PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Vorträge: Normen und Diskriminierung – Wie Forschungsräume gesellschaftliche Normen reflektieren und mit Diskriminierung umgehen Ort: Tallinn (OG) Wie spiegeln partizipative und/oder transdisziplinäre Forschungsdesigns gesellschaftliche Normen wider, beispielsweise durch Abhängigkeiten und Grenzen? Wie wird mit Diskriminierung umgegangen? | |
| Präsentation 3 | |
Auf Augenhöhe – oder doch nicht? Was Patient:innen-Beteiligung über partizipative Forschung verrät 1: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät, Institut für Medizin- und Datenethik; 2: Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), NCT Heidelberg, eine Partnerschaft zwischen DKFZ und dem Universitätsklinikum Heidelberg, Deutschland, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg Patient:innen stärker in die Forschung einbeziehen – was auf dem Papier selbstverständlich klingt, trifft in der onkologischen Praxis auf gewachsene Routinen, Zeitdruck und klare Hierarchien. Wie gelingt unter diesen Bedingungen Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ und wo stößt sie an Grenzen? Diesen Fragen geht ein Begleitforschungsprojekt am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg nach. Grundlage für diesen Beitrag ist die Auswertung von rund 40 qualitativen Interviews mit Patient:innen ohne Forschungserfahrung, Patient:innen-Vertretenden, Forschenden und Koordinator:innen von Beteiligungsprozessen. Die Auswertung zeigt: Partizipation ist kein Selbstläufer, sondern ein Aushandlungsprozess voller Spannungen. Unterschiedliches Wissen, knappe Zeit und unklare Rollen prägen die Zusammenarbeit. Während einige Forschende die Beteiligung von Patient:innen vor allem als Vorgabe „von oben“ erleben, entdecken Patient:innen-Vertretende mitunter neue Handlungsspielräume – etwa wenn sie über die Durchführung von Projekten mitentscheiden. So entstehen Situationen, in denen klassische Machtverhältnisse gleichzeitig bestehen bleiben und sich verschieben. Der Beitrag macht diese Ambivalenzen sichtbar und fragt, was sie über die Bedingungen partizipativer Forschung aussagen – auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erwartungen an Ziel und Funktion von Beteiligung. Er zeigt, wie bestehende Strukturen nicht nur herausgefordert, sondern auch fortgeschrieben werden, und welche konkreten Ansatzpunkte es gibt, um Zusammenarbeit tatsächlich anders zu gestalten. Gerade weil die Medizin traditionell stark hierarchisch organisiert ist, lassen sich aus diesem Beispiel übertragbare Einsichten gewinnen: etwa dazu, wie institutionelle und gesellschaftliche Vorgaben, Erwartungen, individuelle Motivationen und vorhandene Ressourcen das Gelingen von Beteiligung beeinflussen. Der Vortrag lädt dazu ein, diese Erfahrungen auch auf andere Felder partizipativer und transdisziplinärer Forschung zu übertragen und kritisch zu reflektieren. | |