Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Kulturerhalt
Zeit:
Mittwoch, 05.02.2020:
14:00 - 15:30

Chair der Sitzung: Ansgar Brunn, FHWS
Ort: Raum E22

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Präsentationen

Der Kaiserdom in Königslutter als immersives Erlebnis durch Virtual Reality in Kombination mit 360o-Panoramafotografie

Thomas P. Kersten, Alexander P. Walmsley

HafenCity Universität Hamburg, Deutschland

Da sich Virtual Reality (VR) und die entsprechenden 3D-Dokumentations- und Modellierungstechnologien zu immer leistungsfähigeren und etablierten Werkzeugen für Anwendungen in der Architektur, in der Denkmalpflege, bei der Konservierung/Restaurierung und Präsentation des kulturellen Erbes entwickeln, sind effiziente Methoden für die Erstellung von immersiven, virtuellen 3D-Umgebungen mit interaktiven Erlebnissen zunehmend gefragt. Daher wird der Einsatz von VR-Technologien für Institutionen wie Museen, Bildungseinrichtungen und andere kulturelle Einrichtungen eine attraktive Option, um Kulturobjekte in einer neuen Form der Wissensvermittlung dem interessierten Publikum zu präsentieren. In diesem Beitrag beschreiben wir als Beispiel eines imposanten Kulturmonuments die Entwicklung einer interaktiven, immersiven Virtual-Reality-Applikation für den Kaiserdom in Königslutter, bei der 360o-Panoramafotografien in 3D als neuartige und ergänzende Form der Visualisierung integriert wurden.

Der Kaiserdom von Königslutter ist eines der wichtigsten Beispiele romanischer Architektur nördlich der Alpen. Im April 2010 wurden komplexe Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten anlässlich des 875. Jahrestages der Grundsteinlegung des Doms abgeschlossen. Im Januar und Juni 2010 hatte das Labor für Photogrammetrie & Laserscanning der HafenCity Universität Hamburg die imposante Struktur des Doms intern und extern mit terrestrischem Laserscanning (TLS) in 3D erfasst. Anschließend wurden die TLS-Punktwolken als Grundlage für die detaillierte 3D-CAD-Konstruktion des Doms genutzt, um ein virtuelles 3D-Modell für einen 3D-Druck sowie für die Dokumentation und Visualisierung des Gebäudes zu generieren. Ergänzend wurde ein virtueller Rundgang um und durch den Dom aus sphärischen 360o-Panoramafotos generiert. Mit der Verfügbarkeit von kostengünstigen VR-Brillen, wie z.B. die HTC Vive im Jahr 2016, bietet sich eine immersive VR-Visualisierung solcher Monumente an, die 2019 für den Kaiserdom realisiert wurde.

Kersten-Der Kaiserdom in Königslutter als immersives Erlebnis durch Virtual Reality in Kombination_b.pdf


Mittelalterliche Wandmalerei im Gewölbe einer Wendeltreppe in St. Pantaleon, Köln - Projektionsmöglichkeiten der doppelt gekrümmten Fläche in eine Ebene aus der Aufnahme mit 3D-Laserscanning und SfM

Jost-Michael Broser

Technische Hochschule Köln, Deutschland

Doppelt gekrümmte Oberflächen wie dieses Treppengewölbe lassen sich nicht verzerrungsfrei auf eine Ebene projezieren. Bestes Beispiel hierfür ist die Erdoberfläche, wobei seit dem Zeitalter der Entdeckungen vor einem halben Jahrtausend die unterschiedlichsten Projektionsformen angewendet wurden, bis zur heute in der Kartographie üblichen Mercator-Projektion. In dem hier vorgestelltem Beispiel wird untersucht, wie die Malerei auf dem Gewölbe auf einer Ebene, z.B. für eine Buchveröffentlichung, möglichst verzerrungsarm in maßstäblicher Verkleinerung dargestellt werden kann. Grundlage bildet die Aufnahme mit einem terrestrischen 3D-Laserscanner, in welcher die wahren Größen einzeln abgegriffen werden können, und mit dem SfM-Verfahren, welches die besere Abbildungsqualität liefert.

Broser-Mittelalterliche Wandmalerei im Gewölbe einer Wendeltreppe_b.pptx


Untersuchungen zu Mattierungsmitteln für die 3D-Digitalisierung von archäologischen Kleinfunden mit optisch schwierigen Oberflächeneigenschaften

Kristin Böttcher, Thomas Reuter, Marcel Burghardt

Landesamt für Archäologie Sachsen, Deutschland

Das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) digitalisiert seit über 14 Jahren archäologische Fundobjekte mittels 3D-Scanner. Zu Beginn mit einem Konica-Minolta-Laserscanner und derzeit mit Aicon-Streifenlichtscannern, sind über 23000 Objekte gescannt worden. Das archäologische Archiv des LfA dagegen umfasst etwa 22 Mio. Funde, die aus einer Vielzahl an Materialien mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften bestehen. Keramik, Stein oder Knochen sind dabei Materialgruppen, die mit sehr guten Ergebnissen digitalisiert werden können. Dagegen stellen reflektierende Oberflächen von Metallen, glasierter Keramik und Nasshölzern oder transparente Materialien wie z.B. Feuerstein oder Glas ein großes Problem dar, da sie nur mit zum Teil erheblichen Qualitätsmängeln digitalisiert werden können oder das Scannen dieser Objekte gar unmöglich ist.

In einem internationalen Forschungsprojekt sollen in den nächsten Jahren Münzfunde und Schmuckstücke aus Silber in großer Stückzahl digitalisiert werden, um diese wissenschaftlich zu erschließen und nutzbar zu machen. Bei stark reflektierenden Oberflächen wird idealerweise ein Mattierungsspray eingesetzt, um eine hohe Datenqualität beim Scannen zu gewährleisten. Dem stehen jedoch hohe restauratorische Anforderungen, bzgl. Unversehrtheit des Objektes, gegenüber.

Im Rahmen einer Abschlussarbeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und dem LfA wurden Mattierungsmittel, u.a. aus dem Dentalbedarf, hinsichtlich der Benutzung auf zum Teil sehr fragilen archäologischen Fundobjekten untersucht. Neben den Auswirkungen auf die Messungen mit Streifenlichtscannern wurde besonderes Augenmerk auf die Handhabung Sprays und vor allem auf die Entfernung von den Oberflächen gelegt. Der Vortrag stellt die getesteten Mattierungsmittel sowie die Ergebnisse der Abschlussarbeit vor und bewertet diese hinsichtlich der besonderen Anforderungen in der Archäologie und der Restaurierung. Des Weiteren wird anhand eines Projektbeispiels die Notwendigkeit hochauflösender 3D-Scans von Kleinfunden in der archäologischen Forschung verdeutlicht.



 
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