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Sitzungsübersicht
Sitzung
Zwischen Nähe und Distanz – Partizipative Transferforschung in ländlich-peripheren Räumen mit älteren Menschen
Zeit:
Donnerstag, 05.12.2024:
17:00 - 18:30

Ort: Atelier 3

Personen: 27

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Präsentationen

Zwischen Nähe und Distanz – Partizipative Transferforschung in ländlich-peripheren Räumen mit älteren Menschen

Cordula Endter1, Christoph Thewes2, Nicole Zerrer1, Annegret Huth3, Alexandra Retkowski2

1Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, Deutschland; 2Brandenburgisch-Technische Universität Cottbus-Senftenberg; 3Praxisforschungsstelle Heinersdorf

Im Fokus der Transferforschungsinitiative Alter­Perimen­tale steht die Lebensqualität älterer Menschen in der peripheren deutsch-polnischen Grenzregion Brandenburgs und Sachsens. Gemeinsam mit älteren Menschen und Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Regional­entwicklung und Sozialwirtschaft entwickeln wir, ein interdisziplinäres Team aus Sozialer Arbeit, Regionalentwicklung und Gerontologie, ko-kreativ sozio­technische, sozialökologische und sozialräumliche Innovationen . Entscheidend für die ko-kreative Entwicklung dieser Innovationen ist die Partizipation älterer Menschen. Diese werden in unterschiedlichen Rollen und Funktionen in die Transferforschung eingebunden: zum einen als Co-Forschende in den Projekten, zum anderen im Beirat der AlterPerimentale und den Praxisforschungsstellen . Wie aber gelingt diese Form der co-creativen Partizipation älterer Menschen? Welche theoretischen Modellen und methodologischen Ansätze können genutzt werden? Und welche neuen Ansätze braucht es in der Umsetzung in ländlich-peripheren Räumen?

Diese Fragen stehen im Zentrum unserer Praxisforschung. Im Rahmen des Panels wollen wir uns anhand konzeptioneller Zugänge und empirischer Ergebnisse damit auseinandersetzen und mit lokalen Akteur:innen und den Teilnehmer:innen des Panels diskutieren. Dazu stellen wir im ersten Vortrag die AlterPerimentale in ihren Kernkonzepten Partizipation und Ko-Kreation im Spannungsfeld von demografischer Alterung und Strukturwandel. Der zweite Vortrag geht auf die Herausforderungen partizipativer Forschung mit älteren Menschen in ländlich-peripheren Räumen am Beispiel der Praxisforschungsstellen ein und thematisiert, wie partizipativ angelegte Praxisforschung in von Wissenschaftsskepsis gekennzeichneten und strukturwandelmüden sozialen Räumen gelingen kann. Der dritte Vortrag setzt sich mit der Wirkungsmessung unserer Praxisforschung und der ko-kreativen Innovationen auseinander. Dazu zählt u.a. die Integration der unterschiedlichen Zielgruppen in den Bewertungsprozess sowie die Tatsache, dass soziale Innovationen oft dynamische und langfristige Prozesse sind, deren Wirkungen sich erst über längere Zeiträume entfalten und der Einfluss einzelner Aktivitäten auf das eigentliche Ziel, die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen, nur schwer erfassbar ist.

An die Vorträge schließt sich eine moderierte Diskussion mit zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und Wissenschaftler:innen an, die in der Region forschen, arbeiten und wirken. In kurzen Statements (Susanne Gärtner, Bürgerregion Lausitz; Günther Thiele, Dorfbewegung Brandenburg; Emilia Nagy, WIR-Bündnis Region 4.0.) stellen die Diskutant:innen ihre Arbeit und Ziele vor, im Anschluss gibt es eine moderierte Diskussion mit den Teilnehmer:innen des Panels zu den Herausforderungen partizipativer Forschung in ländlich-peripheren Räumen mit älteren Menschen.

Mit unserem Panel zielen wir darauf ab, innerhalb des Diskurses um partizipative Forschung sowohl die Personengruppe älterer Menschen als auch die Umsetzung partizipativer Prozesse in ländlich-peripheren Räumen vorzustellen und deren theoretisch-methodologische Grundlange und Umsetzungen zu diskutieren und dabei gleichzeitig auch die Rolle von Wissenschaft in herausfordernden, zunehmend wissenschaftsskeptischen Räumen zu thematisieren und nach Gestaltungsmöglichkeiten von Praxisforschung zu fragen.