PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Experimente 2 Ort: Riga A (OG) | |
| Präsentation 1 | |
Wer erzählt? – Ein Experiment zur Wahrnehmung von Geschichten aus der Psychiatrie 1: SCI:MOVE - Science on the Move, Deutschland; 2: SCI:MOVE - Science on the Move, Deutschland Die Anwendung von Zwang in der Psychiatrie steht exemplarisch für zentrale ethische Konflikte zwischen Schutzpflicht, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung. Die sog. Ordnungsfunktion der Psychiatrie – der Schutz vor Gefährdung durch Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Dritte gefährden - auch mittels Zwangsmaßnahmen – markiert ein ethisches Spannungsfeld zwischen Freiheitsrechten und gesellschaftlicher Sicherheit. Das kürzlich gestartete und hier zu Grunde liegende Diskursprojekt greift diese Kontroverse auf und initiiert eine breite, partizipativ gestaltete Debatte über Chancen und Dilemmata einer zwangsfreien Psychiatrie, die Perspektiven von Betroffenen, Fachkräften und marginalisierten Gruppen (z. B. Personen, die im Maßregelvollzug untergebracht sind) integriert. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Phasen mit unterschiedlichen Methoden und Formaten, um die heterogenen Zielgruppen, Interessen und Erfahrungen zu berücksichtigen. Eines der Formate des Projektes ermöglicht es Stimmen und Perspektiven aus dem Maßregelvollzug mithilfe von Digital Storytelling einzufangen. In Form von Video- und Audiobeiträgen, digitalen Collagen und anderen kreativen Formaten, können die Menschen, die im Maßregelvollzug untergebracht sind, so ihre Sichtweisen zum Thema Zwang in der Psychiatrie teilen. In diesem partizipativen Experiment untersuchen wir, wie diese Geschichten über Zwang in der Psychiatrie wahrgenommen werden – abhängig davon, wer sie erzählt. Teilnehmende begegnen anonymisierten Storytelling-Beiträgen und reflektieren ihre Deutungen, bevor sie Hintergrundinformationen zu den Autor*innen erhalten. Das Experiment macht implizite Vorannahmen sichtbar und eröffnet Diskussionen über Macht, Zuschreibung und Glaubwürdigkeit in Wissensproduktion. | |