Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Session 4: Nachrichtenrepertoires und Medieneffekte
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Medieneffekte auf die Demokratiezufriedenheit? Eine Sekundäranalyse mit Daten der GLES-Panelstudie. Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Deutschland Der Beitrag befasst sich mit Medieneffekten auf die Demokratiezufriedenheit deutscher Wahlberechtigter. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Mediatisierung wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Art und Intensität politischer Mediennutzung auf die Demokratiezufriedenheit wirkt. Dazu wird eine Sekundäranalyse von Paneldaten der German Longitudinal Election Study (GLES) durchgeführt. Mittels Multipler Linearer Regressionsanalysen (OLS) können ambivalente Medieneffekte auf die Demokratiezufriedenheit gezeigt werden. Die Schwäche der meisten Medieneffekte relativiert jedoch die Annahmen über weitgehende Medienwirkungen. Als stärkster positiver Prädiktor der Demokratiezufriedenheit erweist sich im getesteten Modell das Institutionenvertrauen. Die Untersuchung legt eine differenziertere Erfassung der Mediennutzung nahe, um konkreter untersuchen zu können, unter welchen Bedingungen politische Kommunikation demokratische Resilienz fördert - und wann sie zur Erosion demokratischer Unterstützung beiträgt. Personalisierte politische Werbung auf Social Media: Eine In-App-Tracking-Studie zur Exposition, ideologischen Ausspielung und Rezeption während des Europawahlkampfs 2024 1Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland; 2Universität Hohenheim Der Beitrag präsentiert eine innovative Methodenkombination aus In-App-Tracking und Befragung zur Analyse politischer Werbung auf Facebook und Instagram im Vorfeld der Europawahl 2024 in Deutschland. Grundlage bildet ein repräsentatives Sample von N = 1.672 Nutzer:innen, deren Social-Media-Nutzung über vier Wochen getrackt und mit Befragungsdaten kombiniert wurde. Insgesamt wurden N = 28.184 Werbekontakte von Nachrichtenmedien, Interessensgruppen und politischen Akteuren erfasst. Die Studie adressiert die Fragestellungen, wen politische Werbung erreicht, wie sie entlang ideologischer Linien ausgespielt wird und ob Nutzer:innen ihr Aufmerksamkeit schenken. Die nutzerzentrierte Untersuchung beleuchtet dabei die zugrundeliegenden Kurationslogiken, die der Exposition zu politischer Information vorausgehen und berücksichtigt darauf aufbauend die selektive Aufmerksamkeit gegenüber diesen Inhalten. Der methodische Ansatz ermöglicht neue Einsichten in personalisierte Informationsumgebungen, soll aber auch hinsichtlich seiner Limitationen kritisch reflektiert werden. Machen mehr (Alternative) Nachrichtenmedien informierter? Wie Nachrichtenrepertoires Fehlwahrnehmungen prägen und welche Rolle Vertrauen in Medien spielt Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Deutschland Fehlwahrnehmungen können mit häufiger Nutzung von Partisan Media, Social Media und Alternativer Nachrichtenmedien einhergehen. Zur ganzheitlichen Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Nachrichtennutzung und Fehlwahrnehmungen untersucht die vorliegende Studie auf Basis des Medienrepertoire-Ansatzes, welche Nachrichtenrepertoires sich für die deutsche Bevölkerung identifizieren lassen, inwiefern diese mit drei in Deutschland prävalenten Fehlwahrnehmungen zusammenhängen und welche Rolle das Vertrauen in Alternativmedien und Social Media für die Ausprägung der Fehlwahrnehmungen in den einzelnen Repertoires spielt. Liken, Teilen, Kommentieren: Eine Linkage-Studie zur Interaktion mit Nachrichteninhalten und deren Zusammenhang mit Nachrichtenkontakten auf Instagram 1Universität Hohenheim, Deutschland; 2Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland Wo und wie sich Bürger:innen informieren, ist ein essenzieller Bestandteil resilienter Demokratien. Viele Menschen nutzen soziale Medien, um sich über Nachrichten zu informieren. Für die algorithmische Kuratierung von Nachrichteninhalten spielt die Interaktion der Nutzer:innen mit Beiträgen eine wichtige Rolle. In einer Linkage-Studie betrachten wir den Zusammenhang zwischen Politikinteresse, der Frequenz der politischen Mediennutzung, der Interaktion und dem Kontakt mit Nachrichteninhalten auf Instagram. Die Ergebnisse zeigen, dass Nutzer:innen mit höherem Politikinteresse und einer stärkeren Frequenz der politischen Nachrichtennutzung weder mit mehr Nachrichteninhalten in Kontakt kommen noch häufiger mit diesen interagieren. Nutzer:innen, die häufiger mit Nachrichteninhalten interagieren, kommen jedoch mit mehr Nachrichteninhalten in Kontakt. Die Ergebnisse zeigen, dass es für den Kontakt mit Nachrichteninhalten weniger eine Rolle spielt, wer Instagram nutzt, sondern vielmehr, wie die PLattform genutzt wird. Sie unterstreichen die Bedeutung von implizitem und explizitem Nutzer:innenfeedback für die algorithmische Kuratierung personalisierter Nachrichteninhalten auf Instagram. Politik auf TikTok? Informationspraktiken junger Menschen im Kontext der Bundestagswahl 2025 Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, Deutschland Digitale Plattformen wie TikTok sind für die Sichtbarkeit im politischen Raum zunehmend wichtig, um jüngere Zielgruppen anzusprechen und zu erreichen. Inwiefern junge Menschen tatsächlich mit politischen Inhalten in Kontakt kommen, hängt von ihrem Nutzungsverhalten und TikTok’s algorithmischem Empfehlungssystem ab. Während Studien bereits mit (gespendeten) Social-Media-Daten arbeiten, um politische Kommunikationsstrategien und Inhalte zu untersuchen, kommt die Nutzungsperspektive bislang zu kurz. Vor diesem Hintergrund wurde in der vorliegenden Studie die Methode der Datenspende genutzt, um in einem qualitativen Ansatz herauszufinden, wie junge Menschen die Plattform als Kommunikationskanal für Politik bewerten und welche Informationspraktiken sich im Kontext der Bundestagswahl 2025 beobachten lassen. Dazu wurden Fokusgruppen (n= 31) mit leitfadengestützten Einzelinterviews (n =12) kombiniert, in denen individuelle TikTok-Daten der jungen Nutzerinnen und Nutzer (16- bis 24-Jährige) betrachtet wurden. Die vorläufigen Ergebnisse weisen auf heterogene Einstellungen gegenüber TikTok als Kanal für politische Informationen hin, die eng mit den eigenen, unterhaltungsbezogenen Nutzungsmotiven sowie Einschätzungen der Vertrauens- und Glaubwürdigkeit von Inhalten zusammenhängen. Teilnehmende, die sich aktiv über Politik informiert haben, tun dies hauptsächlich über die Nutzung der Suchfunktion sowie das gezielte Liken von politischen Inhalten, um ihren For-You-Page-Algorithmus entsprechend zu beeinflussen. | ||