Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Projekt-Meet-Ups 2
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Perspektiven im Wandel: Partizipative Sammlungen als Zukunftslabore im Anthropozän Museum für Naturkunde Berlin, Deutschland Vorgestellt wird das neu gestartete deutsch-französische Vorhaben „Perspektiven im Wandel – Naturbeziehungen verstehen, gemeinsam handeln“ als experimenteller, transdisziplinärer Laborraum. Aufbauend auf einer digitalen und partizipativen Sammlungsinfrastruktur, mit der Interessierte eingeladen sind, ihre eigenen Perspektiven auf Umweltveränderungen in Form von Sammlungsbeiträgen digital zu teilen und zu archivieren, arbeitet das Projekt an der Implementierung partizipativer Formen von Wissensproduktion im Rahmen europäischer Sammlungs- und Kulturinstitutionen. Im Fokus stehen drei miteinander verschränkte Entwicklungslinien: Erstens wird das partizipative Sammeln durch Open Educational Resources und Kooperationen mit lokalen Multiplikatoren in Stadt und Land systematisch erweitert und je nach Kontext angepasst werden, um vielfältige gesellschaftliche Perspektiven einzubinden. Zweitens entsteht ein Praxismodell für den Umgang mit digitalen, partizipativ erhobenen Daten, das Fragen von Qualitätssicherung, KI-gestützter Verarbeitung, Übersetzung sowie Datenethik adressiert und in Standardisierungsprozesse eingebracht wird. Drittens zielt das Vorhaben auf die Etablierung partizipativer Sammlungen im europäischen Kontext durch institutionelle Vernetzung und gemeinsame Reflexion zukünftiger Sammlungspraxen. Der Beitrag versteht diese Infrastruktur als kollektives Experiment, das methodische und epistemische Herausforderungen – etwa im Umgang mit widersprüchlichem, pluralem Wissen – produktiv macht. Er gibt einen Ausblick darauf, wie digitale und soziale Experimentierräume gestaltet werden können, um gesellschaftliche Teilhabe an wissenschaftlichen und politischen Prozessen in Zeiten einer krisenhaften Gegenwart zu fördern. Teamtagebücher als Multifunktionstool Johannes Kepler Universität Linz, Österreich Mit dem Projekt “How to explain AI” haben wir für uns etablierte Wege unserer Forschungstätigkeit verlassen und neue Räume geöffnet, um eine kreative, künstlerische Form der Wissensvermittlung zu Künstlicher Intelligenz zu entwickeln. Dazu haben wir in einem anfangs sehr offenen partizipativen Prozess 20 Co-Researchers (Citizen Scientists, Künstler:innen und AI-Expert:innen) eingebunden und sowohl Inhalte als auch Format gemeinsam erarbeitet. Herausgekommen ist ein Song, der frei verfügbar ist und in einem interaktiven Ausstellungsstand sowie zahlreichen Workshops verwendet wird. Neben diesem konkreten Projektergebnis brachte der partizipative Prozess Erfahrungen und Erkenntnisse, die uns in weiteren Projekten nutzen und die wir gerne mit der PartWiss-Community teilen. Viele der eingesetzten Methoden und Werkzeuge sind projekt- und domänenunabhängig anwendbar. Dieses Projekt-Meetup greift die Teamtagebücher heraus: Nach jedem Workshop und zu jedem Monatsende haben die Teammitglieder nach strukturierter Vorlage mit Impulsfragen das Geschehene dokumentiert und reflektiert. Ursprünglich als Messinstrument für die Begleitevaluierung eingeführt, haben sich die Tagebücher als wertvolles Multifunktionstool herausgestellt. Sie boten Raum für die Aufzeichnung von informellem Feedback der Mitwirkenden genauso sowie der eigenen Beobachtungen und Eindrücke, legten Aufmerksamkeit und Wertschätzung auf wichtige Kleinigkeiten, dienten als Informationsquelle zur Projektsteuerung, hielten Learnings jenseits formaler Projektberichte fest und zeigten sich als unerwartete Kommunikationsunterstützung im Team. Alle mitnehmen – wie gelingt inklusiver Austausch im Kinder- und Jugendrat? 1: Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZJK), Deutschland; 2: Technische Universität Dresden; 3: Universität Leipzig Am Standort Leipzig/Dresden des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) wird aktuell ein Kinder- und Jugendrat aufgebaut. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche (10–17 Jahre) mit möglichst unterschiedlichen Hintergründen und Lebensrealitäten in Forschungsprozesse einzubeziehen. Dies umfasst verschiedene Altersgruppen, soziale und kulturelle Kontexte, städtische und ländliche Lebensräume sowie unterschiedliche Erfahrungen mit Krankheit. Vor diesem Hintergrund soll der Kinder- und Jugendrat online stattfinden, um Teilnahmebarrieren zu reduzieren. Die bisherige Konzeptarbeit zeigt: Eine zentrale Herausforderung liegt in der Gestaltung von Beteiligungsformaten, die alle Kinder und Jugendliche gleichermaßen einbeziehen, unabhängig von Alter, Vorerfahrung oder Kommunikationsstil. Wie verhindern wir das einzelne Stimmen dominieren und andere verstummen, insbesondere im Online-Setting? In einem Projekt-Meet-Up werden diese Fragen gemeinsam erarbeitet, indem eine Methode ausprobiert wird, die genau das leisten soll: Nach einem Pitch bearbeiten die Teilnehmenden die Frage im Format einer ‚Silent Discussion‘: Ideen werden gleichzeitig auf einem Papierbogen festgehalten in Form von Stichpunkten, Sätzen, Skizzen oder Kommentaren. In einem abschließenden Blitzlicht reflektieren die Teilnehmenden die Möglichkeiten und Grenzen des Formats. Der Beitrag verortet sich im Themenschwerpunkt Subjektivität & Strukturen und fragt, wie Beteiligungsformate individuelle Selbstwirksamkeit fördern oder einschränken. Die gesammelten Ideen fließen in die weitere Konzeptentwicklung ein. Everyone Will Grief! Berlin University Alliance, X-Tutorial Grief and Society, Deutschland As social and ecological crises intensify, societies are increasingly confronted with experiences of loss. Yet, grief is highly psychologized and individualized in contemporary Western societies. Our project explores the relationship between grief and society. It creates a transformative space that combines lived experience and academic inquiry. It simultaneously inquires about the way neoliberalism permeates grief as well as its transformative potential. An interdisciplinary setting with students from psychology, the social sciences, linguistics etc. expands the narrow psychological discourse on grief. A central question is how to connect theory and practice at the intersection of individual and collective, as well as personal and academic experiences. How much space can research hold for emotions? It seems paradoxical to exclude emotions from the research process when they are the subject itself. The project employs qualitative and creative methods, including (audio)visual approaches, allowing space for subjectivity, creativity, and experimentation. It attempts to illuminate conditions that are often erased by quantitative, ostensibly objective research. The results will be presented in an exhibition. The accessibility of results aims to bridge the gap between academia and society. Interactive elements within the exhibition attempt to overcome institutional deficits and expand the meaning of interdisciplinarity beyond academia. Das KARLA Projekt: Partizipative Entwicklung einer KI-gestützten App als Hilfestellung für schwierige Texte Technische Universität Dortmund, Deutschland Im Projekt KARLA entwickeln Menschen mit Lernschwierigkeiten als Peer-Forscher*innen gemeinsam mit Praktiker*innen, technischen Entwickler*innen und Wissenschaftler*innen eine KI-gestützte App, die als Hilfestellung zum Verständnis für Texte in schwere Sprache genutzt werden kann. Die App erleichert das Verständnis komplexer Texte, beispielsweise durch Übersetzungen in Einfache Sprache oder das Hervorheben wichtiger Informationen. Unter dem Einsatz verschiedener partizipativer Methoden in der technischen Entwicklung, der Forschung und in der Prozessgestaltung im transdisziplinären Team ist ein erster App-Prototyp entstanden, der zurzeit mit verschiedenen Personengruppen getestet und auf der Konferenz ausprobiert und diskutiert werden kann. Im Projekt KARLA zeigt sich deutlich, wie wichtig der Einbezug von Co-Forscher*innen als End-Nutzer*innen für die Technikentwicklung ist, um ein für die Praxis relevantes (digitales) Produkt zu entwickeln, institutionelle Hürden zu überwinden und Selbstwirksamkeit und Perspektivenerweiterung von allen am Projekt beteiligten Personen zu stärken. Zusätzlich können im Rahmen der Projekt-Meet-Ups erste Ergebnisse aus dem Folgeprojekt KAPIERT vorgestellt und diskutiert werden. In KAPIERT wird das Ziel verfolgt, die Funktionen der KARLA App verbessern und zu erweitern um bspw. Inhalte in eine von Behörden akzeptierte Sprache zu übertragen um die schriftliche Kommunikation mit Behörden zu vereinfachen. | ||