Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Tagung.
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Sitzungsübersicht
Session
S01: Geoportale
Zeit:
Mittwoch, 07.03.2018:
13:30 - 15:00

Chair der Sitzung: Anja Hopfstock
Ort: Audimax

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Präsentationen
13:30 - 14:00

Aktuelle Entwicklungen im Fachinformationsdienst Kartographie und Geobasisdaten

W. Crom

Staatsbibliothek zu Berlin, Deutschland

Das erste Projektjahr war vom Aufbau der neu zu implementierenden Services gepägt.Im Bereich der Erweiterung der Bibliographia Cartographica konnte das Angebot der online verfügbaren Aufsätze und Bücher zu Kartographie, Geoinformatik und Geschichte der Kartographie wesentlich erweitert werden. Insbesondere open access verfügbare Fachartikel sind nun über die Bibliographie recherchierbar und durch die Verlinkung aus der Recherche heraus aufzurufen. Die Neuausrichtung der Bibliographie wurde an den Aufbau des Fachrepositoriums angekoppelt. Hierbei handelt es sich um eine Neuentwicklung der Staatsbibliothek für das Fach Kartographie, die sich qualitativ an den Vorgaben der Deutschen Initiative für Netzwerkinformationen orientiert und künftig elektronische Publikationen zur Kartographie archiviert.

Im Bereich des Segments Geodaten des Fachinformationsdienstes war zunächst eine Abfrage bei den potentiellen Nutzern des Angebots erfolgt, dessen Ergebnisse auf der Intergeo präsentiert werden konnten. In Kooperation mit dem Bundesamt für Kartographie und Geobasisdaten wird ein gemeinsames Vorgehen für die Bereitstellung von Geodaten für Verwaltung und Wissenschaft konzipiert.


14:00 - 14:30

Kartographische Herausforderungen bei der Herstellung der TopPlus-Web-Open

P. Kunz

Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, Deutschland

Mit dem Produkt TopPlus-Web-Open geht das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) neue Wege und stellt erstmals eine frei zugängliche Webkarte bereit, welche komplett auf offenen bzw. freien Datenquellen basiert. Hierzu wurden verschiedenste Datenquellen aufbereitet und miteinander kombiniert, um eine bestmögliche Kartendarstellung zu erzielen. Die Dienste der TopPlus-Web-Open des BKG wurden am 26. September 2017 auf der INTERGEO freigeschaltet. Das Produkt konnte sehr schnell einen großen Zuspruch aus dem öffentlichen, privaten und wissenschaftlichen Sektor verzeichnen und wird bereits in vielen Portalen (Geoportal RLP, LANIS, openrouteservice, ArcGIS Online) als Hintergrundkarte eingesetzt. Als besonders positiv werden hier vor allem der freie Zugang und die grenzübergreifende Kartendarstellung hervorgehoben.
Die Webkarte TopPlus-Web-Open verfügt über 18 vordefinierte Detaillierungsstufen von der weltweiten Übersichtskarte bis hin zur detaillierten Stadtkarte in Deutschland. Das Produkt liegt standardmäßig in der weitverbreiteten Web Mercator Projektion (EPSG:3857) vor. Über die WMS-Schnittstelle kann die Webkarte auch in weiteren gängigen Projektionen abgerufen werden.
Die Webkarte ist in drei unterschiedliche Darstellungsbereiche unterteilt:
• Welt (kleiner Maßstab)
• Europa (mittlerer Maßstab)
• Deutschland und angrenzendes Ausland (großer Maßstab)
Außerhalb der genannten Darstellungsbereiche ist im Dienst derzeit kein weiteres Kartenmaterial verfügbar.
In dem Produkt werden immer dann amtliche Datenquellen verwendet, wenn diese als offene Geodaten bereitstehen. In allen anderen Fällen wurde auf freie Daten und hier insbesondere auf OpenStreetMap-Daten zurückgegriffen.
Für das Aufbereiten vieler Ausgangsdaten und insbesondere für die Ableitung der Kartengrafiken – das Rendern der Karten – wird weitgehend auf freie Software (Open-Source-Software) zurückgegriffen. Zusätzlich kommt aber auch die kommerzielle Software FME für die Prozessierung der GIS-Daten zum Einsatz. Die Datenhaltung erfolgt in einer PostGIS-Datenbank. Mit der Programmbibliothek GDAL (Geospatial Data Abstraction Library) werden aus Digitalen Geländemodellen Höhenlinien und Schummerungen abgeleitet.
Die zentrale Komponente zur Herstellung von Karten im Verfahren TopPlus ist die Software Mapnik – eine Sammlung von Bibliotheken für das Rendern von Karten. Die Software gehört zu den bekanntesten Tools für die Herstellung von Karten aus OSM-Daten. Beim Verfahren TopPlus wird mit Mapnik ein komplettes Kachelarchiv (ein Tile-Cache) vorprozessiert. Ein Darstellungsdienst kann anschließend diese Kacheln performant bereitstellen. Man spricht von einem Web-Map-Tile-Service (WMTS), welcher auf einen Tile-Server mit vorprozessierten Tiles (einem Cache) zugreift. Dieses Kachelarchiv kann aber ebenso als Datenquelle für einen herkömmlichen Web-Map-Service (WMS) dienen. Das Kartenbild für die verschiedenen Zoomstufen/Maßstäbe wird mithilfe von umfangreichen Formatierungsangaben in XML-basierten Konfigurationsdateien beschrieben. Unter anderem werden hier die Datenquellen festgelegt und die Signaturen beschrieben, mit denen die Objekte gezeichnet werden.
Für die Verfahrensentwicklung und die hochperformante Durchführung des Renderns wurden Tools auf der Basis des Microsoft.NET Framework implementiert. Diese erlauben die benutzerfreundliche Auswahl des zu erzeugenden Gebietes, der gewünschten Produktart, Zoomstufe und weiterer Parameter des Herstellungsprozesses. Mit der Skriptsprache Python wird Mapnik gesteuert und der Prozess des Renderns zur Erstellung eines kompletten Kachelarchives gestartet.
Es wurde angestrebt, eine möglichst gut lesbare Kartengrafik für die verschiedenen Zoomstufen zu erzeugen. In dem Vortrag soll insbesondere auf die kartographischen Gestaltungsmöglichkeiten der Software Mapnik eingegangen werden und es soll anhand von Kartenbespielen gezeigt werden, wie diese Herausforderungen auch mit freier Software gelöst werden können.

Die TopPlus-Web-Open kannn unter
http://sg.geodatenzentrum.de/web_bkg_webmap/applications/bkgmaps/minimal.html?CRS=EPSG:3857
ausführlich begutachtet werden.


14:30 - 15:00

ETRS89/UTM Umstellungsstrategie in Bayern für das Liegenschaftskataster - Umformungsverfahren und Möglichkeiten der Umsetzung

C. Glock1, H. Birkenbeul2

1Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern; 2con terra GmbH

Nach der flächendeckenden Einführung von ALKIS steht für das Liegenschaftskataster die Einführung des einheitlichen europäischen Bezugssystems ETRS89/UTM bevor.

Mit Einführung von ETRS89/UTM im Liegenschaftskataster wird vorauss. zeitgleich der amtliche Bezugssystemwechsel nach ETRS89/UTM bei der Bayer. Vermessungsverwaltung vollzogen. Das Projekt KanU (Kataster nach UTM) schafft die Grundlage, dass die Produkte des Liegenschaftskatasters in dem neuen amtlichen Bezugssystem ETRS89/UTM abgegeben werden können. Es wurden verschiedene Umformungsmethoden für die unterschiedlichen Objektbereiche entwickelt und implementiert. Als wichtigstes Überführungsverfahren wurde im Projekt KanU das neuartige Verfahren „Umformung durch Ausgleichung nach dem Ortra-Ansatz“ entwickelt. Dieses rechentechnisch aufwändige Verfahren, bei der Unbekannte in einer Größenordnung von 800 Millionen berechnet werden, ist Grundlage, um in hoher Transformationsqualität die GK-Koordinaten der Objektbereiche Flurstücke, Gebäude und Bauwerke nach ETRS89/UTM zu überführen.

Mit der Umstellung auf das neue europäische Bezugssystem ETRS89/UTM stehen somit Fachanwender von Geodaten vor der Herausforderung, große Datenmengen unterschiedlichster Datenformate zu transformieren. Der Kundentransformationsansatz NTv2 KanU zur Überführung von Geofachdaten mit Katasterbezug wurde dafür herstellerneutral entwickelt. Sowohl in ArcGIS- als auch in FME-Technologie ist der NTv2-Transformationsansatz „KanU“ der bayrischen Vermessungsverwaltung einfach und reibungslos integrierbar. Dadurch ist eine datenquellenunabhängige und effiziente Verarbeitung raumbezogener Informationen gegeben. Für mehr als 300 Datenquellen (z. B. CAD- und GIS-Formate) lässt sich der Umstellungsprozess des Raumbezugssystems sehr effizient und flexibel sowohl in FME als auch in ArcGIS über die FME Extension für ArcGIS realisieren, was erste Testumsetzungen mit Anwendern zeigen.



 
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