Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe
„Kommunikation und Politik“
Demokratische Resilienz als Aufgabe für die politische Kommunikation in einer instabilen Welt
4. - 6. Februar 2026 | Hamburg
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht |
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Session 3: Konstruktiver Blick auf demokratische Resilienz
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Online-Petitionen - Instrumente resilienter individueller politischer Kommunikation und Handlungsfähigkeit Dr. Kathrin Voss - Beratung, Recherche, Evaluation, Deutschland Der vorgeschlagene Beitrag beschäftigt sich mit Petitionen als Ausdruck einer komplexen, kommunikativen, personalisierten Praxis des Aktivismus und der politischen Partizipation von Bürger:innen. Das Einreichen von Petitionen basiert auf einem aktiven Verständnis von Staatsbürgerschaft und der Rolle der Bürger in der Demokratie. Petitionen können daher zur Stärkung liberaler Demokratien beitragen. Sie erweitern die politische Handlungsfähigkeiten auf individueller Ebene und können neue Formen des vernetzten Engagements und kollektive Handeln entstehen lassen – von fluiden einmaligen Engagement bis zur Organisationsbildung. Die Digitalisierung ermöglicht die notwendige Vernetzung und kann durch virale Dynamik weitergehende Prozesse auslösen. Petitionen haben daher das Potenzial innerhalb bestehender demokratischer Strukturen unterschiedlichen Anliegen Gehör zu verschaffen und öffentlichen Diskurs und kollektives Handeln zu fördern. News-Literacy-Interventionen als Möglichkeit zur Abschwächung von Hostile-Media-Wahrnehmungen Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutschland Wir untersuchen, ob News-Literacy-Interventionen die verzerrte Wahrnehmung ausgewogener Berichterstattung als zuungunsten der eigenen Position (Hostile Media Perception), abschwächen können. Zur Prüfung der Hypothesen wurde eine präregistrierte Experimentalstudie mit 901 Proband*innen zum Nahost-Konflikt durchgeführt. Neben dem Nachweis einer klassischen HMP im Hinblick auf einen ausgewogenen Beitrag zum Thema wurde die Effektivität zweier vorab präsentierter Interventionsbotschaften getestet: News-Creation (Informationen über die Entstehung/Produktion journalistischer Nachrichten) und News-Consumption (Informationen über verzerrte menschliche Wahrnehmung von Medieninhalten). Die News-Creation-Intervention schwächte HMP kaum ab. Die News-Consumption-Intervention hingegen eliminierte sie hingegen nahezu vollständig. Hohe kognitive und affektive Reaktanz infolge der Interventionsbotschaft verstärkte die HMP in der News-Creation-Gruppe, die Effektivität der News-Consumption-Intervention bliebt davon hingegen unbeeinflusst. News-Consumption-Interventionen scheinen daher zur HMP-Reduzierung am vielversprechendsten. Werden Lösungen nur ausgewählt, wenn sie ins Weltbild passen? 1Hochschule Düsseldorf, Deutschland; 2Johannes Gutenberg-Universität Mainz; 3Johannes Gutenberg-Universität Mainz Die Studie untersucht, ob Rezipierende konstruktive Nachrichtenbeiträge unabhängig von ihrem politischen Weltbild auswählen oder ob die Anschlussfähigkeit der präsentierten Lösungen an eigene Überzeugungen die Nutzung maßgeblich bestimmt. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass konstruktiver Journalismus – verstanden als sachliche, lösungsorientierte und ausgewogene Berichterstattung – Vertrauen in Medien stärken und demokratische Resilienz fördern kann. Bisherige Forschung vernachlässigt jedoch die ideologische Rahmung von Lösungen. Auf Basis einer quotierten Onlinebefragung (N = 1.825) mit experimentellem Design wurden den Teilnehmenden sechs fiktive journalistische Beiträge zu den Themen Klimawandel und Migration präsentiert, die systematisch in Sachlichkeit, Lösungsorientierung und in der Art der Lösung (sozialstaatlich-integrativ vs. marktliberal-abgrenzend) variierten. Anschließend wurde die Auswahlwahrscheinlichkeit der Beiträge in Abhängigkeit von soziodemografischen, psychologischen und politischen Merkmalen analysiert. Die Befunde belegen, dass konstruktive Berichterstattung nicht automatisch integrativ wirkt, sondern selektiv genutzt wird, wenn die angebotenen Lösungen mit bestehenden Weltbildern übereinstimmen. Konstruktiver Journalismus besitzt somit demokratieförderndes Potenzial, kann dieses jedoch nur einlösen, wenn Redaktionen Lösungen ausgewogen und multiperspektivisch darstellen. Qualität oder Quantität? Wie Nachrichtennutzungsmuster und Klimaschutz-Argumentrepertoires in den Vereinigten Staaten, Spanien und Deutschland zusammenhängen 1Universität Zürich; 2Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Informierte Bürger:innen gelten als zentrale Voraussetzung für das Funktionieren liberaler Demokratien. Nur wer über ein Mindestmaß an politischem Wissen verfügt, ist in der Lage, eine fundierte Meinung zu politischen Themen zu bilden und informierte Entscheidungen zu treffen (Delli Carpini & Keeter, 1996). Nachrichtennutzung gilt als relevante Quelle politischen Wissens (Eveland & Garrett, 2014). Politisches Wissen kann jedoch auf unterschiedlichste Weise konzeptualisiert werden: Ansätze variieren in Bezug auf die Temporalität und den Abstraktionsgrad von eher statischem Faktenwissen über dynamischere Formen des Aktualitätswissens (Barabas et al., 2014). Aus deliberativer Perspektive wird politisches Wissen nicht nur als die Erinnerung von Fakten verstanden, sondern umfasst auch die Kenntnis des aktuellen politischen Diskurses und salienter Argumente (Porto, 2007). Resiliente beziehungsweise “kompetente“ Bürger:innen (Colombo, 2018) zeichnen sich schließlich durch die Fähigkeit aus, auf Basis der Abwägung relevanter Pro- sowie Contra-Argumente wohlbegründete Urteile zu fällen und irrationale Entscheidungen zu vermeiden (Cappella et al., 2002). Individuelle Argumentrepertoires sind somit eng mit der Qualität öffentlicher Meinungsbildung verbunden (Cappella et al., 2002). Wir untersuchen im Kontext des Themas Klimaschutzmaßnahmen, wie das Nachrichtennutzungsverhalten die Größe und inhaltliche Zusammensetzung individueller Argumentrepertoires – also die Menge an Gründen, die Individuen für oder gegen politische Maßnahmen oder Positionen kennen – prägt. Aufbauend auf Forschung zur Komplementarität und Kumulation von Medieneffekten (Holbert, 2005) gehen wir davon aus, dass individuelle Mediennutzungsmuster, die sich in verschiedenen Nutzer:innenprofilen („News-Repertoires“) widerspiegeln, diese Form von Wissensbildung beeinflussen (Castro et al., 2022; Hasebrink & Popp, 2006). Bei der Untersuchung der Argumentrepertoires erweitern wir bestehende Ansätze (Cappella et al., 2002; van der Wurff et al., 2018), die primär die Anzahl der Begründungen (Repertoire-Größe) messen, um eine qualitative Dimension: die thematischen Bezüge, auf die sich Argumente stützen. Bisherige Studien zeigen, dass traditioneller (Qualitäts-)Journalismus eine zentrale Quelle (gehaltvoller) politischer Informationen bleibt und Nachrichtennutzungshäufigkeit grundsätzlich einen positiven Einfluss auf das politische Aktualitätswissen hat (Eveland & Garrett, 2014). Weniger klar ist jedoch, wie die (komplementäre) Nutzung unterschiedlicher Mediengattungen und Medientypen auf das politische Wissen auswirkt (Eveland & Garrett, 2014). Der anthropogene Klimawandel und Maßnahmen zu seiner Eindämmung, sind komplexe Themen, die außerhalb der direkten Alltagserfahrung der meisten Menschen liegen (Schäfer, 2012). Die Medienberichterstattung über Klimawandel und Klimapolitik variiert stark hinsichtlich ihrer thematischen Bezüge und Frames – von ökologischen über sozial-moralische bis hin zu wirtschaftlichen Argumenten (Guenther et al., 2024). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Mediennutzung zum Verständnis von Argumenten und deren Qualität beziehungsweise den darin enthaltenen thematischen Fokus auswirkt. Aus einer deliberativen Perspektive stellt sich daher die Frage, wie das Mediennutzungsverhalten die Anzahl der Argumente, die Individuen kennen, sowie deren normativen und thematischen Bezüge beeinflusst. Abgeleitet daraus werden für diese Studie drei Forschungsfragen formuliert:
Methodisches Vorgehen Diese Studie basiert auf einer Onlinebefragung in Deutschland, Spanien und den USA (N = 4706). Das Sample ist in den drei Ländern in Bezug auf Alter, Geschlecht, Bildung und geografische Region repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung (YouGov). Zur Erfassung der Klimaschutz-Argumentrepertoires nannten Teilnehmende bis zu fünf spontane Begründungen für und gegen Klimaschutzmaßnahmen. Insgesamt wurden 15 612 „Statements“ inhaltsanalytisch codiert. Für jede Person wurde die Größe des Pro-, Contra- und Gesamt-Argumentrepertoires ermittelt sowie die thematischen Bezüge der Argumente erfasst. Aufbauend auf bestehender Forschung zu Medien- und Publikumsframes in der Klimawandelkommunikation (Guenther et al., 2024; Nisbet, 2014) wurden jeweils sechs Kategorien von Pro- und Contra-Klimaschutz-Begründungen unterschieden. Contra: (1) negative (ökonomische) Folgen von Klimaschutzmaßnahmen, (2) Umsetzungsbarrieren & Machbarkeitsprobleme, (3) Ineffektivität / fehlende Wirksamkeit, (4) Leugnung des anthropogenen Klimawandels, (5) Verschwörungsmythen sowie (6) sonstige Begründungen. Pro: (1) allgemeine Nützlichkeit / Notwendigkeit von Klimaschutz, (2) Prävention der Ursachen des Klimawandels, (3) Mitigation negativer Folgen, (4) positive Effekte von Klimaschutzmaßnahmen (5) moralisch-ethische Begründungen sowie (6) sonstige Begründungen.1 Die individuellen Nachrichtennutzungsmuster wurden auf Basis der Selbstauskunft zur Mediennutzung auf einer 7-Punkte-Likertskala erhoben (6 = mehrmals täglich, 0 = nie). Abgefragt wurde die Nutzungshäufigkeit unterschiedlicher Nachrichten-Quellen, darunter klassische Informationsmedien (z. B. Boulevardmedien, öffentlich-rechtlicher Rundfunk), soziale Medien, Nachrichtenaggregatoren, Suchmaschinen und Alternativmedien. Mithilfe von länderspezifischen latenten Profilanalysen (LPA) wurden Nachrichtennutzer:innenprofile identifiziert, die typische Kombinationen von Nachrichtenquellen aufweisen. Dieses Forschungsdesign ermöglicht es, systematisch Zusammenhänge zwischen Nachrichtennutzungsmustern (Profile als UV) und Größe (Anzahl Gründe, die jemand kennt als AV) sowie thematischen Bezüge der Argumentrepertoires (als weitere AVs) zu untersuchen und leistet damit einen Erklärungsbeitrag dazu, wie Nachrichtennutzung zu mehr Wissen und somit zur demokratischen Resilienz liberaler Gesellschaften beitragen kann. Es wurden (zero-inflated) negative Binomialregressionen zur Schätzung der Anzahl genannter Pro-, Contra- und Gesamt-Argumente sowie logistische Regressionsmodelle mit den thematischen Fokussen der Argument als abhängige (Dummy-)Variablen berechnet. In allen Modellen wird für Soziodemografie (Alter, Geschlecht, Bildung), politische Orientierung, themenspezifische Einstellung, themenspezifisches Involvement und Wissen, interpersonale Kommunikation, allgemeine Social-Media-Nutzungshäufigkeit und Selective Exposure kontrolliert. Mit dem RStudio package marginaleffects wurden marginal means (predicted counts, predicted zeros, predicted probabilities) berechnet, wobei alle in den Modellen berücksichtigen Kontrollvariablen auf dem Mittelwert bzw. Modus fixiert wurden. Resultate Mittels LPA identifizieren wir auf Basis von Modelgütekriterien (AIC, BIC, SABIC) sowie der Klassifikationssicherheit (Entropy) in den USA sechs und in Spanien sowie Deutschland jeweils fünf Nachrichtennutzer:innenprofile. Während einige länderspezifischen Profile identifiziert werden, finden sich gewisse Profile in allen drei Ländern, unter anderem „News-Deprivierte“, die kaum je irgendeine Nachrichtenquelle nutzen, „Traditionelle Minimalisten“ (Legacy-oriented minimalists), und Qualitätsmedien-orientierte. In den USA und Deutschland finden wir zudem (zwei verschiedene Formen von) „Alternativmedien-orientierten“ Nutzer:innenprofile. Bezüglich FF2 und FF3 zeigen sich länderübergreifend, auch unter Einbezug aller Kontrollvariablen, signifikante, teils deutliche Unterschiede zwischen Personen mit unterschiedlichen Nachrichtennutzungsmustern bezüglich der Größe der Pro- und Contra-Klimaschutz-Argumentrepertoires sowie deren thematischen Fokussierung. Qualitätsmedien-orientierte Nachrichtennutzer:innen verfügen beispielsweise unter anderem über ein signifikant größeres Pro-Argumentwissen als Minimalist:innen und Alternativmediennutzende und News-Deprivierte während Alternativmedien-orientierte über ein grösseres Contra-Argumentrepertoire verfügen als News-Deprivierte, aber nicht Qualitätsmedien-orientierte. Alternativmedien-orientierte beziehen sich in ihren Contra-Klimaschutz-Argumentrepertoires zudem zu einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit auf Verschwörungsmythen und Klimawandelleugnung als Nachrichtennutzer:innen, die hauptsächlich traditionelle journalisitsche Angebote nutzen. Literatur Barabas, J., Jerit, J., Pollock, W., & Rainey, C. (2014). The question(s) of political knowledge. American Political Science Review, 108(4), 840–855. https://doi.org/10.1017/S0003055414000392 Cappella, J. N., Price, V., & Nir, L. (2002). Argument repertoire as a reliable and valid measure of opinion quality: Electronic dialogue during Campaign 2000. Political Communication, 19(1), 73–93. https://doi.org/10.1080/105846002317246498 Castro, L., Strömbäck, J., Esser, F., Van Aelst, P., De Vreese, C., Aalberg, T., Cardenal, A. S., Corbu, N., Hopmann, D. N., Koc-Michalska, K., Matthes, J., Schemer, C., Sheafer, T., Splendore, S., Stanyer, J., Stępińska, A., Štětka, V., & Theocharis, Y. (2022). Navigating high-choice European political information environments: A comparative analysis of news user profiles and political knowledge. The International Journal of Press/Politics, 27(4), 827–859. https://doi.org/10.1177/19401612211012572 Colombo, C. (2018). Justifications and citizen competence in direct democracy: A multilevel analysis. British Journal of Political Science, 48(3), 787–806. https://doi.org/10.1017/S0007123416000090 David, C. C. (2009). Learning political information from the news: A closer look at the role of motivation. Journal of Communication, 59(2), 243–261. https://doi.org/10.1111/j.1460-2466.2009.01414.x Delli Carpini, M. X., & Keeter, S. (1996). What Americans know about politics and why it matters. Yale University Press Eveland, W. P., & Garrett, R. K. (2014). Communication modalities and political knowledge. In K. Kenski & K. H. Jamieson (Eds.), The Oxford handbook of political communication (pp. 517–530). Oxford University Press. https://doi.org/10.1093/oxfordhb/9780199793471.013.018 Guenther, L., Jörges, S., Mahl, D., & Brüggemann, M. (2024). Framing as a bridging concept for climate change communication: A systematic review based on 25 years of literature. Communication Research, 51(4), 367–391. https://doi.org/10.1177/00936502221137165 Hart, P. S., Nisbet, E. C., & Myers, T. A. (2015). Public attention to science and political news and support for climate change mitigation. Nature Climate Change, 5(6), 541–545. https://doi.org/10.1038/nclimate2577 Hasebrink, U., & Popp, J. (2006). Media repertoires as a result of selective media use: A conceptual approach to the analysis of patterns of exposure. Communications, 31(3), 369–387. https://doi.org/10.1515/COMMUN.2006.023 Holbert, R. L. (2005). Intramedia mediation: The cumulative and complementary effects of news media use. Political Communication, 22(4), 447–461. https://doi.org/10.1080/10584600500311378 Nisbet, M. C. (2014). Disruptive ideas: Public intellectuals and their arguments for action on climate change. WIREs Climate Change, 5(6), 809–823. https://doi.org/10.1002/wcc.317 Porto, M. P. (2007). Frame diversity and citizen competence: Towards a critical approach to news quality. Critical Studies in Media Communication, 24(4), 303–321. https://doi.org/10.1080/07393180701560864 Schäfer, M. S. (2012). The media in the labs, and the labs in the media: What we know about science journalism in Germany. The International Journal of Press/Politics, 17(4), 527–551. https://doi.org/10.1177/1940161212452448 Schäfer, M. S., & Schlichting, I. (2018). Media representations of climate change: A meta-analysis of the research field. In U. Olausson & P. Berglez (Eds.), Media research on climate change: Where have we been and where are we heading? (pp. 142–160). Routledge van der Wurff, R., De Swert, K., & Lecheler, S. (2018). News quality and public opinion: The impact of deliberative quality of news media on citizens’ argument repertoire. International Journal of Public Opinion Research, 30(2), 233–256. https://doi.org/10.1093/ijpor/edw024 Motivation schlägt Minuten: Interesse und Pflichtgefühl als Schlüsselfaktoren mobilen Nachrichtenlernens 1GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Deutschland; 2ZeMKI, Universität Bremen, Deutschland Die Studie untersucht, wie Motivation und Pflichtgefühl die mobile Nachrichtennutzung und das politische Wissen beeinflussen. Basierend auf App-Tracking- und Umfragedaten zeigt sich, dass Informationsmotive die Nutzung von Nachrichten-Apps verlängern, während das Bedürfnis, „mitreden zu können“, diese verringert. Bei Social-Media-Nutzenden ohne Nachrichten-Apps erklärt das Pflichtgefühl zur Informiertheit die Nutzungsintensität. Politisches Wissen hängt jedoch ausschließlich mit dem politischen Interesse zusammen – nicht mit der Häufigkeit oder Dauer der App-Nutzung. Die Ergebnisse verdeutlichen: Motivation schlägt Minuten – politisches Lernen hängt weniger von der Nutzung selbst als von den dahinterliegenden kognitiven und motivationalen Dispositionen ab. | ||