Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | ||
6.5-Poster: Posterwalk 3
| ||
| Präsentationen | ||
Förderung der Organspende - Learn from the best GÖG, Österreich Obgleich in Österreich seit 2001 ein Programm zur Förderung des Transplantationswesens existiert, ist es bisher nicht gelungen, das darin formulierte Förderziel in Bezug auf die postmortale Organspende – 30 Organspender:innen pro Million Einwohner:innen (OSP pro Mio. EW) – flächendeckend und nachhaltig zu erreichen. Nach sehr niedrigen Organspenderzahlen in den Jahren 2023 und 2024 (17,6 und 18,1 OSP pro Mio. EW) ist die Zahl im Jahr 2025 wieder angestiegen (22,2 OSP pro Mio. EW, preliminary data) und entspricht dem Niveau früherer Jahre. Die regionalen Unterschiede, insbesondere das Ost-West-Gefälle, sind jedoch nach wie vor beträchtlich und legen nahe, dass Optimierungspotenzial besteht. Im aktuellen Förderprogramm (2024-2028) ist als neue Fördermaßnahme die Erstellung eines Aktionsplans vorgesehen. Ziel dieser Maßnahme ist es, gemeinsam mit Stakeholderinnen und Stakeholdern von Bund, Ländern, Sozialversicherung, Transplantationszentren, spenderbetreuenden Krankenanstalten, Selbsthilfegruppen und ggf. weiteren Personengruppen das bestehende Förderprogramm ergänzende Maßnahmen zu definieren, die als zielführend eingeschätzt werden, die Anzahl der Organtransplantationen in Österreich zu erhöhen. U. a. werden hierfür die Förderprogramme anderer Länder analysiert und einzelne Fördermaßnahmen gegenübergestellt. Im Jahr 2025 fand eine intensive Auseinandersetzung mit dem spanischen Modell statt; Spanien ist das Land mit der weltweit höchsten Organspenderzahl pro Mio. EW. Für das Jahr 2026 ist - neben anderen Arbeiten - die Analyse eines weiteren Landes (Schweiz) geplant. Ziel der Präsentation ist, die Ergebnisse vergleichend darzustellen und Empfehlungen für Österreich abzuleiten. Aktiv im Hörsaal: Wie kleine Impulse große Wirkung im Hörsaal entfalten 1: Fachhochschule Kärnten, Masterstudiengang Gesundheitsmanagement; 2: Fachhochschule Kärnten, Lehrende Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege Hintergrund: Studierende verbringen im Hochschulalltag einen Großteil ihrer Zeit sitzend, was negative Auswirkungen auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die kognitive Leistungsfähigkeit haben kann (Bauer & Trumpa, 2023; Moulin et al., 2021). Die Ottawa-Charta (WHO, 1986) betont die Bedeutung gesundheitsförderlicher Lebenswelten, während die Okanagan-Charta (2015) Hochschulen als zentrale Settings der Gesundheitsförderung hervorhebt und eine strukturelle Verankerung von Gesundheit fordert. Vor diesem Hintergrund wurde von drei Studierenden des Masterstudiengangs Gesundheitsmanagement im Rahmen des übergeordneten Projekts ACTIVE Campus ein eigenständiges Teilprojekt umgesetzt und bewegungsaktivierende Lehrmaterialien entwickelt. Methode: Auf Basis einer Literaturrecherche und von Interviews mit Lehrenden wurden evidenzbasierte Bewegungsimpulse entwickelt. Kernstück der Intervention ist ein Karteikartenset mit 26 kurzen, evidenzbasierten, hilfsmittelfreien Übungen für Lehrveranstaltungen, ergänzt durch YouTube Erklärvideos. Die vierwöchige Implementierung an der FH Kärnten wurde mittels Prä-Post-Design und Lehrenden-Feedback evaluiert. Ergebnisse: Die Daten zeigen eine Zufriedenheit von 79,2%. Wissen und Einstellungen zu Bewegung (EBBS) stiegen signifikant an (t(137) = −3.25, p < .001, d = −.57). Die Zufriedenheit korrelierte signifikant mit dem Wissenszuwachs (r = .38, p = .007). Lehrende betonten die gute Anwendbarkeit und berichteten über positive Effekte auf die Aufmerksamkeit und das Lernklima der Studierenden. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass niedrigschwellige Bewegungsimpulse erfolgreich in die Hochschullehre integrierbar sind und bewegungsbezogenes Wissen sowie die Aufmerksamkeit fördern. Für eine nachhaltige Verankerung ist institutionelle Unterstützung zentral. Literaturverzeichnis Bauer, J. E. F. & Trumpa, S. (2023). Auswirkungen von Sitzzeiten bei Studierenden & Empfehlungen zur Gesundheitsförderung in der Hochschule. die hochschullehre, 9. https://doi.org/10.3278/HSL2303W Moulin, M. S., Truelove, S., Burke, S. M. & Irwin, J. D. (2021). Sedentary time among undergraduate students: A systematic review. Journal of American college health: J of ACH, 69(3), 237–244. https://doi.org/10.1080/07448481.2019.1661422 Okanagan Charta. (2015). Eine internationale Charta für gesundheitsfördernde Universitäten & Hochschulen. Psychische Gesundheit von Physician Assistants in Deutschland Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe, Deutschland Hintergrund: Physician Assistants (PA) stellen in Deutschland eine noch junge Berufsgruppe dar. Die Qualifikation erfolgt meist aufbauend auf eine medizinische Fachausbildung, häufig im Pflegebereich, die typischerweise durch Schicht- und Wochenendarbeit geprägt ist. Für diese Arbeitszeitmodelle ist ein Zusammenhang mit psychischen Belastungen und Erkrankungen gut belegt. Neben Arbeitszeitmodellen gelten auch Arbeitszufriedenheit und wahrgenommene Wertschätzung als relevante Determinanten der psychischen Gesundheit. Systematische Untersuchungen zur psychischen Gesundheit von PA in Deutschland fehlen bislang. Ziel der vorliegenden Studie ist es daher, erste Erkenntnisse zur psychischen Gesundheit von PA zu gewinnen. Methoden: Die Datenerhebung dieser explorativen Mixed-Methods-Studie erfolgte im Zeitraum von März bis April 2026. In einer onlinebasierte Querschnittsstudie bei PA-Absolvent*innen (n=34) wurde das wahrgenommene Stressniveau mithilfe der Perceived Stress Scale erhoben. In einer zweiten onlinebasierten Erhebung (n=37) wurde das Burnout-Risiko anhand des Copenhagen Burnout Inventory (CBI) mit den drei Dimensionen persönliches, arbeitsbezogenes und Klienten-bezogenes Burnout-Risiko erhoben. Beide Umfragen wurden durch Fragen zum soziodemographischen Status und zur Arbeitssituation ergänzt. Ergebnisse: Das wahrgenommene Stressniveau lag bei max. 40 erreichbaren Punkten im Mittel bei 17,1 (SD 5,36, range 7-28) und kann somit als mäßig eingestuft werden. Geschlechtsspezifische Unterschiede waren gering (Frauen 17,03 vs. Männer 17,33), PA die im Schichtdienst arbeiteten hatten ein niedrigeres Stressniveau im Vergleich zu denen ohne Schichtarbeit (15,6 vs. 17,38). Die Auswertung des CBI ergab für das persönliche 53,4 Punkte, für das arbeitsbezogene 45,3 Punkte und das patientenbezogene Burnout-Risiko 18,1 von jeweils 100 Punkten. Insgesamt war auch hier das Gesamt-Burnout-Risiko bei Personen im Schichtdienst niedriger im Vergleich zu denen, die nicht im Schichtdienst arbeiteten (34,6 vs. 30,8 Punkte). Schlussfolgerungen: Die Studie lieferte erste empirische Hinweise zum psychischen Gesundheitszustand von PA in Deutschland und ermöglicht Vergleiche mit anderen medizinischen Berufsgruppen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für weiterführende Studien sowie für die Entwicklung praxisrelevanter Empfehlungen zur Gestaltung von Arbeitsbedingungen. Gesundheitsbezogene Bedeutung von beruflichen Weiterbildungs- und Neuorientierungsentscheidungen im Erwachsenenalter FH JOANNEUM, Österreich In einer sich beschleunigenden und zunehmend flexibilisierten Arbeitswelt verlaufen berufliche Biografien immer seltener linear. Berufliche Weiterbildung und Neuorientierung im Erwachsenenalter gewinnen dadurch nicht nur arbeitsmarktpolitisch, sondern auch gesundheitsbezogen an Bedeutung. Arbeit stellt eine zentrale soziale Determinante von Gesundheit dar, da sie Einkommen, soziale Teilhabe, Identität, Sinnstiftung und psychisches Wohlbefinden maßgeblich beeinflusst. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie, welche Impulse den Entschluss und die Umsetzung beruflicher Weiterbildung und beruflicher Neuorientierung im Erwachsenenalter prägen und wie diese Prozesse mit Gesundheit, Belastungserleben und Lebensqualität verknüpft sind. Methodisch basiert die Studie auf narrativen Interviews (n=15) mit Erwachsenen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren, die entweder eine berufliche Veränderung bereits umgesetzt haben, diese planen oder mit einer Neuorientierung hadern. Die biografisch eingebettete Auswertung ermöglicht Einblicke in individuelle Berufskarrieren im Lebensverlauf. Durchgeführt wurden die Interviews 2025 in der Region Südoststeiermark. Berufliche Veränderungsprozesse verlaufen in drei unterschiedlichen Lebensphasen: in den frühen Berufsjahren, in der mittleren Lebensphase sowie in späteren Berufsjahren. In der frühen Phase dominieren Sinnsuche, Wertefragen und ethische Dissonanzen mit der Erstausbildung. In der mittleren Lebensphase treten Vereinbarkeitsprobleme, familiäre Verpflichtungen sowie körperliche und psychische Belastungsgrenzen in den Vordergrund. In späteren Phasen wirken Wertewandel, biografische Brüche und äußere Krisen als Impulse für eine berufliche Neuorientierung. Weiterbildungs- und Neuorientierungsentscheidungen werden primär durch intrinsische Motivation, Sinnorientierung, Selbstreflexion und soziale Unterstützung getragen. Gleichzeitig fungieren gesundheitliche Belastungen – etwa Erschöpfung, Stress oder Krankheit – häufig als zentrale Auslöser für Veränderungsprozesse und oder berufliche Neuausrichtungen. Weiterbildung wird dabei nicht nur als Qualifikationsinstrument, sondern als Strategie der Selbstfürsorge, Resilienzförderung und Wiederherstellung von Lebensqualität verstanden. Strukturelle Barrieren wie finanzielle Unsicherheiten, unzureichender Informationszugang, unpassende Beratungsangebote und eingeschränkte regionale Karrieremöglichkeiten erschweren die Umsetzung. Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass berufliche Weiterbildung im Erwachsenenalter weniger durch äußere Anreize als durch innere Überzeugung initiiert wird. Es bedarf jedoch an zielgruppen- und sozial gerechten Rahmenbedingungen, um nachhaltig wirksam zu sein. Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung in der Gesundheitsförderung: Sammlung innovativer Lehrbeispiele und -konzepte Gesundheit Österreich GmbH, Österreich Hintergrund: Eine qualitätsvolle Gesundheitsförderung erfordert gut ausgebildete Fachpersonen, die Konzepte und Methoden kontext-, setting- und zielgruppenspezifisch anwenden können. Das Kompetenzzentrum Zukunft Gesundheitsförderung widmet sich seit 2022 diesem Themenfeld. Innerhalb des Netzwerks Aus- und Weiterbildung in der Gesundheitsförderung wurde der Bedarf nach hochschulübergreifendem Austausch zu innovativen Lehrkonzepten hervorgehoben. Ziel ist die Erhebung innovativer Lehrkonzepte unter Lehrenden der Gesundheitsförderung im deutschsprachigen Raum. Methode: Die Erhebung erfolgte unter Einbindung der Expert:innen des Netzwerks „Aus- und Weiterbildung und Forschung Gesundheitsförderung“ sowie des D|A|CH-Netzwerks Gesundheitsförderung. Nach einem Pretest wurde der Erhebungsbogen über das Netzwerk und weitere Fachverteiler verbreitet. Die Auswertung erfolgte deskriptiv und thematisch entlang zentraler Kategorien (Kompetenzstandards der GF, z. B. „Veränderung ermöglichen“; Merkmale innovativer Lehre, z. B. Perspektivenvielfalt und -wechsel). Ergebnisse: Die erhobenen 39 Beispiele liefern folgende Erkenntnisse: Als am häufigsten behandelte Themenfelder in der Lehre werden Determinanten und ihre Auswirkungen auf Gesundheitsförderung sowie die Förderung von Gesundheitskompetenz genannt. Das Ermöglichen von Veränderung und angemessene Kommunikation sind wichtige Kompetenzen in der professionellen Praxis, die in der Lehre vermittelt werden. Interdisziplinarität und -professionalität, Praxistransfer und Forschung werden über diverse Ansätze verfolgt (z. B. interprofessionelles Lernen; Methodencoaching durch Forscher:innen). Die Lehrbeispiele zeigen zudem, was Innovation in der Lehre ausmacht: Partizipation und Co-Kreation; Perspektivenvielfalt und -wechsel; reflektierte Analyse und Projektplanung anhand diverser Dimensionen wie z. B. Gender Equity; Selbsterfahrung und Reflexion von Gesundheitsförderungsinhalten; Peer-Learning; digitale Kommunikation und Tools. Schlussfolgerungen: Die weitere Professionalisierung der Gesundheitsförderung hängt eng mit einer stärkeren Orientierung an bestehenden Kompetenzrahmen in der Aus- und Weiterbildung zusammen. Die Beispiele bzw. Lehrkonzepte zeigen, wie Kompetenzen für qualitätsvolle Gesundheitsförderung in der Aus- und Weiterbildung durch innovative Lehre gestärkt werden können. Sie bilden zudem eine Grundlage für vertiefte hochschulübergreifende Kooperation zur Weiterentwicklung der Gesundheitsförderungslehre. Zukünftig sollen insbesondere über Vernetzungstreffen modulare Lehrstrukturen diskutiert, innovative Lehrmethoden anhand zentraler Kompetenzen (z. B. Advocacy, Ethik) weiterentwickelt und relevante Themen (z. B. Klimawandel) aufgegriffen werden. Aus- und Weiterbildungsbedarfe von Mitarbeitenden in Primärversorgungseinheiten im Umgang mit klimabedingten Herausforderungen FH Joanneum, Österreich Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und stellt das Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. Primärversorgungseinheiten (PVE) kommen bei der Problemlösung klimabedingter Gesundheitsfolgen eine zentrale Rolle zu, da sie aufgrund ihres niederschwelligen Betreuungsansatzes nahe an der Bevölkerung stehen. Dazu braucht es geeignetes Wissen durch die interprofessionelle Betreuung. Selektive und systematische Literaturrecherche in: PubMed, Cochrane Library, CINAHL, ScienceDirect, SpringerLink, Google Scholar, und nachgeordnete Schneeballsuche, 10 leitfadengestützten Expert:inneninterviews nach Kuckartz und Auswertung mit MAXQDA, KI-Tools wurden unterstützend unter anderem zur Strukturierung, Formulierung, Zusammenfassung von Texten mit ChatGPT und zur Übersetzung mit Deepl verwendet. Zentrale klimabedingte Gesundheitsrisiken wie Hitze, Allergien, Infekte oder psychische Belastungen wurden von den Befragten als relevant wahrgenommen. Eine Notwendigkeit an Aus- und Weiterbildungen zeigt sich in fast allen untersuchten Berufsgruppen. Mitarbeitende äußern den Bedarf nach klaren, praxisorientierten Handlungsempfehlungen. Besonders kurze und klare aufbereitete Informationen und Schulungen zu Themen wie der Umgang mit Hitzebelastung bei Patient:innen, Kommunikation klimabedingter Gesundheitsrisiken oder nachhaltigem Praxismanagement. Strukturelle Herausforderungen bestehen unter anderem bei baulichen Gegebenheiten der PVE-Gebäude sowie in fehlenden standardisierten Abläufen. Außerdem fehlt es an finanzieller und politischer Unterstützung. Die Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit gezielter, berufsbezogener Aus- und Weiterbildungsformate in PVE und einer curricularen Verankerung in Ausbildungen, um Mitarbeitende auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Bestehende Konzepte wie „Train-the-Trainer“-Ansätze bieten dafür erste Anknüpfungspunkte. Die Arbeit liefert praxisnahe Impulse für den weiteren Aufbau klimaresilienter Primärversorgung. Die Ergebnisse zeigen, dass eine strukturelle, multiprofessionelle und politisch begleitete Auseinandersetzung mit den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels notwendig ist. Kritisch betrachtet werden muss, dass mehrere Interviews in der gleichen PVE stattgefunden haben. Eine gute Pflege und Betreuung in Österreich ermöglichen – ein Rahmenkonzept für das Pflegereporting zu den Einflussfaktoren sozioökologischer Systeme auf die (Arbeits-)Fähigkeit von Gesundheits- und Krankenpflege- sowie Sozialbetreuungsberufen zur Erbringung einer evidenzinformierten und personenzentrierten Pflege und Betreuung Gesundheit Österreich GmbH, Österreich Hintergrund Angesichts demografischer und epidemiologischer Entwicklungen gewinnt eine evidenzinformierte Planung pflegerischer Leistungsangebote an Bedeutung. In Österreich wurde die Gesundheit Österreich GmbH mit dem Aufbau eines Pflegereportings beauftragt, um die Situation professioneller Pflege und Betreuung kontinuierlich abzubilden und unter anderem Informationen für Planungszwecke bereitzustellen. Trotz vorhandener Daten zur Situation des Pflege- und Sozialbetreuungspersonals bestehen im österreichischen Pflegereporting weiterhin erhebliche Entwicklungspotenziale. Die Auswahl und Interpretation geeigneter pflegerelevanter Indikatoren ist komplex. Um valide Informationen über die Arbeitsbedingungen, die (Arbeits-)Fähigkeit von Pflege- und Sozialbetreuungsberufen und relevante Outcomes generieren zu können, ist daher ein konzeptionelles Fundament notwendig. Methode In einer explorativen Literaturrecherche wurden zentrale Themenfelder aus Theorien mit Bezug zur Pflegepraxis und Public Health identifiziert, mithilfe einer Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) strukturiert und in mehreren Workshops mit Expert:innen aus der Berufspolitik, Pflegewissenschaft und Pflegepraxis in einem Rahmenkonzept integriert. Ergebnisse Das entwickelte Rahmenkonzept basiert auf dem Metaparadigma der Pflege (Bender 2018, Fawcett 1984, 2023) und Bronfenbrenners Systemtheorie (1981). Es verortet die Konzepte Person, Pflege, Umwelt sowie pflegerelevante Ergebnisse und Ereignisse in den sozioökologischen Makro-, Exo-, Meso- und Mikrosystemen. Kernkonzepte und Prämissen aus Standardwerken wie dem Modell für Pflege- und Gesundheitspolitik (Fawcett/Russell 2001), dem Rahmenkonzept für Länder zur Verwirklichung eines integrierten Kontinuums der Langzeitpflege der WHO (2021) oder dem Modell personzentrierter Pflege von McCormack/McCance (2021) bilden den Inhalt des Rahmenkonzepts. Diese umfassende „Landkarte“ strukturiert zentrale Begriffe zu Einflussfaktoren, Mechanismen und Ergebnissen guter Pflege und Betreuung. Sie identifiziert potenzielle Indikatoren sowie offene Entwicklungsfelder des Pflegereportings. Zudem dient sie als Orientierung für die Operationalisierung weiterer Indikatoren und für die Integration neuer Datenquellen in den kommenden Entwicklungsschritten. Schlussfolgerungen Die Entwicklung dieses Rahmenkonzeptes bildet einen wesentlichen Schritt hin zu einem evidenzinformierten, praxisnahen und steuerungsrelevanten Pflegereporting. Als nächste Schritte werden die Operationalisierungsmethoden für neue Indikatoren festgelegt und der Ausbau systematischer Datenerhebungen – unter anderem durch regelmäßige Pflege-Surveys – weiter vorangetrieben. Betriebliches Übergangsmanagement im Kontext Betrieblicher Gesundheitsförderung – Prozessevaluation und Good-Practice-Beispiele 1: FH JOANNEUM, Österreich; 2: Gesundheit Österreich GmbH Hintergrund/Problemstellung: Der demografische Wandel stellt österreichische Betriebe zunehmend vor die Herausforderung, gesundheitsförderliche Übergänge von der Erwerbs- in die nachberufliche Lebensphase zu gestalten. Vor dem Hintergrund zunehmender Pensionierungen gewinnt das Betriebliche Übergangsmanagement (BÜGM) als strategischer Ansatz zur Wissenssicherung, Gesundheitsförderung und Laufbahngestaltung an Bedeutung. Der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) greift diese Entwicklungen auf und fördert im Programmschwerpunkt „Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und BÜGM“ innovative Ansätze mit Fokus auf die Gestaltung von Übergängen aus dem Erwerbsleben in die Pension. Methode: Die Masterarbeit entstand im Rahmen der Evaluation dieses FGÖ-Programmes. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine selektive Literaturrecherche mit einer Dokumentenanalyse von Projektzwischenberichten aus fünf Betrieben kombiniert, die an einem Förderschwerpunkt des Fonds Gesundes Österreich teilnehmen. Ziel war es, Gelingensbedingungen und Herausforderungen zu identifizieren und kritisch zu analysieren. Im Zuge dessen wurden außerdem die geplanten und umgesetzten Maßnahmen der Betriebe anhand BÜGM-Ansätzen dargestellt. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass BÜGM insbesondere dann erfolgreich umgesetzt wird, wenn es strukturell im Betrieb verankert ist, Führungskräfte kontinuierlich eingebunden werden und Maßnahmen partizipativ gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelt werden. Zentrale Herausforderungen liegen in begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen, unklaren Zuständigkeiten für das querschnittsorientierte Thema sowie in der zielgruppengerechten und standortübergreifenden Kommunikation. Als wirksam beschriebene Maßnahmen nennen die Projektverantwortlichen unter anderem Schulungen zu altersgerechter Führung, den systematischen Aufbau von Offboarding-Prozessen, vorbereitende Gespräche ab etwa fünf Jahren vor der Pensionierung, Leitfäden für Mitarbeitergespräche, sowie den Aufbau von Wissenstransfer-Moderator:innen und Mentoring-Programmen. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der ersten Projektphase deuten darauf hin, dass sich BÜGM im Kontext der BGF eingliedern lässt. Dabei trägt BÜGM dazu bei, den Übergang vom Erwerbsleben in die nachberufliche Phase für Betriebe und Individuen gesundheitsförderlich meisterbar zu machen. Unter Berücksichtigung der Gelingensbedingungen und Herausforderungen stellt das BÜGM einen zukunftsweisenden Ansatz dar, der sowohl individuelle Bedürfnisse, als auch betriebliche Anforderungen im demografischen Wandel konstruktiv verbindet. MIND ON - Stark als Lehrling - Förderung der psychischen Gesundheit im Setting Berufsschule FH JOANNEUM, Österreich Psychisches Wohlbefinden stellt eine zentrale Ressource für Lernfähigkeit, Motivation und langfristige Gesundheit junger Menschen dar. Insbesondere im Übergang von der Schule in den Beruf sind Jugendliche mit vielfältigen psychosozialen Anforderungen konfrontiert, wodurch das Risiko für psychische Belastungen nachweislich erhöht ist. Vor diesem Hintergrund zielte das Projekt „MIND ON – Stark als Lehrling“ darauf ab, das psychische Wohlbefinden von Lehrlingen im Setting Berufsschule systematisch und nachhaltig zu fördern. Im Rahmen des Projekts wurde eine quantitative Querschnittserhebung unter Einsatz des WHO-5 Well-Being Index durchgeführt, eines international etablierten Screening-Instruments zur Erfassung des subjektiven psychischen Wohlbefindens. Der WHO-5 ist eine kurze, eindimensionale Skala mit fünf positiv formulierten Items zum Wohlbefinden in den vergangenen zwei Wochen. Die Beantwortung erfolgt auf einer sechs-stufigen Likert-Skala (0–5); höhere Summenwerte (Range: 0-25) indizieren ein höheres Wohlbefinden. Die Erhebung erfolgte an fünf steirischen Landesberufsschulen bei Lehrlingen des ersten Lehrjahres und war in ein partizipatives, praxisnahes Workshopdesign eingebettet. In die Analysen gingen die vollständigen und validen Datensätze von 831 Lehrlingen ein (36% weiblich, 61% männlich, 3% divers; Alter: M = 17,13 Jahre, SD = 3,60). Der mittlere WHO-5-Score betrug M = 11,37 (SD = 5,33; 95 %-KI [11,01; 11,73]). Insgesamt lagen 57% der Befragten unter dem etablierten Schwellenwert von 13 Punkten, der als Indikator für eingeschränktes Wohlbefinden gilt und einen potenziellen weiteren diagnostischen Abklärungsbedarf nahelegt. Ein Ein-Stichproben-t-Test zeigte, dass der Mittelwert signifikant unter diesem Referenzwert von 13 lag, t(830) = −8,80, p < .001; geschlechtsspezifische Unterschiede waren weder statistisch signifikant noch praktisch bedeutsam. Die Ergebnisse weisen auf ein insgesamt reduziertes psychisches Wohlbefinden bei Lehrlingen im ersten Lehrjahr hin. Vor diesem Hintergrund bildeten die WHO-5-Befunde die empirische Grundlage für die Implementierung bedarfsorientierter, zielgruppenspezifischer Maßnahmen, darunter Workshops zu Lernstrategien, digitaler Gesundheitskompetenz sowie Entspannungs- und Konzentrationsübungen. Zugleich bestätigen sie den WHO-5 als geeignetes, niedrigschwelliges Monitoringinstrument zur evidenzbasierten Steuerung gesundheitsfördernder Interventionen im Berufsschulkontext. Bewusste Produktauswahl bei pflanzlichen Milchalternativen als Beitrag zur Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen 1: SIPCAN – Special Institute for Preventive Cardiology And Nutrition, Salzburg; 2: Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg, Abteilung für Innere Medizin, Salzburg Hintergrund: Pflanzliche Milchalternativen liegen zunehmend im Trend. Allerdings weisen viele dieser Produkte von Natur aus einen relevanten Zuckergehalt auf und enthalten teilweise zusätzlich zugesetzten Zucker, der für Konsument*innen nicht immer unmittelbar erkennbar ist. Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen des SIPCAN-Milchalternativen-Checks regelmäßig alle am österreichischen Markt verfügbaren Produkte hinsichtlich ihres Zucker- und Fettgehalts analysiert und vergleichbar dargestellt. Dies soll Konsument*innen eine gesündere Auswahl erleichtern und auf diesem Weg langfristig zur Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen beitragen. Methode: Seit 2022 wird jährlich bundesweit eine Vollerhebung des Angebots pflanzlicher Milchalternativen durchgeführt. Um eine Orientierung für eine gesündere Produktauswahl zu schaffen, wurden basierend auf den DACH-Referenzwerten und WHO-Empfehlungen Kriterien für empfehlenswerte Milchalternativen definiert. Um den aktuellen Orientierungskriterien zu entsprechen, darf ein Milchersatzprodukt maximal 6,7g Zucker und 4,2g Fett pro 100ml bzw. 100g sowie keine Süßstoffe enthalten. Im Rahmen der aktuellen Erhebung wurden 444 pflanzliche Getränke und Löffelprodukte überprüft. Ergebnisse: Der durchschnittliche Zuckergehalt liegt aktuell bei 4,58g pro 100ml/g (Löffelprodukte: 6,90g; Trinkprodukte: 3,39g), der durchschnittliche Fettgehalt bei 2,78g pro 100ml/g (Löffelprodukte: 4,58g; Trinkprodukte: 1,87g). 0,9% der recherchierten Produkte enthalten Süßstoffe. Während insgesamt 68% aller Produkte sämtliche aktuellen Orientierungskriterien erfüllen, überschreiten 24,3% den Zucker- und 13,5% den Fettgrenzwert. Die teils deutlichen Unterschiede im Zucker- und Fettgehalt sind dabei häufig auf das jeweilige pflanzliche Ausgangsprodukt sowie die angewandte Herstellungsmethode zurückzuführen. Schlussfolgerungen: Die Erhebung verdeutlicht, dass ein kritischer Blick auf die Nährwerttabelle auch bei pflanzlichen Milchalternativen von zentraler Bedeutung ist. SIPCAN wird die Entwicklung des Zucker- und Fettgehalts dieser Produktgruppe auch in Zukunft beobachten. Ziel ist es, einerseits Anreize für die Industrie zur Reduktion des Zuckergehalts zu schaffen und andererseits Konsument*innen eine fundierte Orientierungshilfe für eine gesundheitsbewusste Produktauswahl bereitzustellen. Zukünftig soll dabei auch der Portionsgröße verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden. Durch diese Maßnahmen soll langfristig ein relevanter Beitrag zur Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen geleistet werden. | ||