PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Workshop 3
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Gut gemeint, gut gemacht? Machtverhältnisse und Teilhabe in partizipativen Forschungsprojekten gemeinsam in den Blick nehmen Universität Leipzig Wann wird Teilhabe zur Inszenierung – und warum fällt es uns so schwer, das in der eigenen Praxis zu erkennen? Das Konzept des Academic Saviourism (Welz, In Press) beschreibt gut gemeinte Praktiken der Wissenschaftsbeteiligung marginalisierter Communities, die diese als passive Empfänger:innen institutionellen Wohlwollens rahmen, dabei epistemische Ungleichheiten reproduzieren und Inklusionsbemühungen auf institutionelle Selbstinszenierungen reduzieren. Nachdem das theoretische Konzept als work in progress auf der PartWiss 2025 vorgestellt wurde, zielt dieser Workshop darauf ab, es als aktives Analyseinstrument für die Praxis zu erproben. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Wie reproduzieren oder hinterfragen unsere partizipativen Forschungsdesigns gesellschaftliche Normen? Wer profitiert wirklich von Teilhabe-Projekten – und was können wir konkret an unserer Praxis verändern? Methodisch arbeitet der Workshop in drei Schritten: Zunächst sortieren Teilnehmende anhand von Fallvignetten gemeinsam Beispiele aus der Praxis und machen so die drei Manifestationen von Academic Saviourism greifbar: 1) affektive Belastungen marginalisierter Beteiligter, 2) performative Inklusionspraktiken von Institutionen und 3) epistemische Vorannahmen über Bedürfnisse und Teilhabe marginalisierter Communities. Im Hauptteil analysieren Kleingruppen ihre eigenen Projekte anhand eines strukturierten Canvas entlang vier Achsen: Entscheidungsmacht, Arbeit & Anerkennung, Wissensvalidierung und Nutzen. Abschließend werden im „How Might We"-Format konkrete Handlungsoptionen entwickelt – unter realistischem Blick auf die strukturellen Grenzen dessen, was einzelne Wissenschaftler:innen in exklusiven institutionellen Kontexten verändern können. Als Peer-to-Peer-Format konzipiert, steht nicht Expert:innenwissen im Vordergrund, sondern der gemeinsame Lernprozess: Teilnehmende bringen ihren je eigenen Erfahrungsschatz ein und reflektieren – ausgehend von der eigenen Privilegiertheit als Wissenschaftler:innen – wie Forschungsräume gesellschaftliche Normen reproduzieren oder aktiv hinterfragen können. Teilnehmende verlassen den Workshop mit einer geschärften Selbstwahrnehmung ihrer eigenen Praxis und konkreten ersten Schritten zur Veränderung. | ||