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Sitzungsübersicht
Sitzung
Ko-Kreation für den Wandel: Transformationsforschung trifft Design
Zeit:
Freitag, 06.12.2024:
11:45 - 13:15

Ort: Atelier 3

Personen: 27

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Präsentationen

Ko-Kreation für den Wandel: Transformationsforschung trifft Design

Andrea Augsten1,3, Lenard Opeskin1, Daniela Peukert2

1TU Dresden; 2Tomorrow University; 3dgtf | Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung

Im Kontext transdisziplinärer Forschung werden aktiv wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Akteur:innen integriert, um durch ein Co-Design des Forschungsprozesses und die Ko-Kreation von Wissen den sozialen Impact des Forschungsprozesses im Sinne einer transformativen Forschung positiv zu beeinflussen (Newig, 2019). Die Multiperspektivität in frühen Prozessphasen wirkt sich besonders positiv auf die Relevanz, Glaubwürdigkeit und Legitimität der Forschungsergebnisse aus (Jacobi, 2022), was eine Verstetigung und Nutzung der Forschungsergebnisse begünstigt. Maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg eines transdisziplinären Forschungsprojektes hat entsprechend, dass die beteiligten Akteur:innen es zu Beginn schaffen, ein Problem in ein sogenanntes ‘Boundary Object’ zu übersetzen, das gleichzeitig aus wissenschaftlicher Perspektive erforscht werden kann und einen Rückbezug auf konkrete gesellschaftliche Handlungen erlaubt (Lang, 2012).

Aus Sicht der Designforschung stehen die Begriffe ‘Co-Design’ und Ko-Kreation in einer Linie mit Forschungsarbeiten im ‘Participatory Design’ und sind aus dieser Perspektive entsprechend mit einem ausführlichen Wissenskorpus untersetzt. Das ‘Participatory Design’ untersucht Methoden und Techniken zur Einbindung von Nutzer:innen in Entwicklungsprozesse und knüpft hierzu an Forschungsergebnisse aus den Arbeitswissenschaften (Ehn) oder der Organisationssoziologie (Wenger) an. Forscher:innen im Feld gehen dabei der Frage nach, wie das implizite Wissen der Nutzer:innen sichtbar und verhandelbar gemacht werden kann.

Einige Designansätze werden bereits in transdisziplinären Forschungsprojekten angewendet, wie z.B. Design Thinking, kollaboratives Prototyping oder sogenannte Serious Games. Wir möchten im Workshop den Diskurs um Methoden der transdisziplinären Forschung mit dem ‘Participatory Design’ verknüpfen und gemeinsam mit Forscher:innen mögliche Synergien und Hürden dieser Verknüpfung adressieren.

Dazu nimmt der Workshop konkret die Ko-Produktion von Boundary Object in den Blick und fragt:

  1. Welche partizipativen Methoden und Ansätze nutzen Akteur:innen in transdisziplinärer Forschung, um zu Beginn des Forschungsprozesses Boundary Objects zu erarbeiten?

  2. In welcher Form liegen diese Boundary Objects typischerweise vor und ob/wie werden sie (sich) im Verlauf des Forschungsprozesses transformieren?

  3. Welche partizipativen Designmethoden eignen sich, ein Problem in ein Boundary Object zu übersetzen?

  4. Welche Vor- und Nachteile können sich aus der Anwendung von partizipativen Designmethoden in der transdisziplinären Forschung ergeben?

Hierzu werden die Teilnehmenden in verschiedenen Kreativ- und Reflektionsmethoden angeleitet. Ferner werden anhand einer exemplarischen Problemstellung drei unterschiedliche partizipative Designmethoden (Paper-Prototyping, Lego Serious Play, Serious Games) durchgeführt und im Nachgang diskutiert und evaluiert.

Teilnehmende des Workshops werden so einerseits für (neue) Formate der Partizipation sensibilisiert und können sich mit anderen Forscher:innen über Methoden und Ansätze austauschen. Andererseits lernen sie eine Auswahl an Designmethoden kennen, die sie in ihrer eigenen Forschung anwenden können.