PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Vorträge: Barrierearme und inklusive Infrastrukturen – Teilhabe für alle
Sitzungsthemen: 2. Stadt, Land & Natur – Wo und mit wem forschen wir?
Welche barriere- und diskriminierungsarmen Infrastrukturen benötigen lokale Gemeinschaften urbaner und ländlicher Räume – und wie können partizipative und transdisziplinäre Forschungsansätze dazu beitragen, diese sozialen Räume gemeinsam zu gestalten? | ||
| Präsentationen | ||
Einfluss von Citizen Science auf das Interesse, Kompetenzen, Selbstwirksamkeit sowie die Motivation von Schüler*innen hinsichtlich Wissenschaft und Naturschutz Hochschule Anhalt, Deutschland Im Rahmen des Citizen-Science-Projekttags „Schulstunde der Gartenvögel“ werden Interesse, Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und Motivation von Schülerinnen im Bereich Wissenschaft und Naturschutz untersucht. Die Schülerinnen lernen am Projekttag die Vogelarten und Monitoringmethode kennen und dokumentieren anschließend ihre Beobachtungen. Auf der Konferenz stelle ich das Studiendesign und die Fragebögen der Schüler*innen vor. Im Fokus dieser quantitativen Analysen stehen mögliche Zuwächse bei Interesse, wissenschaftsbezogenen Kompetenzen und Selbstwirksamkeit. Zudem wird untersucht, ob der Projekttag die Motivation der Schüler*innen stärkt, sich für den Naturschutz einzusetzen. Zusätzlich werden Erkenntnisse der Lehrkräfte vorgestellt, inwiefern sich Citizen Science zur Umweltbildung eignet. So werden Chancen und Herausforderungen von Citizen Science in politisch und ökologisch skeptischen ländlichen Regionen diskutiert, die sich im sozialen und landschaftlichen Wandel befinden. Die Studie zeigt, wie naturbasierte Citizen-Science-Angebote Jugendliche in Regionen mit wenig Bezug zu Naturschutz- und Demokratiediskursen erreichen können und macht zugleich Potenziale sowie Grenzen von Citizen Science als Instrument der Umweltbildung sichtbar. KOMMIT-Kids: Partizipative Forschung zur mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen 1: Freie Universität Berlin, Deutschland; 2: Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit, Standort Berlin-Potsdam, Deutschland Hohe Prävalenzen psychischer Störungen (McGorry et al., 2024) und lange Wartezeiten auf Psychotherapie (Rodney-Wolf et al., 2025) unterstreichen die Bedeutung bedarfsorientierter Forschung zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiJu). Die aktive Partizipation von KiJu an klinischer Forschung kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Bislang beteiligen jedoch nur wenige Forschungsprojekte im Bereich der psychischen Gesundheit KiJu systematisch (Totzeck et al., 2024). Das Projekt KOMMIT-Kids greift diesen Bedarf auf und zielt darauf ab, KiJu im Alter von 6 bis 17 Jahren als Expert:innen ihrer eigenen Lebenswelt in die Entwicklung von Forschungsfragen einzubeziehen. KOMMIT-Kids ist ein Projekt des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG), das Perspektiven von Erfahrungsexpert:innen im Sinne trialogischer Zusammenarbeit integriert, um Forschungsprozesse zu verbessern (Lipinski et al., 2024). Ziel ist es, zentrale Themen zu identifizieren, die für die psychische Gesundheit von KiJu in Schule, Familie und Freizeit besonders relevant sind. Der Beitrag zeigt auf Grundlage der Literatur unterschiedliche Ansätze der Jugendbeteiligung in Prozessen des wissenschaftlichen Agenda-Settings auf (Kryst et al., 2024). Die Themensammlung im Rahmen von KOMMIT-Kidserfolgt multimethodisch über Workshops, digitale Beteiligungsformate sowie analoge Zugänge wie Postkartenaktionen. Dabei werden kontinuierlich Ko-Forschende unterschiedlichen Alters aktiv in die Gestaltung, Durchführung und Reflexion der Themensammlung eingebunden. Der Beitrag gibt Einblicke in die Konzeption und Umsetzung der Themensammlung und reflektiert zentrale Herausforderungen, insbesondere im Umgang mit Machtasymmetrien, begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen sowie in der Gestaltung inklusiver Beteiligungsformate in verschiedensten Räumen. Ziel ist es, handlungsorientierte Impulse für partizipative Ansätze mit KiJu zu geben, um diese nachhaltig in Forschung zu integrieren. Zusammen füllen wir die Karte! Schülerforscher:innen entdecken und erheben das heutige Brandenburgische Universität Potsdam, Deutschland Brandenburgisch – wat is’n dit? Und spricht das überhaupt noch irgendwer? Im Rahmen des Wissenschaftskommunikationsprojekts „Variabilität im heutigen Brandenburgischen“ des SFB 1287 (Grenzen der Variabilität in der Sprache, Universität Potsdam) ist es unser Ziel, diese Frage gemeinsam mit Schüler:innen der 9. und 10. Klasse aus allen Landkreisen Brandenburgs zu beantworten. Dazu werden die Schüler:innen für das Brandenburgische sensibilisiert und dazu befähigt, eigenständig digital mündliche Sprachdaten in ihrem Familien- und Freundeskreis zu erheben. Die Ergebnisse werden durch eine interaktive Karte mit geolokalisierten linguistischen Daten öffentlich zugänglich gemacht. Das WIKO-Projekt hat neben dieser Citizen Science- auch eine Outreach-Komponente. Während die Citizen Science-Komponente darauf abzielt, Schüler:innen in die wissenschaftliche Erhebung dialektaler Variabilität einzubeziehen, geht es bei der Outreach-Komponente darum, einer breiten Öffentlichkeit Wissen über die sprachliche Variabilität in Brandenburg zu vermitteln. Neben Aktivitäten wie Bürgerdialogformaten und Podcasts soll die Entwicklung eines Theaterstücks auf unterhaltsame Weise das Bewusstsein für die Geschichte und Variabilität des Brandenburgischen schärfen. Herausfordernd ist dabei das Vorgehen im Flächenland Brandenburg, dessen Weitläufigkeit spezielle Anforderungen an die Ressourcen sowohl bezüglich der technischen Umsetzung als auch der gleichberechtigten Teilhabe aller Projektbeteiligten am Forschungsprozess mit sich bringt. Wie schaffen wir es, Menschen im ländlichen Raum auf gleiche Weise in die partizipative Forschung miteinzubeziehen wie Teilnehmende mit einfacherem Zugang zu urbanen Ressourcen? Der Vortrag wird die Ideen und Ansätze des sich in der Anfangsphase befindlichen Projekts darstellen und dazu besonders die Datenerhebungsmethode, die genutzte Software und die Zusammenarbeit mit den Schulen vorstellen. | ||