PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Projekt-Meet-Ups 1
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‚Vom toten Tier zum lebenden Körper‘: wie transformiert und aktiviert man einen Raum als Open Lab für partizipative Forschung, Lehre und Praxis? Humboldt Universität, Zentrum für Kulturtechnik, Deutschland Transformation eines Raums: Tier, Objekt, Körper (Kurztitel) Das Objektlabor am Zentrum für Kulturtechnik bietet Raum für transdisziplinäre und partizipative Forschung an der HU Berlin, in der materielle Praktiken und körperzentrierte Zugänge im Fokus stehen. Hierbei spielt der Wissensaustausch mit der Gesellschaft und der Einbezug außeruniversitärer Wissensträger:innen eine zentrale Rolle. In dem Erweiterungsbau zum Tieranatomischen Theater wurde ursprünglich vor allem am Tierkörper gelehrt und dabei immer schon handwerkliches mit akademischem und gestalterischem Wissen verbunden. Die Herausforderung bestand darin, nach der Abwanderung des Instituts für Lebensmittelhygiene, einer Zeit des Leerstands seit den 90er Jahren und der Sanierung ab 2015 ihn neu zu aktivieren, auszustatten und für eine gemeinsame Wissensproduktion zwischen Wissenschaft, Kunst und Zivilgesellschaft zu öffnen. Dies verlangte nach technischen, finanziellen und personellen Ressourcen, um einen Durchgangsraum mit viel Potenzial für unterschiedliche Lehr-, Forschungs- und Veranstaltungsformate zu öffnen- darunter Performances, Installationen, künstlerisch-wissenschaftliche Versuchsanordnungen und partizipative Forschung. Ein zentrales Learning war, dass es uns vor allem über ein Seed Funding für partizipative Lehre sowie und ein Resident Artist Programm gelungen ist, den Raum für Forschende und zivilgesellschaftliche Partner:innen nutzbar zu machen. Gerne möchten wir uns über weitere Potenziale solcher Räume sowie alternative Modelle und Konzepte der regionalen, überinstitutionellen Zusammenarbeit (z.B. i.d. BUA) austauschen. Designing Insect Identities – Reimagine the Hidden 1: Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD), Deutschland; 2: Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Deutschland Das Projekt Designing Insect Identities – Reimagine the Hidden versteht sich als experimenteller Lern- und Forschungsraum an der Schnittstelle von Design, Natur, Wissenschaft und Gesellschaft. Im Kontext des Moduls „Design und Identität“ entwickeln Designstudierende in Kooperation mit den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden narrative und gestalterische Konzepte, die das Image heimischer Insekten transformieren und neue Formen der Wahrnehmung und Empathie eröffnen. Ausgangspunkt ist die kritische Auseinandersetzung mit dem fragilen Mensch-Natur-Verhältnis vor dem Hintergrund des globalen Insektenrückgangs sowie einer wachsenden Distanz zwischen Mensch und Natur. Urbane Brachen dienen als Experimentierfelder und Schnittstellen zwischen Stadt und urbaner Natur. Als Reallabor angelegt, verbindet das Projekt forschendes Lernen mit partizipativen und transdisziplinären Ansätzen. Unterschiedliche Wissensformen wie wissenschaftliche Expertise, gestalterische Praxis und subjektive Erfahrungen werden gleichberechtigt integriert und in iterative Entwurfsprozesse überführt. Gestaltung fungiert dabei als Medium der Wissensproduktion und -vermittlung und ermöglicht es, komplexe ökologische Zusammenhänge sinnlich erfahrbar zu machen. Ergebnisse werden im Rahmen einer Pop-up-Ausstellung öffentlich zugänglich und zur Diskussion gestellt. Im Projekt-Meet-Up werden Einblicke in die didaktische Konzeption, die Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen sowie ausgewählte studentische Arbeiten gegeben. Ziel ist es, den Ansatz als Modell für ko-laborative Wissensproduktion zu diskutieren und gemeinsam Impulse für eine kritische Reflexion und mögliche Publikation im Ausstellungskontext zu entwickeln. Leerstand als Labor: Partizipation im Pop-Up Store Universität Tübingen, Deutschland Mit dem Pop-Up-Store ECKSTEIN erprobte das CIVIS Open Lab und die Universität Tübingen von Mai bis Juli 2025 eine leerstehende Ladenfläche in der Innenstadt als temporären Begegnungs-, Dialog- und Experimentierraum zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft. Ziel war es, neue Räume für partizipative und transdisziplinäre Forschung außerhalb des Universitätscampus zu schaffen und bislang schwer erreichbare Zielgruppen des Public Engagements anzusprechen. Der Pop-Up-Store verband Forschende, Studierende, lokale Initiativen, Kulturakteure und Bürgerinnen und Bürger in niedrigschwelligen Formaten wie offenen Sprechstunden, Science Snacks, interaktiven Ausstellungen, Dialogveranstaltungen und studentisch gestalteten Programmen. So entstand ein urbaner Raum, in dem Austausch, Themenentwicklung und neue Kooperationen ermöglicht wurden, die teilweise über den ECKSTEIN hinaus vertieft wurden. Im Meet-Up stellen wir zentrale Erfahrungen des Projekts vor: Welche Ressourcen benötigen temporäre Beteiligungsräume? Welche Zielgruppen werden tatsächlich erreicht? Welche Spannungen entstehen zwischen Offenheit, Organisation und institutionellen Routinen? Wie kann städtischer Leerstand als Infrastruktur für Wissenschaftskommunikation und ko-kreative Forschung genutzt werden? Diskutiert werden Erfolgsfaktoren, Herausforderungen, organisatorische Fragen, Transferpotenziale für andere Hochschulstandorte sowie erste Evaluationsergebnisse. Das Projekt zeigt, wie Stadtzentren zu Laboren für neue Beziehungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft werden können. Nachhaltigkeitstransformation in Niedersachsen - gelebte Partizipation im Verbundprojekt Universität Vechta, Deutschland Das Verbundvorhaben "Zukunft durch Wandel: Nachhaltigkeitstransformation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen“ (agri:change) hat Mitte 2025 begonnen. zu bearbeitende Themenfelder sind u.a.:
Diese werden in vier Reallaboren (agri:labs) und drei übergreifenden Querschnittsthemen bearbeitet. Fünf Verbundpartner und > 80 Individuen (Forschende, PhDs, Proffessor:innen, und Koordinierende) formen das institutionsübergreifende Konsortium. Jedes Arbeitspaket hat mehrere Forschungsthemen, bei denen Stakeholder aus Praxis, Zivilgeselllschaft, Politik und Verwaltung gefragt sind. Co-Creation mit der Praxis ist zentraler Teil des Vorschungsvorhabens, jedoch haben nicht alle Beteiligten dies automatisch verinnerlicht. Alle Mitglieder im Konsortium werden daher gezielt in Co-creation, Design Thinking, und passenden Interaktionsformaten geschult. Es gibt ein Koordinationsteam, welches die Bedarfe abfragt, die Schulungen organisiert, und den Forschenden wird ein Helpdesk zur Verfügung gestellt. Wir teilen unsere Erfahrungen, wie und mit welchen Ansätzen wir Co-Creation in einem derart großen Verbundprojekt installieren und freuen uns auf Austausch mit/Erfahrungen von ähnlich anfangenden Verbundvorhaben, wie dort Partizipation oder Transdisziplinarität integriert ist, sowie Anregungen bezüglich des Managements eines so großen und diversen Konsortiums. Im Folgejahr können wir mehr aus den einzelnen agri:labs berichten. Dieser Beitrag eignet sich ggf. auch als Impulsvortrag. | ||