PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Vorträge: Erfahrbar machen – Wie Forschungsräume komplexe gesellschaftliche Probleme erlebbar machen Ort: Tallinn (OG) Wie können Forschungsräume komplexe gesellschaftliche Probleme erfahrbar machen? | |
| Präsentation 1 | |
Partizipative Entwicklung eines Berufsorientierungstools für Menschen mit Lernbehinderung 1: Franz Sales Haus, Deutschland; 2: Fachhochschule Münster, Deutschland Noch immer bestehen erhebliche Defizite bei den Möglichkeiten zur selbstbestimmten beruflichen Orientierung von Menschen mit Lernbehinderungen. Trotz bestehender Unterstützungsstrukturen sind Orientierungsprozesse häufig durch institutionelle Vorgaben, asymmetrische Wissensverhältnisse und fremdbestimmte Entscheidungslogiken geprägt. Hinzu kommen Unsicherheiten und Ängste, die Handlungsspielräume weiter begrenzen (Blanck 2020; Schulz et al. 2024; Engels et al. 2023). Dadurch erscheinen berufliche Übergänge weniger als Ausdruck eigener Wahlentscheidungen, sondern vielmehr als Ergebnis institutionell vorstrukturierter Pfade (Blanck 2020; Engels et al. 2023). Mit dem vom BMAS aus Mitteln des Ausgleichsfonds geförderten und durch den „Exzellent“-Preis der BAG WfbM ausgezeichneten Projekt „Arbeiten – wie ich es will!“ (AWIEW) wird ein transdisziplinäres Vorhaben umgesetzt, das an dieser strukturellen Spannung ansetzt. Gemeinsam mit Menschen mit Lernbehinderungen entwickeln Partner*innen aus Eingliederungshilfe, Social Design, KI-Entwicklung und Sozialwissenschaft ein KI-gestütztes digitales Tool zur selbstbestimmten beruflichen Orientierung. Ziel ist es, bestehende Logiken der Berufsberatung zu erweitern und einen Beitrag zu einem Paradigmenwechsel zu leisten: von fremdbestimmter Zuordnung hin zu selbstbestimmter, informierter und reflektierter beruflicher Orientierung. Der Beitrag nimmt die konsequent partizipative und social-designbasierte Arbeitsweise des Projekts sowie deren Ergebnisse in den Blick. Menschen mit Lernbehinderungen werden nicht als Zielgruppe adressiert, sondern als Expert*innen ihrer Lebenswelt verstanden. In Social-Design-Workshops werden Erfahrungswissen, Deutungen und Anforderungen gemeinsam mit Expert*innen aus der Eingliederungshilfe und Social Designer*innen sichtbar gemacht und in Gestaltungsprozesse überführt (Sanders 2013). Der Entwicklungsprozess wird durch qualitative und partizipative Forschungslogiken gerahmt und kontinuierlich reflektiert (z. B. Schreier 2012; Brütt et al. 2016; Unger 2022). Abschließend werden auf Basis der Erfahrungen aus dem AWIEW-Projekt Chancen und Herausforderungen partizipativer Entwicklung diskutiert. | |