PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Vorträge: Strukturen und Grenzen – Wie institutionelle Rahmenbedingungen Handlungsmöglichkeiten beeinflussen Ort: Riga (OG) Wie beeinflussen die institutionellen, konzeptionellen und räumlichen Strukturen die Selbstwirksamkeit und Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten? | |
| Präsentation 4 | |
Zwischen Harmonisierung und Paralyse: Normative Konflikte und strukturelle Grenzen in transdisziplinärer Forschungspraxis 1: Universität Leipzig; 2: Technische Universität Berlin; 3: BTU Cottbus-Senftenberg Transdisziplinäre Forschung bringt unterschiedliche Positionalitäten, Wissensformen und normative Orientierungen mit dem Ziel gemeinsamer Innovationen zusammen. Dabei bleiben grundlegende Fragen offen: Welche Mikrodynamiken tragen zur Prozessbildung bei? Wie werden Differenzen im Werteverständnis der beteiligten Stakeholder verhandelt, und welche Rolle spielen individuelle Positionen sowie institutionelle Rahmenbedingungen für Teilhabe und Handlungsmöglichkeiten? Im Vortrag stellen wir vorläufige Ergebnisse einer multiperspektivischen ethnografischen Begleitstudie vor. Als externe Beobachterinnen haben wir ein transdisziplinäres Projekt zur Transformation gerechter urbaner Zukünfte untersucht. Die empirische Grundlage bilden teilnehmende Beobachtungen bei Stakeholder-Workshops sowie ethnografische Interviews und Feldnotizen (Sommer 2025 bis Frühjahr 2026). Trotz des erklärten Transformationsanspruchs des Projekts zeigen sich drei wiederkehrende Muster im Material, die wir als vorläufige Thesen zur Diskussion stellen. Erstens zeigt sich eine Harmonisierung durch ko-kreative Prozesse. An der Oberfläche erzeugen partizipative Formate Kohäsion und geteilte Orientierung. Konsens- und kompromissorientierte Formate verschleiern jedoch auch Widersprüche und Differenzen. Zweitens beobachten wir eine Realismus-Paralyse: Die Arbeit an wünschbaren Zukünften mobilisiert transformative Energie – also Enthusiasmus für Veränderung –, der durch den systematischen Verweis auf ‘Realisierbarkeit’ und strukturelle Sachzwänge wieder gebremst wird. Drittens beobachten wir dabei ein Reflexivitäts-Umsetzungs-Paradox: Trotz geteilter Gerechtigkeitsansprüche, die von Beginn an nicht nur in der Projektagenda verankert sind, sondern auch von einem Großteil der Beteiligten zum Ausdruck gebracht werden, erschweren wissenschaftliche Förder- und Projektlogiken genau jene inklusiven und gerechten Praktiken, die alle Beteiligten für notwendig erachten. Unsere Fallstudie identifiziert strukturelle Muster, die über den Einzelfall hinausweisen, und schärft damit den Blick sowohl auf die förderlichen als auch auf die hemmenden Bedingungen transdisziplinärer Forschungspraxis. | |