PartWiss 26
Konferenz zur Vernetzung und Stärkung
von Partizipation in der Wissenschaft
18. bis 20. November 2026 in Berlin
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Vorträge: Konflikte, Skalierbarkeit & Daseinsvorsorge – von lokalen Lösungen zur kommunalen Transformation
Sitzungsthemen: 2. Stadt, Land & Natur – Wo und mit wem forschen wir?
Wie verhandeln Forschungsprojekte Flächen- und Ressourcenkonflikte zwischen ökologischen Visionen und ökonomischen Herausforderungen? Wie tragen Forschungsprojekte zur Sicherung der Daseinsvorsorge bei? Welche Rolle spielen kommunale Verwaltungen? Welche Grenzen und Potenziale haben lokale Lösungen im Hinblick auf Skalierbarkeit und Transfer? | ||
| Präsentationen | ||
Theorie trifft Praxis trifft Realität. Transdisziplinäre Ansätze in der Digitalisierungsforschung 1: Weizenbaum-Institut, Deutschland; 2: Center for Advanced Internet Studies Die Digitalisierungsforschung ist ein dynamisches und junges Feld, das zentrale gesellschaftliche Transformationsprozesse im Kontext digitaler Technologien untersucht. Ihre Untersuchungsgegenstände (z.B. Wirkmechanismen algorithmischer Systeme, digitale Kompetenzen, Regulation von Plattformen) sind komplex und betreffen nahezu alle Lebensbereiche. Um dieser Komplexität und dem Impact gerecht zu werden, reichen disziplinäre akademische Perspektiven und deren produktive Verzahnung allein nicht aus. Eine Forschung mit anstelle über die Gesellschaft liegt daher nahe. Doch bisher ist eine systematische Betrachtung, begriffliche Schärfung und ein gemeinsames Verständnis des Potentials transdisziplinärer Forschungsmodi in der Digitalisierungsforschung noch ein Desiderat. Welchen Beitrag können transdisziplinäre Forschungsansätze in der Erforschung der Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft und eine gemeinwohlorientierte Gestaltung der digitalen Transformation leisten? Im Rahmen einer Mixed-Method-Studie wurden - bis zum Zeitpunkt der Einreichung - 13 Interviews mit Expert:innen der transdisziplinären Digitalisierungsforschung diverser Disziplinen geführt, um subjektive Deutungen, Erfahrungen und Praxisperspektiven auf Chancen und Herausforderungen sowie Spezifika von transdisziplinärer Digitalisierungsforschung zu identifizieren. Ergänzend dazu wurden 23 Kurzfragebögen und Mindmaps von Expert:innen transdisziplinärer und partizipativer Forschung im Rahmen der PartWiss25 erhoben, um relationale Ordnungen, Schwerpunktsetzungen und implizite Strukturannahmen zu identifizieren. Die Ergebnisse der Studie sollen vorgestellt werden und Spezifika, Herausforderungen und konkrete Gestaltungshinweise diskutiert werden. Wir möchten mit der Verknüpfung der Binnen- und Metaperspektive zur transdisziplinären Digitalisierungsforschung einen Beitrag zu Theoriebildung und realen Umsetzung leisten, die über die Digitalisierungsforschung hinaus relevant ist. Vergleich der politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen von Bürgerwissenschaftsprojekten 1: Helmholtz Center for Environmental Research, Deutschland; 2: German Centre for Integrative Biodiversity Research - iDiv; 3: Martin-Luther-University Halle-Wittenberg; 4: Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV); 5: Friedrich-Schiller-University Jena Bürgerwissenschaftliche Projekte werden häufig für ihre Fähigkeit gelobt, Handlungskompetenz zu fördern, kollektives Umweltengagement zu unterstützen sowie Wissen und Vertrauen in die Wissenschaft zu stärken. Die Messung dieser Auswirkungen bleibt jedoch eine Herausforderung und wurde bislang nur selten ganzheitlich durchgeführt. Unsere Studie zielt darauf ab, die Auswirkungen von vier Bürgerwissenschaftsprojekten zu bewerten, indem fünf zentrale Wirkungsdimensionen berücksichtigt werden: politische, ökonomische, wissenschaftliche, ökologische und soziale. Diese Wirkungsanalyse konzentriert sich auf Projekte zur Biodiversitätsüberwachung in unterschiedlichen Taxa und Ökosystemen, darunter auch das vom NMZB nominierte FLOW Lighthouse Project 2026. Eine vergleichende Analyse dieser Projekte liefert interessante Einblicke, da sie sich in ihren Abläufen und Anforderungen unterscheiden, etwa hinsichtlich der Häufigkeit der Datenerhebung, des Grads der Interaktion zwischen den Teilnehmenden, des Vorbereitungsaufwands sowie der gebotenen Lernmöglichkeiten. Die Daten wurden mittels Online-Umfragen unter Bürgerwissenschaftler*innen erhoben und durch semi-quantitative Interviews mit Projektleitenden ergänzt. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des Projektdesigns für die Ausgestaltung der Auswirkungen in allen fünf Dimensionen. Transdisziplinäres Lernen für nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme: Beteiligung in der Lehre gestalten Universität Kassel, Österreich Universitäre Lehre benötigt ergebnisoffene Wissensräume, in denen Transformationsprozesse erprobt und reflektiert werden (West 2018). Im Zentrum steht das Erleben, wie Nachhaltigkeitstransformationen transdisziplinär und partizipativ alltagsnah gestaltet werden können (Schneidewind 2015). Unser Beitrag untersucht, wie transdisziplinäre Lehrformate solche Räume schaffen: Sie machen Wissen der Nachhaltigkeitsforschung zugänglich, fördern Kompetenzen bei Studierenden und lokalen Akteur*innen und entwickeln kontextspezifische Lösungen im Sinne eines Nachhaltigkeitstransfers (Lang et al. 2012, Nölting 2021). Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Beteiligungskonzepten als zentralem Handlungswissen für Skalierungs- und Transferprozesse (Newig et al. 2024). Am Beispiel des Moduls ‚Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme gestalten‘ (Universität Kassel) zeigen wir, wie Beteiligung im Format des Service Learning konzeptualisiert und umgesetzt wird und als boundary object wirkt (Altenschmidt et al. 2023, Badur 2020). Das Projekt ‚Gemeinschaftsküche Witzenhausen‘ verdeutlicht die Herausforderung von Kommunen, Kitas und Schulen sowohl zentrale Akteure der Gemeinschaftsverpflegung als auch Schlüsselakteure nachhaltiger Ernährungssysteme trotz begrenzter Ressourcen unterschiedlicher Art zu sein. . Forschen im und mit dem Revier Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland Forschung, die den „Elfenbeinturm“ verlässt und sich gemeinsam mit gesellschaftlichen Akteur:innen konkreten Problemstellungen widmet, wird zunehmend politisch gefordert und gesellschaftlich erwartet – jedoch meist ohne die notwendigen Räume, Ressourcen und institutionellen Strukturen an Forschungseinrichtungen zu verankern. Wir nehmen diese Leerstelle zum Ausgangspunkt und stellen das Just Transition Center (JTC) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als institutionelles Experiment im Strukturwandel des mitteldeutschen Reviers vor. Im Kontext des Kohleausstiegs erprobt das JTC neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – mit dem Anspruch, Forschung aus, für und mit der Region zu gestalten. Im Zentrum steht eine temporäre Transferinfrastruktur, die transdisziplinäre Prozesse initiiert, begleitet und verstetigt. Unterschiedliche Rollen greifen dabei ineinander: Revierscouts sind regional verankert, tragen die Projektidee in die Region, um Interesse zu wecken und Kooperationen aufzubauen und identifizieren Bedarfe vor Ort in den Revieren; Dialog- und Impact-Management sowie Transfer- und Gründungscoaching unterstützen die Entwicklung kooperativer Projekte und deren langfristige Wirkungsperspektiven; die Transferqualifizierung schafft einen Raum, in dem Promovierende ihre Rolle als Forschende im Strukturwandel reflektieren und aktiv gestalten können. Anhand von Praxisbeispielen wird gezeigt, wie diese Rollen zusammenwirken, um Forschung systematisch mit regionalen Herausforderungen zu verknüpfen. Zugleich stellt der Beitrag zentrale Fragen zur Diskussion: Was geschieht, wenn solche Strukturen – trotz fortbestehender Transformationsbedarfe – auslaufen? Und wie können solche temporären Infrastrukturen langfristig institutionell verankert werden? | ||