PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Datum: Freitag, 20.11.2026 | |
| 9:30 - 10:30 | Key Note Vortrag Ort: Moskau (OG) |
| 9:30 - 15:45 | Ruheraum Ort: Chisinau C (OG) Während der Konferenzzeiten offen zugänglicher laptop- und telefonfreier Ruheraum für die Konferenzteilnehmenden |
| 10:30 - 11:00 | Kaffeepause Ort: Almaty (EG) Ebenfalls in den Räumen Foyer Kiew (OG) und Minsk (OG) |
| 10:30 - 15:00 | Amt für Lassen und Loslassen (ALL) Ort: Jerewan (EG) Eine Dauerinstallation, von Oliver Parodi, Eva Wendeberg, Annika Fricke, Pia Laborgne, Susanne Gerstberger, Wanda Wieczorek & Anna König vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) „Wir werden Verluste erlitten haben.“ (A. Reckwitz) So lauten die beiden Ausgangspunkte für das Amt für Lassen und Loslassen (ALL). Ob es um persönliche oder kollektive Einstellungen, Muster, Strukturen, Gewohnheiten, Weltbilder, Dinge, Privilegien, Rechte, Techniken oder Praktiken geht: Alles steht auf dem Prüfstand und vieles davon wird – wollen wir in Zukunft wirklich nachhaltig leben – vergehen… dürfen. Das Thema Lassen und Loslassen wird uns mit all seinen unangenehmen Begleiterscheinungen (Verlust, Trauer, Ängste) aber auch Hoffnungen (Freiheitsgewinn, Zufriedenheit, Zukunftsfähigkeit) künftig zunehmend begleiten. Der Umgang mit Lassen und Loslassen ist unserer modernen Kultur und Gesellschaft, die auf Fortschritt, Konsum, Wachstum und ein lineares ‚Mehr‘ ausgerichtet ist, weitgehend fremd, vielfach tabuisiert oder zumindest kaum geübt. Vor diesem Hintergrund tritt das Amt für Lassen und Loslassen an, dieses Zukunftsthema in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, transdisziplinär zu erforschen und das Loslassen in einer künstlerisch partizipativen Intervention zur staatlichen Aufgabe zu erheben. Das ‚Amt‘ ist als Einrichtung des Buntesministeriums für Nachhaltige Entwicklung, Spiritualität und Resonanz erfrischend anders und übt das Loslassen von individuellen und kollektiven Themen mit den Besucher:innen in einem geleiteten Tiefen-Prozess liebevoll ein. Das Amt kombiniert Selbsterkenntnis, Persönlichkeitsentwicklung und partizipative Forschung. Es besteht aus einer Installation, die während der drei Konferenztage für Teilnehmende zugänglich und von ‚Beamt:innen‘ besetzt sein wird. Natürlich werden amtsgemäß auch Wartenummernautomat, Formulare, Aktenvernichter und ähnliche Elemente zum Einsatz kommen. |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 1 Ort: Asgabat A (EG) |
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Partizipativ forschen im ländlichen Ostdeutschland – Ein interaktives Rollenspiel 1: Technische Universität Berlin, Deutschland; 2: RIFS Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit | am GFZ In Zeiten multipler Krisen partizipativ zu Nachhaltigkeitsthemen in ländlichen Räumen zu forschen, birgt Potentiale und Herausforderungen. Im Workshop wollen wir Erfahrungen aus der partizipativen Forschungspraxis, Gelingensfaktoren, Schwierigkeiten und den möglichen Umgang damit anhand einer fiktiven Forschungssituation zu nachhaltiger Regionalentwicklung im ländlichen Ostdeutschland reflektieren. Geplant ist ein Dreiklang aus Erfahrungsaustausch, kurzem Rollenspiel und gemeinsamem Fazit. Zunächst sammeln wir Fallbeispiele aus verschiedenen partizipativen Forschungsprojekten. Anschließend nehmen die Teilnehmenden verschiedene fiktive Rollen ein. Im letzten Drittel reflektieren wir das Erlebte und ziehen Schlüsse für Gelingensbedingungen partizipativ-transformativer Forschung. Im Rollenspiel forschen eine*e Post-Doc und ein*e Doktorand*in einer Berliner Uni zu nachhaltiger Regionalentwicklung im ländlichen Ostdeutschland und haben zu einer Fokusgruppe eingeladen. Wir befinden uns im Gemeindesaal eines kleinen Ortes in einem ostdeutschen Flächenbundesland. Der Ort hat 7.000 Einwohner*innen, etwas Handwerk, keine Industrie, zwei Discount-Märkte, einen Bäcker; einen Fleischer, eine Kita, eine Schule, einen Imbiss, einen Gasthof. Bis zur nächsten Mittelstadt sind es ca. 20 Minuten Fahrzeit mit dem Auto. Die Umgebung ist geprägt von Flächen der Agrargenossenschaft. Ein Solarpark ist in Planung. Die kommunale Kasse ist klamm und der demographische Wandel greift um sich. Wie stellen sich die Bewohner*innen den Ort in 20 Jahren vor und wie könnte der Weg dahin aussehen? An der fiktiven Fokusgruppe beteiligen sich der Bürgermeister, die Schulleiterin, ein Landwirt, eine Rentnerin, ein*e Azubi, eine Gastwirtin, ein Handwerker, eine Mitarbeiterin aus dem Pflegeheim und der Hausarzt – alle mit ihren Erfahrungshintergründen, Sorgen und Wünschen. Wie ist es, als in der Hauptstadt lebende*r Forschende*r im ländlichen Ostdeutschland eine Fokusgruppe zu nachhaltiger Regionalentwicklung zu moderieren? Wie fühlt es sich an, von Akademiker*innen aus der Großstadt „beforscht“ zu werden und in angespannter Welt- und Finanzlage über nachhaltige Regionalentwicklung nachzudenken sowie Vorstellungen zu verhandeln? Was kann partizipative Forschung mit Praxispartnern in abgesteckten Projektzeiträumen (nicht) leisten? Wir reflektieren unsere Erfahrungen und ziehen Schlüsse für Gelingensfaktoren. |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 2 Ort: Asgabat B (EG) |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 3 Ort: Bischkek A (EG) |
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Zwischen Anspruch und Forschungsrealität: Möglichkeiten und Grenzen in der Verankerung partizipativer Forschungsansätze 1: HM:UniverCity, Hochschule München, Deutschland; 2: Fraunhofer IAO/ CeRRI, Deutschlan Partizipation in der Forschung wird zunehmend als normativer Anspruch formuliert: Sie verspricht gesellschaftliche Öffnung, Relevanz, Selbstwirksamkeit und die Einbindung pluraler Wissens- und Erfahrungsperspektiven. In der konkreten Forschungspraxis wird jedoch deutlich, dass dieser Anspruch nur unter bestimmten Bedingungen eingelöst werden kann: knappe Zeitressourcen, projektförmige Finanzierungslogiken, Karriere- und Publikationsanreize sowie Unsicherheiten darüber, wie Partizipation gestaltet werden kann, welchen Mehrwert sie für das eigene Forschungsvorhaben bietet und wie sie sich in bestehende Arbeitsweisen integrieren lässt, beeinflussen die Verankerung partizipativer Forschungsansätze im Forschungsalltag. Der Workshop basiert auf Erkenntnissen aus einem Forschungsprojekt zur Integration von Partizipation in Forschungseinrichtungen. Ausgehend von daraus entwickelten Thesen fragt der Workshop, was geschehen muss, damit partizipative Forschung nicht auf einzelne Projekte beschränkt bleibt, sondern zu einem festen Bestandteil von Forschungskultur und organisationaler Praxis werden kann. Im Zentrum steht die Annahme, dass Verankerung mehr erfordert als methodische Kompetenz, individuelle Überzeugung oder normative Appelle. Forschende müssen dort abgeholt werden, wo sie in ihrem jeweiligen Forschungsalltag stehen: mit ihren Erfahrungen, Unsicherheiten, Vorbehalten, fachlichen Logiken und begrenzten Ressourcen. In einem interaktiven Format arbeiten die Teilnehmenden entlang ausgewählter Thesen zu Möglichkeiten und Grenzen der Verankerung partizipativer Forschung. Gemeinsam identifizieren sie zentrale Hürden, notwendige Unterstützungsstrukturen und Grenzen institutioneller Gestaltung. Der Fokus liegt auf dem Austausch zwischen den Teilnehmenden: Erfahrungen aus unterschiedlichen Forschungskontexten werden zusammengeführt, Hürden und Gelingensbedingungen verglichen und wechselseitige Lernprozesse ermöglicht. Ziel ist es, auf dieser Grundlage Ansatzpunkte zu entwickeln, wie Partizipation im Forschungsalltag anschlussfähig, erfahrbar und nachhaltig verankert werden kann. |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 4 Ort: Bischkek B (EG) |
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Verkehrsberuhigung gemeinsam gestalten: Kommunikation und Beteiligung wirksam machen 1: Neue Mobilität und Innovation, Mobilitätsreferat, Landeshauptstadt München, Deutschland; 2: Stab Kommunikation, Beteiligung, Mobilitätsreferat, Landeshauptstadt München, Deutschland; 3: Institut für Verkehrswesen und Raumplanung, Universität der Bundeswehr, München In diesem interaktiven Workshop laden wir die Teilnehmenden ein, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Kommunikation und Beteiligung in verkehrsberuhigten Projekten zu teilen. Ziel des Workshops ist es, verschiedene Perspektiven und Praxisbeispiele zu sammeln, um diese in den Kommunikations- und Beteiligungsleitfaden einfließen zu lassen. Mit dem Leitfaden soll ein Ansatz entwickelt werden, wie eine Beteiligung und Kommunikation für ein Quartier mit Fokus Verkehrsberuhigung (Zielsetzung der Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung) im Idealfall stattfinden kann. Der Leitfaden soll dabei kommunale Verwaltungen befähigen und diese unterstützen eine für sie passende Kommunikations- und Beteiligungsstrategie zu wählen. Aktuell werden in der Stadt München im Rahmen des Förderprojektes MoveRegioM (BMFTR) die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt Altstadt für alle und weiteren Projekten mit Fokus Verkehrsberuhigung ausdifferenziert und bewertet. Zentrales Element bildet dabei ein Bürgerpanel, bestehend aus 80 zufällig ausgewählten Bürger*innen, welches als unparteiisches Sprachrohr der Bevölkerung fungiert und darauf abzielt, die Bedürfnisse und Wünsche der Bürger*innen zu erfassen sowie Lösungen für die kommunikativen und partizipativen Herausforderungen der Verkehrsberuhigung zu entwickeln. Im Rahmen des Workshops werden wir die Teilnehmenden dazu anregen, ihre individuellen Erfahrungen einzubringen, um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen und die Lösungsansätze aus dem Bürgerpanel zu ergänzen. Der Workshop gliedert sich in mehreren interaktiven Phasen: Zunächst teilen die Teilnehmenden ihre bisherigen Erfahrungen mit kommunikativen und partizipativen Prozessen in verkehrsberuhigten Projekten. Anschließend arbeiten sie in Kleingruppen an spezifischen Fragestellungen, die sich mit effektiven Kommunikationsstrategien, Herausforderungen der Beteiligung und der Einbeziehung vielfältiger Bürgermeinungen befassen. Die Ergebnisse der Gruppenarbeit werden im Plenum präsentiert und diskutiert. Durch diesen Austausch möchten wir konkrete Empfehlungen und Lösungsansätze erarbeiten, die nicht nur das Bürgerpanel stärken, sondern auch zur Verbesserung der zukünftigen Beteiligungsprozesse in Kommunen beitragen. Wir freuen uns auf einen inspirierenden Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien, um die Kommunikation und Beteiligung bei der Planung und Umsetzung von verkehrsberuhigten Quartieren nachhaltig zu fördern. |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 5 Ort: Chisinau A (OG) |
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“How 2 Kollegiale Beratung?” Gemeinsame Reflexion und Weiterentwicklung eines Methodenprototyps 1: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Deutschland; 2: RWTH Aachen University, Living Labs Incubator; 3: Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung (GTPF) Kollegiale (Fall-)Beratung ist ein strukturiertes, reflexives Austauschformat, das Räume schafft, um den Herausforderungen in partizipativer und transdisziplinärer Forschung zu begegnen. In einer Gruppe partizipativ oder transdisziplinär Forschender werden erfahrungsbasiert ein Fall und hiermit verbundene Fragen besprochen und reflektiert. Wie lässt sich etwa damit umgehen, wenn wichtige Akteur*innen aus dem Projekt aussteigen wollen, da sie “keinen Nutzen” sehen? Oder: Was kann man tun, um in der transdisziplinären Zusammenarbeit verschiedene Wissensformen gleichberechtigt sichtbar und entscheidungsrelevant zu machen? Kollegiale (Fall-)Beratung fördert Austausch, erweitert Perspektiven und stärkt Handlungskompetenz. Die AG Formate, Methoden und Kontexte der Gesellschaft für transdisziplinäre und partizipative Forschung (GTPF) arbeitet in diesem Jahr dazu, wie Kollegiale (Fall-)Beratung im Rahmen der GTPF gewinnbringend eingesetzt und unter gegenwärtigen Rahmen- und Förderbedingungen ermöglicht werden kann. In Kooperation mit der AG Reallabore möchten wir in einem Workshop den durch die AG entwickelten Prototyp für Kollegiale (Fall)Beratung einem Beta-Test unterziehen. Zunächst stellen wir den erarbeiteten Prototyp zu Kollegialer (Fall-)Beratung vor, der im Rahmen eines Arbeitstreffens der AGs im Mai finalisiert werden wird. In einem zweiten Schritt laden wir die Teilnehmer*innen ein, den Prototypen entlang realer oder hypothetischer Fälle zu testen. Die Methode der Kollegialen (Fall-)Beratung wird so erfahrbar gemacht. In einem dritten Schritt diskutieren und reflektieren wir die vorgestellte und erprobte Beta-Version der Methode gemeinsam und adressieren interaktiv und kollaborativ die Frage “How 2 Kollegiale (Fall-)Beratung?”. Der Workshop eröffnet somit selbst einen experimentellen Raum, um eine Methode zum reflektierteren Einsatz von Ressourcen in der partizipativen und transdisziplinären Forschung zu testen und zugleich zu helfen, sie für die Gestaltung von Forschungsräumen in der Praxis nutzbar zu machen. |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 6 Ort: Chisinau B (OG) |
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Vom impliziten Wissen zum Enzyklopädie-Eintrag: Ein designbasiertes Experiment zu “Place in Engagement” 1: Freie Forschende / Museum für Naturkunde Berlin (ehemalig), Deutschland; 2: Museum für Naturkunde Berlin Transdisziplinäre Wissensintegration steht vor einer grundlegenden Herausforderung: Situated Knowledge (Haraway 1988) entzieht sich standardisierten Darstellungsformen und braucht dennoch eine Struktur, um für andere navigierbar und zugänglich zu bleiben. Für die "Collaborative Futures Academy 2025" zum Thema "Place in Engagement" wagten wir daher ein Experiment: Gemeinsam mit dem Designteam von Studio Ajot entwickelten wir einen designbasierten Prozess, der die “situated”, vielstimmigen Perspektiven der internationalen Akademie über Kreativübungen in greifbare Ausdrucksformen überführt: von Gedichten über Comics bis zu Rezepten. Die 25 entstandenen Beiträge bilden die Publikation "Place in Engagement: A Collaborative Encyclopedia" und geben Einblick darin, wie Räume im Engagement wahrgenommen, genutzt, verändert und hinterfragt werden. Das Enzyklopädieformat räumt als Experient transdisziplinärer Wissensintegration wissenschaftlichem, praxisbasiertem und emotionalem Wissen gleichermaßen Raum ein. Die kollektive Autorschaft verteilt dabei Fachwissen neu und bietet ein Modell sowohl für das Lernen in Peer-Gruppen als auch für die Zusammenarbeit mit nicht-akademischen Gemeinschaften. Gleichzeitig ermöglicht die Methode eine offene Betrachtung von "Place in Engagement" von sensorischer Erfahrung über Machtstrukturen bis zu materiellem Design. Im Workshop laden wir euch ein, Perspektiven der Enzyklopädie, von "Designed Discomfort" bis "Relief of Missing Out", zu explorieren, den kreativen Prozess selbst zu durchlaufen und die Lücken unserer offenen Enzyklopädie mit euren ortsbezogenen Perspektiven zu ergänzen: Über Skizzierungs- und Assoziations-Prompts sowie Gruppenreflektionen entsteht ein eigener Eintrag, der euer Wissen gleichwertig in das anderer Public Engagement-Praktiker:innen und Forscher:innen einwebt. Der Workshop erlaubt dabei zwei spannende Diskussionen zu "Place in Engagement": Welche unterschiedlichen Perspektiven gibt es auf Engagement-Orte und wie stehen sie in Beziehung zueinander? Aber auch: Inwieweit schafft der Enzyklopädie-Prozess selber einen Raum transdisziplinärer Wissensproduktion durch kreative Methodik? Im Rahmen einer kritischen Diskussion darüber, wie dieser Prozess in verschiedenen Kontexten genutzt werden könnte, betrachten wir das komplexe Zusammenspiel von Vielfalt und Kohärenz in der partizipativen Arbeit. |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 7 Ort: Vilnius A (OG) |
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Unsichtbar, aber entscheidend: Die Evaluation von Koordinationsstrukturen der partizipativen Forschung 1: Klinik für Forensische Psychiatrie, Universitätsmedizin Rostock; 2: Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Universitätsmedizin Rostock; 3: Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsmedizin Rostock; 4: Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG), Standort Berlin-Potsdam; 5: Humboldt Universität zu Berlin; 6: Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Koordinationsstrukturen spielen eine Schlüsselrolle in der partizipativen Forschung. Sie schaffen Rahmenbedingungen für diese. Sie überführen operative Praxis in strategische Ziele, sichern Qualität, Messbarkeit und Nachhaltigkeit von Partizipation und unterstützen den Austausch und ermöglichen strategische Steuerung, z. B. unterschiedlicher partizipativer Formate, Projekte und Zugänge. Obwohl in vielen Fällen Koordinationsstrukturen hinter partizipativer Forschung stehen (z. B. Förderinstitutionen, koordinative Zentren, Forschungseinrichtungen) fehlt es bislang an etablierten Ansätzen, um diese Ebene systematisch zu erfassen und zu evaluieren. Der Workshop adressiert diese Lücke und zielt auf die Entwicklung eines gemeinsamen Evaluationsrahmens für Koordinationsstrukturen. Ausgangspunkt ist der aktuelle (inter-)nationale Forschungsstand sowie vorhandenes Erfahrungswissen, welches bisher jedoch weder ausbuchstabiert noch systematisch zugänglich ist. Der Workshop ist offen für Erfahrungen und Ideen zur Evaluation von Koordinationsstrukturen aus unterschiedlichen Forschungsbereichen, wobei jedoch der Schwerpunkt auf Gesundheitsforschung liegen wird. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Qualität, Wirkung und Funktionsweise solcher Strukturen angemessen erfassen lassen: Welche Kriterien beschreiben gelingende Koordination? Wie können Zusammenarbeit, Kommunikation und Einfluss sichtbar gemacht werden? Und wie lässt sich strukturelle Nachhaltigkeit – insbesondere Finanzierung und Verstetigung – in mess- bzw. bewertbare Kriterien überführen? Welche Anforderungen entstehen durch die Berücksichtigung von Koordinationsstrukturen für die Gestaltung nachhaltiger partizipativer Forschung? Methodisch ist der Workshop als interaktiver Co-Design-Prozess angelegt. Nach einem kurzen Input entwickeln die Teilnehmenden zentrale Evaluationsfragen und diskutieren in thematisch sortierten Kleingruppen Vorgehensweisen, Kriterien und Erfahrungen zur Evaluation, die anschließend im Plenum gebündelt und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit, Messbarkeit und Operationalisierbarkeit gemeinsam reflektiert werden. Ziel ist die Skizzierung eines gemeinsamen, anwendbaren Rahmens zur Evaluation übergeordneter Koordinationsstrukturen in der partizipativen Forschung. Der Workshop soll dabei Ausgangspunkt für einen weiterführenden Delphi-Prozess sein (u. a. mit Publikation der Ergebnisse), an dem die Teilnehmenden bei Interesse mitwirken können. |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 8 Ort: Vilnius B (OG) |
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Wenn normative Ansprüche auf Praxis treffen: Geschlechtergerechtigkeit in Reallaboren und partizipativen Prozessen Hochschule Heilbronn, Deutschland Der Workshop richtet sich an Akteur*innen aus Forschung und Wirtschaft, die in partizipativen Kontexten arbeiten und sich mit Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in partizipativer Technikentwicklung und in Reallaboren auseinandersetzen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass eine geschlechtergerechte Gestaltung in zahlreichen partizipativen Projekten als normativer Anspruch formuliert wird, die praktische Umsetzung jedoch häufig mit Herausforderungen und Spannungen verbunden ist. Institutionelle Rahmenbedingungen, ökonomische Verwertungslogiken, Ressourcenknappheit, asymmetrische Machtverhältnisse sowie unterschiedliche Begriffs- und Problemverständnisse können dazu führen, dass Geschlechtergerechtigkeit im Projektalltag nur partiell berücksichtigt wird. Der Workshop zielt darauf, diese Spannungen zwischen Anspruch und Praxis systematisch zu reflektieren, Perspektiven aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zusammenzuführen und gemeinsam Ansatzpunkte für den produktiven Umgang mit diesen Spannungen zu erarbeiten. Dabei sollen auch Gelingensbedingungen für eine geschlechtergerechte Umsetzung partizipativer Forschung in verschiedenen interdisziplinären Kontexten identifiziert und diskutiert werden. Ablauf (90 Minuten): Begrüßung (5 Minuten): Vorstellung des Ablaufs, Spielregeln Aktivierung (10 Minuten): Durchführung einer gemeinsamen Übung zur Reflexions- und Wahrnehmungsförderung (Privilege Walk) Rahmensetzung (20 Minuten): Einführung in partizipative & feministische Reallaborforschung sowie Vorstellungen verschiedener Methoden und (erfahrener) Herausforderungen Kleingruppenarbeit (30 Minuten): Austausch eigener Forschungserfahrungen und gemeinsame Auswahl von Fallbeispielen (ca. 10 Minuten). Dann ko-Kreatives Arbeiten zu verschiedenen Fragstellungen (20 Minuten), bspw..:
Vorstellung im Plenum (20 min): Ergebnispräsentation und gemeinsame Diskussion Abschluss (5 Minuten): Sammlung von Learnings und Reflexion. Ziel des Workshops: Der Workshop möchte Raum für geteilte Reflexion und neue Impulse im Umgang mit partizipativer Forschungspraxis schaffen. Erwartete Ergebnisse: ·Sichtbarmachung von Spannungsfeldern partizipativer Forschung im Kontext sozialer Gerechtigkeit ·Interdisziplinärer Austausch und Erarbeitung von Strategien im Umgang mit Wertekonflikten und Dilemmata ·Stärkung reflexiver Forschungskompetenz |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 9 Ort: Tallinn (OG) |
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Moving Manni Festo(s) – eine soziale Choreografie transdisziplinärer Forschung 1: ASH Berlin, AG Performative Soziologie in der GtpF; 2: LMU München, AG Performative Soziologie in der GtpF; 3: anstiftung München, AG Performative Soziologie in der GtpF Transdisziplinäre Forschung verspricht Austausch auf Augenhöhe, geteilte Räume, gemeinsame Zukünfte. Doch was spiegelt leibliche Erfahrungen wider – und was bleibt auf Papier statt sich in Körper einzuschreiben? Wir greifen Leitlinien transdisziplinärer Forschung als Ausgangspunkt auf und diskutieren Erfahrungen der Teilnehmenden in gelebter Praxis nicht, sondern verkörpern sie. Durch performative Soziologie (Jende 2020), embodied thinking (Schoeller et al. 2023) und zeitgenössische Praxistheorien (Schäfer 2023) explorieren wir gemeinsam, wie gängige Choreografien der Transdisziplinarität Bewegungen und Gedanken (prä-)konditionieren, lenken, blockieren oder ermöglichen (Eder 2026). Zum Einstieg führen geskriptete embodied reflections in einen leiblichen Modus des Denkens – nach Innen lauschend, tastend, spürend (20 Min). Den Kern bildet eine kollektive Performance, in der Teilnehmende ausgewählte Fragen aus dem Themenschwerpunkt in körperliche, theatrale oder tänzerische Anordnungen übersetzen (50 Min): Wie beeinflussen institutionelle Strukturen, z.B. Richtlinien, Vergabekriterien von Fördermitteln, institutionelle Abläufe, Zeithorizonte von Projekten, räumliche Anordnungen, architektonische Vorgaben, gesellschaftliche Normen oder Arbeits-Kulturen die Forschungspraxis? Aus den verkörperten Erinnerungen entstehen neue Anordnungen, verkörperte Manni Feste – lebendige Bilder, die die Dichotomie zwischen Ermöglichung und Begrenzung erfahrbar dynamisch machen. Abschließende Reflexion - Was war das? Was hat der somatisch körperliche Vollzug uns für die transdisziplinäre Praxis gezeigt? Was bleibt in den Körpern? Wie lässt es sich in Forschungsalltag übersetzen, wenn Erfahrung zur Erinnerung wird? (20 Min) Als Abschlussbild überdauernder Erkenntnissicherung formt die Gruppe einen Kollektivkörper für die transdisziplinäre Zukunft. Methodisch verbinden wir interventionelle Feldforschung, Aktionskunst und performative Aktionsforschung. Als Kollaborationspartner:innen sind Tänzer:innen angefragt, um mit ihrer Expertise den Leib als Erkenntnis- und Gestaltungsinstrument (Wacquant 2003) einzusetzen und jene Spannung zwischen individueller Positionalität und institutionellen Rahmenbedingungen somatisch auszuloten, die Forschung meist unbewusst strukturiert. Die Teilnehmenden verlassen den Raum nicht mit neuen Thesen – sondern mit Gespür für Choreografien, die sie in der Wissenschaft mittanzen und zukünftig anders tanzen könnten. |
| 11:00 - 12:30 | Workshop 10 Ort: Riga (OG) |
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Zwischen Mitsprache und Mitforschung: Wann werden Kinder zu Ko-Forschenden in Reallaboren? Hochschule Darmstadt, Deutschland Partizipative Forschung zielt auf die Ko-Produktion von Wissen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Kinder und Jugendliche werden dabei zunehmend als relevante Akteur*innen adressiert – in der Praxis jedoch häufig primär als Teilnehmende von Beteiligungsformaten. Ihre Rolle in der Wissensproduktion selbst sowie ihre Handlungsspielräume innerhalb institutioneller Strukturen bleiben oft unklar. Der Workshop geht der Frage nach, wann und unter welchen Bedingungen Kinder in transdisziplinären Reallaboren tatsächlich zu Ko-Forschenden werden. Im Zentrum steht dabei das Spannungsfeld zwischen individueller Beteiligung und institutionellen Rahmenbedingungen. Ausgangspunkt ist das Reallabor Freiraum wächst - klimaadaptive Stadträume mit Kindern gestalten in Eltville am Rhein, in dem Kinder und Jugendliche entlang verschiedener Dimensionen der Wissensproduktion eingebunden sind: etwa in der Entwicklung von Fragestellungen, der Gestaltung von Methoden, der Erarbeitung von Lösungsansätzen sowie der Reflexion von Wirkungen. Methodisch kombiniert der Workshop einen kurzen Input mit interaktiven Arbeitsphasen. Anhand konkreter Projektsituationen (z. B. Co-Design-Prozesse, Beteiligungsformate und Reflexionssettings) analysieren die Teilnehmenden in zwei aufeinander aufbauenden Arbeitsblöcken die Rolle von Kindern in (1) Prozessgestaltung und Forschung sowie (2) Wirkungsanalyse und institutioneller Rahmung. Ziel ist es, Spannungsfelder, Gelingensbedingungen und Grenzen partizipativer Forschung mit Kindern herauszuarbeiten und gemeinsam Kriterien bzw. Reflexionsperspektiven dafür zu entwickeln, wann von Ko-Forschung gesprochen werden kann. Der Workshop adressiert zentrale Fragen des Themenschwerpunkts, insbesondere nach der Verteilung von Deutungs- und Entscheidungsmacht sowie den institutionellen Bedingungen von Selbstwirksamkeit. Er schafft einen Raum für Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und zielt darauf ab, ein differenziertes Verständnis von Ko-Forschung mit Kindern zu entwickeln. Perspektivisch soll der Workshop zur Vernetzung und möglichen Initiierung einer thematischen Arbeitsgruppe beitragen. |
| 12:30 - 13:30 | Mittagspause Ort: Almaty (EG) Ebenfalls in den Räumen Foyer Kiew (OG) und Minsk (OG) |
| 13:30 - 15:00 | Vorträge: Zusammenführung von Expert:innen- und Alltagswissen – von Widersprüchen zur kreativen Ressource Ort: Asgabat A (EG) Wie können Expert:innen- und Alltagswissen in Labor- und Experimentierräumen so zusammengeführt werden, dass ihre Vielfalt und Widersprüche nicht (nur) als Hindernis, sondern als Ressource für eine kreative, zukunftsfähige Wissensproduktion dienen? |
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Begegnung auf Augenhöhe: Zusammenarbeit mit einem Betroffenen- und Angehörigenbeirat zur Gestaltung eines Diskurses über eine zwangsfreie Psychiatrie SCI:MOVE - Science on the Move, Deutschland Die Anwendung von Zwang in der Psychiatrie steht exemplarisch für zentrale ethische Konflikte zwischen Schutzpflicht, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung. Die sog. Ordnungsfunktion der Psychiatrie – der Schutz vor Gefährdung durch Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Dritte gefährden - auch mittels Zwangsmaßnahmen – markiert ein ethisches Spannungsfeld zwischen Freiheitsrechten und gesellschaftlicher Sicherheit. Das kürzlich gestartete und hier zu Grunde liegende Diskursprojekt greift diese Kontroverse auf und initiiert eine breite, partizipativ gestaltete Debatte über Chancen und Dilemmata einer zwangsfreien Psychiatrie, die Perspektiven von Betroffenen, Fachkräften und marginalisierten Gruppen (z. B. Personen, die im Maßregelvollzug untergebracht sind) integriert. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Phasen mit unterschiedlichen Methoden und Formaten (Digital Storytelling, Trialog-Szenario-Workshop, Erlebnisformate), um die heterogenen Zielgruppen, Interessen und Erfahrungen zu berücksichtigen. Im Vortrag soll das Projekt kurz vorgestellt werden und erläutert werden, wie ein Betroffenen- und Patient:innen-Beirat im Verlauf des Projektes partizipativ eingebunden wird, um die insgesamt sechs Projekt-Formate zu konzeptionieren und zu begleiten. Im Spannungsverhältnis von Beteiligung: MV tut was. 1: Öko-Institut, Deutschland; 2: Rostocker Institut für Sozialforschung und gesellschaftliche Praxis e.V. Im Programm MV tut was entstehen seit dem Frühjahr 2025 neue Impulse für Teilhabe und Klimaschutz vor Ort. Das Programm macht Engagement und gute Beispiele sichtbar, unterstützt Menschen im ländlichen Raum und fördert Teilhabe. Engagement, Ideen und Tatendrang zeigen sich dabei in vielen Ecken des Landes Mecklenburg-Vorpommern. MV tut was geht dabei auch methodisch durch eine Vielfalt an Beteiligungsformaten innovative Wege: Es gibt einen Wettbewerb zur Sichtbarkeit und Motivation bereits Engagierter, Weiterbildungs- und Vernetzungsangebote für Dorf-Kümmerer, lokale Werkstatt- und Konfliktlösungsformate, Design-Thinking-Angebote für Unternehmen, ein Beteiligungsprojekt für Auszubildende sowie ein Klima.Mobil mit Feldküche. Die Zielgruppen der Beteiligungsformate reichen dabei von Initiativen, die sich bereits engagieren, über interessierte Privatpersonen und Dorfgemeinschaften bis hin zu Jugendlichen in Ausbildungsbetrieben und der interessierten „Person von nebenan“. Im Rahmen der wissenschaftlichen Programmbegleitung werden Prozesse und Wirkungen des ambitionierten Vorhabens mit quantitativ und qualitativ empirischen Methoden evaluiert. Der Fachvortrag bietet Einblicke in zentrale Erkenntnisse aller Beteiligungsformate, möchte daneben aber auch Denkanstöße zu Verstetigung, Skalierung und Wissenstransfer liefern: (Wie) ist es gelungen, die Zivilgesellschaft – auch abseits der bereits Engagierten - in ihrer Vielfalt zu erreichen? Was konnten die Teilnehmenden aus dem Programm persönlich mitnehmen? Welche (Nachhaltigkeits-)Wirkungen zur Akzeptanz von Klimaschutz vor Ort erzeugte das Programm darüber hinaus? Zuletzt greift der Fachvortrag die Frage des „Was nun?“ auf. (Wie) können die Erkenntnisse aus den Einzelformaten in ihrer Vielfalt zusammengeführt werden und als Basis einer Verstetigung und Wissenstransfers dienen? Wo liegen Chancen einer programmbezogenen Partizipation – und wo stoßen wir auf Grenzen während und nach dem Projekt? Schönere Schulwege: Partizipatives Schulwegedesign Technische Universität Braunschweig, Deutschland Kinder werden in der Stadtplanung selten als direkte Stakeholder einbezogen, obwohl ihr täglicher Schulweg ein zentraler Erfahrungs- und Lernraum ist. Das Projekt Schönere Schulwege untersucht, wie analoge und digitale Medien sowie partizipative Formate die gesellschaftliche Teilhabe von Schüler*innen stärken können. Im Rahmen dieses Vortrags präsentieren wir ein Lern- und Beteiligungsformat, das im Rahmen einer Wissenschaftswoche mit Schülerinnen und Schülern der 5. / 6. Klasse der Rosa-Luxemburg-Schule in Potsdam erprobt wurde. Es kombiniert Design Thinking Methoden und Collaborative Mapping, um Schüler*innen als Ko-Forschende in die Bewertung und Verbesserung ihrer Schulwege einzubeziehen und ihnen zentrale Aspekte der Stadtplanung näher zu bringen. Mittels Collaborative Cognitive Mapping werden individuelle Routen, wahrgenommene Barrieren und Sicherheitsaspekte erfasst und in der Gruppe diskutiert. Auf Basis von Design Thinking Techniken (Brainstorming, Clustering) entwickeln die Kinder Ideen zur Verbesserung ihrer Wege, die sie anschließend in Collagen und räumlichen Modell Prototypen visualisieren. Der methodische Mix ermöglicht sowohl die Erhebung subjektiver Erfahrungsdaten als auch die aktive und kreative Auseinandersetzung mit urbanen Räumen. Die Ergebnisse liefern erste Evidenz für ein altersgerechtes, forschungsgestütztes Beteiligungsformat, das andere Forscher*innen, Kommunen und Bildungseinrichtungen inspirieren kann, partizipative Räume für Kinderbeteiligung zu schaffen - ein zentraler Impuls für den Themenschwerpunkt „Labore, experimentelle Räume und Technologien“ und das Jahresthema „Räume und Ressourcen für partizipative und transdisziplinäre Forschung“. Qualitäts- und Wirkungsmessung in der partizipativen Forschung mit potenziell vulnerablen Personen: Indikatorenentwicklung im Kontext der informellen Pflege Bayerisches Zentrum Pflege Digital, Deutschland Obwohl Partizipation in Politik, Forschung und Technikentwicklung mittlerweile einen hohen Stellenwert einnimmt, ist eine Differenzierung partizipativer Prozesse und deren konkreter Auswirkungen vielfach nur schwer möglich. Nach unserem Verständnis lässt sich eine Vielzahl partizipativer Praktiken unter dem Oberbegriff der Partizipation sammeln. Dabei stehen jedoch immer zentrale Werte der Inklusion im Vordergrund, die mit Präsenz, Sicherheit, Mitsprache, Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit zusammenhängen. Mit dem hohen Potential und Versprechungen zu stärkerer Demokratisierung von Prozessen sowie gesteigertem Empowerment seitens der Adressat:innen partizipativer Prozesse gehen in den Bereichen der Gesundheit und Pflege eine Vielzahl an Verständnissen sowie hohe normative Ansprüche einher. Diesen gerecht zu werden scheint – insbesondere in der partizipativen Forschung mit potenziell vulnerablen Personen – in der Umsetzung jedoch tendenziell nur begrenzt zu gelingen. Ob und vor allem wie die Qualität und Wirkung von partizipativer Forschung mess- und evaluierbar gemacht werden können, sind Fragen, mit denen sich nun immer mehr Wissenschaftler:innen befassen. Der Einsatz von Indikatoren als qualitäts- und wirkungsbezogene Kriterien ist eine Möglichkeit, um entsprechende Effekte partizipativer Forschung systematisch evaluierbar zu machen. In dem Vortrag werden Zwischenergebnisse einer Delphi-Studie präsentiert, in welcher in einer ersten Runde 156 Indikatoren zum Prozess, Outcome und Impact partizipativer Forschung im Kontext der informellen Pflege zur Diskussion gestellt wurden. Darüber hinaus werden konkrete Rückmeldungen von Teilnehmenden der Delphi-Studie reflektiert und für die konsensbasierte Weiterentwicklung der Indikatoren genutzt. Anmerkungen im Anschluss an den Vortrag fließen unmittelbar in die Finalisierung der Indikatoren ein, welche einer breiten Zielgruppe aus Wissenschaft und Praxis zur Verfügung gestellt werden sollen. |
| 13:30 - 15:00 | Vorträge: Ressourcen für nachhaltige Experimentier- und Laborräume – Infrastruktur, Kompetenz, Anerkennung Ort: Asgabat B (EG) Welche Ressourcen – Technik, Infrastruktur, Zeit, Kompetenz, Anerkennung – sind nötig, um Experimentier- und Laborräume nachhaltig zu gestalten? |
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Sanitärwende durch eine open source Hardware abgeleitete Methode TU Berlin, Deutschland Hier stellen wir eine partizipative Forschungsmethode vor, die auf "best practices" aus der Entwicklung von Open-Source-Hardware-Projekten basiert. Ähnlich wie bei der „Enrich by Co-Design“-Methode durchlaufen die Teilnehmenden den Prozess der gemeinsamen Gestaltung eines Objekts. Anstatt jedoch die Prototypenentwicklung eines Objekts als Bereicherungsmethode zu nutzen, stehen die Hardware und ihre Entwicklung im Mittelpunkt des partizipativen Forschungsprojekts, und die Gemeinschaft bildet sich um die Gestaltung und Nutzung der Hardware herum. Die Hardware selbst soll dabei helfen, die gesellschaftliche Struktur zu verändern, indem sie künstlerische Forschung, akademische Forschung und Fertigungsstrukturen miteinander verbindet, um eine Einheit zu schaffen, die gesellschaftliche Probleme hinterfragt, aufzeigt oder sogar löst. HerbaTour: lokalen Biodiversitätswandel gemeinsam erforschen Senckenberg Institut für Pflanzenvielfalt Jena, Deutschland Das Herbarium Haussknecht am Senckenberg Institut für Pflanzenvielfalt Jena beherbergt eine der größten Pflanzensammlungen Europas und bildet eine einzigartige Grundlage für die Forschung. Es eröffnet zudem Potenziale für Wissensvermittlung und gesellschaftlichen Dialog. Gleichzeitig nimmt die „Pflanzenblindheit“ zu – Pflanzen werden kaum wahrgenommen, ihre Bedeutung für Ökosystemen und Klima wird unterschätzt. Hier setzt das partizipative Projekt HerbaTour an, das das Herbarium gezielt „zugänglich“ macht. Gemeinsam mit Bürgerwissenschaftler*innen werden in co-kreativen Prozessen historische jenaer Pflanzenbelege mit persönlichen Erfahrungen, lokalem Wissen und wissenschaftlichen Perspektiven verknüpft. Diese Inhalte werden als narrative, digitale Stationen entlang bestehender Wanderwege vermittelt und ermöglichen Reflexionen zu Biodiversitätswandel und Umweltveränderungen im eigenen Naturerleben. Der Beitrag stellt das Projekt in seiner Anfangsphase vor, in der Herbarium und Landschaft als miteinander verbundene Räume partizipativer Wissensproduktion verstanden werden. Im Fokus steht die Frage, wie Transformationswissen aus der Verschränkung persönlicher Narrative, historischer Quellen und wissenschaftlichem Wissen entsteht, welches Sensibilität für Biodiversitätswandel und Artenverlust nachhaltig stärkt. Myco-Blocks TU Berlin, Deutschland Myco-Blocks ist ein Werkzeug für transdisziplinäre Zusammenarbeit und Co-Design. Im Zentrum stehen Bausteine aus Myzel, einem biologisch gewachsenen, zirkulären Material, die als Medium dienen, um komplexe Gestaltungs- und Herstellungsprozesse erfahrbar zu machen. Durch spielerische Herausforderungen bauen Besucher:innen gemeinsam dreidimensionale Strukturen aus begrenzten geometrischen Elementen. Dieser niedrigschwellige Einstieg bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und baut Hemmschwellen zwischen Disziplinen ab. Menschen aus Gestaltung, Wissenschaft und Handwerk begegnen sich auf Augenhöhe. Der Mehrwert liegt im Prozess: Myco-Blocks führt vom spielerischen Erkunden über das Verstehen des Materials bis hin zum Entwerfen eigener Anwendungen. Dabei lernen Teilnehmende, ihre Ideen zu kommunizieren und gleichzeitig andere Denk- und Arbeitsweisen nachzuvollziehen. So wird Myco-Blocks zu einem Übersetzungswerkzeug zwischen Expertisen, das hilft, Wissen aktiv zu verbinden und gemeinsam nachhaltige, materialbasierte Lösungen zu entwickeln. |
| 13:30 - 15:00 | Vorträge: Stadt-Land-Verbindungen – Gemeingüter, Stoffkreisläufe & gemeinsame Zukunftsvisionen Ort: Bischkek B (EG) Wie können Forschungsräume die Verbindung zwischen Stadt und Land stärken – in Bezug auf Stoffkreisläufe, Gemeingüter oder gemeinsame Zukunftsvisionen? |
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Herausforderungen der Gestaltung von Reallaboren im ländlichen und touristischen Raum: Das Beispiel Vorarlberg School of Transformation and Sustainability, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland Am 26. und 27. März 2026 hat in Götzis/Vorarlberg das interaktive Symposium „Lebensraum Zukunft: Wie wir Wandel im Tourismus gemeinsam gestalten“ als Kooperation zwischen dem Land Vorarlberg, vertreten durch die Landestourismusorganisation „Vorarlberg Tourismus“, und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stattgefunden. Es war die Abschlusskonferenz des Projektes „Reallabor Vorarlberg: Ein Experimentierraum für nachhaltige Innovationen“ der KU Eichstätt-Ingolstadt im Rahmen des digitalen Masterprogrammes „Transformation und nachhaltige Lebensraumentwicklung – Tourismus neu gestalten“. Dieses Masterprogramm ist in die neue KU-Fakultät „School of Transformation and Sustainability“ eingebettet und ist damit Teil einer Ausbildung für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung als zentraler Hebel, um Veränderungsprozesse in Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft wirksam zu unterstützen. Über drei Semester haben Studierende des genannten Masterprogrammes mit sechs Tourismus-Regionen des Landes Vorarlberg zusammengearbeitet mit dem Projektziel, auf der Basis der bestehenden Vision der Tourismusstrategie Vorarlberg Experimentier- und Lernräume zu ermöglichen und erste inhaltliche Aussagen zu Zukunftsthemen zu treffen. Das aktive Miteinander von Wissenschaft und Gesellschaft ist dabei ein leitender Gedanke. Die Herausforderung lag darin, bestehende Routinen des Planens und Umsetzens der Strategien von Tourismus- und Regionalentwicklung im Spannungsfeld von Landes- und Regionalorganisationen zu durchbrechen sowie Transformations-Wissen zu generieren. Der wissenschaftliche Fachvortrag beschreibt die Schritte des Projektes und diskutiert die Ergebnisse der Reflexion mit Fokus auf die Herausforderungen eines Reallabor-Projektes im ländlichen sowie touristischen Raum. Tools for co-creating urban-rural futures Technische Universität Berlin, Deutschland In times of multiple crises and profound transformational challenges, spatial visions are key to proactively shaping socio-ecological transitions – particularly at regional scales, where urban-rural metabolic flows and socio-economic interdependencies can be integrated. Collaborative processes are essential for producing robust transdisciplinary knowledge and widely supported regional visions. When diverse actors participate – across sectors, governance levels, and knowledge domains – the resulting visions are richer, more communicable and better anchored in local realities. International case studies reveal variations in how such processes can be designed, facilitated, and equipped with tools. This paper will present insights from two transdisciplinary, living lab-based research projects funded by the BMBFTR – PolyUrbanWaters (2019–2027) and Urban-Rural Assembly (2019–2025) – which explore spatial transformation in the rapidly urbanizing regions of Huangyan (China) and Sleman (Indonesia). Both projects apply vision-building with communities and municipalities to generate action-oriented knowledge for sustainable regional futures. A broad range of tools was developed, tested and evaluated across the two contexts, including collaborative mapping and sketching, voting and narration, and the use of film. The strengths, limitations and transferability of selected tools will be assessed. Particular attention will be given to the relevant spaces and resources, the context-specific and imaginative nature of the tools, their value for co-creation, and how they mediate between short-term community concerns and long-term regional transitions. The comparison will contribute to debates on methodologies for transformative research, futuring, and co-creation, highlighting how universities can act as laboratories for experimenting with new tools of imagination to support inclusive and transformative regional governance. Governance der Kulturlandschaft im Stadtumland: Zwischen EU-Zielen und lokaler Praxis 1: UFZ - iDiv, Deutschland; 2: CoKnow Das Projekt LAFERIA untersucht die Transformation urban geprägter Agrarräume sowie des städtischen Hinterlands durch die Wiederherstellung von Landschaftselementen in intensiv genutzten landwirtschaftlichen Gebieten. Im Fokus stehen Hecken, Blühstreifen, Kleingewässer und Bauminseln als sozio-ökologische Strukturen an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Wasserhaushalt, Wohn- und Erholungsraum sowie Naturschutz. Diese Landschaftselemente tragen zur Bewältigung zentraler Herausforderungen wie Biodiversitätsverlust, Klimawandel und konkurrierender Flächennutzungen in städtisch beeinflussten Agrarräumen bei. Vor dem Hintergrund aktueller politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen – insbesondere der EU-GAP-Reform sowie der laufenden Planungsphase zur nationalen Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur – wird Landschaftstransformation als mehrskaliger Governance-Prozess in Stadtregionen verstanden. Dabei wird deutlich, dass nicht nur landwirtschaftliche Betriebe im städtischen Umland, sondern auch Städte, Kommunen und Großgrundbesitzer über Pacht- und Flächensteuerung maßgeblich auf Landnutzung und ökologische Aufwertung einwirken. Das Projekt verfolgt einen transdisziplinären Ansatz, der Akteure aus Landwirtschaft im Stadtumland, Verwaltung, Politik, Naturschutz, Agrarberatung und Zivilgesellschaft zusammenbringt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unterschiedliche Wissensformen integriert und partizipative Prozesse gestaltet werden können, um Nutzungskonflikte zwischen ökologischen Zielen und gesellschaftlichen Interessen in urban-ruralen Agrarräumen zu verhandeln und gemeinsam zukunftsorientierte Visionen zu entwickeln. LAFERIA untersucht damit, wie Stadtregionen als zusammenhängende Landschaftsräume verstanden werden können und unter welchen Bedingungen lokale Ansätze zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlich geprägter Landschaften skaliert und in nachhaltige Raumentwicklungsstrategien überführt werden können. |
| 13:30 - 15:00 | Vorträge: Mensch-Natur-Koexistenz – kreative Räume der Zusammenarbeit Ort: Chisinau B (OG) Welche Rolle spielen lokale Gemeinschaften, nicht-menschliche Akteur:innen oder kreative Koexistenzen für ein zukunftsfähiges Mensch-Natur-Verhältnis in der Stadtplanung, Raumgestaltung und beim Bauen? |
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Hitzestressmodellierung und sozioökonomische Herausforderungen auf Quartiersebene – Ergebnisse und Erfahrungen einer transdisziplinären Fallstudie in Bremerhaven Climate Service Center Germany (GERICS) - Helmholtz-Zentrum Hereon, Deutschland Die Auswirkungen des Klimawandels erzeugen miteinander eng verflochtene ökologische, ökonomische und gesundheitliche Herausforderungen, die die Lebensbedingungen in urbanen Räumen wesentlich beeinflussen. Während kommunale Anpassungsstrategien physische Betroffenheiten wie Hitze, Überflutungen und Dürre adressieren, bleiben soziale Aspekte oftmals unterrepräsentiert, obwohl die Folgen des Klimawandels vulnerable Bevölkerungsgruppen besonders stark treffen. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Fachvortrag Erfahrungen und Ergebnisse einer Fallstudie zur Modellierung der Hitzebelastung im Quartier Goethestraße in Bremerhaven – einem Quartier, das neben einer starken Hitzebelastung auch erhebliche sozioökonomische Herausforderungen aufweist und dessen soziale Verwundbarkeit auch im Rahmen des Sozialraummonitorings der Stadt Bremerhaven aufgezeigt wurde. Die Fallstudie nutzt methodisch einen Top‑down‑Ansatz zur Berücksichtigung wissenschaftlicher Daten, wie meteorologische Parameter, regionale Klimaänderungsinformationen oder Geoinformationen, als Eingangsdaten für Hitzestressmodellierungen unter Nutzung der „Tygron Platform“. Ergänzt wird dies durch einen Bottom‑up‑Ansatz unter Einbindung zentraler Akteure der Stadtverwaltung und des Quartiersmanagements, um Expert:innenwissen sowie lokale Einschätzungen und die im Rahmen der Klimaanpassung vorrangig zu adressierenden Herausforderungen berücksichtigen zu können. In diesem transdisziplinären und ko‑kreativen Prozess werden alle wesentlichen Entscheidungen – etwa die Festlegung von zu modellierenden Klimaszenarien und die Identifikation potenzieller Anpassungsmaßnahmen zur Verbesserung des thermischen Komforts – gemeinschaftlich getroffen. Über in Deutschland standardmäßig genutzte Ansätze der Stadtklimamodellierung und darin verwendeter Indizes hinaus gehend, bezieht die Fallstudie auch Planungsprinzipien aus den Niederlanden mit ein. Hier kommen – basierend auf der 3-30-300-Regel – Indikatoren wie „Schattenanteil auf öffentlichen Verkehrsflächen“ und „Laufabstand zu nicht hitzebelasteten, öffentlichen Erholungsflächen“ zur Anwendung. Neben der Darstellung der Modellergebnisse werden auch Anpassungsoptionen für eine verbesserte Ausgestaltung sozial inklusiver Klimaanpassungsstrategien diskutiert. KI-gestützte Auswertung von Bürgerfeedback in der Stadtplanung Scenerii GmbH, Deutschland Digitale Bürgerbeteiligung in Stadtplanungsprozessen generiert zunehmend große Mengen unstrukturierten Textfeedbacks. Hunderte bis tausende Kommentare entstehen, die sich manuell kaum systematisch auswerten lassen. Dieser Beitrag reflektiert Erfahrungen mit dem Einsatz von KI-gestützten Auswertungsmethoden im Rahmen konkreter Beteiligungsprojekte und diskutiert ihre Potenziale sowie Grenzen für transdisziplinäre Forschungsprozesse. Am Beispiel einer 3D-basierten digitalen Beteiligungsplattform für Stadtplanung, entwickelt als Spin-off der TU Dresden, zeigen wir, wie Large Language Models eingesetzt werden können, um Bürgerfeedback zu clustern, thematisch zu strukturieren und in handlungsorientierte Berichte zu übersetzen. Dabei übernimmt die KI auch eine Übersetzungsfunktion zwischen alltagssprachlichem Bürgerfeedback und fachlicher Planungssprache. Wir vergleichen verschiedene KI-Anbieter einschließlich lokal betriebener Modelle hinsichtlich ihrer Eignung für sensible kommunale Kontexte. In einem Stadtplanungsprojekt in München haben rund 500 Teilnehmende über 800 Kommentare und mehr als 8.000 Reaktionen eingebracht, innerhalb von sechs Wochen. Die KI-gestützte Auswertung ermöglichte eine strukturierte Synthese, die manuell nicht leistbar gewesen wäre. Gleichzeitig stellen sich kritische Fragen. Welche Stimmen gehen bei der Automatisierung verloren, wie transparent sind KI-generierte Kategorisierungen, und wie lässt sich Datensouveränität auf kommunaler Ebene gewährleisten? Der Vortrag positioniert KI-Auswertung nicht als Ersatz für partizipative Prozesse, sondern als technologische Ressource, die kritisch reflektiert neue Räume für transdisziplinäre Wissensproduktion zwischen Stadtplanung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft eröffnen kann. Multisensorische und interaktive Exponate als Ressource für Räume der Partizipation Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Deutschland Im Transferverbund Saxony⁵ erprobt ein interdisziplinäres Team aus Designer*innen und Forschenden an der HTW Dresden, wie multisensorische und interaktive Formate genutzt werden können, um Perspektivwechsel in der Wissenschaftskommunikation anzuregen und sichtbar zu machen. Wir knüpfen an Konzepte des Embodied Cognition an, in denen körperliche Interaktion und räumliche Erfahrung als Teil von Lern- und Verstehensprozessen betrachtet werden. Entlang unseres Entwicklungspfades erörtern wir, wie sich dabei Räume für partizipative Beteiligungsprozesse verändern. Wir reflektieren, wie sich unsere Labor- und Experimentierräume vom analogen Abstimmungssetup über Extended Reality (XR) gestützten Vermittlungstool bis zur digitalen Datenerhebung schrittweise verändert und welche methodischen Entscheidungen sich als wertvoll erwiesen haben. Ausgangspunkt ist ein analoges Abstimmungstool, mit dem wir in einem Veranstaltungsraum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Haltungen der Besuchenden zu den Rechten der Natur vor und nach dem Austausch zwischen Expert*innen und Bürger*innen erfassten. Auf diese Weise wurden Perspektivwechsel direkt im Dialograum sichtbar. Dieses Tool wurde im Zuge einer Netzwerkveranstaltung um digitale Elemente erweitert. Ausgehend der gewonnenen Erkenntnisse entstand für das Senckenberg Naturmuseum Dresden eine Kombination aus digitalen und analogen Elementen, mit der Haltungen zu Insekten vor und nach dem Ausstellungsbesuch erfasst und die Daten digital ausgewertet werden können. Parallel dazu entstand ein XR-gestütztes Vermittlungstool zur ökologischen Gewässerentwicklung, das frühe Stufen der Partizipation, Information und erste Aktivierung adressiert und als experimenteller Raum auf Konferenzen und Ausstellungen erprobt wird. Aktuell wird das XR-Vermittlungstool so weiterentwickelt, dass unsere bisherigen Erkenntnisse einfließen. Der Fokus liegt stärker auf Beteiligungsformen und Mitgestaltungsmöglichkeiten, um Partizipation über Information und Dialog hinaus zu erweitern. |
| 13:30 - 15:00 | Vorträge: Normen und Diskriminierung – Wie Forschungsräume gesellschaftliche Normen reflektieren und mit Diskriminierung umgehen Ort: Tallinn (OG) Wie spiegeln partizipative und/oder transdisziplinäre Forschungsdesigns gesellschaftliche Normen wider, beispielsweise durch Abhängigkeiten und Grenzen? Wie wird mit Diskriminierung umgegangen? |
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Inclusivity and Diversity in living lab research Hochschule Eberswalde, Deutschland The energy transition has not benefited all segments of society equally, raising critical questions about the design of just energy policies and projects. This inequity highlights the need for inclusive approaches, especially within living labs piloting sustainable energy solutions. A key challenge for living labs is achieving broad societal impact, which is fundamentally tied to inclusivity. Living lab research must prioritize diversifying participants and stakeholders to effectively scale solutions across diverse communities. Individual characteristics, such as gender, ethnic identity, level of education, wealth, and income, strongly influence the ability to participate in energy projects. As spaces for co-production and transformation, living labs should fully embrace diversity as a key principle, fostering deliberative exchange connecting actors from different backgrounds. The European Green Deal prioritizes a “just transition,” signaling the political demand to develop transdisciplinary research projects that address issues such as energy poverty, the gender pay gap, and social segregation. To investigate this disparity, we designed and implemented four citizen action labs in Germany, Norway, Switzerland, and Türkiye, experimenting with different notions of inclusivity and diversity. Based on our findings, we explore the concept of inclusivity at the sociopolitical context (scaling up), stakeholder, and population locality (scaling deep and scaling out). In particular, we focus on the role of recruitment as a bottleneck for diverse public engagement. Leveraging the knowledge gained from the research process, this article provides evidence for setting up living labs in the energy transition, targeting distinctive social groups to create a meaningful impact across society. Raum für Transformationen: SGN Synthesis & Solutions Labs 1: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung; 2: Institut für Sozial-ökologische Forschung (ISOE); 3: Senckenberg Biodiversitäts- und Klimaforschungszentrum; 4: Goethe Universität Frankfurt, Fachbereich Biowissenschaften Der Verlust biologischer Vielfalt findet seine Ursachen überwiegend in gesellschaftlichen Entscheidungsräumen, die Wissenschaft allein nicht verändern kann. Doch wie können Forschungsinstitutionen strukturell dazu befähigt werden, Wissen und gesellschaftliches Handeln näher zusammenzubringen? Für die Entwicklung nachhaltiger Handlungsoptionen und Lösungsmöglichkeiten ist es notwendig, Wissen aus der Forschung mit Praxis- und Erfahrungswissen zu verknüpfen. Hierfür sollten Wissenschaftler*innen über Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen, mit Akteur*innen aus der Gesellschaft gemeinsam Forschung zu betreiben, während (natur)wissenschaftliche Forschungsinstitutionen transdisziplinäre und partizipative Forschung stärken sollten. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) hat gemeinsam mit dem Institut für Sozial-ökologische Forschung (ISOE) eine strukturierte Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft geschaffen – die Senckenberg Synthesis & Solutions Labs. Diese Plattform bildet die institutionelle Infrastruktur als Voraussetzung für transdisziplinäres Arbeiten: Sie stellt Mechanismen zum Kapazitätsaufbau und zur Förderung einer integrativen Forschung auf individueller und institutioneller Ebene bereit. Innerhalb dieser Plattform dienen einzelne Projekte, sogenannte „Labs“ als „Scharnierstellen“ zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. In diesen experimentellen Räumen arbeiten Forscher*innen, begleitet von TD-Expert*innen, gemeinsam mit Akteur*innen aus der Gesellschaft an konkreten Fallbeispielen. Eine kontinuierliche Evaluation wird durchgeführt, um Prozesse zu verbessern und anzupassen. Weitergehende Aktivitäten der Plattform beinhalten Angebote zu TD-Forschung und Capacity-Building sowie zur Vernetzung über die Institution hinaus. Zudem sollen Möglichkeiten geschaffen werden, die Aktivitäten der einzelnen Labs auch nach deren Ende „weiterzuführen“. In diesem Fachvortrag stellen wir die institutionelle Etablierung der Plattform vor und reflektieren unsere Erfahrungen beim Aufbau der dafür notwendigen institutionellen Strukturen, Prozesse und Ressourcen zur Stärkung und Förderung transdisziplinärer Forschung an einem naturwissenschaftlich geprägten Forschungsinstitut. Auf Augenhöhe – oder doch nicht? Was Patient:innen-Beteiligung über partizipative Forschung verrät 1: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät, Institut für Medizin- und Datenethik; 2: Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), NCT Heidelberg, eine Partnerschaft zwischen DKFZ und dem Universitätsklinikum Heidelberg, Deutschland, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg Patient:innen stärker in die Forschung einbeziehen – was auf dem Papier selbstverständlich klingt, trifft in der onkologischen Praxis auf gewachsene Routinen, Zeitdruck und klare Hierarchien. Wie gelingt unter diesen Bedingungen Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ und wo stößt sie an Grenzen? Diesen Fragen geht ein Begleitforschungsprojekt am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg nach. Grundlage für diesen Beitrag ist die Auswertung von rund 40 qualitativen Interviews mit Patient:innen ohne Forschungserfahrung, Patient:innen-Vertretenden, Forschenden und Koordinator:innen von Beteiligungsprozessen. Die Auswertung zeigt: Partizipation ist kein Selbstläufer, sondern ein Aushandlungsprozess voller Spannungen. Unterschiedliches Wissen, knappe Zeit und unklare Rollen prägen die Zusammenarbeit. Während einige Forschende die Beteiligung von Patient:innen vor allem als Vorgabe „von oben“ erleben, entdecken Patient:innen-Vertretende mitunter neue Handlungsspielräume – etwa wenn sie über die Durchführung von Projekten mitentscheiden. So entstehen Situationen, in denen klassische Machtverhältnisse gleichzeitig bestehen bleiben und sich verschieben. Der Beitrag macht diese Ambivalenzen sichtbar und fragt, was sie über die Bedingungen partizipativer Forschung aussagen – auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erwartungen an Ziel und Funktion von Beteiligung. Er zeigt, wie bestehende Strukturen nicht nur herausgefordert, sondern auch fortgeschrieben werden, und welche konkreten Ansatzpunkte es gibt, um Zusammenarbeit tatsächlich anders zu gestalten. Gerade weil die Medizin traditionell stark hierarchisch organisiert ist, lassen sich aus diesem Beispiel übertragbare Einsichten gewinnen: etwa dazu, wie institutionelle und gesellschaftliche Vorgaben, Erwartungen, individuelle Motivationen und vorhandene Ressourcen das Gelingen von Beteiligung beeinflussen. Der Vortrag lädt dazu ein, diese Erfahrungen auch auf andere Felder partizipativer und transdisziplinärer Forschung zu übertragen und kritisch zu reflektieren. Wer spricht für wen? Vielfalt und Repräsentation bei partizipativer Forschung (Kurzbeitragstitel: Wer spricht für wen?) Palliativmedizin, Medizinische Fakultät, Universität Augsburg, Deutschland Durch partizipative Forschung sollen viele unterschiedliche Sichtweisen einbezogen werden. In der Palliativversorgung, in der es um die sensiblen Themen lebenslimitierende Erkrankung, Sterben und Trauer geht, ist es besonders wichtig, dass alle Menschen gehört werden und eine Stimme haben. In unseren Interviews mit Mitwirkenden an Forschung in der Palliativversorgung zeigt sich jedoch eine wichtige Frage: Für wen können oder sollen sie sprechen? Oft sind Gruppen wenig vielfältig zusammengesetzt und bestimmte Erfahrungen und Sichtweisen fehlen. Gleichzeitig kann die Erwartung entstehen, dass einzelne Personen zum Sprachrohr werden und auch für andere mitsprechen. Der Beitrag greift dieses Spannungsfeld auf und fragt: Wie gehen wir damit um, dass nur ein Teil der Sichtweisen sichtbar wird? Und wo stößt „für andere sprechen“ an Grenzen? Am Beispiel von Interviews mit Mitwirkenden mit Krebserkrankung, psychischer Erkrankung, Demenz oder Behinderung diskutieren wir, wie Vielfalt in partizipativer Forschung gestaltet werden kann, ohne Mitwirkende zu überfordern oder Sichtweisen zu verallgemeinern. Partizipation: theoretisch gut! ... aber in der Praxis und auf Augenhöhe? Charite Berlin, Deutschland Die PartWiss-Konferenz steht jährlich mit vielseitigen Kongressprogrammen an der Spitze bedarfs- und praxisorientierter Wissenschaft. Gleichzeitig ist sie in der (inter-)nationalen Kongresslandschaft verhältnismäßig ‚klein‘. Auf ‚großen Bühnen‘ ist Partizipation weiterhin eher Fernziel als greifbare Zukunft. Methodologisch ist der Partizipationsgedanke in vielen wissenschaftlichen Disziplinen selbstverständlich. Medizin orientiert sich seit 20 Jahren am Shared Decision Making (SDM). Positivbespiele zeigen messbare Verbesserungen der Versorgungsqualität. Wird SDM jedoch ‚abgewürgt‘, müssen sich Patienten oft mittellos damit abfinden. Partizipative Forschung ist weiterhin auf einzelne Disziplinen (Onkologie) beschränkt und andererorts (Kardiologie) nonexistent. Mit gut organisierten Patientenvertretungsverbänden gäbe es dort vielleicht längst eine Zuckersteuer. Mit Erfahrungen als (partizipativ) Forschende und Patientenvertreterin untersucht dieser Vortrag kulturelle, strukturelle und rechtliche Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Partizipation mit internationalen Vergleichen. Es ist ein Erfolg, dass der Partizipationsgedanke in Wissenschaft und Vergabeverfahren angekommen ist. Jetzt müssten politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Potentiale von Partizipation in der Breite zu verankern und zu nutzen. |
| 13:30 - 15:00 | Vorträge: Ressourcen und Überwindung – Wie individuelle Stärken institutionelle Defizite kompensieren Ort: Riga (OG) Wie können individuelle Ressourcen – wie Empathie, Kreativität oder Lebenserfahrung – institutionelle Defizite kompensieren, deren Fehlen ausgleichen oder normative Grenzen überwinden? |
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Digital dabei? Bürger*innen als Co-Forschende 1: Grenzenlos Digital e.V., Deutschland; 2: Grenzenlos Digital e.V., Deutschland Citizen Science wird oft so umgesetzt, dass Bürger*innen Daten sammeln - aber nicht forschen. Im Projekt „Digital dabei? - Digitale Inklusion in der öffentlichen Daseinsvorsorge gemeinsam gestalten" haben wir einen anderen Weg eingeschlagen: Menschen mit eigenen Erfahrungen digitaler Ausgrenzung haben als gleichberechtigte Co-Forschende mitgeforscht. Mehrere Citizen Scientists aus Berlin wurden in qualitative Methoden eingeführt: Interviewführung, Dokumentation und Inhalsanalyse. Dabei war von Anfang klar, dass unterschiedliche Kompetenzen, Sprachen und Zugänge mitgedacht werden müssen. Die Erhebung konnte per Audioaufnahme, strukturiertem Google-Formular oder abfotografierten handschriftlichen Notizen erfolgen und die Einführungsmaterialien wurden auf Deutsch und Englisch bereitgestellt. Diese Offenheit war eine bewusste methodische Entscheidung, um die Arbeitslast gering zu halten und Anforderungen von Co-Forschenden mit geringen Deutschkenntnissen oder Sehbehinderung gerecht zu werden. Die Citizen Scientists haben Interviews in ihren Communities geführt und sind in die gemeinsame Auswertung eingebunden. Der Forschungsgegenstand sind digitale Barrieren in der öffentlichen Verwaltung. Dieser ist auch unmittelbar Teil der Lebenswirklichkeit unserer Co-Forschenden, da wir Menschen mit Behinderung, mit Fluchtbiographie, mit Migrationshintergrund und geringen Deutschkenntnissen für das Projekt gewonnen haben. Unser Ansatz wirft grundlegende Fragen auf: Welche Datenqualität entsteht, wenn Menschen ohne Forschungserfahrung qualitative Methoden anwenden? Wie verändert gelebte Erfahrung den Blick auf das Material? Die strukturelle Bedingung, dass Citizen Scientists Erfahrung und Community-Zugänge mitbringen, aber keine Forschungsbiographie und keine Forschungszeit, erfordert Anpassungen im gesamten Prozess, beispielsweise vereinfachte Interviewleitfäden und Überführung von Rohmaterial in analysierbare Formate. Im Vortrag reflektieren wir theoretische Vorannahmen, methodische Entscheidungen und die Spannungsfelder zwischen wissenschaftlichem Anspruch, Empowerment und dem Wunsch, strukturelle Veränderungen anzustoßen. WissenschaftlerInnen in der transformativen Forschung: Zwischen Transformationsdruck und Personaler Nachhaltigkeit Karlsruher Institut für Technologie, Deutschland Die Beschleunigungsdiagnose des Soziologen Rosa (2013) beleuchtet die Auswirkungen der Steigerungslogiken in modernen Gesellschaften: Sie führten zu einer fortschreitenden Entfremdung, da Menschen den Kontakt zu sich selbst, anderen und zur Welt verlieren. Als Antwort stellte Rosa (2016) die Resonanztheorie auf. Auch die transformative Wissenschaft kann sich der Beschleunigung nicht entziehen; vielmehr wird eine Große Transformation (WBGU 2011) hin zu Nachhaltigkeit immer dringlicher und damit auch der Anspruch an eigene transformative Beiträge. Gleichzeitig wirken auch hier die Be- und Entlohnungsmechanismen der optimierten, verwertungsorientierten Wissenschaft. Vor diesem Hintergrund hat das interdisziplinäre Forschungsteam des Karlsruher Transformationszentrum (KAT) für das Jahr 2024 eine Entschleunigungsprogrammatik ins Leben gerufen, um sich diesem Spannungsfeld anzunähern und das eigene beschleunigte Tun im Selbstexperimenten zu erspüren, erforschen und hinterfragen. Die analog eines Aktionsforschungszyklus strukturierte Programmatik beinhaltete die Umsetzung einzelner Interventionen im KAT-Team. Zudem wurden im Rahmen einer Begleitforschung Erfahrungen dokumentiert, Daten erhoben, analysiert und reflektiert. Die analytischen Ebenen der Reflexion waren: Individuum, Teamdynamiken und das KAT als Teil des Wissenschaftssystems. Eine Hypothese war, dass Entschleunigung geeignet sein könnte, um Raum für Reflexion zu ermöglichen und Resonanzachsen zu etablieren, die das Erfahren von Resonanz wahrscheinlicher machen. Eine weitere Hypothese war, dass Resonanz gleichsam als Bedingung und Bestandteil für Nachhaltige Entwicklung angesehen werden könnte und damit für die transformative Arbeit essenziell ist. In unserem Vortrag präsentieren wir die gemachten Erfahrungen und leiten übergreifende Lessons Learned ab. Zudem reflektieren wir diese im Kontext unserer eigenen Involviertheit in der transformativen Forschung und beleuchten sie unter dem Konzept der Personalen Nachhaltigkeit (Parodi & Tamm 2018). Methoden und Meta-Kompetenzen für transdisziplinäre Forschung und Praxis 1: Technische Universität Berlin, Deutschland; 2: Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation; 3: Museum für Naturkunde Transformationsprozesse zeichnen sich durch hohe Komplexität, widersprüchliche Interessen und offene Zielhorizonte aus. Wie sich solche Vorhaben produktiv strukturieren lassen, ist daher eine zentrale Frage für transdisziplinäre Forschung und praxisorientierten Transfer. Der Fachvortrag stellt ein methodisch fundiertes und zugleich niedrigschwelliges Vorgehen vor, das Akteur:innen dabei unterstützt, von einer unklaren Herausforderung zu einem bearbeitbaren Problem und ersten Lösungsansätzen zu gelangen. Ausgehend von Erfahrungen aus dem TransformLabs und dem Verbundprojekt Transferkompetenzen werden ausgewählte Methoden wie Challenge Framing, Stakeholder-Analyse, Empathy Mapping und How-might-we-Fragen vorgestellt und Erfahrungen mit ihren Anwendungslogiken erläutert. Im Zentrum steht dabei nicht allein die jeweilige Methode, sondern die Erfahrungen aus den Projekten mit den dahinterliegenden Meta-Kompetenzen, d.h. wie unterschiedliche Perspektiven systematisch einbezogen, Bedarfe strukturiert und die Ansätze eigenständig auf transdisziplinäre Forschungs- und Praxiszusammenhänge übertragen werden können. Der Vortrag verbindet konzeptionelle Überlegungen zu Transfer, Kollaboration und Co-Kreation mit praxisnahen Einblicken in Transformationsarbeit mit Wissenschaft, KMU, Verwaltung und weiteren gesellschaftlichen Akteur:innen. Er zeigt, wie aus einem methodisch gestützten Problemverständnis ein anschlussfähiger Raum für Kooperation, Lösungsentwicklung und gemeinsame Verantwortung entsteht. Damit bietet der Beitrag einen Zugang zu transdisziplinärer Forschung, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern Handlungsfähigkeit in Transformationsprozessen stärkt. Partizipative Entwicklung und Implementierung einer Lehrveranstaltung zur Förderung der Kommunikation von Medizinstudierenden mit Menschen mit Behinderung 1: Universität Augsburg, Medizinische Fakultät, Augsburg, Bayern, Deutschland; 2: Universitätsklinikum Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin, Augsburg, Bayern, Deutschland Hintergrund Trotz des in der UN-BRK festgeschriebenen Rechts auf eine Gleichbehandlung von Menschen mit Behinderung in der Gesundheitsversorgung weisen einige Studien und Berichte bis heute auf Defizite und Benachteiligungen in der Gesundheitsversorgung hin. Ein wesentlicher Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass es medizinischem Fachpersonal an der Kompetenz mangelt, adäquat mit Menschen mit Behinderungen zu kommunizieren. Aus diesem Grund ist es für Medizinstudierende essenziell, diese Fähigkeit zu trainieren. Zielsetzung und Methode Ziele des Projekts ist die Konzeptionierung einer Lehrveranstaltung, in der Menschen mit Behinderungen als Schauspielpatient*innen eingesetzt werden, um die individuellen Ressourcen von Medizinstudierenden hinsichtlich einer besseren Versorgung von Menschen mit Behinderung zu fördern. Die Ziele und das Konzept der Lehrveranstaltung wurden in einer Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit Personen mit Behinderung, Dozierenden und Medizinstudierenden entwickelt und wird im Rahmen einer Beobachtung und anschließenden Interviews evaluiert. Ergebnisse Im Rahmen der Lehrveranstaltung erfolgt eine Simulation einer Situation in einer Arztpraxis. Die Medizinstudierenden verkörpern dabei die Rolle des Arztes. Die Person mit einer kognitiven, mobilitäts- oder Sinnesbeeinträchtigung nimmt die Rolle der/des Patient*in ein. Anschließend an das Gespräch erfolgt ein Feedback sowie die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ausgehend von bisherigen Erfahrungen in der Entwicklung und dem Innovationscharakter dieser Lehrveranstaltung werden eine hohe Akzeptanz der Veranstaltung sowie einzelne Herausforderungen in der Machbarkeit erwartet. Diskussion Mit der Lehrveranstaltung soll ein Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen geleistet werden, indem Medizinstudierende auf die Kommunikation mit Menschen mit Behinderung vorbereitet und so Defizite in der Versorgung von Menschen mit Behinderung zukünftig verringert werden. Persönliches Vertrauen an institutionellen Leerstellen: Vertrauensbedarfe und organisationale Schwerpunktsetzungen in Citizen Science Museum für Naturkunde Berlin, Deutschland Partizipative Forschung steht unter widersprüchlichen Anforderungen: epistemische Qualität und partizipative Offenheit sollen gleichermaßen gewährleistet werden, während externe Legitimationserwartungen und Ressourcendruck kumulieren. Unter diesen Bedingungen verschiebt sich die Absicherung der Kooperation auf persönliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren. Die dafür nötige Beziehungsarbeit gilt meist als natürlicher Bestandteil partizipativer Forschung; der Vortrag führt die zugrunde liegenden Vertrauensbedarfe dagegen auf Schwerpunktsetzungen und Leerstellen in der organisationalen Ausgestaltung wissenschaftlicher Einrichtungen zurück. Grundlage ist eine laufende Studie zur Institutionalisierung von Citizen Science in verschiedenen Typen wissenschaftlicher Einrichtungen. Auf Basis von Interviews und Dokumenten wird gezeigt, welche Zonen der Kooperation organisationale Form erhalten und welche nicht. Vertrauensbedarfe erweisen sich dabei als Effekte organisationaler Schwerpunktsetzungen; Vertrauen erscheint als produktives Element, das Forschungsarbeit ermöglicht, die Spannungen der Partizipation jedoch als persönliche Anforderung erscheinen lässt. Der Vortrag zielt auf eine reflexive Auseinandersetzung mit Institutionalisierungsprozessen und den organisationalen Schwerpunktsetzungen, die Projektleitungen zu Adressaten dieser Anforderungen machen. |
| 13:30 - 15:00 | Vorträge: Praxis und Transformation – Wie Forschungsräume normative Grenzen überwinden und transformative Potenziale entfalten Ort: Vilnius (OG) Wie können Forschungsräume normative Grenzen überwinden und transformative Potenziale entfalten? |
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Universitäre Dynamik und partizipative Forschung Universität Bielefeld, Deutschland Das Projekt „JustHEALTH – Junge Stimmen für Gesundheit“ richtet sich an Menschen im Alter von 16–21 Jahren – mit und ohne Fluchtgeschichte, die in 2 unterschiedlichen Kommunen leben. Der Schwerpunkt des partizipativen Forschungsprojektes liegt auf fotografischen Perspektiven psychosozialer Alltagsbelastungen und dem damit verbundenen Gesundheitszugang junger Menschen. Ziel des Projektes ist die Erstellung einer digitalen Bilderausstellung mit mehrsprachiger Kommentierung, um auf gesundheitliche Herausforderungen aufmerksam zu machen und jungen Menschen eine Stimme zu geben. Der Beitrag reflektiert den im Rahmen des Projektes entstandenen partizipativen Forschungsraum als Spannungsfeld zwischen individueller Positionalität und institutioneller Rahmung. Im Rahmen des Vortrags wollen wir daher die Fragen in den Blick nehmen, welche Rolle es spielt als universitäre Einrichtung partizipativ zu forschen, welche Rahmenbedingungen in der „Behörde Universität“ das partizipative Arbeiten erschweren und welche Perspektivwechsel als empirische Wissenschaftler*innen notwendig sind, um sich auf partizipative Forschungsansätze einzulassen. Denn: Administrative Abläufe, Förderregularien, ethische Prüfverfahren und methodische Standards strukturieren, ermöglichen und begrenzen gleichermaßen Handlungsspielräume und werden insbesondere im universitären Setting sichtbar. Unsere ersten Erkenntnisse zeigen, dass a) der Einbezug von externen Akteur*innen und Verwaltungspersonal, b) der Austausch mit anderen partizipativ Forschenden und c) das Lösen von methodischen Zwängen essenziell für das Gelingen partizipativer Forschungsansätze ist. Partizipation verlangt mehr als methodische Anpassungen: Sie erfordert eine reflexive Auseinandersetzung mit Macht, Verantwortung und institutionellen Strukturen. Regionalentwicklung durch Astrophysik? Das Fallbeispiel des DZA-Ideenwettbewerbs im Transformationsprozess der Lausitz Deutsches Zentrum für Astrophysik, Deutschland Das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) verfolgt den Auftrag, naturwissenschaftliche Spitzenforschung in der Lausitz sowie weltweit zu betreiben. Als Maßnahme des Strukturwandels – finanziert vom Bund und Freistaat Sachsen – ist die im Aufbau befindliche Einrichtung zugleich mit gesellschaftspolitischen Dimensionen verknüpft. Sie soll u.a. die Entwicklung der Lausitz hin zu einer Wissenschaftsregion fördern. Voraussetzung dafür ist, dass sich das DZA gut in der Region verankert, um nicht nur exogener Anstoß auf Grundlage staatlicher Förderung zu sein, sondern endogene und integrative Entwicklung zu fördern. Dieses Anliegen ist erheblich mit Akzeptanzfragen verknüpft. Das DZA ist dafür auf die Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren und deren Unterstützung angewiesen. Ein Bestandteil dieses Zusammenwirkens ist ein regionaler Ideenwettbewerb, der Anfang 2026 ausgelobt wurde. Damit soll die ideelle Beteiligung unterschiedlicher Zielgruppen (Kommunen, Bildungsträger, Zivilgesellschaft) am Aufbau des DZA gefördert werden, indem das Format Impulse an der Schnittstelle von Region, Strukturwandel und DZA erzeugt. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung werden zudem Sichtweisen aus der Region erfasst, die als analytische Grundlage für die am DZA angesiedelte Abteilung "Transformationsforschung und Regionalentwicklung" dienen. Der Ideenwettbewerb verfolgt gleichermaßen gesellschaftliche und wissenschaftliche Ziele. Der Vortrag wird zum einen das konkrete Format "Ideenwettbewerb" vorstellen: Dafür werden konzeptionelle Überlegungen und erste Ableitungen aus dem bis dato abgeschlossenen Wettbewerbsverfahren erläutert, z.B. zur Frage, welche Impulse durch dieses Instrument erzeugt werden. Zum anderen ist auch das inter- und transdisziplinäre Verständnis der DZA-Abteilung "Transformationsforschung und Regionalentwicklung" insgesamt Gegenstand des Vortrags, die als sozialwissenschaftlich arbeitende Einheit innerhalb eines Großforschungszentrums der Natur- und Technikwissenschaften wirkt. Training der Kollaboration: lehrbasierte Dritte Orte als neue Basis design- und aktionsforschender Living Labs? Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg, Deutschland Engaged Learning (Chmelka et al. 2023) sowie Live Projects (Harriss et al. 2014) nutzten als Challenge based Learning (Gallagher, S. E.; Savage, T. 2023) die Auseinandersetzung mit Praxis-Fragestellungen und erarbeiten eigene Positionen oder Lösungsansätze. Einen eigenen offenen Freiraum als Dritten Ort mit und durch Studierende mitten in der Stadt/Region zu organisieren geht einen Schritt weiter: in selbstorganisierten Living Labs design- und aktionsforschend arbeiten. Anhand der Projekte ‚in:takt – Freiraum für alle‘ in Magdeburg (in:takt 2026) und ‚COCO – Commoning Cottbus‘ in Cottbus (COCO 2026) werden Rahmenbedingungen, Ko-Prozesse, Chancen und Herausforderungen dieser Freiräume für die Beteiligten, für die Lehre und Forschung sowie die Stadtgesellschaft reflektiert. Die Projektorte verankern Studierende im Stadtraum, bauen neue Beziehungen auf, ermöglichen Selbstwirksamkeit: Studierende werden zu eigenständigen, lernenden Akteuren, die im Team in offenen Prozessen zusammenarbeiten und darauf zielen, einen gemeinschaftlichen Raum als Dritten Ort organisieren. Mit Bürger:innen, der Zivilgesellschaft und Institutionen initiieren sie offene, kollaborative Arbeits- und Forschungprozesse. Als neue öffentliche Infrastruktur beziehen diese Orte und Akteure öffentlich Position für demokratische Werte und eine offene Gesellschaft. In Wechselwirkung von Theorie und Praxis bieten sie Einstiege ins Engagement, einen neuartigen Erfahrungs- und Trainingsraum für Kollaboration und damit die Chance inter- und transdisziplinäre Arbeitsweisen sowie Ko-Gestaltungsprozesse zu entwickeln. Orientiert an Design- und Aktionsforschung (Smith et al. 2024, Chevalier et al. 2013, Kindon et al. 2008) fragen sie: Inwiefern bieten lehrbasierte Dritte Orte durch aktionsforschende Lehrprojekte hybride Settings, in denen möglichst viele Arten von Wissen einbezogen und gemeinsam in praxi geforscht wie auch gestaltet werden kann? Partizipative Forschung am Nachhaltigkeitslabor der JMU Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland Mit Transformationsexperimenten fördert das Nachhaltigkeitslabor WueLAB der Universität Würzburg inter- und transdisziplinäres wissenschaftliches Denken, Dialogräume, sowie die Partizipation aller Universitätsmitglieder und Praxispartner*innen an Forschungsprozessen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der aktiven Beteiligung von Studierenden an der wissenschaftsbasierten Gestaltung von Transformationsprozessen. Transformationsexperimente verbinden Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft, um gemeinsam Lösungen für komplexe sozial-ökologische Herausforderungen zu entwickeln. Innerhalb zweier Förderlinien können sich alle Universitätsmitglieder, inklusive Alumni mit Ideen zur sozial-ökologischen Transformation der Universität oder darüber hinaus bewerben. Forschende, Studierende und Praxispartner*innen arbeiten dabei von der Idee bis zur Umsetzung auf Augenhöhe zusammen. Das WueLAB unterstützt die Projekte durch ein transdisziplinäres Netzwerk, partizipative und co-kreative Methoden der Datenerhebung, sowie beim Social-Impact-Monitoring von Transformationsprozessen. Das Format eröffnet Räume für Aushandlungsprozesse, respektvollen Dialog und die Partizipation aller Statusgruppen an Forschung und gesellschaftlicher Gestaltung. |
| 15:00 - 15:15 | Pause |
| 15:15 - 15:45 | Abschlussplenum Ort: Moskau (OG) |
| 15:45 | Konferenzende |