Veranstaltungsprogramm
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Kulturerbe
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10:30 - 11:00
Geometrische Genauigkeitsuntersuchungen von aktuellen kostengünstigen 3D-Handscannern 1HafenCity Universität Hamburg; 2ehemals Hochschule Bochum Kostengünstige, handgeführte 3D-Scannersysteme verschiedener Hersteller finden zunehmend Eingang in den Markt, insbesondere für den privaten Einsatz im 3D-Druck oder in Anwendungsfeldern wie der Digitalisierung kleiner Objekte, beispielsweise in Museen. Über die geometrische Leistungsfähigkeit und die Messtabilität dieser Systeme ist bislang jedoch wenig bekannt, da belastbare Untersuchungen in der Regel noch nicht vorliegen und meist lediglich die technischen Spezifikationen der Hersteller verfügbar sind. Im Labor für Photogrammetrie und Laserscanning der HafenCity Universität Hamburg wurde die Einsatzfähigkeit und das geometrische Leistungspotenzial dreier sogenannter Low-Cost-3D-Handscanner (MetroX 3D Scanner, POP 3 Plus 3D Scanner, beide von Revopoint, und der Moose 3D-Scanner von 3dmakerpro) anhand von verschiedenen Testkörpern (u. a. auch eine Granitplatte zur Untersuchung der Ebenheitsabweichung, eine Einsteinbüste, Moai-Figur und den Testy) evaluiert. Die Testkörper wurden (zwecks Bereitstellung von Referenzdaten) mit einem hochgenauen Streifenprojektionssystem ATOS 5 von Carl Zeiss GOM Metrology durch die Firma GDV Systems + Solution GmbH aus Bad Schwartau gescannt. Die erreichten geometrischen Genauigkeiten die vermaschten 3D-Modelle verschiedenen Testkörper im Vergleich zu Referenzdaten werden in diesem Beitrag für die untersuchten Systeme vorgestellt. Weitere Aspekte wie die Handhabung der Systeme, Dauer der Einarbeitungszeit, Aufwärmzeit, Kalibrierung der Messsysteme, Farbaufnahme und Wiederholgenauigkeit werden in diesem Beitrag beantwortet. 11:00 - 11:30
Die digitale Dokumentation von U-16. Ein Modellfall für das digitalgestützte Forschen, Sammeln und Ausstellen maritimer Großobjekte Deutsches Schifffahrtsmuseum, Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Bremerhaven, Deutschland Das 1911 für die Kaiserliche Marine in Dienst gestellte Zweihüllen-U-Boot U-16 sank 1919 während einer unbemannten Überführungsfahrt als Reparationsleistung nördlich der Insel Scharhörn. Bei seiner Hebung im September 2025, die aufgrund einer drohenden Gefährdung der Schifffahrt notwendig geworden war, zerbrach das zuvor weitgehend intakte Wrack in zwei Fragmente. Die anschließende 3D-Erfassung dokumentiert den spindelförmigen Druckkörper sowie Reste der äußeren Hülle und ermöglicht detaillierte Beobachtungen der eingebauten Tauchtechnik, darunter Tauchzellen, Druckluftbehälter, Treibstofftanks und Manometer. Auch weitere Komponenten wie Periskop, Steuerrad, Propeller, Batteriezellen, Tiefen- und Seitenruder, Abgasanlage, Decksluken und Torpedorohre wurden erfasst. Während einesteils U-16 hohen historischen Quellenwert besitzt, wahren die digitale 3D-Dokumentation andernteils einen Gesamtzustand, der infolge der Zerlegung des Bootes bereits nicht mehr existiert, und ermöglicht es so, die inzwischen auf verschiedene Institutionen verteilten Bauteile virtuell zusammenzuführen. Zugleich fungiert U-16 als Modellfall für die digitale Erfassung maritimer Großobjekte, deren vollständiger physischer Erhalt aufgrund logistischer und finanzieller Anforderungen häufig ausgeschlossen ist. Vor dem Hintergrund knapper kultureller Ressourcen werden damit nachhaltige und übertragbare Strategien für die digitale Bewahrung und museale Präsentation maritimer Technik- und Kulturdenkmale aufgezeigt. 11:30 - 12:00
Meydenbauers Messbilder und Punktwolken – ein nützliches Duo für die bauhistorische Forschung Technische Hochschule Köln, Deutschland Die Original-Glasplatten der Preußischen Messbild-Anstalt Berlin unter der Leitung von Albrecht Meydenbauer sind heute größtenteils noch vorhanden, doch der Verlust der zugehörigen schriftlichen Aufzeichnungen steht einer maßgenauen zeichnerischen Rekonstruktion der aufgenommenen Bauwerke in der Regel entgegen. Hier wird gezeigt, unter welchen Bedingungen dies dennoch gelingen kann. Als Beispiel dient die romanische Kirche St. Pantaleon in Köln. Das im Barock überformte Äußere bekam durch weitgehende Baumaßnahmen 1890-92, ganz im Sinne des Zeitgeistes, wieder das romanische Erscheinungsbild. Vor diesen Baumaßnahmen dokumentierte die Messbildstelle 1889 den Baubestand von außen mit 19 Messbildern, von denen 16 heute noch vorhanden sind. Als Fortführung des Vortrags von 2022 wird die Vorgehensweise von der Bildorientierung bis zur nahezu vollständigen zeichnerischen Rekonstruktion im Sinne Meydenbauers erläutert, wobei eine 2018 erfolgte Dokumentation der Kirche mit Laserscanning und SfM die Grundlage bildet. | |