Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Tagung.
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Sitzungsübersicht |
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Qualitätskontrolle im Bauwesen / Building Information Modelling
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13:30 - 13:52
BIM2water – 3D Bestandsmodelle im Wasserbau im Konflikt zwischen der BIM-Methode und den Genauigkeitsanforderungen für die Fertigung oder hydraulische Modelle Scan3D Dienstleistungsgesellschaft mbH, Deutschland Im Stahlwasserbau ergeben sich unterschiedliche Anforderungen für Bestandsmodelle als Grundlage für die Sanierung und Instandhaltung. Auf der einen Seite werden BIM-konforme Modelle der Bauwerke benötigt, um die Bauwerkssanierung mit BIM-Werkzeugen zu planen. Auf der anderen Seite gibt es Bereiche, in denen Grundlagen für hydraulische Modelle zur Optimierung der Anlagen benötigt werden. Hinzu kommen im Stahl-Wasserbau Bauteile, die neu gefertigt und ersetzt werden müssen. Für die Dimensionierung und Fertigung sind für den Anschluss von Stahlbauteilen an die Betonkonstruktionen Genauigkeiten im mm-Bereich erforderlich. Wenn es um den Stahlbau selber geht, müssen zum Teil sogar Toleranzen im Bereich von 10tel mm erfüllt werden. Darüber hinaus, erfolgt die Planung nicht nur in BIM-Plattformen, sondern auch in Stahlbau- und Industriesoftware. Einiges ist hierbei nur durch die Verwendung von Freiformflächen möglich. Das gängige Austauschformat IFC unterstützt zwar in den aktuellen Versionen theoretisch Freiformflächen, aber fast keine BIM-CAD-Plattform übersetzt diese in geeigneter Art und Weise fehlerfrei, ohne dass sich die Geometrie der CAD-Objekte verändert oder in Vermaschungen auflöst. In einer Durchführbarkeitsstudie haben wir in Vorbereitung auf unser nächstes Forschungsprojekt Lösungsansätze untersucht, die wir in den kommenden zwei bis drei Jahren in Zusammenarbeit mit einem Softwarepartner und zwei Forschungspartnern bearbeiten werden. Die erforderliche Arbeitsweise wird zu einer Kombination aus BIM-Bestandsmodellen und einem Fachmodell für Fertigung und Stahlbau führen, in dem aus aktueller Sicht das IFC-Format nicht ausreichen wird. 13:52 - 14:15
Mobile Mapping / Digitaler Zwilling für Eisenbahninfrastruktur DataDEV GmbH, Deutschland Für die Deutsche Bahn sind aktuelle Bestands- und Zustandsdaten der Infrastruktur ein strategisches Instrument zur Erfüllung ihrer Kernziele: Sicherheit, Effizienz, Verfügbarkeit, Kundenzufriedenheit, Nachhaltigkeit und Innovationsfähigkeit. Die präzise, digitale Erfassung der Infrastruktur ist somit ein zentraler Baustein für die Zukunft der Schienenmobilität. Klassische Aufnahmemethoden kommen aufgrund Fachkräftemangel, hoher betrieblicher Streckenauslastungen und der Kosten an ihre Grenzen. Neue Technologien der fahrzeuggebundenen Multi-Sensor-Systeme (MSS; auch Mobile Mapping Systeme) etablieren sich als die Schlüsseltechnologie, mit der Messungen im regulären Zugbetrieb mit einer Genauigkeit von ±5 mm durchgeführt werden können. Neben der Aufnahmetechnik gehören innovative Lösungen für die Auswertung und Bereitstellung der aufgenommenen Daten zur Gesamtlösung. Dieser Beitrag beschreibt die Rahmenbedingungen, den Ablauf von der Vorbereitung über die Aufnahme mit MSS bis zur datenverarbeitenden Auswertung und digitalen Bereitstellung über Web-Technologien. Praktische Erfahrungen, Anforderungen und Herausforderungen werden diskutiert, wobei der Fokus auf der Nutzung von MSS-Daten für präzise Vermessungen unter Einhaltung der strengen DB-Qualitätsstandards gemäß DB-Handbuch 88301 »Gleis- und Bauvermessung« (HB 88301) liegt. Zusätzlich werden zwei innovative Ansätze vorgestellt. 14:15 - 14:37
Welchen Einfluss hat die kartographische Projektion auf die TLS-Registrierung? Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Deutschland Die Darstellung der Geometrie im „Building Information Modelling“ (BIM) wird in der Regel mit 3D-Volumenmodellen realisiert. Volumenmodelle haben sehr hohe numerische Genauigkeitsanforderungen und werden im kartesischen, dreidimensionalen Einbettungsraum modelliert. Deshalb unterstützt die 3D-Modellierungs- und -Koordinationssoftware keine gekrümmten und skalierten geodätischen Koordinatenreferenzsysteme, wie sie in der Vermessung, Geografischen Informationssystemen (GIS) und in Infrastruktur-Planungssoftware verwendet werden. Demnach besteht ein grundlegender Unterschied zwischen geodätischen Koordinatensystemen, die nach dem 2D+1D-Prinzip arbeiten, und kartesischen Koordinatensystemen, die 3D verwenden. Dieser Unterschied führt zu systematischen Abweichungen zwischen Punktwolke und tatsächlicher 3D-Geometrie. Um diese Abweichungen zu minimieren, kommt in diesem Beitrag das Verfahren der verzerrungsminimierten kartographischen Projektion, auch Low-Distortion-Projection (LDP) genannt, zum Einsatz. Die Lagekoordinaten dieser kartographischen Projektionen sind streng mit einem geodätischen Datum (z.B. ETRS89 oder DB_REF) verbunden. Aufgrund der speziellen Kartenprojektion sind sie aber in lokalen (BIM-)Projekten nahezu maßstabsfrei. In BIM-Autorensystemen oder 3D-CAD werden Punktwolken bei Scan-to-BIM-Ansätzen als Digitalisierungsreferenz für die 3D-Modellierung von Bauwerken oder einzelnen Bauteilen genutzt. Im Idealfall ist die Punktwolke georeferenziert UND maßstabsfrei, um die zuvor genannten systematischen Abweichungen bei der Modellierung zu minimieren und einen Bezug des Modells zum übergeordneten Raumbezugssystem zu erhalten. Der Beitrag beschreibt eine empirische Studie anhand eines Labor-Gebäudes der HTW Dresden. Zunächst wurde eine sehr genaue Netzmessung im Innen- und Außenbereich des Gebäudes durchgeführt (sigma3D = 5,6 mm). Anschließend wurde das Bauwerk mit 68 Standpunkten mit statischem, terrestrischem Laserscanning erfasst. Die Zielmarken wurden in zwei unterschiedlichen Koordinatenreferenzsystemen bestimmt: ETRS89/UTM33 und ETRS89/LDP (LDP = low distortion projection). Die Punktwolke wurde in den beiden Referenzsystemen und drei unterschiedlichen Softwareanwendungen registriert. Dabei zeigten sich signifikante Unterschiede, die auf die jeweils verwendeten Registrierungsverfahren der Software und die Georeferenzierung zurückzuführen sind. Trotz der Verwendung identischer Rohdaten und gleicher Passpunkte unterscheiden sich sowohl die ausgewiesene Registrierungsgenauigkeit als auch die relative Position der registrierten Standpunkte zwischen den Softwaresystemen. Ein Unterschied wird ebenso in Vergleichen zwischen Strecken ersichtlich, die in den registrierten Punktwolken gemessen wurden. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Softwarelösungen zur Registrierung fallen allerdings geringer aus, wenn die Passpunkte in einem verzerrungsminimierten Koordinatenreferenzsystem verwendet werden. In diesem Beitrag wird die These geprüft, ob sich der Aufwand einer Registrierung in einem solchen LDP-System lohnt und wie dieses Referenzsystem für jeden Auftrag individuell angelegt werden kann. Zudem wird beschrieben, welche Abbildungsvorschrift eingesetzt werden und wie ein verzerrungsminimiertes Koordinatenreferenzsystem praktisch spezifiziert werden kann. 14:37 - 15:00
Modellbasierte Qualitätsanalyse: Methoden und Workflows auf Basis von 3D-Vermessungsdaten Qbitec eGbR Bauen im Bestand funktioniert heute kaum noch ohne ein digitales As-Built Modell, welches die Grundlage für Planung und Umbau darstellt. In der Praxis hat sich die Modellierung auf Basis von 3D-Messdaten, insbesondere aus Laserscans, als besonders effizient erwiesen. In diesem Szenario bildet die Punktwolke die Referenz, anhand derer das As-Built-Modell erstellt und überprüft wird. | |