Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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8.1: Gesundheitsberufe stärken: Kompetenzen für die Zukunft (Vorträge)
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Co-Designing Primary Health Care Workforce Development: Partizipative Curriculumentwicklung zum Capacity Building in der österreichischen Primärversorgung 1: Gesundheit Österreich GmbH, Österreich; 2: Hochschule Campus Wien, Österreich Die Gesundheitsreform hat die Etablierung vergemeinschafteter Versorgungsformen in der Primärversorgung (PV), insbesondere Primärversorgungseinheiten (PVE), zum Ziel. Die Plattform Primärversorgung - etabliert im Rahmen des EU-Aufbau- und Resilienzplans – ist der Begegnungsraum der PV-Community und unterstützt Vernetzung, Partizipation und Wissenstransfer. Die teambasierte Versorgungsform in PVE konfrontiert dort tätige Gesundheits- und Sozialberufe sowie Manager:innen mit neuen Anforderungen in der Organisation und Zusammenarbeit. Eine Analyse des Fortbildungsmarktes zeigte Lücken: Bestehende Angebote adressieren nicht die spezifischen Bedarfe von Mitarbeiter:innen und Teams der multiprofessionellen Primärversorgung. Workforce Development ist essenziell für die nachhaltige Etablierung teambasierter Primärversorgung. Daher wurden maßgeschneiderte Trainings partizipativ entwickelt. Ein Mixed-Method-Ansatz kombinierte qualitative und quantitative Datenerhebungen mit Co-Design-Prozessen: 16 leitfadengestützte Interviews mit Gesundheits- und Sozialberufen sowie Manager:innen identifizierten Bedarfe. Eine Online-Umfrage erhob Relevanz und Rahmenbedingungen. Anschließende Workshops im Projektteam ermöglichten Curriculumsentwicklungen basierend auf den identifizierten Anforderungen. Der Prozess wurde fachlich von einer Expertin für Hochschullehre und Didaktik begleitet. Die Fragebogenanalyse zeigte für die Themen interprofessionelle Zusammenarbeit (IPZ), Gute Gesundheitsinformation sowie Führen multiprofessioneller Teams die höchsten Bewertungen. Die Themen Recruiting und Personalmanagement sowie Diagnosen-Codierung erhielten die geringsten Bewertungen. Interviewergebnisse zu den Training-Themen IPZ im Team, Prozessgestaltung, Moderation von Teammeetings, Link-Working (Social Prescribing), Projektmanagement und Führen multiprofessioneller Teams zeigten den bestehenden Bedarf auf und ermöglichten es, konkrete Rahmenbedingungen für Trainings abzuleiten: Präsenz-Formate (4–8 Std.), kleine Gruppen (8–12 Personen), praxisnahe Inhalte mit hoher didaktischer Vielfalt sowie flexible zeitliche Angebote, auch außerhalb der Öffnungszeiten der PVE. In einem ersten Schritt erfolgte die partizipative Entwicklung von Trainings zu den ersten vier genannten Themen durch die Plattform Primärversorgung. Der Ansatz partizipativer Entwicklung von PV-Trainings gewährleistet hohe Praxisrelevanz und Akzeptanz sowie optimale Passfähigkeit und damit Umsetzbarkeit entsprechend den vorherrschenden Rahmenbedingungen. Der Entwicklungsprozess primärversorgungsspezifischer Trainings zeigte den aktuellen Bedarf und die Relevanz von Capacity Building Maßnahmen für PVE-Teams zum nachhaltigen Ausbau und zur Stärkung teambasierter Primärversorgung. Die Pilotierung erfolgt 2026. Sieben Bissen Wissen. Multiplikator:innenschulung für gesundheitsfördernde und klimafreundliche Ernährung. 1: FH JOANNEUM, Institut Diätologie; 2: FH JOANNEUM, Institut Gesundheits- und Tourismusmanagement; 3: FH JOANNEUM, Institut Angewandte Produktionswissenschaften; 4: Volkshilfe Steiermark Hintergrund Die zunehmende Interferenz von Ernährung, individueller Gesundheit und Umwelt erfordert effektive Bildungsansätze. Trotz wachsenden Bewusstseins fehlen oft praxisnahe Strategien zur Vermittlung von Ernährungskompetenz für nachhaltige Verhaltensänderungen. Das Projekt „Sieben Bissen Wissen“ schließt diese Lücke durch die gezielte Ausbildung von Multiplikator:innen. Ziele des Projekts sind die Entwicklung und Implementierung eines Evidenzbasierten Schulungskonzepts zur Befähigung von Multiplikator:innen, zur eigenständigen Durchführung von Konsument:innen-Workshops zu gesundheitsfördernder und klimafreundlicher Ernährung sowie Impulse auf Verhältnisebene zu setzen. Das Projekt wird von einem interdisziplinären Team der FH JOANNEUM, unterstützt von Zero Waste Austria, in Kooperation mit dem Gesundheitsfonds Steiermark und gefördert durch den Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) umgesetzt, für die Laufzeit 01/2025 -09/2026. Methodik Zu Projektbeginn erfolgte eine Bedarfserhebung zur zielgruppenspezifischen Ausrichtung der Inhalte. Darauf basierend wurden didaktisch angepasste Konzepte und Materialien erarbeitet. Eine Pilot-Schulung von Multiplikator:innen diente der praktischen Erprobung und Evaluation des Konzepts. Parallel dazu wurde ein Workshop-Konzept für Konsument:innen konzipiert. Die Inhalte wurden teilweise in leichter Sprache aufbereitet, um Zugangsbarrieren für vulnerable Gruppen zu reduzieren. Die Evaluation erfolgte durch Multiplikator:innen sowie durch Vertreter:innen vulnerabler Zielgruppen. Zu Projektende wurden die Durchführung von Workshops sowie die Umsetzung von institutionellen Maßnahmen von den Multiplikator:innen evaluiert. Ergebnisse Neben wissenschaftlich fundierten Workshop-Konzepten wurden praxisorientierte Materialien für Multiplikator:innen und Konsument:innen erarbeitet, einschließlich einfacher Sprache für vulnerable Gruppen. Diese Wissensressourcen wurden zu sieben zentralen Themenfeldern entwickelt („Sieben Bissen Wissen“): (1) Grundlagen gesunder und nachhaltiger Ernährung, (2) Ernährungskompetenz und Empowerment, (3) Klimaschutz am Teller, (4) Lebensmittelversorgung, (5) ganzheitliche Gesundheitsförderung, (6) Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, (7) Vernetzung und gemeinsames Handeln. Weiters wurden 30 Multiplikator:innen - vorwiegend aus sozialen Einrichtungen - ausgebildet. Die Evaluation der Schulungen und der von den Multiplikator:innen umgesetzten Workshops und Maßnahmen (Verhältnisebene) erfolgte projektbegleitend. Ausblick Die entwickelten Konzepte und Materialien sollen breit disseminiert und in Bildungseinrichtungen, Volkshochschulen, Gemeinden u.a. österreichweit verankert werden, um Ernährungskompetenz und Klimabewusstsein in der Bevölkerung nachhaltig zu stärken. Digitale Gesundheitskompetenz der Gesundheitsberufe in Österreich - welche Kompetenzen braucht es in der Ausbildung? Gesundheit Österreich GmbH, Österreich Hintergrund: Digitale Gesundheitskompetenz (DGK) bezeichnet die Fähigkeit, digital verfügbare Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten, anzuwenden sowie mit digitalen Technologien im Gesundheitsbereich umgehen zu können. Die Stärkung der DGK ist als strategisches Ziel in der österreichischen eHealth-Strategie verankert, wobei die Notwendigkeit von Kompetenzprofilen für Gesundheitsdiensteanbieter:innen (GDA) adressiert wird. Ziel dieser Studie war daher die Entwicklung eines digitalen Kompetenzprofils für GDA in Österreich, basierend auf internationalen Best-Practices und unter Einbindung nationaler Expert:innen. Methode: Die Studie folgte einem Mixed-Methods-Design. Zunächst erfolgte eine systematische Analyse von 101 Curricula österreichischer Hochschulen hinsichtlich der Integration von DGK-Inhalten. Parallel dazu wurde ein systematischer Literaturreview durchgeführt, der auf dem Scoping Review von Nazeha et al. (2020) aufbaute. Die Literatursuche von vier Datenbanken (Medline, Wiley, CINAHL, Cochrane) sowie eine Handsuche identifizierte 463 Studien, von denen 8 eingeschlossen wurden. Die enthaltenen Kompetenzen wurden systematisch extrahiert, den 28 Domänen nach Nazeha et al. zugeordnet und um zwei neue Domänen ergänzt. Die entwickelte Kompetenzliste wurde in einem zweistufigen Delphi-Prozess mit Vertreter:innen aus Ausbil-dungseinrichtungen, Berufsverbänden und der Praxis validiert. Basierend auf statistischen Kriterien (Median, Quartile, MAD-M) wurden Items sukzessive reduziert. Abschließend erfolgte eine Expert:innen-Austauschrunde mit Vertreter:innen von Ausbildungseinrichtungen und Berufsverbänden. Ergebnisse: Die Analyse der Curricula schuf einen Überblick der derzeitigen Integration von DGK in die Ausbildung österreichischer Gesundheitsberufe. Im Delphi-Prozess kristallisierten sich 20 Kernkompetenzen heraus, wobei Dokumentation, Verwaltung von Gesundheitsinforma-tionen, Kommunikation, Datenschutz sowie Qualität und Sicherheit als besonders wichtig identifiziert wurden. Die Expert:innen-Diskussion betonte die Notwendigkeit eines flexiblen, modulartigen Frameworks mit berufsübergreifender Basiskompetenz und berufsgruppenspezi-fischen Spezialisierungen. Schlussfolgerungen: Die Studie entwickelte erstmals ein durch Expert:innen validiertes digitales Kompetenzprofil für Gesundheitsberufe in Österreich. Die identifizierten 20 Kernkompetenzen bieten eine Grundlage für die systematische Integration von DGK in Aus- und Weiterbildungs-curricula. Als nächste Schritte werden die Entwicklung berufsgruppenspezifischer Kompetenz-profile sowie konkrete Implementierungsstrategien empfohlen. Klimakompetenz als Future Skill - ein studiengangsübergreifender Selbstlernkurs für angehende Health Professionals Hochschule für Angewandte Wissenschaften Burgenland GmbH, Österreich Der Klimawandel stellt das österreichische Gesundheitssystem vor wachsenden Herausforderungen. Gesundheits- und Sozialberufe nehmen eine Schlüsselrolle ein, da Sie aufgrund ihrer fachlichen und kommunikativen Kompetenzen wesentlich zur Stärkung der Reaktionsfähigkeit und Resilienz im Kontext der Klimakrise beitragen können. Der Aufbau einer gesundheitsbezogenen Klimakompetenz befähigt diese Berufsgruppen als Multiplikator*innen zu wirken, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen.1 Diese Kompetenzen sind zudem zentral für die Gesundheitsförderung, da sie Bewältigung klimabedingter Gesundheitsfolgen sowie Förderung gesundheitsfördernder und klimafreundlicher Lebensstile im Rahmen präventiver Public-Health-Maßnahmen unterstützen.2 Vor diesem Hintergrund wurde am Department Gesundheit & Soziales der Hochschule Burgenland der Selbstlernkurs „Klimakompetenz und Klimaresilienz“ mit einem Arbeitsumfang von 1 ECTS entwickelt und curricular in allen Studiengängen des Departments verankert. Der Kurs richtet sich an Studierende zum Aufbau wissenschaftlicher Grundlagen sowie an interne und externe Lehrende, die klima- und gesundheitsbezogene Inhalte in ihre Lehre integrieren möchten. Grundlage bildet das Handbuch zur Stärkung von Klimakompetenz für Gesundheitsberufe1, das Klimakompetenz als Zusammenspiel von Wissen, Reflexion und Handlungskompetenz definiert. Entsprechend orientiert sich der Kurs an den Lernzielen Imagination, Knowledge und Implementation. Die Inhalte werden über Erklärvideos, Texte und Reflexionsaufgaben vermittelt und unter Mitwirkung von Expert*innen aus Public Health, Klimaforschung und Gesundheitsförderung entwickelt. Die Evaluierung des Kurses zeigt eine hohe Akzeptanz und Wirksamkeit des gewählten Formats. Von 181 Absolvent*innen nahmen 49 Personen (27,1 %) an der Befragung teil. 93,9 % berichteten über den Erwerb neuer Kenntnisse und Fähigkeiten, 79,6 % würden weitere Selbstlernkurse in diesem Format nutzen, und 71,4 % gaben an, dass der Kurs ihre Haltung oder ihr Verhalten in Bezug auf Klimaschutz beeinflusst habe. Der Selbstlernkurs zeigt, dass die Vermittlung von Klimakompetenz im Hochschulkontext effektiv und nachhaltig erfolgen kann, sofern die Inhalte strukturiert, evidenzbasiert, praxisorientiert und flexibel gestaltet sind. Durch seine curriculare Verankerung sowie hohe Anschlussfähigkeit leistet der Kurs einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems. | |