PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Vorträge: Kreative und digitale Formate als neue Wege der Wissensproduktion und gesellschaftlicher Transformation Ort: Asgabat A (EG) Wie eröffnen experimentelle, künstlerisch-kreative oder digitale Formate und Tools neue Kommunikationsformen und Wege der Wissensproduktion und welche Beiträge leisten sie für die gesellschaftliche Transformation? | |
| Präsentation 3 | |
Sprachliche Kreativität als epistemisches Potenzial: Wie gesellschaftliche Sprachexpertise für linguistische Forschung nutzbar gemacht werden kann Universität Bielefeld, Deutschland Sprachliche Kreativität ist ein flüchtiges Phänomen unserer Alltagskommunikation. Wenn wir mit bestehenden Sprachwerkzeugen nicht weiterkommen oder unkonventionelle Sprache unsere Kommunikation vereinfacht, werden wir oft sprachlich kreativ. In der linguistischen Grundlagenforschung werden derartige Phänomene in der Regel unter kontrollierten Bedingungen untersucht, wodurch die spontane Kreativität jedoch schnell verloren geht. Im Projekt Ö des SFB 1646 „Sprachliche Kreativität in der Kommunikation“ soll mittels Partizipation das Spannungsverhältnis zwischen der Kurzlebigkeit sprachlicher Kreativität und ihrer experimentellen Erfassung reduziert und gleichzeitig gesellschaftliche Sprachexpertise stärker in die Forschung integriert werden. Dieser Beitrag präsentiert das Vorhaben und gibt Einblicke in die Erforschung der Wirksamkeit der Formate, die mit und bei lokalen Partnerinstitutionen (u.a. Bielefelder Volkshochschule) durchgeführt wurden und die alltagsnahe sowie anwendungsorientierte Themen aufgriffen (z.B. Chatbots, Sprachwandel, sprachliche Beeinträchtigungen). In den Formaten wurden linguistische Experimente in Spiele übersetzt und empirische Daten gemeinsam diskutiert. So wurden beispielsweise kreative Ausweichstrategien von Politiker*innen in Interviews durch die Teilnehmenden co-analysiert. Eine digitale Citizen-Science-Plattform bietet zudem die Möglichkeit der asynchronen digitalen Partizipation an der Forschung. Erste Ergebnisse des fortlaufenden multimethodischen Evaluationsdesigns (Teilnehmenden-Fragebögen, Beobachtungsprotokolle und Reflexionsinterviews) zeigen das epistemische Potenzial und die praktischen Limitationen des partizipativen Ansatzes: Unter anderem machen die interaktiven Elemente alltagsnahe Spracherfahrungen für die Forschung zugänglich. Die experimentellen Nachbildungen und Datenbeispiele ermöglichen gemeinsame Diskussionen des Phänomens und eröffnen neue Perspektiven auf kreative Sprachverwendung und ihre Kontexte. Grenzen zeigen sich in der ressourcenintensiven Gestaltung und Evaluation der Formate sowie darin, dass sprachwissenschaftliche Methoden und Forschungsfragen im öffentlichen Diskurs wenig präsent sind und sich nicht alle linguistischen Fragen für Partizipation eignen. | |