PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Datum: Mittwoch, 18.11.2026 | |
| 9:00 - 9:30 | Anmeldung GTPF Ort: Foyer Baku (Eingang West) |
| 9:30 - 14:00 | Mitgliederversammlung GTPF Ort: Asgabat (EG) Im Rahmen der PartWiss 26-Konferenz treffen sich erneut die Mitglieder der Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung e.V. (GTPF) zur diesjährigen ordentlichen Mitgliederversammlung. Teilnehmen dürfen nur Mitglieder der GTPF. Eine Mitgliedschaft können Sie auf der Website der GTPF beantragen. Die Einladung mit den genauen Zeiten und der Agenda sowie Informationen zur separaten Anmeldung wird rechtzeitig an die Mitglieder der GTPF versendet. Im Rahmen der Mitgliederversammlung findet ebenfalls ein Mittagessen statt. |
| 12:00 - 13:00 | Mittagessen der GTPF Ort: Almaty (EG) |
| 12:00 - 15:00 | Anmeldung zur Konferenz Ort: Foyer Baku (Eingang West) |
| 12:00 - 18:45 | Amt für Lassen und Loslassen (ALL) Ort: Jerewan (EG) Eine Dauerinstallation, von Oliver Parodi, Eva Wendeberg, Annika Fricke, Pia Laborgne, Susanne Gerstberger, Wanda Wieczorek & Anna König vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) |
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Das Amt für Lassen und Loslassen (ALL) Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Deutschland |
| 12:00 - 20:30 | Ruheraum Ort: Chisinau C (OG) Während der Konferenzzeiten offen zugänglicher laptop- und telefonfreier Ruheraum für die Konferenzteilnehmenden |
| 13:15 - 14:45 | Konferenzeröffnung Ort: Moskau (OG) |
| 14:45 - 15:00 | Pause |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 1 Ort: Asgabat A (EG) |
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Forschungsdatenmanagement in der transdisziplinären Forschung – Bestandsaufnahme und Best Practice 1: ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung, Deutschland; 2: Senckenberg – Leibniz-Institution für Biodiversitäts- und Erdsystemforschung Disziplinenübergreifend wird im Sinne einer transparenten und nachvollziehbaren Wissenschaft ein konsequentes Forschungsdatenmanagement (FDM) zunehmend von Forschungsförderern eingefordert. In vielen Disziplinen sind NFDI-Konsortien entstanden, um disziplineigene Standards zu etablieren und zu institutionalisieren. Die transdisziplinäre Forschung steht vor besonderen Herausforderungen: Einerseits werden hier Forschungsdaten diverser disziplinärer Ursprünge in einem multimethodischen und interdisziplinären Forschungsmodus zusammengeführt. Andererseits gibt es Besonderheiten bei Forschungsdaten aus transdisziplinären und partizipativen Prozessen, z.B. in Bezug auf
Diese Besonderheiten finden bei der Beschreibung von Best Practices für das FDM noch nicht ausreichend Anerkennung. Im Workshop wollen wir anhand eines typischen Projektzyklus, von Akquise bis Archivierung, die unterschiedlichen Aspekte und Herausforderungen eines FDM, das auf die Bedarfe transdisziplinärer Forschung ausgerichtet ist, diskutieren. Wir wollen dem Thema Forschungsdatenmanagement in der TD-Community stärkere Aufmerksamkeit schenken und geteilte Herausforderungen, Chancen und Perspektiven ebenso miteinander teilen, wie individuelle Ideen, Ansätze und Best Practices. Wie können Ergebnisse aus partizipativen und transdisziplinären Prozessen in strukturierter Form erfasst, verarbeitet und nachgehalten werden? Wie ermöglichen wir einen kohärenteren, projektübergreifenden Datentransfer und die Nachnutzung der Forschungsdaten, z.B. in vergleichenden Studien, durch gemeinsame FDM-Standards (bspw. nach FAIR-Prinzipien)? Wie können Strukturen zur Entwicklung gemeinsamer Standards geschaffen werden? Insbesondere mit Blick auf die für ein FDM notwendigen Ressourcen und Infrastrukruren leistet der Workshop einen Beitrag zum Themenschwerpunkt 1 „Wie forschen wir?“. Methodisch findet im Workshop eine Kombination der adaptierten Formate „Conversation Café“ und „15% Solutions“ Anwendung. Damit öffnen wir zunächst den thematischen Rahmen im Sinne eines Brainstormings, bevor wir konkrete erste Schritte und Lösungen zusammentragen. |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 2 Ort: Asgabat B (EG) |
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Futures of Participation: Räume und Ressourcen für Bürger:innenforschung gestalten 1: Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland; 2: Co-Creating Futures / Max Delbrück Center Was brauchen Bürger:innen, um sich an Forschung zu beteiligen? Zeit, Geld, Zugang, Vertrauen – und geeignete Räume und Ressourcen? In Zeiten finanzieller Kürzungen im Forschungsbetrieb und rückläufiger Ehrenamtsbeteiligung sind diese Fragen wichtiger denn je. Dieser Workshop widmet sich der Frage, wie Institutionen Räume und Ressourcen schaffen und erhalten können, um partizipative und transdisziplinäre Forschung überhaupt möglich zu machen. Ausgangspunkt des Workshops sind spekulative Methoden, die in einem Experimentallabor für Wissenschaftskommunikation an der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt wurden. Die erprobten Experimente und Prozesse sind in einem praxisnahen Open-Access-Guide (doi.org/10.18452/31342) dokumentiert und in vielfältigen Kontexten anwendbar – zuletzt auch in institutionellen Strategieentwicklungen an der Universität und im Kulturbereich. Teilnehmende arbeiten im Workshop ko-kreativ und erarbeiten gemeinsam Ideen für Beteiligungsmodelle sowie für die Gestaltung von Räumen (physisch, digital, institutionell) und Ressourcen (zeitlich, finanziell, organisatorisch) für mögliche Zukünfte. Dabei werden Methoden aus dem Spekulativen Design erprobt, wie das Futures Wheel oder das prototypische Skizzieren von Artefakten aus möglichen Zukünften. Spekulation ist zentral, um mögliche Zukunftsszenarien zu imaginieren und über mögliche, wahrscheinliche und wünschenswerte Zukünfte kritisch nachzudenken. Eine Beschäftigung mit unsicheren Zukünften bringt hervor, welche Bedarfe und Werte besonders wichtig sind, was einen ersten Schritt in Richtung einer möglichen institutionellen Strategiefindung darstellen kann. |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 3 Ort: Bischkek A (EG) |
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Gut gemeint, gut gemacht? Machtverhältnisse und Teilhabe in partizipativen Forschungsprojekten gemeinsam in den Blick nehmen Universität Leipzig Wann wird Teilhabe zur Inszenierung – und warum fällt es uns so schwer, das in der eigenen Praxis zu erkennen? Das Konzept des Academic Saviourism (Welz, In Press) beschreibt gut gemeinte Praktiken der Wissenschaftsbeteiligung marginalisierter Communities, die diese als passive Empfänger:innen institutionellen Wohlwollens rahmen, dabei epistemische Ungleichheiten reproduzieren und Inklusionsbemühungen auf institutionelle Selbstinszenierungen reduzieren. Nachdem das theoretische Konzept als work in progress auf der PartWiss 2025 vorgestellt wurde, zielt dieser Workshop darauf ab, es als aktives Analyseinstrument für die Praxis zu erproben. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Wie reproduzieren oder hinterfragen unsere partizipativen Forschungsdesigns gesellschaftliche Normen? Wer profitiert wirklich von Teilhabe-Projekten – und was können wir konkret an unserer Praxis verändern? Methodisch arbeitet der Workshop in drei Schritten: Zunächst sortieren Teilnehmende anhand von Fallvignetten gemeinsam Beispiele aus der Praxis und machen so die drei Manifestationen von Academic Saviourism greifbar: 1) affektive Belastungen marginalisierter Beteiligter, 2) performative Inklusionspraktiken von Institutionen und 3) epistemische Vorannahmen über Bedürfnisse und Teilhabe marginalisierter Communities. Im Hauptteil analysieren Kleingruppen ihre eigenen Projekte anhand eines strukturierten Canvas entlang vier Achsen: Entscheidungsmacht, Arbeit & Anerkennung, Wissensvalidierung und Nutzen. Abschließend werden im „How Might We"-Format konkrete Handlungsoptionen entwickelt – unter realistischem Blick auf die strukturellen Grenzen dessen, was einzelne Wissenschaftler:innen in exklusiven institutionellen Kontexten verändern können. Als Peer-to-Peer-Format konzipiert, steht nicht Expert:innenwissen im Vordergrund, sondern der gemeinsame Lernprozess: Teilnehmende bringen ihren je eigenen Erfahrungsschatz ein und reflektieren – ausgehend von der eigenen Privilegiertheit als Wissenschaftler:innen – wie Forschungsräume gesellschaftliche Normen reproduzieren oder aktiv hinterfragen können. Teilnehmende verlassen den Workshop mit einer geschärften Selbstwahrnehmung ihrer eigenen Praxis und konkreten ersten Schritten zur Veränderung. |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 4 Ort: Bischkek B (EG) |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 5 Ort: Chisinau A (OG) |
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Gemeinsam das Bauen und Wohnen von morgen gestalten: Spannungsfelder transdisziplinärer Kooperation mit Bewohnenden, Eigentümer*innen und Institutionen Technische Universität Berlin, Zentrum Technik und Gesellschaft, Deutschland Zukünftige Bau- und Wohnkonzepte erfordern einen Balanceakt zwischen vielfältigen Wohnbedürfnissen, Wohnraummangel sowie ökologischen Zielen wie Vermeidung von Neuversieglung. Dabei spielen soziale Innovationen eine zentrale Rolle. Der Workshop adressiert drei Spannungsfelder der Gestaltung von Räumen transdisziplinärer Zusammenarbeit im Bereich innovativen Bauens und Wohnens. Grundlage sind Erfahrungen aus sechs Projekten des Transformationsclusters „Soziale Innovationen für Nachhaltige Städte“ (BMFTR, Praxispartner*innen & Wissenschaft vertreten):
Ablauf: - Begrüßung (5 Minuten) - 3 Inputs zu den Spannungsfeldern (insg. 15 Minuten) - 3 Thementische (35 Minuten), - Übergreifende Diskussion (35 Minuten) An Thementischen werden Erkenntnisse zu Rollen und Handlungslogiken der verschiedenen Akteursgruppen sowie Herausforderungen und Ansatzpunkte der Gestaltung von Räumen der Zusammenarbeit erarbeitet. Diese werden in der übergreifenden Diskussion in ein Mapping der transdisziplinären Kooperation verschiedener Akteursgruppen im Bereich Bauen und Wohnen zusammengeführt. |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 6 Ort: Chisinau B (OG) |
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Governance für wirkungsorientierte Forschung 1: Museum für Naturkunde Berlin – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (MfN); 2: Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE); 3: Georg-August-Universität Göttingen; 4: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF); 5: Helmholtz-Zentrum Hereon; 6: Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL); 7: Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit – Helmholtz-Zentrum Potsdam (RIFS) Aktuelle Diskussionen in der Community (Loorbach/Wittmayer 2025, Nölting et al. 2025, Meyer 2025, Renn 2025, Nagy et al. 2026) verweisen auf Spannungen zwischen der Zielsetzung von Projekten und dem institutionellen Management. Dieses Spannungsverhältnis wird oftmals auf kurze Projektlaufzeiten und systemische Probleme zurückgeführt und verkürzt unter den Stichworten wie „Projektfinanzierung“ oder ”Befristungsvorgaben” diskutiert. Werden diese Spannungen aus der Governance-Perspektive betrachtet, rückt ein Mangel an strategischen Verknüpfungen zwischen Projekt- und institutioneller Ebene in den Fokus. In unserem Workshop möchten wir die institutionelle Governance in den Mittelpunkt stellen, ohne dabei die Rolle der Fördermittelgeber außer Acht zu lassen. Eine effektive Zusammenarbeit ist auf mehreren Ebenen notwendig, um diese Spannungen zu adressieren und die Position von TDPF im Wissenschaftssystem zu stärken. Zu Beginn des Workshops stellen wir die Kernelemente unseres Mehrebenen-Verständnisses zum wirkungsorientierten Forschungsmanagement vor, die wir basierend auf dem Expertenwissen in der GTPF-Arbeitsgruppe „Wirkung“ erarbeitet haben (s. unsere Handreichung "Wirkungsorientiertes Forschungsmanagement: Ein Ebenenmodell Erklärung und Reflexionsfragen"). Im Austausch mit der Community möchten wir in diesem Workshop einen Beitrag zum nuancierten Verständnis der Interessenkonflikte und Spannungen unter den unterschiedlichen Governance-Ebenen leisten. Wir freuen uns auf die Teilnahme von Personen mit Erfahrungen in der Projektarbeit, in der institutionellen Steuerung sowie in der Fördermittelvergabe. Die Diskussion wird auf konkreten Fällen basieren; eigene Erfahrungen können anonymisiert eingebracht werden. Durch das Einordnen der Erfahrungen nach der Start- (Was könnte man neu ausprobieren?) Stop- (Was bremst uns aus?) Keep- (Was sollte man beibehalten?) Methode soll während der Diskussion in Kleingruppen ein gemeinsames Assessment erfolgen. Aus den Ergebnissen sollen Vorschläge zur Verbesserung der Governance insbesondere an der Schnittstelle Projekt- und Institutionsebene generiert werden, die anschließend im Plenum hinsichtlich Chancen und Risiken gemeinsam diskutiert werden. Die Teilnehmenden werden dazu eingeladen, die Ergebnisse in Form von Policy-Empfehlungen in der AG Wirkung der GTPF im Themenbereich “Wirkungsorientiertes Management” weiterzuentwickeln. |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 7 Ort: Vilnius A (OG) |
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Wer gehört zum Kern? Rollen, Macht und Augenhöhe in transdisziplinärer Zusammenarbeit im ländlichen Raum 1: Fachhochschule Potsdam, Deutschland; 2: Verein Gemeinschafts- und BildungsRaum Elbgarten Wittenberge e.V; 3: Netzwerk Klima und Nachhaltigkeit Prignitz Transdisziplinäre Forschung verspricht Zusammenarbeit auf Augenhöhe – doch wer definiert, wer zum „Kern" eines Projekts gehört? Ist Wissenschaft Begleiterin, Teilnehmende oder Mitforschende? Wie versteht sich Zivilgesellschaft: als Vermittlerin, als Zielgruppe oder als gleichberechtigte Wissensproduzierende? Das kollaborative Projekt KLUB (InNoWest, FH Potsdam)[1] widmet sich seit 2023 der Stärkung von ehrenamtlichem und hauptamtlichem Engagement für Klima und Nachhaltigkeit in der Prignitz – einer ländlichen Region, die besonders von strukturellen und politischen Umbrüchen sowie demografischem Wandel betroffen ist. Daraus entstand ein Netzwerk, das vom Projektteam begleitet wird. Im Projektverlauf kamen Fragen auf, die über das konkrete Projekt hinausweisen: Wie können Rollen und Projektaufgaben transparent und kontinuierlich ausgehandelt werden – auch wenn sich Bedarfe im Laufe der Zeit verändern? Wie kann innerhalb von Förderlogiken sichergestellt werden, dass Wünsche der Praxispartner*innen frühzeitig sichtbar werden? Wie geht Wissenschaft damit um, dass sie selbst Teil des Feldes ist, das sie erforscht? Wie kann der Weg zu einer Verstetigung nach Projektende geebnet werden? Im Workshop beleuchten wir diese Fragen anhand konkreter Erfahrungen aus dem Projekt. Im Rollenspiel schlüpfen Teilnehmende in verschiedene Akteursrollen und verhandeln gemeinsam Entscheidungssituationen, in denen Rollenverständnisse, Machtfragen und Projektauftrag sichtbar werden – so wie sie idealerweise schon vor Antragsstellung ausgehandelt werden könnten. Ziel ist ein offener, produktiver Austausch über das, was in solchen Kooperationen oft unausgesprochen bleibt. Eine moderierte Reflexionsrunde schließt den Workshop ab. Dieser Workshop-Vorschlag ist partizipativ entstanden: Er wurde mit Praxispartnerinnen aus der Prignitz entwickelt, die sich als Interviewpartnerinnen am Transferprojekt beteiligt haben. Gesa Geiger, Stadtverordnete und Mitgründerin des Vereins Gemeinschafts- und BildungsRaum Elbgarten Wittenberge e.V wird den Workshop mit dem Projektteam der FH Potsdam durchführen. Unsere Fragen sind gemeinsam gewachsen – aus Kooperationserfahrung und dem Wunsch, ehrlich über das zu sprechen, was gelingt und was nicht. [1] Zum Verbundprojekt siehe: https://innowest-brandenburg.de/. |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 8 Ort: Vilnius B (OG) |
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Phase 0 sichtbar machen: Ein Feldkonstitutions-Canvas für partizipative und transdisziplinäre Forschung Universität Kassel, Deutschland Wie entstehen tragfähige Forschungsräume zwischen Wissenschaft und Praxis – und warum entwickeln manche Konstellationen ein besonderes transformatives Potenzial? Der Workshop richtet den Blick auf die oft wenig beachtete Phase 0 partizipativer und transdisziplinärer Forschung: jene Phase, in der erste Kontakte entstehen, Erwartungen ausgehandelt werden und sich schrittweise zeigt, wie und in welcher Qualität sich eine Zusammenarbeit entfaltet. Diese frühen Prozesse verlaufen häufig implizit, sind von Unsicherheiten geprägt und entziehen sich gängigen methodischen Zugriffen. Im Zentrum des Workshops steht ein Feldkonstitutions-Canvas, das aus einem empirischen Suchprozess im Rahmen eines transformativen Forschungsprojekts entwickelt wurde. Der Canvas versteht Phase 0 als Prozess relationaler Feldkonstitution und dient als reflexives Werkzeug, um eigene Erfahrungen sichtbar zu machen und gemeinsam zu bearbeiten. Er strukturiert zentrale Dimensionen dieser Prozesse – etwa relationale Dynamiken, normative Spannungen oder Formen der Positionierung – und eröffnet damit neue Zugänge zur Reflexion früher Forschungsprozesse. Zugleich kann der Canvas sowohl zur Begleitung laufender Phase-0-Prozesse als auch zur rückblickenden Analysegenutzt werden und trägt dazu bei, Phase 0 als eigenständigen Erfahrungs- und Reflexionsraum stärker in den Fokus zu rücken. Der Workshop ist als interaktiver Erfahrungsraum gestaltet. Teilnehmende bringen eigene Beispiele aus der Anbahnung von Kooperationen, Projekten oder Forschungsräumen ein und arbeiten damit entlang des Canvas. In Einzel- und Kleingruppenarbeit sowie in gemeinsamen Reflexionsphasen werden zentrale Dynamiken, Spannungen und Entscheidungsmomente sichtbar gemacht und diskutiert. Im Fokus stehen Fragen wie:
Der Workshop versteht sich als Einladung, Phase-0-Prozesse gemeinsam zu erkunden und den Canvas als offenes Instrument weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Erfahrungswissen aus unterschiedlichen Kontexten zusammenzuführen und neue Perspektiven auf die Gestaltung partizipativer und transdisziplinärer Forschungsprozesse zu eröffnen – mit der Perspektive einer gemeinsamen Weiterarbeit und möglichen kollaborativen Publikation. |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 9 Ort: Tallinn (OG) |
| 15:00 - 16:30 | Workshop 10 Ort: Riga (OG) |
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FutureWALK: Eine Geschichte von Morgen 1: Karlsruher Institut für Technologiie (KIT), Deutschland; 2: Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) Die kooperierende Weltgesellschaft auf dem Planeten Erde hat die Kurve gekriegt - die Erderwärmung ist auf 1.65°C begrenzt! Die Umsetzung der Agenda2030 hat funktioniert, Armut, Hunger, soziale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten sind Vergangenheit. Biodiversität regeneriert sich in mannigfaltigen urbanen Ökosystemen und neue Arten erkunden lebenswerte Städte, saubere Luft, frisches Wasser und nahrhafte Böden. Kinder spielen Gegenwart auf den Straßen, geographische Grenzen weichen Kulturkreisen, divers ist bunt und konsumiert werden Nachbarschaft und Solidarität. Der anthropogene Einfluss sowie der ökologische Fußabdruck des Menschen ist enkelgerecht und der „Earth Overshot Day“ wird weltweit friedlich, am 31. Dezember gefeiert. Das Erlernen von Future Skills, Visionsfähigkeit und Transformationskompetenz hat Zukunft geschafft und eine neue Generation von Menschen befähigt, sich einzusetzen für die Gestaltung einer nachhaltigen Mit-, Um- und Nachwelt. Möchtest Du mehr über diese Welt wissen? Ein Teil davon werden, kreativ sein und Zukunft selbst mitgestalten? In diesem Workshop werden wir zum einen in die Methode des FutureWALK, der u.a. schon im Reallabor "Quartier Zukunft" des Karlsruher Transformationszentrums, einführen und diesen durchführen. Anschließend daran werden wir in einen Reflexionsprozess einsteigen, inwieweit die Methode des Visionierens für die Teilnehmenden anwendbar und gewinnbringend ist. Zum anderen werden wir gemeinsam verschiedene Anwendungsmöglichkeiten des FutureWALK in unterschiedlichen Kontexten – wie z. B. Stadtplanung, Organisationsentwicklung oder Bildungsarbeit – erkunden und diskutieren, um das Potenzial der Methode für die eigene Praxis zu erschließen. |
| 16:30 - 17:00 | Kaffeepause Ort: Almaty (EG) Ebenfalls in den Räumen Foyer Kiew (OG) und Minsk (OG) |
| 17:00 - 18:30 | Vorträge: Kreative und digitale Formate als neue Wege der Wissensproduktion und gesellschaftlicher Transformation Ort: Asgabat A (EG) Wie eröffnen experimentelle, künstlerisch-kreative oder digitale Formate und Tools neue Kommunikationsformen und Wege der Wissensproduktion und welche Beiträge leisten sie für die gesellschaftliche Transformation? |
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UNESCO-Zukünftelabore als Experimentierräume TH Ingolstadt, Deutschland UNESCO-Zukünftelabore bieten einen innovativen Zugang zur Gestaltung partizipativer und transdisziplinärer Forschung, indem sie als temporäre Experimentierräume kollektiver Wissensproduktion fungieren. Aufbauend auf dem Konzept der Futures Literacy ermöglichen sie es heterogenen Akteur:innen, implizite Zukunftsannahmen sichtbar zu machen, alternative Zukünfte zu entwerfen und daraus neue Handlungsoptionen abzuleiten. Der Beitrag zeigt, wie solche Zukünftelabore als „ko-laborative“ Forschungsräume im Sinne partizipativer Wissenschaft gestaltet werden können. Im Fokus steht die Frage, wie durch strukturierte, ergebnisoffene Prozesse unterschiedliche Wissensformen produktiv zusammengeführt und Spannungen gezielt genutzt werden können. Anhand praktischer Erfahrungen wird diskutiert, welche Potenziale und Grenzen dieses Formats für die Transformation partizipativer Forschung bestehen – insbesondere im Hinblick auf Inklusion, Reflexivität und die Gestaltung kollektiver Experimente. Zukünfte verhandeln: Design Futuring zwischen Bürgerbeteiligung und Policy-Dialog Hochschule München, Deutschland Wie lassen sich Bürgerstimmen, die in akademischen und politischen Diskursen selten Gehör finden, in politisch anschlussfähige Anliegen übersetzen? Der Beitrag stellt den Prozess From Matter of Fact to Matter of Concern (MoF2MoC) des Designkulturen Instituts für Angewandte Designforschung (dci) der Hochschule München vor, der aufsuchende Bürgerbeteiligung mit strukturierten Policy-Dialogen verbindet und damit zwei normalerweise getrennte Formen der Einbindung zusammenführt: aufsuchende Gespräche im Alltag von Bürger:innen und strukturierte Dialoge mit Entscheidungsträger:innen. Im zweiten Schritt werden diese Ergebnisse in einen Future-Policy-Workshop überführt, in dem lokale Entscheidungsträger:innen gemeinsam Zukünfte verhandeln. Design-Futuring-Methoden fungieren dabei als Übersetzungsinstrument: Sie transformieren individuelle Perspektiven und fragmentierte „Matters of Fact“ in kollektiv verhandelbare „Matters of Concern“ (Latour, 2004). Der Beitrag versteht den Ansatz als research through design (Frayling, 1993) und zeigt, wie Design Futuring neue Kommunikationsräume eröffnet und zu anschlussfähigen partizipativen Forschungsprozessen beiträgt. Die zweistufige Anlage macht nachvollziehbar, wie Perspektiven aus aufsuchender Beteiligung in strukturierte Aushandlungsprozesse mit Entscheidungsträger:innen überführt werden können. Dabei wird reflektiert: Was gelingt, wo liegen Grenzen partizipativer Zukunftsgestaltung – wie können Design-Futuring-Methoden die Brücke zwischen Bürgerinteressen und Policy-Prozessen stärken? Und welche Rolle spielen sie bei der Übersetzung vielfältiger Zukunftsbilder in gemeinsam tragfähige Zielvorstellungen? Sprachliche Kreativität als epistemisches Potenzial: Wie gesellschaftliche Sprachexpertise für linguistische Forschung nutzbar gemacht werden kann Universität Bielefeld, Deutschland Sprachliche Kreativität ist ein flüchtiges Phänomen unserer Alltagskommunikation. Wenn wir mit bestehenden Sprachwerkzeugen nicht weiterkommen oder unkonventionelle Sprache unsere Kommunikation vereinfacht, werden wir oft sprachlich kreativ. In der linguistischen Grundlagenforschung werden derartige Phänomene in der Regel unter kontrollierten Bedingungen untersucht, wodurch die spontane Kreativität jedoch schnell verloren geht. Im Projekt Ö des SFB 1646 „Sprachliche Kreativität in der Kommunikation“ soll mittels Partizipation das Spannungsverhältnis zwischen der Kurzlebigkeit sprachlicher Kreativität und ihrer experimentellen Erfassung reduziert und gleichzeitig gesellschaftliche Sprachexpertise stärker in die Forschung integriert werden. Dieser Beitrag präsentiert das Vorhaben und gibt Einblicke in die Erforschung der Wirksamkeit der Formate, die mit und bei lokalen Partnerinstitutionen (u.a. Bielefelder Volkshochschule) durchgeführt wurden und die alltagsnahe sowie anwendungsorientierte Themen aufgriffen (z.B. Chatbots, Sprachwandel, sprachliche Beeinträchtigungen). In den Formaten wurden linguistische Experimente in Spiele übersetzt und empirische Daten gemeinsam diskutiert. So wurden beispielsweise kreative Ausweichstrategien von Politiker*innen in Interviews durch die Teilnehmenden co-analysiert. Eine digitale Citizen-Science-Plattform bietet zudem die Möglichkeit der asynchronen digitalen Partizipation an der Forschung. Erste Ergebnisse des fortlaufenden multimethodischen Evaluationsdesigns (Teilnehmenden-Fragebögen, Beobachtungsprotokolle und Reflexionsinterviews) zeigen das epistemische Potenzial und die praktischen Limitationen des partizipativen Ansatzes: Unter anderem machen die interaktiven Elemente alltagsnahe Spracherfahrungen für die Forschung zugänglich. Die experimentellen Nachbildungen und Datenbeispiele ermöglichen gemeinsame Diskussionen des Phänomens und eröffnen neue Perspektiven auf kreative Sprachverwendung und ihre Kontexte. Grenzen zeigen sich in der ressourcenintensiven Gestaltung und Evaluation der Formate sowie darin, dass sprachwissenschaftliche Methoden und Forschungsfragen im öffentlichen Diskurs wenig präsent sind und sich nicht alle linguistischen Fragen für Partizipation eignen. Museumsräume ko-kreativ erschließen: Raumwahrnehmung und inklusive Wissensproduktion bei der Entwicklung der CompanionApp 1: Deutsches Schifffahrtsmuseum - Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Deutschland; 2: Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Ein transdisziplinäres Team aus Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen (IB), Wissenschaftler:innen der Fachbereiche Soziale Arbeit und Informatik sowie Museumsexpert:innen entwickelte in den Ausstellungsräumen des Deutschen Schifffahrtsmuseums eine Navigationsapp (CompanionApp). Als assistive Technologie, die bei der räumlichen Orientierung unterstützt, fördert sie kulturelle Teilhabe. Zugleich verbindet die CompanionApp Raumwahrnehmung mit leicht verständlichen Informationen zu den im Museum inszenierten Inhalten und eröffnet so neue inklusive Wissenszugänge. Menschen mit IB sind häufig von Orientierungsstörungen betroffen und profitieren daher besonders von derartigen Unterstützungsangeboten. Eine zentrale methodische Komponente im Entwicklungsprozess war die Interaktion mit den physischen Museumsräumen. Das Museum fungierte als Inspirations- und Erfahrungsraum, etwa in theaterpädagogischen Improvisationen oder in der explorativen Auseinandersetzung mit den Exponaten. Die Erschließung des Museumsraums durch die Menschen mit IB förderte Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit. Der langfristige Entwicklungsprozess ermöglichte wechselseitiges Lernen und Verstehen. Dabei wurden neben Inhalten auch Methoden gemeinsam erprobt und weiterentwickelt. Storytelling erlaubte eine besonders gleichberechtigte Form der Wissensproduktion, bei der Narrative im Zusammenspiel von Fachwissen und der Alltagserfahrung von Menschen mit IB entstanden. Die so entwickelten Texte wurden als Tour durch den Museumshafen in die CompanionApp integriert. Auf diese Weise entstand ein inklusives Vermittlungsangebot, das es ermöglicht, sich entlang einer Exponat-zu-Exponat-Navigation durch den Raum zu bewegen und Inhalte zu den Ausstellungsstücken wahlweise zu lesen oder auditiv abzurufen. Der Vortrag stellt den Co-Creation-Prozess im Museumsraum, die methodischen Ansätze sowie die CompanionApp als Beispiel partizipativer Technikentwicklung vor. |
| 17:00 - 18:30 | Vorträge: Gestaltung experimenteller Räume – Methoden, Herausforderungen und epistemische Innovationen Ort: Asgabat B (EG) Wie werden experimentelle Räume in der Praxis gestaltet und welche methodischen und epistemischen Herausforderungen ergeben sich dabei? |
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Doing Transdisciplinarity – was macht Transdisziplinarität? Eine empirische Betrachtung aus dem Klimalabor 1: Technische Universität Braunschweig, Deutschland; 2: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Die Vielzahl aktueller transdisziplinärer Projekte zeigt, welche Bedeutung einer transdisziplinären Rahmung in Forschung, Praxis und Politik beigemessen wird. Dabei wird Transdisziplinarität unter anderem als Konzept, Prozess, Medium oder Methode beschrieben. Doch was geschieht, wenn wir transdisziplinär arbeiten, was macht Transdisziplinarität? Der Beitrag nimmt die Performativität von Transdisziplinarität in den Blick. Aus der Perspektive des Klima.Zukunftslabor OpenCultures beschreibt er, was bei einer transdisziplinären Rahmung im Projekt geschieht, wie eine solche in das Projekt ordnend eingreift und welche Bedingungen dabei entstehen. Welche Widerstände, Spannungsfelder und Probleme produziert Transdisziplinarität? Welche Art von Arbeit und welche Sichtbarkeiten erzeugt sie? Wie greift sie in die Rollen der akademischen und nicht-akademischen Forschenden ein? Das Klima.Zukunftslabor OpenCultures untersucht die komplexe Beziehung zwischen Klimawissen und der Praxis der Stadtgestaltung – auf dieser Basis entwickelt es Gestaltungsprinzipien für eine nachhaltige Stadtgestaltung. Mit der empirischen Beschreibung der Performativität von Transdisziplinarität aus dem Projekt heraus möchte der Beitrag zu einer reflexiven und machtkritischen Diskussion über Transdisziplinarität beitragen. „Scheitern“ in der transdisziplinären Forschung. Ein Dialog 1: KIT, Deutschland; 2: ZALF; 3: FH Potsdam In Form eines sokratischen Dialogs hinterfragt der Beitrag gängige Vorstellungen von „Erfolg“ von Forschung, insbesondere die Orientierung an vordefinierten Zielen, und beleuchtet kritisch Wissensproduktion, Wirkungserwartungen sowie epistemische Offenheit. Der Beitrag bezieht sich auf die Rolle von Scheitern und Lernen in der transdisziplinären (TD) Nachhaltigkeitsforschung, die durch enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis gesellschaftliche Wirkung anstrebt. TD-Projekte sind häufig mit Unsicherheit und Störungen konfrontiert, doch Scheitern und daraus resultierendes Lernen bleiben bislang unterbeleuchtet und es fehlen geeignete Reflexionsräume. Die dialogische Struktur dekonstruiert lineare Erfolgskonzepte und betont die Kontingenz partizipativer Prozesse. Angelehnt an Stengers wird TD-Forschung als eine Praxis verstanden, die Sensibilität gegenüber dem Unerwarteten und kritische Selbstreflexion erfordert. Scheitern erscheint dabei nicht als Defizit, sondern als produktiver Bestandteil von Lernprozessen. Grundlage bilden Diskussionen eines Workshops auf der PartWiss-Konferenz 2025, die zugleich methodisch reflektiert werden. Zeit, Vertrauen, Care: Eine Ethnographie unsichtbarer Ressourcen im Real-Labor Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland Partizipative und transdisziplinäre Forschung wird meist im Hinblick auf ihre Innovationspotenziale, ihre gesellschaftliche Relevanz sowie ihre institutionellen und materiellen Ressourcen diskutiert. Deutlich seltener geraten jedoch die Ressourcen in den Blick, die für das Gelingen entsprechender Projekte zentral sind, ohne systematisch erfasst, benannt oder anerkannt zu werden. Der Beitrag untersucht am Beispiel des Projekts OpenCultures. Design Principles for Transformative Spaces (TU Braunschweig, JKI, UOL), welche „unsichtbaren Ressourcen“ die Wissensproduktion in einem Real-Labor nachhaltiger Stadtentwicklung tatsächlich tragen. Auf Grundlage ethnographischer Forschung werden die alltäglichen Praktiken, Interaktionen und Aushandlungsprozesse innerhalb des Projekts rekonstruiert. Dabei wird gezeigt, dass insbesondere zeitliche Flexibilität, affektive und relationale Arbeit, kontinuierliche Übersetzungsleistungen sowie informelle Praktiken der Koordination und Konfliktbearbeitung konstitutiv für partizipative Forschungsprozesse sind. Diese Formen von Arbeit und Ressourcen entziehen sich bisher weitgehend etablierten Logiken wissenschaftlicher Evaluation und Förderstrukturen. Der Vortrag argumentiert, dass eine stärkere Sichtbarmachung und Anerkennung dieser Ressourcen notwendig sind, um die Nachhaltigkeit und Qualität transdisziplinärer Forschung zu sichern. Der Beitrag schließt mit einer Reflexion darüber, wie sich diese Spannungen im Projekt OpenCultures konkret zeigen und bearbeiten lassen – und welche Fragen sich daraus für die Gestaltung und Unterstützung vergleichbarer transdisziplinärer Forschungssettings ergeben. Hürden der Konstitutionsphase in Reallaboren 1: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., Deutschland; 2: Georg-August-Universität Göttingen, Deutschland Reallabore analysieren Problemlagen, experimentieren mit nachhaltigkeitsorientierten Lösungsansätzen und untersuchen, warum und wie sie transformativ wirken. (Nagy und Schäfer, 2025). Das Forschungssetting verbindet Transformationsforschung mit einem transdisziplinären Co-Design-Prozess (Busse et al., 2021, 2023), um gemeinsam mit Praxisakteuren transformative Prozesse zu initiieren (Parodi et al., 2016; Schäpke et al., 2018). Die Konstitutionsphase solcher Projekte bildet ein kritisches Zeitfenster zur Aushandlung einer Strategie, die die Erreichung sowohl wissenschaftlicher als auch gesellschaftlicher Ziele ermöglicht. Unter den strukturellen Rahmenbedingungen des Wissenschaftssystems zeigen sich in dieser Phase Spannungsfelder zwischen motivierter transformativer Forschung und Realisierung wissenschaftlicher Qualifikationen, zwischen inter- und transdisziplinärer Wissensintegration und individuellen Forschungsinteressen sowie zwischen Initiierung und Ko-Reflexion sowie Beforschung von Transformationsmaßnahmen. Dieser Vortrag gibt Einblicke in die konkreten Herausforderungen der Konstitutionsphase am Beispiel von agri:labX4 – Integrierte Agrarlandschaftsforschung und zeigt Lösungsansätze auf, wie epistemische und methodische Hürden bei der Gestaltung und Erforschung experimenteller Räume adressiert werden können. |
| 17:00 - 18:30 | Vorträge: Barrierearme und inklusive Infrastrukturen – Teilhabe für alle Ort: Bischkek A (EG) Welche barriere- und diskriminierungsarmen Infrastrukturen benötigen lokale Gemeinschaften urbaner und ländlicher Räume – und wie können partizipative und transdisziplinäre Forschungsansätze dazu beitragen, diese sozialen Räume gemeinsam zu gestalten? |
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Einfluss von Citizen Science auf das Interesse, Kompetenzen, Selbstwirksamkeit sowie die Motivation von Schüler*innen hinsichtlich Wissenschaft und Naturschutz Hochschule Anhalt, Deutschland Im Rahmen des Citizen-Science-Projekttags „Schulstunde der Gartenvögel“ werden Interesse, Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und Motivation von Schülerinnen im Bereich Wissenschaft und Naturschutz untersucht. Die Schülerinnen lernen am Projekttag die Vogelarten und Monitoringmethode kennen und dokumentieren anschließend ihre Beobachtungen. Auf der Konferenz stelle ich das Studiendesign und die Fragebögen der Schüler*innen vor. Im Fokus dieser quantitativen Analysen stehen mögliche Zuwächse bei Interesse, wissenschaftsbezogenen Kompetenzen und Selbstwirksamkeit. Zudem wird untersucht, ob der Projekttag die Motivation der Schüler*innen stärkt, sich für den Naturschutz einzusetzen. Zusätzlich werden Erkenntnisse der Lehrkräfte vorgestellt, inwiefern sich Citizen Science zur Umweltbildung eignet. So werden Chancen und Herausforderungen von Citizen Science in politisch und ökologisch skeptischen ländlichen Regionen diskutiert, die sich im sozialen und landschaftlichen Wandel befinden. Die Studie zeigt, wie naturbasierte Citizen-Science-Angebote Jugendliche in Regionen mit wenig Bezug zu Naturschutz- und Demokratiediskursen erreichen können und macht zugleich Potenziale sowie Grenzen von Citizen Science als Instrument der Umweltbildung sichtbar. KOMMIT-Kids: Partizipative Forschung zur mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen 1: Freie Universität Berlin, Deutschland; 2: Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit, Standort Berlin-Potsdam, Deutschland Hohe Prävalenzen psychischer Störungen (McGorry et al., 2024) und lange Wartezeiten auf Psychotherapie (Rodney-Wolf et al., 2025) unterstreichen die Bedeutung bedarfsorientierter Forschung zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiJu). Die aktive Partizipation von KiJu an klinischer Forschung kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Bislang beteiligen jedoch nur wenige Forschungsprojekte im Bereich der psychischen Gesundheit KiJu systematisch (Totzeck et al., 2024). Das Projekt KOMMIT-Kids greift diesen Bedarf auf und zielt darauf ab, KiJu im Alter von 6 bis 17 Jahren als Expert:innen ihrer eigenen Lebenswelt in die Entwicklung von Forschungsfragen einzubeziehen. KOMMIT-Kids ist ein Projekt des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG), das Perspektiven von Erfahrungsexpert:innen im Sinne trialogischer Zusammenarbeit integriert, um Forschungsprozesse zu verbessern (Lipinski et al., 2024). Ziel ist es, zentrale Themen zu identifizieren, die für die psychische Gesundheit von KiJu in Schule, Familie und Freizeit besonders relevant sind. Der Beitrag zeigt auf Grundlage der Literatur unterschiedliche Ansätze der Jugendbeteiligung in Prozessen des wissenschaftlichen Agenda-Settings auf (Kryst et al., 2024). Die Themensammlung im Rahmen von KOMMIT-Kidserfolgt multimethodisch über Workshops, digitale Beteiligungsformate sowie analoge Zugänge wie Postkartenaktionen. Dabei werden kontinuierlich Ko-Forschende unterschiedlichen Alters aktiv in die Gestaltung, Durchführung und Reflexion der Themensammlung eingebunden. Der Beitrag gibt Einblicke in die Konzeption und Umsetzung der Themensammlung und reflektiert zentrale Herausforderungen, insbesondere im Umgang mit Machtasymmetrien, begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen sowie in der Gestaltung inklusiver Beteiligungsformate in verschiedensten Räumen. Ziel ist es, handlungsorientierte Impulse für partizipative Ansätze mit KiJu zu geben, um diese nachhaltig in Forschung zu integrieren. Zusammen füllen wir die Karte! Schülerforscher:innen entdecken und erheben das heutige Brandenburgische Universität Potsdam, Deutschland Brandenburgisch – wat is’n dit? Und spricht das überhaupt noch irgendwer? Im Rahmen des Wissenschaftskommunikationsprojekts „Variabilität im heutigen Brandenburgischen“ des SFB 1287 (Grenzen der Variabilität in der Sprache, Universität Potsdam) ist es unser Ziel, diese Frage gemeinsam mit Schüler:innen der 9. und 10. Klasse aus allen Landkreisen Brandenburgs zu beantworten. Dazu werden die Schüler:innen für das Brandenburgische sensibilisiert und dazu befähigt, eigenständig digital mündliche Sprachdaten in ihrem Familien- und Freundeskreis zu erheben. Die Ergebnisse werden durch eine interaktive Karte mit geolokalisierten linguistischen Daten öffentlich zugänglich gemacht. Das WIKO-Projekt hat neben dieser Citizen Science- auch eine Outreach-Komponente. Während die Citizen Science-Komponente darauf abzielt, Schüler:innen in die wissenschaftliche Erhebung dialektaler Variabilität einzubeziehen, geht es bei der Outreach-Komponente darum, einer breiten Öffentlichkeit Wissen über die sprachliche Variabilität in Brandenburg zu vermitteln. Neben Aktivitäten wie Bürgerdialogformaten und Podcasts soll die Entwicklung eines Theaterstücks auf unterhaltsame Weise das Bewusstsein für die Geschichte und Variabilität des Brandenburgischen schärfen. Herausfordernd ist dabei das Vorgehen im Flächenland Brandenburg, dessen Weitläufigkeit spezielle Anforderungen an die Ressourcen sowohl bezüglich der technischen Umsetzung als auch der gleichberechtigten Teilhabe aller Projektbeteiligten am Forschungsprozess mit sich bringt. Wie schaffen wir es, Menschen im ländlichen Raum auf gleiche Weise in die partizipative Forschung miteinzubeziehen wie Teilnehmende mit einfacherem Zugang zu urbanen Ressourcen? Der Vortrag wird die Ideen und Ansätze des sich in der Anfangsphase befindlichen Projekts darstellen und dazu besonders die Datenerhebungsmethode, die genutzte Software und die Zusammenarbeit mit den Schulen vorstellen. |
| 17:00 - 18:30 | Vorträge: Konflikte, Skalierbarkeit & Daseinsvorsorge – von lokalen Lösungen zur kommunalen Transformation Ort: Chisinau A (OG) Wie verhandeln Forschungsprojekte Flächen- und Ressourcenkonflikte zwischen ökologischen Visionen und ökonomischen Herausforderungen? Wie tragen Forschungsprojekte zur Sicherung der Daseinsvorsorge bei? Welche Rolle spielen kommunale Verwaltungen? Welche Grenzen und Potenziale haben lokale Lösungen im Hinblick auf Skalierbarkeit und Transfer? |
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Theorie trifft Praxis trifft Realität. Transdisziplinäre Ansätze in der Digitalisierungsforschung 1: Weizenbaum-Institut, Deutschland; 2: Center for Advanced Internet Studies Die Digitalisierungsforschung ist ein dynamisches und junges Feld, das zentrale gesellschaftliche Transformationsprozesse im Kontext digitaler Technologien untersucht. Ihre Untersuchungsgegenstände (z.B. Wirkmechanismen algorithmischer Systeme, digitale Kompetenzen, Regulation von Plattformen) sind komplex und betreffen nahezu alle Lebensbereiche. Um dieser Komplexität und dem Impact gerecht zu werden, reichen disziplinäre akademische Perspektiven und deren produktive Verzahnung allein nicht aus. Eine Forschung mit anstelle über die Gesellschaft liegt daher nahe. Doch bisher ist eine systematische Betrachtung, begriffliche Schärfung und ein gemeinsames Verständnis des Potentials transdisziplinärer Forschungsmodi in der Digitalisierungsforschung noch ein Desiderat. Welchen Beitrag können transdisziplinäre Forschungsansätze in der Erforschung der Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft und eine gemeinwohlorientierte Gestaltung der digitalen Transformation leisten? Im Rahmen einer Mixed-Method-Studie wurden - bis zum Zeitpunkt der Einreichung - 13 Interviews mit Expert:innen der transdisziplinären Digitalisierungsforschung diverser Disziplinen geführt, um subjektive Deutungen, Erfahrungen und Praxisperspektiven auf Chancen und Herausforderungen sowie Spezifika von transdisziplinärer Digitalisierungsforschung zu identifizieren. Ergänzend dazu wurden 23 Kurzfragebögen und Mindmaps von Expert:innen transdisziplinärer und partizipativer Forschung im Rahmen der PartWiss25 erhoben, um relationale Ordnungen, Schwerpunktsetzungen und implizite Strukturannahmen zu identifizieren. Die Ergebnisse der Studie sollen vorgestellt werden und Spezifika, Herausforderungen und konkrete Gestaltungshinweise diskutiert werden. Wir möchten mit der Verknüpfung der Binnen- und Metaperspektive zur transdisziplinären Digitalisierungsforschung einen Beitrag zu Theoriebildung und realen Umsetzung leisten, die über die Digitalisierungsforschung hinaus relevant ist. Vergleich der politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen von Bürgerwissenschaftsprojekten 1: Helmholtz Center for Environmental Research, Deutschland; 2: German Centre for Integrative Biodiversity Research - iDiv; 3: Martin-Luther-University Halle-Wittenberg; 4: Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV); 5: Friedrich-Schiller-University Jena Bürgerwissenschaftliche Projekte werden häufig für ihre Fähigkeit gelobt, Handlungskompetenz zu fördern, kollektives Umweltengagement zu unterstützen sowie Wissen und Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken. Die Messung dieser Auswirkungen bleibt jedoch eine Herausforderung und wurde bislang nur selten ganzheitlich durchgeführt. Unsere Studie zielt darauf ab, die Auswirkungen von vier Bürgerwissenschaftsprojekten zu bewerten, indem fünf zentrale Wirkungsdimensionen berücksichtigt werden: politische, ökonomische, wissenschaftliche, ökologische und soziale. Diese Wirkungsanalyse konzentriert sich auf Projekte zur Biodiversitätsüberwachung in unterschiedlichen Taxa und Ökosystemen, darunter auch das vom NMZB nominierte FLOW Lighthouse Project 2026. Eine vergleichende Analyse dieser Projekte liefert interessante Einblicke, da sie sich in ihren Abläufen und Anforderungen unterscheiden, etwa hinsichtlich der Häufigkeit der Datenerhebung, des Grads der Interaktion zwischen den Teilnehmenden, des Vorbereitungsaufwands sowie der gebotenen Lernmöglichkeiten. Die Daten wurden mittels Online-Umfragen unter Bürgerwissenschaftler*innen erhoben und durch semi-quantitative Interviews mit Projektleitenden ergänzt. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des Projektdesigns für die Ausgestaltung der Auswirkungen in allen fünf Dimensionen. Transdisziplinäres Lernen für nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme: Beteiligung in der Lehre gestalten Universität Kassel, Österreich Universitäre Lehre benötigt ergebnisoffene Wissensräume, in denen Transformationsprozesse erprobt und reflektiert werden (West 2018). Im Zentrum steht das Erleben, wie Nachhaltigkeitstransformationen transdisziplinär und partizipativ alltagsnah gestaltet werden können (Schneidewind 2015). Unser Beitrag untersucht, wie transdisziplinäre Lehrformate solche Räume schaffen: Sie machen Wissen der Nachhaltigkeitsforschung zugänglich, fördern Kompetenzen bei Studierenden und lokalen Akteur*innen und entwickeln kontextspezifische Lösungen im Sinne eines Nachhaltigkeitstransfers (Lang et al. 2012, Nölting 2021). Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Beteiligungskonzepten als zentralem Handlungswissen für Skalierungs- und Transferprozesse (Newig et al. 2024). Am Beispiel des Moduls ‚Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme gestalten‘ (Universität Kassel) zeigen wir, wie Beteiligung im Format des Service Learning konzeptualisiert und umgesetzt wird und als boundary object wirkt (Altenschmidt et al. 2023, Badur 2020). Das Projekt ‚Gemeinschaftsküche Witzenhausen‘ verdeutlicht die Herausforderung von Kommunen, Kitas und Schulen sowohl zentrale Akteure der Gemeinschaftsverpflegung als auch Schlüsselakteure nachhaltiger Ernährungssysteme trotz begrenzter Ressourcen unterschiedlicher Art zu sein. . Forschen im und mit dem Revier Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland Forschung, die den „Elfenbeinturm“ verlässt und sich gemeinsam mit gesellschaftlichen Akteur:innen konkreten Problemstellungen widmet, wird zunehmend politisch gefordert und gesellschaftlich erwartet – jedoch meist ohne die notwendigen Räume, Ressourcen und institutionellen Strukturen an Forschungseinrichtungen zu verankern. Wir nehmen diese Leerstelle zum Ausgangspunkt und stellen das Just Transition Center (JTC) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als institutionelles Experiment im Strukturwandel des mitteldeutschen Reviers vor. Im Kontext des Kohleausstiegs erprobt das JTC neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – mit dem Anspruch, Forschung aus, für und mit der Region zu gestalten. Im Zentrum steht eine temporäre Transferinfrastruktur, die transdisziplinäre Prozesse initiiert, begleitet und verstetigt. Unterschiedliche Rollen greifen dabei ineinander: Revierscouts sind regional verankert, tragen die Projektidee in die Region, um Interesse zu wecken und Kooperationen aufzubauen und identifizieren Bedarfe vor Ort in den Revieren; Dialog- und Impact-Management sowie Transfer- und Gründungscoaching unterstützen die Entwicklung kooperativer Projekte und deren langfristige Wirkungsperspektiven; die Transferqualifizierung schafft einen Raum, in dem Promovierende ihre Rolle als Forschende im Strukturwandel reflektieren und aktiv gestalten können. Anhand von Praxisbeispielen wird gezeigt, wie diese Rollen zusammenwirken, um Forschung systematisch mit regionalen Herausforderungen zu verknüpfen. Zugleich stellt der Beitrag zentrale Fragen zur Diskussion: Was geschieht, wenn solche Strukturen – trotz fortbestehender Transformationsbedarfe – auslaufen? Und wie können solche temporären Infrastrukturen langfristig institutionell verankert werden? |
| 17:00 - 18:30 | Vorträge: Erfahrbar machen – Wie Forschungsräume komplexe gesellschaftliche Probleme erlebbar machen Ort: Tallinn (OG) Wie können Forschungsräume komplexe gesellschaftliche Probleme erfahrbar machen? |
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Partizipative Entwicklung eines Berufsorientierungstools für Menschen mit Lernbehinderung 1: Franz Sales Haus, Deutschland; 2: Fachhochschule Münster, Deutschland Noch immer bestehen erhebliche Defizite bei den Möglichkeiten zur selbstbestimmten beruflichen Orientierung von Menschen mit Lernbehinderungen. Trotz bestehender Unterstützungsstrukturen sind Orientierungsprozesse häufig durch institutionelle Vorgaben, asymmetrische Wissensverhältnisse und fremdbestimmte Entscheidungslogiken geprägt. Hinzu kommen Unsicherheiten und Ängste, die Handlungsspielräume weiter begrenzen (Blanck 2020; Schulz et al. 2024; Engels et al. 2023). Dadurch erscheinen berufliche Übergänge weniger als Ausdruck eigener Wahlentscheidungen, sondern vielmehr als Ergebnis institutionell vorstrukturierter Pfade (Blanck 2020; Engels et al. 2023). Mit dem vom BMAS aus Mitteln des Ausgleichsfonds geförderten und durch den „Exzellent“-Preis der BAG WfbM ausgezeichneten Projekt „Arbeiten – wie ich es will!“ (AWIEW) wird ein transdisziplinäres Vorhaben umgesetzt, das an dieser strukturellen Spannung ansetzt. Gemeinsam mit Menschen mit Lernbehinderungen entwickeln Partner*innen aus Eingliederungshilfe, Social Design, KI-Entwicklung und Sozialwissenschaft ein KI-gestütztes digitales Tool zur selbstbestimmten beruflichen Orientierung. Ziel ist es, bestehende Logiken der Berufsberatung zu erweitern und einen Beitrag zu einem Paradigmenwechsel zu leisten: von fremdbestimmter Zuordnung hin zu selbstbestimmter, informierter und reflektierter beruflicher Orientierung. Der Beitrag nimmt die konsequent partizipative und social-designbasierte Arbeitsweise des Projekts sowie deren Ergebnisse in den Blick. Menschen mit Lernbehinderungen werden nicht als Zielgruppe adressiert, sondern als Expert*innen ihrer Lebenswelt verstanden. In Social-Design-Workshops werden Erfahrungswissen, Deutungen und Anforderungen gemeinsam mit Expert*innen aus der Eingliederungshilfe und Social Designer*innen sichtbar gemacht und in Gestaltungsprozesse überführt (Sanders 2013). Der Entwicklungsprozess wird durch qualitative und partizipative Forschungslogiken gerahmt und kontinuierlich reflektiert (z. B. Schreier 2012; Brütt et al. 2016; Unger 2022). Abschließend werden auf Basis der Erfahrungen aus dem AWIEW-Projekt Chancen und Herausforderungen partizipativer Entwicklung diskutiert. |
| 17:00 - 18:30 | Vorträge: Strukturen und Grenzen – Wie institutionelle Rahmenbedingungen Handlungsmöglichkeiten beeinflussen Ort: Riga (OG) Wie beeinflussen die institutionellen, konzeptionellen und räumlichen Strukturen die Selbstwirksamkeit und Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten? |
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Mobilitätsbezogene Initiativen im Spannungsfeld institutioneller Strukturen 1: Technische Universität Hamburg, Deutschland; 2: Baden-Württemberg-Institut für Nachhaltige Mobilität Trotz ihres Potenzials fehlt zivilgesellschaftlichen Initiativen für die Mobilitätswende oft die gezielte Einbindung als gleichberechtigte Kooperationspartner, da systematische Unterstützungsstrukturen noch ausbleiben. Unser Beitrag untersucht daher, wie dieses Engagement als Raum der Wissensproduktion gezielt gestaltet und erforscht werden kann. Wir analysieren die internen Organisationsformen der Initiativen sowie die dafür notwendigen Ressourcen. Besonders im Fokus steht die Zusammenarbeit mit der kommunalen Verwaltung, um zu identifizieren, welche institutionellen Rahmenbedingungen das Engagement fördern und welche es behindern. Die Ergebnisse gehen auf das baden-württembergische ZIMT-Netzwerk und das Hamburger Mobilitätslabor zurück, welche beide eine Aktivierung und Stärkung zivilgesellschaftlicher Initiativen durch Vernetzung, Wissensaustausch und Strukturentwicklung vorantreiben. Durch die Darstellung der Ergebnisse sollen die bisherigen Ergebnisse umrissen und fallbezogene Herausforderungen herausgestellt werden. Unsere Analysen zeigen, dass Initiativen zwar durch hohe lokale Verankerung und intrinsische Motivation geprägt sind, jedoch häufig an wenig flexiblen Schnittstellen zur Verwaltung hängen bleiben. Der Beitrag diskutiert, wie die individuellen Ressourcen wie Empathie und Kreativität der Zivilgesellschaft strukturellen Herausforderungen begegnen und welche feinen Zwischentöne in der Zusammenarbeit notwendig sind, um Selbstwirksamkeit zu fördern. In einem Ausblick werden Handlungsempfehlungen für eine institutionalisierte Unterstützung abgeleitet, welche die Integration von Erfahrungswissen ermöglicht und die Mobilitätswende nachhaltig stärkt. Im Anschluss unseres Beitrags wollen wir gemeinsam mit dem Publikum die zentralen Befunde reflektieren, diskutieren und so in ihren Erfahrungshintergrund einordnen. Empowerment in Leitlinien zur Patient*innenbeteiligung: Strukturierung partizipativer Forschungsräume Institut für Public Health und Pflegeforschung, Abteilung für Versorgungsforschung, Deutschland Einleitung: Methoden: Ergebnisse: Schlussfolgerung: Patient:innen- und Bürger:innenbeteiligung in der deutschen Versorgungsforschung: eine explorative Bestandaufnahme der Akteur:innen und deren Erfahrungen Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland Patient:innen- und Bürger:innenbeteiligung (engl. patient and public involvement; PPI) wird in der deutschen Versorgungsforschung vermehrt umgesetzt, jedoch fehlen bisher Informationen dazu, welche Akteur:innen in Deutschland PPI durchführen oder daran beteiligt sind. Ziel der Studie war es, die Motivation und Durchführung von PPI aus Sicht von Forschenden und Forschungspartner:innen (Patient:innen, Angehörige sowie Interessierte) zu untersuchen. Es wurde eine explorative Online-Umfrage durchgeführt. Die Rekrutierung erfolgte über öffentliche Forschungsdatenbanken, fachliche Netzwerke, Patientenorganisationen mit Bezug zur Forschungsbeteiligung sowie bestehende Betroffenenbeiräte. Es wurden soziodemografische Angaben und Informationen zu den bisherigen Erfahrungen mit PPI inkl. offenen Fragen zu den wahrgenommenen positiven Auswirkungen, Herausforderungen und Förderfaktoren erhoben. Quantitative Daten wurden deskriptiv ausgewertet, qualitative Angaben mittels induktiver Inhaltsanalyse. Insgesamt berichteten 177 Personen Erfahrungen mit PPI, darunter 123 Forscher:innen und 54 Forschungspartner:innen. Die Forscher:innen waren überwiegend weiblich (64,2%) und umfassten Professor:innen (30,1%), Post-doktorand:innen (28,5%) und Doktorand:innen (22,8%). 62,6% forschten im Bereich Versorgungsforschungsforschung und öffentliche Gesundheit. Die teilnehmenden Forschungspartner:innen waren durchschnittlich 61 Jahre alt, überwiegend weiblich (64,8%) und am häufigsten (ehemalige) Patient:innen (74,1%). Die Mehrheit verfügte über einen hohen Bildungsabschluss und 50% gaben an berentet zu sein. In beiden Gruppen wurden Beteiligungserfahrungen überwiegend während der Projektdurchführung und auf der Stufe der Mitwirkung berichtet. Das häufigste Ziel für PPI bei den Forschenden war die Erhöhung der Relevanz und Bedarfsorientierung von Forschung (95,1%), während Forschungspartner:innen am häufigsten angaben, anderen helfen und das Gesundheitssystem verbessern zu wollen (87%). Die Ergebnisse liefern explorative Einblicke in Hinblick auf die beteiligten Personengruppen und deren Erfahrungen im Bereich PPI in der deutschen Versorgungsforschung. Zwischen Harmonisierung und Paralyse: Normative Konflikte und strukturelle Grenzen in transdisziplinärer Forschungspraxis 1: Universität Leipzig; 2: Technische Universität Berlin; 3: BTU Cottbus-Senftenberg Transdisziplinäre Forschung bringt unterschiedliche Positionalitäten, Wissensformen und normative Orientierungen mit dem Ziel gemeinsamer Innovationen zusammen. Dabei bleiben grundlegende Fragen offen: Welche Mikrodynamiken tragen zur Prozessbildung bei? Wie werden Differenzen im Werteverständnis der beteiligten Stakeholder verhandelt, und welche Rolle spielen individuelle Positionen sowie institutionelle Rahmenbedingungen für Teilhabe und Handlungsmöglichkeiten? Im Vortrag stellen wir vorläufige Ergebnisse einer multiperspektivischen ethnografischen Begleitstudie vor. Als externe Beobachterinnen haben wir ein transdisziplinäres Projekt zur Transformation gerechter urbaner Zukünfte untersucht. Die empirische Grundlage bilden teilnehmende Beobachtungen bei Stakeholder-Workshops sowie ethnografische Interviews und Feldnotizen (Sommer 2025 bis Frühjahr 2026). Trotz des erklärten Transformationsanspruchs des Projekts zeigen sich drei wiederkehrende Muster im Material, die wir als vorläufige Thesen zur Diskussion stellen. Erstens zeigt sich eine Harmonisierung durch ko-kreative Prozesse. An der Oberfläche erzeugen partizipative Formate Kohäsion und geteilte Orientierung. Konsens- und kompromissorientierte Formate verschleiern jedoch auch Widersprüche und Differenzen. Zweitens beobachten wir eine Realismus-Paralyse: Die Arbeit an wünschbaren Zukünften mobilisiert transformative Energie – also Enthusiasmus für Veränderung –, der durch den systematischen Verweis auf ‘Realisierbarkeit’ und strukturelle Sachzwänge wieder gebremst wird. Drittens beobachten wir dabei ein Reflexivitäts-Umsetzungs-Paradox: Trotz geteilter Gerechtigkeitsansprüche, die von Beginn an nicht nur in der Projektagenda verankert sind, sondern auch von einem Großteil der Beteiligten zum Ausdruck gebracht werden, erschweren wissenschaftliche Förder- und Projektlogiken genau jene inklusiven und gerechten Praktiken, die alle Beteiligten für notwendig erachten. Unsere Fallstudie identifiziert strukturelle Muster, die über den Einzelfall hinausweisen, und schärft damit den Blick sowohl auf die förderlichen als auch auf die hemmenden Bedingungen transdisziplinärer Forschungspraxis. |
| 18:30 - 18:45 | Pause |
| 18:45 - 20:30 | „Wissen der Vielen“-Preisverleihung und Empfang Ort: Almaty (EG) |
| 18:45 - 20:30 | „Wissen der Vielen“-Preisverleihung und Empfang Ort: Moskau (OG) Exzellente partizipative Forschung verdient Anerkennung und Sichtbarkeit! Der Wissen der Vielen – Forschungspreis für Citizen Science zeichnet Wissenschaftler:innen für herausragende Leistungen in der Anwendung von Citizen Science aus. Prämiert werden wissenschaftliche Publikationen, deren Methodik den Mehrwert partizipativer Ansätze für die Forschung auf besondere Weise verdeutlicht. Einzelne Autor:innen werden stellvertretend für das gemeinschaftliche Werk geehrt. An diesem Abend möchte mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen die Preisträger:innen 2026 feiern! Wir laden deshalb zur Preisverleihung mit einem kurzweiligen Bühnenprogramm ein und lassen den Abend beim Empfang ausklingen. Die Bewertung der Einreichungen übernimmt eine interdisziplinär aufgestellte Jury aus Professor*innen. Berücksichtigt werden insbesondere die fachliche Qualität der Werke und der Mehrwert von Citizen Science für die Forschung. Zusätzlich bewertet die Jury die gesellschaftliche Dimension der Forschung und die Qualität des zugrundeliegenden Prozesses des Einbeziehens von Bürger:innen in den Forschungszyklus. Der Preis ist mit einem Gesamtvolumen von 35.000 Euro dotiert. Die Citizen-Science-Plattform mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen lobt den Preis aus. Projektbeteiligte Das Projekt wird von Wissenschaft im Dialog und dem Museum für Naturkunde Berlin umgesetzt und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. |