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Transdisziplinäres Feedback zu qualitativen Forschungsergebnissen? Einblick und Reflexion der partizipativen Methoden im Projekt DigiBeSt
Zeit:
Freitag, 06.12.2024:
11:45 - 13:15
Ort:Atelier 4
Personen: 27
Präsentationen
Transdisziplinäres Feedback zu qualitativen Forschungsergebnissen? Einblick und Reflexion der partizipativen Methoden im Projekt DigiBeSt
Anna Soßdorf1, Katharina Gerl2, Annika Froese3, Ina Metzner4, Claudia Bosch4
1SCI:MOVE - Science on the Move, Deutschland; 2Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; 3Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung; 4nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung GmbH
Wie kann ein transdisziplinärer Expert:innen-Workshop die Interpretation von qualitativen Forschungsergebnissen eines Projektes bereichern? Qualitative Interviewforschung lebt von den tiefergehenden Narrativen und Begründungszusammenhängen der Interviewees. Forschende müssen aus ihrer Fachexpertise heraus diese Erzählungen interpretieren. Sie bekommen so bestenfalls Antworten auf Fragen, die ihren wissenschaftlichen Denkmodellen entstammen ("Forschenden-Bias").
Doch genau an dieser Stelle begrenzt sich die qualitative Forschung und schöpft nicht ihr gesamtes Potenzial aus. Das Potenzial besteht darin, nicht forschungsinteressengeleitet sondern out-of-the-box mit den Antworten umzugehen. Gelingen kann eine umfassendere Auseinandersetzung mit den Erzählungen der qualitativen Interviews mithilfe transdisziplinärer und partizipativer Verfahren.
Denn erst mit der Einbeziehung von Personen, die nicht am Forschungsprozess beteiligt waren, können neue Interpretationsweisen hinzukommen. Das Thema kann komplett anders aufgezogen werden, unangenehme und das Forschungsprojekt sprengende Aspekte können zutage kommen und somit ein Umdenken der Interpretationsrichtung evoziert werden. Letztlich kann der Kern der Ergebnisse somit oft besser beschrieben und verstanden werden als mit einer gleichbleibenden Forschendengruppe.
Diesen Thesen möchten wir gemeinsam mit den Teilnehmenden in dem interaktiven Workshop beispielhaft am Use Case des 2023 abgeschlossenen Forschungsprojektes “Möglichkeiten und Grenzen digitaler Beteiligungsinstrumente für die Beteiligung der Öffentlichkeit im Standortauswahlverfahren” (DigiBeSt) auf den Grund gehen. Ziel des Projekts war es, die Verwendung digitaler Instrumente in der Öffentlichkeitsbeteiligung im Standortauswahlverfahren für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle wissenschaftlich zu unterstützen. Hierbei wurden die Ergebnisse aus zuvor im Projekt durchgeführten Fokusgruppen mit Jugendlichen zu Motivation und Hürden für politische Beteiligung sowie zur Nutzung digitaler Tools gemeinsam mit Beteiligungs-Expert:innen aus der Praxis in einem zweitägigen Workshop reflektiert und interpretiert. Schließlich wurden entlang von Personas Prototypen für digitale Beteiligungsmöglichkeiten mittels Design Thinking entwickelt.
Im Workshop wird zunächst die im Rahmen des Projektes umgesetzte partizipative Methode skizziert und anschließend ausführlich reflektiert und diskutiert. Wir möchten mit den Teilnehmenden darüber in den Dialog treten, wie aussagekräftig und wirkungsvoll diese Methoden sind und wie gut sie sich auf andere Kontexte übertragen lassen.
Gleichzeitig möchten wir von den Teilnehmenden lernen und erfahren, welche anderen Methoden sich außerdem für das Weiter- oder Anders-Denken von qualitativen Forschungsergebnissen anbieten würden bzw. welche Erfahrungen sie bereits mit transdisziplinärem Feedback gemacht haben. Wir möchten dazu mit der Methode des World Cafés arbeiten und uns in drei Stufen à 20 Minuten drei Fragen widmen: 1. Wie wirkungsvoll ist der vorgestellte methodische Ansatz? 2. Wie lässt er sich auf andere Forschungskontexte übertragen? 3. Welche alternativen Methoden hätte man anwenden können?
Am Ende des Workshops sollen die Erkenntnisse präsentiert und kurz resümiert werden.