates on journalism’s democratic function and identifies listening as a potential strategy for enhancing resilience in polarized societies. | ||