Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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1.2: Kinder und Jugendliche beteiligen: Partizipation in Forschung und Praxis (Vorträge)
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Gesundheitskompetenz gemeinsam mit Jugendlichen erforscht: ein Ko-Forschungs-Ansatz 1: Gesundheit Österreich GmbH; 2: Universität für Weiterbildung Krems; 3: Technische Universtität München Hintergrund: Gesundheitskompetenz ist eine zentrale Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen. Im Jugendalter sind Menschen erstmals mit einer Vielzahl gesundheitsbezogener Fragen konfrontiert und beginnen, eigenständig mit Gesundheitsinformationen umzugehen. Dennoch orientieren sich viele Forschungsprojekte und Interventionen weiterhin an erwachsenenzentrierten Modellen. Das Projekt KoKo-Health schließt diese Lücke, indem gemeinsam mit Jugendlichen ein jugendzentriertes Gesundheitskompetenzmodell entwickelt wurde. Methodik: In KoKo-Health, wurde Ko-Forschung umgesetzt, indem Jugendliche in allen Forschungsphasen maßgeblich beteiligt waren und partnerschaftlich mit erwachsenen Ko-Forschenden zusammenarbeiteten. Insgesamt 55 Jugendliche (Selbstselektion und Gatekeeper:innen-Sampling; 15–19 Jahre; 75% weiblich) forschten themenspezifisch zu Gesundheitskompetenz, entwickelten eigene Forschungsfragen, entschieden über Methoden und führten Interviews, Fokusgruppen, Photovoice und Umfragen durch (N=300 Jugendliche). Die Jugendlichen bestimmten selbst, wie sehr sie sich ins Projekt einbringen. Für die Auswertung wurde die Grounded-Theory-Methode herangezogen. Sie erfolgte in mehreren Schritten: Initiales Kodieren durch erwachsene Ko-Forschende; drei Treffen für axiales Kodieren mit zwei jugendlichen Ko-Forschenden; zwei finale Auswertungswerkstätten mit jugendlichen Ko-Forschenden (n=17), in denen sie Modellskizzen anhand der Kodes entwickelten. Ergebnisse: Jugendliche konzeptualisieren Gesundheitskompetenz kontextabhängig; eine universelle Darstellung entspricht nicht ihrer Lebensrealität. Fünf zentrale Einflussfaktoren („Bausteine“) auf Gesundheitskompetenz wurden identifiziert: (1) individuelle Faktoren, (2) Umgang mit Gesundheitsinformationen und alltägliche Entscheidungsprozesse, (3) soziale Beziehungen, (4) Informations- und Kommunikationsräume auf einem digitalen-physischen Kontinuum sowie (5) gesellschaftliche Faktoren, insb. Trends und Normen. Das daraus abgeleitete Modell ist als dynamischer, flexibel anpassbarer Rahmen zu verstehen: Je nach individueller Lebenssituation, den Interessen und dem konkreten Gesundheitsthema/-problem können emotionale, kognitive oder soziale Aspekte unterschiedlich stark im Vordergrund stehen. Schlussfolgerungen: Ko-Forschung ermöglicht einen Perspektivenwechsel hin zu einer jugendzentrierten Auffassung von Gesundheitskompetenz und schließt bestehende Wissenslücken. Im Vergleich zu erwachsenenzentrierten Modellen spielen intuitive Entscheidungsprozesse, soziale Beziehungen sowie institutionelle Räume wie Bildungsorganisationen oder Beratungsstellen eine deutlich stärkere Rolle. Gesundheitskompetenz wird weniger als linearer Prozess verstanden, wenngleich Informationssuche, Reflexion und Bewertung – insbesondere im Umgang mit Desinformation und Fake News – als wichtige Elemente hervorgehoben werden. Gemeinsam forschen, gemeinsam reflektieren: Gesundheitskompetenz mit Jugendlichen 1: Universität für Weiterbildung Krems, Österreich; 2: Technische Universität München; 3: Gesundheit Österreich GmbH Einleitung In der Ko-Forschung zielt die gemeinsame Reflexion aller Beteiligten darauf ab, Machtdynamiken zu reduzieren, echte Partizipation zu ermöglichen und die Qualität sowie Relevanz der Forschungsergebnisse zu stärken. Das KoKo-Health-Projekt ist ein Ko-Forschungsprojekt mit Jugendlichen zur Entwicklung eines Modells von Gesundheitskompetenz aus jugendlicher Perspektive. Jugendliche planten und führten eigenständig Workshops, Interviews, Fokusgruppen, Photovoice und Befragungen durch und waren als gleichwertige Partner:innen in alle Phasen des Forschungsprozesses eingebunden (Rekrutierung,Entwicklung des Forschungsdesigns, Datensammlung, Datenanalyse, Ergebnisdissemination. Zielsetzung Ziel der Studie ist die systematische Analyse der im Projektverlauf dokumentierten Reflexionen jugendlicher und erwachsener Ko-Forschender sowie von Betreuungspersonen, um Erkenntnisse zu Erfahrungen, Gelingensbedingungen und methodischen Herausforderungen der Ko-Forschung mit Jugendlichen zur Gesundheitskompetenz abzuleiten. Methoden Die Reflexion wurde von erwachsenen Ko-Forschenden mithilfe eines selbstentwickelten Leitfadens mit jugendlichen und erwachsenen Ko-Forschenden sowie Betreuungspersonen durchgeführt. Sie umfasste die Dimensionen Kontext, Zusammenarbeit, Prozesse und Wirkungen. Die Datenerhebung erfolgte regelmäßig und bestand aus 9 Fokusgruppen, 7 Interviews, 18 informellen Reflexionsformaten sowie 5 Umfragen. Ergebnisse Die Ergebnisse zeigen ein hohes Engagement der Jugendlichen, insbesondere wenn sie Themen, Methoden und Kommunikation mitgestalten können. Vertrauensvolle Beziehungen auf Augenhöhe, jugendgerechte Sprache, flexible Prozesse und eine offene Haltung erwiesen sich als Gelingensfaktoren. Ko-Forschung mit Jugendlichen in belasteten Lebenslagen oder zu sensiblen Themen erfordert sorgfältige Vorbereitung und Begleitung. Bevorzugt wurden kreative und interaktive Methoden wie Photovoice, Peer-Austausch und Persona-Entwicklung. Herausforderungen für erwachsene Ko-Forschende lagen in der Koordination, der von Jugendlichen entwickelten vielfältigen Teilprojekte, während Jugendliche teilweise durch die inhaltliche und methodische Vielfalt überfordert waren. Dies konnte durch Schulungen, kontinuierliche Begleitung, Nachbesprechungen und Reflexionsangebote aufgefangen werden. Schlussfolgerung Ko-Forschung mit Jugendlichen zur Gesundheitskompetenz erfordert sorgfältige Vorbereitung sowie eine offene und flexible Prozessgestaltung. Selbstbestimmung und kreative Methoden sind zentrale Erfolgsfaktoren. Eine realistische Ressourcenplanung, die Anpassung der Projektanzahl an die Machbarkeit sowie klare Strukturen und kontinuierliche Begleitung tragen dazu bei, Überforderung bei erwachsenen und jugendlichen Ko-Forschenden zu vermeiden. Visualisierung der Digital Determinants of Health (DDoH): Jugendperspektiven aus der „Being Online“ Galerie 1: Digital Transformations for Health Lab (DTH-Lab), Geneva, Switzerland; 2: Young World Federation of Public Health Associations (YoungWFPHA), Geneva, Switzerland; 3: University of Vienna, Vienna, Austria Hintergrund: Die Digital Determinants of Health (“digitale Gesundheitsdeterminanten”, DDoH) umfassen digitale Technologien und Infrastrukturen, die Gesundheit, Wohlbefinden und Gerechtigkeit beeinflussen. Während politische Ansätze zunehmend auf Prävention durch Zugangsbeschränkungen setzen (etwa in aktuellen Diskussionen über Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche in Österreich und der EU) ist noch weitgehend unerforscht, über welche Pfade DDoH den Alltag junger Menschen beeinflussen. Zugleich verdeutlichen aktuelle Diskussionen um Datensolidarität, dass junge Menschen nicht nur Datensubjekte sind, sondern kollektive Kontrolle und Mitbestimmung über die Nutzung ihrer digitalen Daten benötigen, um faire Teilhabe an digitalen Räumen zu gewährleisten. Gerade für junge Menschen sind kreative Methoden relevant. Sie helfen dabei, Barrieren zur Teilnahme abzubauen und können sprachliche Unterschiede überwinden. Das Projekt „Being Online“ nutzt eine visuelle Galerie, um die oft unsichtbaren Determinanten sichtbarer zu machen. Methoden: Diese Studie wurde durch das DTH-Lab und das Global Mental Health Action Network durchgeführt und nutzt einen partizipativen und kreativen Forschungsansatz. Für die Galerie ‚Being Online' reichten junge Menschen persönliche Beiträge ein, die zeigen sollen, wie das Online-Sein ihr eigenes Wohlbefinden beeinflusst. Die Beiträge wurden anschließend kuratiert und analysiert, um die visuellen Erzählungen mit den DDoH zu verknüpfen. Ergebnisse: Die Galerie gewährt qualitative Einblicke in das Verständnis junger Menschen zu ihrem digitalen Wohlbefinden über verschiedene soziale und kulturelle Kontexte hinweg. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Erfahrungen jeder jungen Person im digitalen Raum einzigartig sind und dass politische Maßnahmen zur Gestaltung der digitalen Determinanten diese Diversität berücksichtigen müssen. Schlussfolgerungen: Kreative und visuelle Methoden sind ein starkes Werkzeug, um DDoH von jungen Menschen besser zu verstehen. Sie helfen dabei, Gerechtigkeit und Inklusion in der öffentlichen Gesundheit voranzubringen. Indem sie die Lebenserfahrungen junger Menschen sichtbar macht, zeigt die „Being Online“ Galerie, wie kreative Ansätze traditionelle Erkenntnisse aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit ergänzen. Verschieden sein ist voll OK LebensGross GmbH, Österreich Hintergrund oder Problemstellung oder Herausforderung Lehrkräfte an Mittelschulen sind zunehmend psychosozialen Belastungen ausgesetzt, insbesondere durch fehlende Ressourcen und mangelndes Handlungswissen im Umgang mit Neurodiversität, wie Autismus. Dies führt zu Überforderung, beeinträchtigt die Unterrichtsqualität und wirkt sich negativ auf die gesundheitliche Chancengerechtigkeit aller Schüler:innen aus. Das Projekt „Verschieden sein ist voll OK“ möchte diesem Bedarf begegnen, um ein gesundheitsförderliches und inklusives Schulumfeld zu schaffen. Methode Das Projekt plant einen partizipativen Ansatz. Zunächst erfolgt eine systematische Bestandsaufnahme in Mittelschulen der Bildungsregion Steiermark zur Erfassung von Herausforderungen und Ressourcen. Basierend darauf wird ein praxistauglicher „Werkzeugkoffer“ mit Methoden und Materialien für den neurodiversitätssensiblen Unterricht und die Elternarbeit entwickelt. Dieser wird in Workshops mit Schüler:innen und Elternabenden erprobt und durch Feedbackschleifen kontinuierlich angepasst. Abschließend sollen Lehrkräfte in Fortbildungen eine Schulung zur Anwendung des Werkzeugkoffers erhalten und werden so als Multiplikator:innen gestärkt. Ergebnisse Das Projekt hat noch nicht gestartet und ist derzeit noch auf der Suche nach Fördermitteln. Erwartet werden als Ergebnisse die Stärkung der Handlungskompetenz von Lehrkräften im Umgang mit Diversität und Neurodiversität sowie eine Entlastung im Berufsalltag. Durch den implementierten „Werkzeugkoffer“ wird ein gesundheitsförderliches Klassenklima geschaffen, das die psychosoziale Gesundheit aller Schüler:innen, insbesondere jener mit Neurodiversität, positiv beeinflusst. Die Sensibilisierung für Vielfalt und Neurodiversität im gesamten Schulsystem wird erhöht, und die Akzeptanz von Unterschieden gefördert. Schlussfolgerungen oder Empfehlungen Das Projekt soll maßgeblich zur Förderung der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit beitragen und unterstützt ein inklusives Aufwachsen aller Kinder und Jugendlichen. Durch die nachhaltige Verankerung des Werkzeugkoffers und die Qualifizierung von Multiplikator:innen soll eine neurodiversitätssensible Schulkultur langfristig etabliert werden. | ||