Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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1.4-Poster: Posterwalk 1
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„Fit in die Zukunft – Betriebliche Übergänge gesund gestalten“ – Ein Projekt zum Aufbau alter(n)sgerechter und gesundheitsfördernder Strukturen mit Fokus auf die späte Erwerbsphase Hochschule für Angewandte Wissenschaften Burgenland GmbH, Österreich Hintergrund: Der demografische Wandel führt zu alternden Belegschaften und verlängerten Erwerbsverläufen. Insbesondere die späte Erwerbsphase und der Übergang in die nachberufliche Lebensphase sind mit veränderten gesundheitlichen und organisationalen Anforderungen verbunden. Gleichzeitig stehen Organisationen vor Herausforderungen wie dem Erhalt von Arbeitsfähigkeit, Motivation und Wissenstransfer. Während betriebliche Übergänge häufig administrativ begleitet werden, fehlt es bislang an systematisch verankerten gesundheitsförderlichen Ansätzen. Das vom Fonds Gesundes Österreich geförderte Projekt „Fit in die Zukunft“ an der Hochschule Burgenland setzt hier an und verfolgt das Ziel, den Übergang von der Erwerbs- in die nachberufliche Lebensphase bewusst, gesundheitsförderlich und ressourcenorientiert zu gestalten sowie Übergänge partizipativ und strukturell im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) und im Personalmanagement zu verankern. Methode: Das Projekt orientiert sich am Public Health Action Cycle und wurde im bestehenden BGM der Hochschule Burgenland umgesetzt. In der Diagnosephase erfolgte eine Mitarbeiter*innenbefragung, ergänzt durch die ALFA-Skala zur Erfassung der Altersfreundlichkeit am Arbeitsplatz. Aufbauend auf den Umfrageergebnissen wurden Fokusgruppen mit Mitarbeitenden der Zielgruppe 55+ sowie Führungskräften durchgeführt. Die Maßnahmenplanung erfolgte partizipativ in Workshops und umfasste Interventionen auf individueller, sozialer und organisationaler Ebene. Die Evaluation erfolgte extern und beinhaltete eine Struktur- und Ergebnisevaluation. Ergebnisse: Das Projekt führte zu einer strukturellen Weiterentwicklung des Personal- und Gesundheitsmanagements, indem das Thema „gesunde Übergänge“ nachhaltig verankert wurde. Ein zentraler Output ist die Erarbeitung eines standardisierten Offboarding-Prozesses, der den Übergang in die nachberufliche Lebensphase systematisch und gesundheitsförderlich begleitet. Darüber hinaus wurde das Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeitenden gestärkt, insbesondere im Hinblick auf altersbezogene Gesundheitsaspekte und individuelle Ressourcen. Übergänge werden vermehrt als gestaltbare Lebensphase wahrgenommen, was sich in erhöhter Übergangskompetenz, Reflexionsfähigkeit und Zukunftsorientierung der Mitarbeitenden zeigt. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Integration von Übergangsmanagement in das BGM und Personalmanagement einen wirksamen Beitrag zur Förderung gesunder Arbeit in alternden Belegschaften leistet. Empfohlen wird eine frühzeitige, partizipative und strukturelle Verankerung gesundheitsförderlicher Übergangsgestaltung als Bestandteil nachhaltiger arbeits- und personalbezogener Strategien. Implementierung eines Good Practice Portals zur Stärkung der Gesundheitsförderung im Alter Gesundheit Österreich GmbH, Kompetenzzentrum Zukunft Gesundheitsförderung Hintergrund Die systematische Identifikation, Bewertung und Verbreitung wirksamer Gesundheitsförderungsmaßnahmen erfordert klare Qualitätsstandards und strukturierte Bewertungsprozesse. Good Practice Portale leisten hierfür einen wichtigen Beitrag, indem sie evidenzbasierte und praxiserprobte Maßnahmen transparent aufbereiten. Unter Einbindung von Expert:innen und potenziellen Nutzer:innen wurde ein Good Practice Konzept erarbeitet, das aus einem Erfassungs- und Bewertungsschema besteht. Es umfasst die Bewertungskategorien: (1) Qualitätskriterien der Gesundheitsförderung, (2) Übertragbarkeit und Weiterentwicklung, (3) Wirkannahmen und Wirkmodell und (4) Evaluation der Wirksamkeit. In dem Beitrag wird beschrieben, wie dieses Good Practice Konzept auf der „Plattform für Gesundheit und Lebensqualität im Alter“ umgesetzt und erprobt wird. Methode Um Good Practice Maßnahmen zum Thema „gesundes Altern“ zu identifizieren, wurden eine Internetrecherche, Expert:inneninterviews und eine Suche in Projektdatenbanken durchgeführt. Einbezogen wurden Maßnahmen im kommunalen Setting, die mindestens ein Handlungsfeld des Modells „Kommunale Gesundheitsförderung für gesundes Altern – Caring Communities“ abdecken, sowie physische, psychosoziale oder soziale Gesundheitsdimensionen behandeln. Nach einer strukturierten Aufbereitung der identifizierten Maßnahmen erfolgte eine Bewertung von jeweils zwei unabhängigen Gutachter:innen. Ergebnisse Ende September 2025 wurde das Good Practice Portal auf der „Plattform für Gesundheit und Lebensqualität“ mit bisher sieben Maßnahmen veröffentlicht. Dargestellt sind beispielsweise Maßnahmen zur Sturzprävention, Bewegungs- und Ernährungsinterventionen mit „Gesundheitsbuddies“, sowie „demenzfreundliche Apotheke“ und „Erzählcafés“. Dabei wurden umfangreiche Erfahrungen gesammelt, die zu einer weiteren Schärfung der Begutachtungskriterien und des Erhebungs- und Begutachtungsprozesses beitragen. Ein frühzeitiges Einbinden der Projektleiter:innen ist unumgänglich, da oftmals wesentliche Informationen zur Umsetzung, Lernerfahrungen und Evaluation nicht öffentlich zugänglich sind. Die Begutachter:innen müssen Expertise sowohl zu gesundem Altern als auch zu Evaluation und Wirksamkeit im Bereich Gesundheitsförderung aufweisen. Schlussfolgerungen Das Good Practice Portal für gesundes Altern kann in Praxis- und Ausbildungskontexten zur Verbreitung von wissenschaftlich fundieren und bewährten Maßnahmen genutzt werden. Eine weitere Einbindung der User:innen-Perspektive ist nötig, um Bedarfe von Entscheidungsträger:innen, Umsetzer:innen und Lehrende in Hinblick auf Good Practice und gesundes Altern verstärkt zu berücksichtigen. Evaluierungsergebnisse der Pilotierung des Train-the-Trainer-Lehrgangs Geschlechtersensibles Gesundheitssystem 2025 Gesundheit Österreich GmbH, Österreich 1. Hintergrund Geschlecht ist ein zentraler Einflussfaktor auf die Gesundheit. Seine Berücksichtigung in der Prävention, Gesundheitsförderung, Versorgung und Pflege ist entscheidend für gesundheitliche Chancengerechtigkeit. Ein geschlechtersensibles Gesundheitssystem erfordert Fach-, Methoden-, Handlungs- und Haltungskompetenz. Um Lehrende in Gesundheitsberufen und Medizin zur Vermittlung dieser Dimensionen zu befähigen, wurde ein Train-the-Trainer-Lehrgang entwickelt, im Jahr 2025 pilotiert und begleitend evaluiert. 2. Methode Auf Basis eines Evaluationskonzepts wurde die Pilotphase des Lehrgangs hinsichtlich inhaltlicher und organisatorischer Qualität überprüft und Optimierungspotenziale für den zweiten Durchgang identifiziert. Erhoben wurden Selbsteinschätzungen der Teilnehmenden zu geschlechtersensiblen Kompetenzen vor Beginn (T0), nach Abschluss (T1) sowie vier Monate später (T4) zur Erfassung des Praxistransfers. Ergänzend wurden Rückmeldungen qualitativ im Rahmen von leitfadengestützten Feedbackrunden sowie quantitativ durch eine Lime-Survey Umfrage zu organisatorischen Rahmenbedingungen, Lernklima, Referent:innen und zur Gesamtstruktur des Lehrgangs eingeholt. Zusätzlich wurden Reflexionsrunden mit den Referent:innen durchgeführt. 3. Ergebnisse Im Lehrgang entwickelte sich bei den Teilnehmenden vor allem die Fachkompetenz sowie die methodische Umsetzungskompetenz stark weiter (z.B. Einordnung zentraler Begriffe, kompetente Führung von Diskussionen zu Rollenbildern und deren Einfluss auf Gesundheit, geschlechtersensible Gestaltung der eigenen Lehrveranstaltungen). Die Haltungs- und Handlungskompetenz wurde bereits vor dem Lehrgang hoch eingeschätzt, im Zeitverlauf zeigen sich moderate Verbesserungen. Die Teilnehmenden bewerten den Umfang und Mix an Präsenz- und Onlinemodulen, in Ergänzung mit der Projektarbeit im Selbststudium grundsätzlich als passend, jedoch sollte in einzelnen Modulen mehr Zeit für Diskussionen und Fragen eingeplant werden. Bestimmte Inhalte könnten als Voraussetzung über Online- bzw. Selbststudium vor Lehrgangsstart vermittelt werden. Die Projektarbeit soll systematischer in den Lehrplan integriert und entlang der Module kontinuierlich hinsichtlich neu erlernter Kompetenzen von den Teilnehmenden weiterentwickelt werden. 4. Schlussfolgerungen Erste Evaluierungsergebnisse zeigen, dass der Lehrgang die Kompetenzen der Teilnehmenden wirksam stärkt und damit einen zentralen Beitrag zur Professionalisierung geschlechtersensibler Lehre leistet. Für die weitere Ausrichtung empfiehlt sich, mehr Raum für Austausch und vertiefende Diskussionen einzuplanen. Gerontologische Prävention als Public-Health-Strategie in einer alternden Gesellschaft 1: Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit, Österreich; 2: Medizinische Universität Wien, Zentrum für Public Health, Österreich; 3: Karl-Landsteiner Institut für Gesundheitsförderungsforschung, Österreich Einleitung: Die Versorgung älterer Menschen zählt zu den zentralen Herausforderungen moderner Gesundheitssysteme. Steigende Lebenserwartung geht nicht automatisch mit mehr gesunden Lebensjahren einher. Ziel geriatrischer und gerontologischer Versorgung ist daher der Erhalt von Selbstständigkeit, sozialer Teilhabe und Lebensqualität. Prävention spielt dabei eine Schlüsselrolle, um funktionelle Einschränkungen zu vermeiden, Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern und gesundheitliche Ungleichheiten im Alter zu reduzieren. Methode: Der Beitrag entwickelt ein konzeptionelles Rahmenmodell gerontologischer Prävention entlang primärer, sekundärer und tertiärer Ebenen. Diskutiert werden individuelle, soziale, technologische und strukturelle Einflussfaktoren sowie deren Bedeutung für Versorgungsstrukturen und Public-Health-Strategien in einer alternden Gesellschaft. Ergebnisse: Primäre gerontologische Prävention zielt auf die Vermeidung funktioneller Einschränkungen durch Förderung körperlicher Aktivität, wirksames Management chronischer Erkrankungen, Stärkung sozialer Einbindung sowie altersfreundliche Umwelt- und Infrastrukturbedingungen. Digitale Technologien und KI-gestützte Anwendungen bieten Potenziale zur Unterstützung von Autonomie und Kommunikation, können jedoch bei mangelnder Nutzerorientierung neue Barrieren schaffen. Sekundäre Prävention fokussiert auf das frühzeitige Erkennen beginnender Einschränkungen und die Sicherstellung bedarfsgerechter Unterstützung im häuslichen Umfeld. Ungedeckte Pflegebedarfe sowie die Belastung informell Pflegender verdeutlichen die Notwendigkeit integrierter Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen. Tertiäre Prävention umfasst spezialisierte institutionelle und geriatrische Versorgung mit dem Ziel, Selbstversorgungsfähigkeit wiederherzustellen, Über- und Unterversorgung zu vermeiden und Lebensqualität trotz Multimorbidität zu sichern. Schlussfolgerung: Eine nachhaltige Public-Health-Strategie für eine alternde Gesellschaft erfordert die Integration aller Präventionsebenen, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und evidenzbasierte Innovation. Der Erhalt von Autonomie und Lebensqualität im Alter ist nicht nur ein individuelles, sondern ein gesellschaftliches und gesundheitspolitisches Ziel. Prävention über den gesamten Versorgungsverlauf hinweg bildet die Grundlage für chancengerechtes, ressourcenschonendes und personenzentriertes Altern. CALLaction 1450 Fachhochschule Kärnten, Österreich Hintergrund: Das österreichische Gesundheitssystem steht vor der Herausforderung, eine hochwertige medizinische Versorgung langfristig zu sichern und vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen. Dafür gewinnt die gezielte Lenkung der Patient*innenströme an Bedeutung. Nach dem Prinzip „digital vor ambulant vor stationär“ soll die telefonische Gesundheitsberatung 1450 eine zentrale Rolle spielen. In Kärnten ist die Nutzung nach der Corona-Pandemie jedoch stark zurückgegangen. Genau hier setzt das Projekt CALLaction 1450 des Kärntner Gesundheitsfonds an. Besonders bei Studierenden zeigt sich eine geringe Nutzungsbereitschaft, die vor allem auf fehlendes Wissen über das Angebot und dessen geringe Attraktivität zurückzuführen ist. Methoden: Auf Basis einer Bedarfserhebung und einschlägiger Fachliteratur wurde eine zielgruppenorientierte Werbekampagne entwickelt und an Informationsständen präsentiert. Die Evaluation erfolgte unmittelbar danach über Fragebögen mit offenen und geschlossenen Fragen. Resultate/Ergebnisse: Die Kampagne zeigt signifikante (p < .001) Ergebnisse. Das Wissen der Studierenden stieg signifikant von M=2,93 ♡ (1,57 SD) auf M=4,57 ♡ (0,7 SD), ebenso die Nutzungsbereitschaft von M=3,02 ♡ (1,56 SD) auf M=4,10 ♡ (1,02 SD). Auch die Attraktivität der Kampagne wurde mit M=4,57 ♡ (0,73 SD) als sehr positiv bewertet. Die qualitativen Rückmeldungen bestätigten eine Stärkung des Bewusstseins von Funktion und Ziel der Gesundheitshotline 1450. Gleichzeitig wurde ein Bedarf nach mehrsprachigen Informationen und einer breiteren Kommunikation sichtbar, woraufhin ein zweisprachiger Flyer für die FH Kärnten entwickelt wurde. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass zielgruppenorientierte Kommunikation das Wissen über die Hotline 1450 und die Nutzungsbereitschaft klar steigert. Eine moderne, digitale und mehrsprachige Ansprache ist entscheidend, um Studierende effektiv zu erreichen und 1450 als niederschwelliges telemedizinisches Angebot zu etablieren. Psychische Gesundheit bei Epilepsie: Ganzheitliche Behandlung - Zusammenarbeit Ärzt:innen/Epilepsieberater:innen – EiZ / Epilepsie im Zentrum Institut fuer Epilepsie, Österreich Hintergrund MYTHEN UND KLISCHEES prägen noch heute das Bild von Epilepsie. Neben den medizinischen Herausforderungen sind es vor allem psychosoziale Aspekte die Betroffene und deren Familien fordern. Menschen mit Epilepsie MmE erreichen nur einen unterdurchschnittlichen Bildungsgrad, was nicht mit intellektuellen Problemen erklärt werden kann! Damit haben Sie schlechter Chancen am Arbeitsmarkt und sind höher Armutsgefährdet. Die Diskriminierung verursacht häufig DEPRESSIO-NEN und/oder ANGSTSTÖRUNGEN. Außerdem ist eine sehr HOHE SUIZIDRATE bei MmE zu verzeichnen. Zahlreiche Studien zeigen, dass sich mehr Epilepsiefaktenwissen bei MmE und ihrem Umfeld positiv auf die psychische Gesundheit aller auswirkt. Methoden In EINZELGESPRÄCHEN mit der Epilepsieberater:in werden Fragen der Betroffenen und Angehörigen zu DIAGNOSE, THERAPIE und AUSWIRKUNGEN DER ERKRAN-KUNG AUF VERSCHIEDENE LEBENSBEREICHE besprochen. Gemeinsam werden Zukunftsperspektiven und individuelle Lösungen für epilepsiebedingte Alltagsprobleme erarbeitet. Zusätzlich gibt es GRUPPENANGEBOTE wie MOSES (Modulares-Schulungsprogramm-Epilepsie). Zentraler Bestandteil der EiZ-Beratung ist die AUFKLÄRUNG DES UMFELDES (Familie, Pädagog:innen, Mitschüler:innen, Fußballtrainer:innen, etc.) WORKSHOPS verbessern das Wissen über Epilepsie. FALLBEZOGEN werden im Einzelgespräch oder beim „RUNDEM TISCHEN“ Fragen, Ängste und Bedenken besprochen. Ergebnisse Die EiZ-Epilepsieberater:innen bieten eine Ergänzung zur MEDIZINISCHE VERSOR-GUNG. Evidenzbasiertes Casemanagement FÖRDERT DIE KRANKHEITSBEWÄLTI-GUNG. Um das individuelle Gefährdungsrisiko zu ermitteln, werden Anfallsablauf und Anfallshäufigkeit erhoben und in Bezug zur Tätigkeit/Aktivität gestellt. Diese objektive Beurteilung ermöglicht, FAKTEN VON ÜBERTRIEBENEN ÄNGSTEN zu TRENNEN und wirkt so als PRÄVENTION von DEPRESSIONEN, ANGSTSTÖRUNGEN UND SUIZID bei Betroffenen und ihrem Umfeld. EiZ ist besonders erfolgreich im Bereich Kindergarten/Schule. Empfehlungen Verunsicherung aus Unwissenheit über Epilepsie führen zu Vorurteilen, Ausgrenzung, Mobbing. Eine ablehnende, negative Haltung des sozialen Umfeldes führt zu Rückzug und Depression. Epilepsie Sensibilisierung und Aufklärung durch EiZ der Familien und z.B. Pädagog:innen sollte zeitnahe zur Diagnosestellung erfolgen. Eine INDIVIDUELLE FALL-BESPRECHUNG wegen der Komplexität der Epilepsie ist unerlässlich. Dies ermöglicht einen UNAUFGEREGTEN, RATIONALEN UMGANG DES UM-FELDES MIT DER ERKRANKUNG UND ERHÖHT DIE LEBENSQUALITÄT DER BE-TROFFENEN FAMILIEN. Zahnbehandlungen unter Allgemeinanästhesie im Kindesalter - ein Public-Health-Indikator für Präventionsdefizite? 1: Wiener Gesundheitsverbund, Klinik Donaustadt, Jugendzahnambulanz, Österreich; 2: Österreichische Gesellschaft für Kinderzahnmedizin (ÖGKiZ) Hintergrund Zahnbehandlungen unter Allgemeinanästhesie sind für viele Kinder und Jugendliche mit „Special Needs“ medizinisch indiziert und häufig die einzige Möglichkeit einer sicheren und adäquaten Behandlung. Gleichzeitig zeigen steigende Zahlen von Narkoseeingriffen auch bei gesunden Kindern strukturelle Defizite in der zahnmedizinischen Prävention und Versorgung auf, insbesondere im Bereich frühkindlicher Interventionen. 2025 wurden circa 1200 Kinder/Jugendliche zahnmedizinisch in Sedierung oder Narkose in der Jugendzahnambulanz der Klinik Donaustadt behandelt, von diesen Patient_innen waren rund 28% Kinder/Jugendliche mit „Special Needs“. Ziel Einordnung zahnärztlicher Narkosebehandlungen im Kindesalter als Public-Health- und gesundheitsökonomischer Indikator unter Berücksichtigung medizinischer Notwendigkeit, elterlicher Entscheidungsprozesse, ökonomischer Rahmenbedingungen und struktureller Präventionsinstrumente wie des Eltern-Kind-Passes. Methode Deskriptive Analyse von Patient_innenpfaden und Versorgungsrealitäten einer spezialisierten öffentlichen Jugendzahnambulanz mit Fokus auf Indikationen, Zugangsbarrieren, Wartezeiten sowie ökonomische Steuerungsmechanismen. Ergebnisse Kinder/Jugendliche mit „Special Needs“ benötigen zahnärztliche Behandlungen unter Allgemeinanästhesie häufig aus medizinischen Gründen, etwa bei eingeschränkter Kooperationsfähigkeit, komplexen Grunderkrankungen oder erhöhten anästhesiologischen Risiken, die eine Behandlung ausschließlich in spezialisierten Zentren erlauben. Darüber hinaus werden auch Kinder ohne zwingende medizinische Indikation zur Sedierung oder Narkose vorgestellt, häufig infolge verspäteter Erstkontakte (keine strukturierten zahnmedizinischen Screenings im Eltern-Kind-Pass), elterlicher Sorge vor Schmerzen oder Traumatisierung sowie frustraner Vorbehandlungen. Im niedergelassenen Bereich sind Narkosebehandlungen vielfach kostenpflichtig und für sozial benachteiligte Familien nicht leistbar, was zu einer Verlagerung der Versorgung in öffentliche Einrichtungen führt. Diese fungieren als kostenfreie letzte Versorgungsinstanz, sind jedoch kapazitätsbegrenzt, wodurch lange Wartezeiten entstehen und dadurch die familiären Belastungen aus medizinischer Sicht (Schmerzen, Abszesse,…) weiter steigen. Schlussfolgerung Zahnärztliche Narkosebehandlungen im Kindesalter sind ein sensibler Indikator für Präventionsdefizite und ineffiziente Ressourcenallokation. Während Narkosebehandlungen für Kinder mit „Special Needs“ essenziell und unverzichtbar sind, könnten viele Eingriffe durch frühzeitige, systematisch verankerte Prävention vermieden werden. Die Integration zahnärztlicher Frühscreenings in den Eltern-Kind-Pass, kombiniert mit elternzentrierten Unterstützungsangeboten und einer sozial gerechteren Vergütungsstruktur, stellt einen zentralen Public-Health- und gesundheitsökonomischen Ansatz zur nachhaltigen Entlastung spezialisierter Versorgungsstrukturen dar. | |