Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Session
AF 6.4: Anwenderforum European Space Imaging, München
Zeit:
Mittwoch, 07.03.2018:
16:30 - 17:00

Chair der Sitzung: Philipp Willkomm
Ort: Hörsaal 2760
96 PLÄTZE
C. Sandow:
Service-on-Demand für zeitkritische Anwendungen

Zusammenfassung der Sitzung

Die Präsentation beinhaltet die Beschreibung der im Rahmen des Service-on-Demand generierten Geoinformationsprodukte, die bei zeitkritischen Anwendungen wie z.B. bei Naturkatastrophen, Industrieunfällen und internationalen Krisensituationen angefordert werden und zum Einsatz kommen.

Die Nachricht von globalen Naturkatastrophen, verursacht durch extreme meteorologische, hydrologische oder klimatologische Ereignisse, erreicht uns immer öfter in immer kürzeren Abständen. Großflächige Schadenereignisse mit hohem Zerstörungsgrad, verursacht z.B. durch Erdbeben oder auch kleinräumige, technische Unfälle, treffen uns überwiegend unvermittelt. In all diesen Fällen ist bei Eintritt des Ereignisses umgehende, koordinierte und effektive Hilfe vor Ort notwendig. Hierbei kann aus Erdbeobachtungsdaten abgeleitete Geoinformation eine zusätzliche Hilfe für lokale und internationale Koordinations- und Einsatzteams vor Ort darstellen, um eine aktuelle Lageeinschätzung über Ausmaß und Intensität des Schadens zu erhalten. Dies hilft den Einsatz organisatorisch und operativ effektiv zu leiten und zu koordinieren. Aber auch im Rahmen der monate- bzw. jahrelangen Wiederaufbau- und Feststellungsphase stellen Satellitenbilddaten eine weitere wertvolle Informationsebene für Behörden, Institutionen und private Firmen dar.

Bereits seit mehreren Jahren verfügt die GAF AG über einen operationellen Service-on-Demand, der in verschiedenen Bereitschaftsmodi (8/5, 12/7 und 24/7) reagieren kann. Diese Bereitschaftsmodi gewährleisten unmittelbare und kurze Reaktionszeiten bei der weltweiten Bereitstellung von Erdbeobachtungsdaten und daraus abgeleiteten Produkten.

Ein dediziertes Expertenteam hat hierbei einen raschen Zugriff auf die wichtigsten freiverfügbaren und kommerziellen Satellitendatenkataloge, um die aktuelle Bilddatenlage möglichst schnell einzuschätzen und ggfs. bei Nichtverfügbarkeit neue Aufnahmen des gewünschten Gebietes in Auftrag zu geben. Um diese Datenkatalogrecherche effektiv bewerkstelligen zu können, wurde hierfür ein spezielles Tool entwickelt, das in der modular aufgebauten GAFMap-Software implementiert ist. Für die Planung von Neuaufnahmen und zur Bewertung potentieller anstehender Aufnahmemöglichkeiten kommt ebenfalls ein Planungstool zum Einsatz, das die potentiellen Aufnahmemöglichkeiten für angefragte Gebiete analysiert.

Die Auswahl der entsprechenden Sensoren in Bezug zur räumlichen und spektralen Auflösung ist von der Art der Zerstörung und der Größe des betroffenen Gebietes abhängig. Wird z.B. eine detaillierte Schadenerfassung benötigt, werden im Allgemeinen sehr hochauflösende Daten angefordert. Am Beispiel des Waldbrandes in Fort McMurray in Alberta (Kanada) von 2016 wird die automatische Bereitstellung einer Feuermaske und deren Verschneidung mit Gebäudeumrissen vorgestellt. Die Referenz und Schadenskartierung wurde dabei abgeleitet aus sehr hochaufgelösten WorldView-3 Daten, welche von European Space Imaging zur Verfügung gestellt wurden. Bei großflächigen Überschwemmungen hingegen ist die Ausdehnung und Entwicklung von Interesse. Hier kommen Erdbeobachtungssatelliten zum Einsatz, die Flächen von mehreren zehntausend Quadratkilometern mit einer Aufnahme erfassen können.

Weltweit kann somit gezielt Geoinformation generiert und bereitgestellt werden, die zum einen die Situation und den Zustand vor dem Eintritt einer Katastrophe widergibt, zum anderen eine erste Einschätzung der Situation möglichst kurz nach dem Schadenereignis erlaubt.

Neben automatischen Prozeduren, wie z.B. die Extraktion von Überflutungsflächen aus SAR-Daten, erfolgt die Auswertung der Satellitenbilddaten zum größten Teil interaktiv durch erfahrene Interpreten.

Die generierten Produkte sind in erster Linie Basisvektordaten in Standardformaten mit kundenspezifischer Datenstruktur, um diese vom Endnutzer problemlos in gängigen oder eigenen GI-Systeme visualisieren, analysieren und weiterbearbeiten zu können. Außerdem können diese Vektordaten als digitale, georeferenzierte Rasterprodukte ausgespielt werden. Alle Rasterdatenprodukte können nach Wunsch in unterschiedlicher Auflösung exportiert werden, um im Fall leistungsschwacher Verbindungen dennoch dem Nutzer schnell und sicher vor Ort liefern zu können.

In Anbetracht der raschen technologischen Fortschritte und der zunehmenden Anzahl an Erdbeobachtungssatelliten in den kommenden Jahren, wird die bestehende Produktpalette (Raster und 2D-Vektordaten) auf dreidimensionale Produkte wie z.B. LOD1 erweitert werden.




 
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