Veranstaltungsprogramm

Sitzungsübersicht
Session
AF 1.3: Anwenderforum AED-SYNERGIS GmbH / AED SICAD AG, Bonn
Zeit:
Mittwoch, 07.03.2018:
13:30 - 14:00

Chair der Sitzung: Ekkehard Matthias
Ort: Hörsaal 2770
180 PLÄTZE Bis Mittwoch, 20:00 Uhr belegbar
A. Wagner:
Digitalisierung mit LEFIS zur Förderung des ländlichen Raumes

Zusammenfassung der Sitzung

Die Flurbereinigung als ein wichtiges Instrument der Landentwicklung dient der gesetzlichen Aufgabe, den ländlichen Raum zur nachhaltigen Verbesserung der Eigentums- und Agrarstrukturen und damit der Lebens-, Produktions- und Arbeitsbedingungen neu zu ordnen.

Als technische Unterstützung zur Lösung der hiermit verbundenen Aufgaben wurde das durch die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft »Nachhaltige Landentwicklung« (ArgeLandentwicklung) initiierte Fachinformationssystem der Landentwicklung LEFIS entwickelt, welches zur umfassenden Bearbeitung von ländlichen Bodenordnungsverfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz (FlurbG) und dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz (LwAnpG) eingesetzt wird. Mit LEFIS wird die bisherige heterogene, nicht standardisierte Systemlandschaft sowie die redundante und teilweise inkonsistente Datenhaltung innerhalb der Länder sowie zwischen den Ländern abgelöst.

LEFIS besteht aus dem objektorientierten Datenmodell, den Arbeitsprozessen, dem fachlichen Funktionsmodell sowie den Ausgabeprodukten für die amtlichen Nachweise und Bestandteile von Verwaltungsakten im Ablauf der verschiedenen Bodenordnungsverfahren. Die einheitliche länder- und verwaltungsübergreifende Normbasierte Austauschschnittstelle (NAS) sorgt für den reibungslosen Datenaustausch mit der Kataster- und Vermessungsverwaltung sowie zukünftig mit der Grundbuchverwaltung, aber auch mit weiteren objektorientierten Systemen Dritter; gerade zwischen der Flurbereinigungsverwaltung und der Kataster- und Vermessungsverwaltung findet ein kontinuierlicher und zu bestimmten Anlässen auch umfangreicher Austausch von Geodaten (hauptsächlich ALKIS) vor, während und nach Bearbeitung eines Verfahrens statt.

LEFIS ist kein autarkes Datenmodell, sondern nutzt das AFIS-ALKIS-ATKIS-Modell der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen (AdV), welches seit 2008 sukzessive in den Kataster- und Vermessungsverwaltungen eingeführt wird, und basiert damit ebenfalls auf internationalen Normen und Standards.

Für die Entwicklung von LEFIS wurde im Jahr 2000 aufgrund des Beschlusses der ArgeLandentwicklung die bundesweite Expertengruppe LEFIS (EG LEFIS) – aktuell bestehend aus Brandenburg (Vorsitz), Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – eingerichtet. Sowohl die AdV als auch verschiedene GIS-Hersteller unterstützen die EG LEFIS in Fragen der Modellierung.

Der Zusammenschluss der Implementierungsgemeinschaft LEFIS (IP LEFIS) – aktuell bestehend aus Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt – per am 01.November 2009 in Kraft getretenen Verwaltungsvereinbarung verfolgt das Ziel, die Implementierung, Nutzung und Pflege der Softwarelösung LEFIS voranzubringen. Mit dem am 28. November 2011 unterschriebenen Vertrag zwischen der IP LEFIS und der Fa. AED-SICAD AG begann die Implementierungsphase der ersten Entwicklungsstufe.

Mit der Einführung des standardisierten Fachinformationssystems LEFIS werden nun neben der Vereinfachung der Systempflege, der Sicherstellung der Datenaktualität, -plausibilität und -konsistenz sowie dem einheitlichen Datenaustausch zahlreiche weitere Mehrwerte geschaffen. Dazu gehören die Erhöhung der Qualität und Wirtschaftlichkeit bei der Bearbeitung von Bodenordnungsverfahren durch die nun integrierte Verarbeitung von Sach- und Grafikdaten mit einheitlichen und neuen bisher nicht zur Verfügung stehenden Funktionen, die Verbesserung der Bereitstellung von Informationen für Entscheidungsprozesse unter Mitwirkung der Bürger/innen sowie mehr Datensicherheit sowohl für die Bürger/innen als auch für die beteiligten Kommunen und Unternehmen.

Weitere Entwicklungsstufen, wie z.B. die Erstellung des Plans über die gemeinschaftlichen und öffentlichen Anlagen nach § 41 FlurbG sowie die Nutzung von GDI-Strukturen und des E-Government, sind geplant, so dass LEFIS letztendlich das umfassende Bearbeitungs- und Informationssystem der Landentwicklung wird.

Mit der Einführung von LEFIS stehen die Bundesländer aber auch vor vielfältigen Herausforderungen, z.B. Pilotierung, Anpassung an länderspezifische Bedingungen und das Tagesgeschäft und damit verbunden an weitere Nutzeranforderungen, evtl. Migration der Altdaten und nicht zuletzt Organisation der Schulungen sowie des Supports.