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Sitzungsübersicht
Sitzung
part_sts — Methodische Chancen und Herausforderungen partizipativer Forschungsansätze in und für die science and technology studies
Zeit:
Freitag, 06.12.2024:
10:00 - 11:30

Ort: Kuppelsaal

Personen: 250

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Präsentationen

part_sts — Methodische Chancen und Herausforderungen partizipativer Forschungsansätze in und für die science and technology studies

Julie Sascia Mewes1, Andreas Bischof1, Claudia Göbel2, Julia Backhaus3, Gudrun Rohde3, Stefan John3, Zinaida Vasilyeva4, Marius Albiez5, Volkan Sayman6, Daniel Guagnin6, Nona Schulte-Römer7, Pia Laborgne5, Franziska Baum1

1TU Chemnitz, Deutschland; 2Universität Mainz; 3RWTH Aachen; 4Museum für Naturkunde Berlin; 5Karlsruher Institut für Technologie; 6Nexus Institut Berlin; 7Humboldt-Universität zu Berlin

Ziel des Panels ist es, einen Überblick über die Vielfalt und die Reflexion partizipativer Forschungsansätze und -methoden innerhalb der science and technology studies (sts) zu geben. sts sind ein inter- und transdisziplinäres Forschungsfeld, das die Entstehung, Entwicklung und Folgen von Wissenschaft, Innovation und Technologie in ihrem historischen, kulturellen und sozialen Kontext untersucht und sich häufig als inhärent gesellschaftspolitisch oder sozial engagiert versteht. Obwohl in den sts seit jeher eine Vielzahl partizipativer Forschungsansätze zum Einsatz kommt, sind jene sts-Forscher:innen, die sich explizit als Teil einer Fachcommunity der partizipativen Wissenschaften verstehen, zumindest in der deutschsprachigen Community selten und untereinander wenig vernetzt. Dabei bieten geteilte Herausforderungen und Interessen der partizipativen sts (part_sts) ein großes Potenzial für intensiveren Wissensaustausch, Vernetzung und Kooperation. Hier setzt das Panel an: In zwei Sessions werden verschiedene und artverwandte Strömungen der partizipativen sts – in partizipativem Design, ‘Citizen Science Studies’, Wirkungsforschung, Stadt- und Reallaborforschung und Technikfolgenabschätzung – in insgesamt sieben Vorträgen vorgestellt und diskutiert.

Die erste Session des Panels besteht aus vier Vorträgen:

Vortrag 1 Julia Backhaus, Gudrun Rohde & Stefan John reflektieren, basierend auf 50 leitfadengestützten Interviews mit Reallabor-Leitenden oder -Forschenden, partizipative Formate und Methoden in verschiedenen Arten von Reallaboren. Neben der reinen Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von Wissenschaftskommunikation und der Tendenz zur Instrumentalisierung von Partizipation lässt sich in vielen Reallaboren auch eine breite öffentliche Deliberation oder Technologiebewertung feststellen.

Vortrag 2 Claudia Göbel schaut auf Grenzarbeit zwischen sts und Citizen Science. sts-Forscher*innen beteiligen sich auf vielfältige Weise an Citizen-Science-Projekten und der Institutionalisierung des Ansatzes. Allerdings wird das kaum diskutiert. Gleichzeitig reflektieren Citizen-Science-Praktiker*innen Wissenschaft, Gesellschaft und sich selbst, auch ohne sts. Ein Blick auf die Methoden dieser Grenzarbeiten verspricht Anregungen für beide – und part_sts.

Vortrag 3 Volkan Sayman & Daniel Guagnin Das Paradigma der Ko-Kreation vereint unterschiedliche normative und funktionale Bezüge der STS-Forschung eher assoziativ als auf einer intersubjektiv geteilten, definitorischen Ebene: u.a. in Bezug auf die Partizipation von Bürger:innen an Forschung. Im Folgenden wird das Paradigma mit „ko-kreativer“ Praxis aus laufenden Projekten partizipativer Forschung kontrastiert und der Gehalt des Paradigmas kritisch hinterfragt.

Vortrag 4 Nona Schulte-Römer stellt partizipative Forschung zur Bewertung und Wahrnehmung möglicher Umweltrisiken durch elektromagnetische Strahlung (Elektrosmog und Lichtverschmutzung) vor. Die sehr unterschiedlichen Erfahrungen aus zwei Projekten werfen Fragen nach den Grenzen von Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit auf und stellen STS-Grundannahmen produktiv auf die Probe.