Veranstaltungsprogramm
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Kulturerbe
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15:30 - 16:00
3D als Methode und Dokumentationspraxis – Erfahrungen aus 20 Jahren 3D-Funddokumentation im Landesamt für Archäologie Sachsen Landesamt für Archäologie Sachsen, Deutschland Das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) nutzt seit 2005 Industriemesssysteme für die systematische und hochqualitative 3D-Erfassung archäologischer Funde. Was vor 20 Jahren als Pilotprojekt begann, ist heute ein unverzichtbarer und fest integrierter Fachbereich im LfA. Bis jetzt wurden über 25000 archäologische Objekte dreidimensional erfasst und stehen der wissenschaftlichen Bearbeitung zur Verfügung. Je nach Anforderung kommen verschiedene Instrumente, Verfahren und Methoden zur Anwendung um Aufgaben aus Bodendenkmalpflege, Restaurierung, Publikation und Wissensvermittlung im LfA zu unterstützen, aber auch überregional mit Museen und anderen Einrichtungen zusammenzuarbeiten. Bereits ab 2007 wurden im Rahmen eines DFG-Projektes Versuche mit neuronalen Netzen gemacht um die Klassifizierung archäologischer Gefäßtypen zu beschleunigen. Die große Anzahl an 3D-Objekten wird schrittweise in dem Online-Katalog Archaeo|3D (www.archaeo3d.de) veröffentlicht, so dass damit eine moderne Publikationsplattform zur Verfügung steht um mit Hilfe von 3D-Modellen archäologisches Wissen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Darüber hinaus bietet das LfA, in Kooperation mit Hochschulen, Studierenden die Möglichkeit praxisnahe Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit den verschiedenen 3D-Scannern, in digitaler Dokumentation und Datenmanagement zu erlangen. Der Beitrag zieht eine Bilanz dieser Entwicklung, stellt zentrale Meilensteine und Projekte vor und blickt auf Perspektiven für die kommenden Jahre. 16:00 - 16:30
Automatisierte photogrammetrische Deformationsmessung an Nasshölzern im Konservierungsprozess 1Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, Deutschland; 2Denkmal3D GmbH, Vechta, Deutschland; 3Deutsches Schifffahrtsmuseum, Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Bremerhaven, Deutschland Historische und archäologische Nasshölzer müssen konservatorisch behandelt werden, um sie auch außerhalb von Wasser lange nutzen oder ausstellen zu können. Die Behandlung besteht im Wesentlichen aus den Prozessen der Tränkung mit einer Konservierungsflüssigkeit und der kontrollierten Trocknung an Luft oder in einer speziellen Trocknungsanlage. Ziel dieser Maßnahmen ist eine möglichst originalgetreue Erhaltung des ursprünglichen geometrischen Zustands der Hölzer mit einem möglichst effizienten Ressourcenverbrauch. Im vorliegenden Beitrag wird ein Monitoringsystem zur automatischen Aufnahme und Deformationsanalyse an drei exemplarischen Holzbohlen eines historischen Bohlenwegs aus vorchristlicher Zeit vorgestellt. Die Bohlen wurden sowohl während der Tränkung, als auch während der Trocknung vom System regelmäßig mit einem photogrammetrischen Stereosystem erfasst und einem gemeinsamen Koordinatenrahmen ausgewertet. Insbesondere die Herausforderungen der Aufnahme durch mehrere Medien (Luft/Konservierungsflüssigkeit) wird thematisiert, genauso wie die Analyse und Quantifizierung der ausgewerteten 3D-Daten. Die Ergebnisse zeigen insbesondere bei der Analyse während der Trocknung klar erkennbare Abweichungen vom Ursprungszustand und lassen so eine Aussage über die Qualität und Verbesserungspotenzial konservatorischer Maßnahmen zu. 16:30 - 17:00
Untersuchungen zum Einsatz von Low-Cost-3D-Handscannern für archäologische sabäische Fundstücke HafenCity Universität Hamburg, Deutschland Preisgünstige handgeführte 3D-Scannersysteme verschiedener Hersteller drängen zunehmend auf den Markt, um in vielen Anwendungsbereichen, in denen es um die Digitalisierung kleinerer Objekte geht, wie z.B. in Museen oder bei archäologischen Fundstücken, eingesetzt werden zu können. Über ihre geometrische Leistungsfähigkeit und Stabilität im praktischen Einsatz ist in der Regel wenig bekannt, da über die technischen Spezifikationen der Hersteller hinaus kaum Tests der aktuellen Systeme veröffentlicht wurden. Im Labor für Photogrammetrie und Laserscanning der HafenCity Universität Hamburg wurde die Einsatzfähigkeit und das geometrische Leistungspotenzial zweier sogenannter Low-Cost-3D-Handscanner (MetroX 3D Scanner und POP 3 Plus 3D Scanner von Revopoint) anhand von archäologischen sabäischen Fundstücken aus Äthiopien und Jemen evaluiert. Dazu wurden verschiedene Fundstücke in Äthiopien sowie im Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) in Hamburg mit den beiden Handscannern in 3D erfasst. Die generierten 3D-Modelle der verschiedenen Objekte wurden mit Referenzdaten verglichen, die aus Fotos von digitalen Spiegelreflexkameras (z. B. Nikon D7500 oder Sony Alpha 7) erstellt wurden. So konnte das Potenzial der 3D-Handscanner im Feldeinsatz und im Museum dokumentiert werden. Es zeigte sich, dass die Umgebungsbeleuchtung einen signifikanten Einfluss auf die 3D-Erfassung der Fundstücke hatte. Zudem wurden die Handhabung der Handscanner bei der Aufnahme und die Bedienung der Software Revo Scan 5 bewertet. Die geometrischen Abweichungen zu Ergebnissen, die mit der SfM-Photogrammetrie in Agisoft Metashape erzielt wurden, werden in diesem Beitrag vorgestellt. | |