Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Datum: Donnerstag, 01.10.2026 | |
| 9:00 - 12:00 | Historische Viermastbark - Peking und Hafenmuseum Die PEKING entdecken. Räume, Reisen, Hafenwelten Die PEKING war Teil der berühmten „Flying P-Liner“ der Reederei F. Laeisz und transportierte zu ihrer Zeit u.a. Salpeter von Chile nach Hamburg. Das historische Segelschiff kann besichtigt werden. Die Entdeckungsreise durch „Räume, Reisen, Hafenwelten“wird seit März 2026 durch eine ergänzende Ausstellung und rekonstruierte Innenräume im Brückenhaus erweitert. Die Präsentation verbindet die Geschichte des 1911 gebauten Frachtschiffs mit den zentralen Themen des Deutschen Hafenmuseum: globaler Handel, Innovation und gebaute Umwelt im Hafen. An Bord wird diese Geschichte anschaulich erfahrbar. Neben Exponaten und Medienstationen vermitteln interaktive Elemente die harte Arbeit und komplexen Abläufe des Gütertransports. Als Besonderheit und zusätzliches Angebot insbesondere für die inklusiven Rundgänge „Museum zum Anfassen“ gibt es ein detailgetreues Tastmodell der PEKING. Außerdem gewähren die rekonstruierten Räume wie Kapitänssalon, Mannschaftsunterkünfte und Kombüse Einblicke in das Leben und die Hierarchie an Bord. ZUM ABLAUF DER FÜHRUNGEN
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| 9:00 - 12:00 | Hafenrundfahrt durch den Hamburger Containerhafen Hafenrundfahrt –durch den Hamburger Containerhafen Machen Sie eine Hafenrundfahrt durch den größten Hafen Deutschlands. Erleben Sie das pulsierende Treiben auf der Elbe und den Hamburger Container-Terminals aus nächster Nähe und lassen Sie sich auf dieser einstündigen Tour von Werften, Kreuzfahrt-Schiffen und den größten Container-Schiffen der Welt begeistern. Dauer der Fahrt: 60 Minuten |
| 9:00 - 12:00 | Museum für Kunst und Gewerbe & der emanz. Bürger und das Maschinenzeitalter Der emanzipierte Bürger und das Maschinenzeitalter Eine ganze Reihe von Erfindungen und technischen Innovationen bedienen die Bedürfnisse eines selbstbewussten Bürgertums, das sich in vielem aber noch an der Kultur der früheren Eliten orientiert. Dennoch befördert die aufstrebende Mittelschicht die Produktion in Serie und führt zur Popularisierung kultureller Bereiche, die vorher nur dem Adel vorbehalten sind. Die damals aufkommenden Weltausstellungen sind Leistungsschauen, die dem Publikum die technischen Neuheiten vor Augen führen. Anhand von Objekten aus dem Möbelbau, wie den Thonet-Stühlen, der Fotografie, etwa der Daguerreotypie und der Grafik lässt sich die Entwicklung nachverfolgen. Dauer: 60 Minuten |
| 9:00 - 12:00 | Ankommen - Anmelden Ort: Gebäude K - 0506 - Hörsaal Ankommen, anmelden, am Getränkestand bedienen, ins Gäste-WLAN einloggen, letzte E-Mails checken und die Mensa erkunden. |
| 12:00 - 13:00 | Anmeldung / Mensabesuch Ort: Gebäude K - 0506 - Hörsaal Ankommen, anmelden, am Getränkestand bedienen, ins Gäste-WLAN einloggen, letzte E-Mails checken und die Mensa erkunden. |
| 13:00 - 13:30 | Eröffnung und Begrüßung Ort: Gebäude K - 0506 - Hörsaal |
| 13:30 - 14:30 | Veränderungen in den Schweizer Berufen im Kontext der Digitalisierung - Dr. Andreas Schubiger Ort: Gebäude K - 0506 - Hörsaal |
| 14:30 - 15:30 | Netzwerk und Kaffeepause |
| 15:30 - 17:30 | 1A: Symposium Kernberuflichkeit Ort: Gebäude K - 1520 - Seminarraum Chair der Sitzung: Sören Schütt-Sayed |
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Nachhaltige Kernberuflichkeit: Ein Leitbild für die Berufsbildung der Zukunft – Präsentation und Expertendiskussion 1: TU Hamburg, Deutschland; 2: Leibniz Universität Hannover; 3: Universität Bremen; 4: RBZ Eckener-Schule Flensburg; 5: Bundesinstitut für Berufsbildung Titel: Nachhaltige Kernberuflichkeit: Ein Leitbild für die Berufsbildung der Zukunft – Präsentation und Expertendiskussion Matthias Becker (Leibniz Universität Hannover), Stefan Nagel (Leibniz Universität Hannover), Georg Spöttl (Universität Bremen), Lars Windelband (Technische Universität Hamburg), Sven Mohr (RBZ Eckener-Schule Flensburg/BvLB), Hubert Ertl (BIBB) Die duale Berufsbildung sieht sich mit Herausforderungen durch Digitalisierung, Vernetzung und Nachhaltigkeitsanforderungen konfrontiert und muss strukturellen Veränderungen wie u.a. der demografischen Entwicklung und der Akademisierung begegnen. In diesem Symposium wird das von Matthias Becker, Stefan Nagel, Georg Spöttl und Lars Windelband entwickelte Leitbild „Nachhaltige Kernberuflichkeit“ vorgestellt. Es zielt darauf ab, die Merkmale und Prinzipien einer nachhaltigen und somit zukunftsorientierten Berufsbildung zu skizzieren. Das Leitbild beschreibt bewährte Prinzipien wie Handlungs- und Kompetenzorientierung, aber auch notwendige Innovationen. Dazu gehören Aspekte einer arbeitsprozessbezogenen Kernberuflichkleit sowie die Balance zwischen Beständigkeit (Beruflichkeit) und Veränderung (zirkuläre Prozesse, Interdisziplinarität, Zusammenarbeit der Berufe). Das Ziel besteht darin, eine zukunftsfeste berufliche Bildung zu etablieren, die berufliche Handlungskompetenz in der digitalen Arbeitswelt mit den ökologischen, sozialen und ökonomischen Dimensionen der Nachhaltigkeit verknüpft. Das vorliegende Leitbild zeigt auf, welche Grundsätze für eine zum Beruf führende Berufsbildung gelten sollten. Diese Grundsätze sollten den Ausgangspunkt für alle Maßnahmen, Programme und Ordnungsanliegen bilden und in der Umsetzung der Berufsbildung berücksichtigt werden. Dr. Sven Mohr (RBZ Eckener-Schule Flensburg/BvLB) beleuchtet die schulpädagogische Umsetzbarkeit des Leitbilds in der Berufsschulpraxis und stellt dieses in einen Zusammenhang mit schulbezogenen Anforderungen an ein Leitbild. Prof. Dr. Hubert Ertl (BIBB) erörtert forschungspolitische und ordnungsrelevante Implikationen und Systemperspektiven. Programm (120 Min.): • Begrüßung & Präsentation (45 Min.): Kernprinzipien: Nachhaltige Kernberuflichkeit als Leitbild (Beständigkeit von Berufen vs. Anpassung an Digitalisierung/Nachhaltigkeit). • Experteninputs und -statements (jeweils 15 Min.): Dr. Sven Mohr (RBZ Eckener-Schule Flensburg/BvLB): Schulpädagogischer Relevanz und Anforderungen Prof. Dr. Hubert Ertl (BIBB): Forschungspolitische und ordnungsrelevante Implikationen • Diskussion (30-45 Min.): Moderierte Debatte zu Stärken, Barrieren und Perspektiven. Literatur: Becker, M., Nagel, S., Spöttl, G., & Windelband, L. (2026). Leitbild für eine nachhaltige Kernberuflichkeit: Leitbild für die Berufsbildung. Leibniz Universität Hannover; Universität Bremen; Technische Universität Hamburg. https://doi.org/10.15488/20147 |
| 15:30 - 17:30 | 2A: KI in der Beruflichen Bildung Ort: Gebäude O - 0.07 - Seminarraum Chair der Sitzung: Steffen Karstens |
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Forschungsvorhaben KINT - KI und Intuition Bundesinstitut für Berufsbildung, Deutschland Das vorliegende Forschungsvorhaben untersucht, wie der wiederholte berufliche Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) Intuition als Bestandteil beruflicher Kompetenz verändert. Einerseits wird dabei betrachtet, wie Fachkräfte die Nutzung von Intuition in beruflichen Entscheidungssituationen unter KI-Einsatz wahrnehmen. Andererseits wird die Beeinflussung der grundsätzlichen wahrgenommenen Fähigkeit, eigene Urteile zu generieren und mit KI-Empfehlungen auszubalancieren, untersucht. Zudem wird der Einfluss von individuellen und kontextuellen Faktoren (z. B. Expertisegrad, Selbsteinschätzung, Erklärbarkeit von KI) auf diese Prozesse eruiert. Der fortschreitende Wandel durch Digitalisierung und die damit zusammenhängende Integration von KI in den beruflichen Alltag von Ausbildungsberufen haben einen tiefgreifenden Einfluss auf grundlegende Kompetenzanforderungen von Fachkräften. Zur Untersuchung dessen ist eine berufsbezogene und praxisorientierte Analyse der Arbeitsrealitäten notwendig. Der Fokus dieses Forschungsvorhabens liegt dabei statt der klassischen Frage nach dem Bedarf an neuen Kompetenzen, insbesondere auf der Untersuchung von möglichen Verschiebungen innerhalb des vorhandenen Kompetenzspektrums. Zur Beantwortung der Forschungsfragen werden die Nutzung von Intuition, die Kompetenz zur Nutzung von Intuition sowie kontextuelle Einflussvariablen anhand eines sequentiellen Mixed-Methods-Designs betrachtet. Zunächst erfolgt eine systematische Literaturrecherche des Forschungsstands von Intuition und KI. Auf Basis der Ergebnisse der Literaturrecherche werden Leitfäden für eine erste, stärker explorativ ausgerichtete qualitative Erhebung mit Fachkräften aus fünf Ausbildungsberufen entwickelt. Bei den Ausbildungsberufen handelt es sich um die Berufe des/r Chemikant/-in, Geigenbauer/-in, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Landwirt/-in sowie Pflegefachmann/-frau. Anschließend werden auf Basis der Interviews zwei Ausbildungsberufe ausgewählt, die eine vergleichsweise stärkere Veränderung von Intuition erwarten lassen. Bei diesen beiden Ausbildungsberufen erfolgt eine quantitative Fachkräftebefragung. Diese soll einerseits die Erkenntnisse der qualitativen Phase durch eine breitere empirische Basis erweitern sowie andererseits erste Erkenntnisse zu möglichen kontextuellen und individuellen Einflussfaktoren generieren. Die Forschungsergebnisse könnten eine Grundlage für berufsbildnerische Möglichkeiten schaffen, die dazu beitragen, dass Fachkräften berufliche Intuition auch in hybriden Arbeitswelten zu erhalten und weiterzuentwickeln. Damit soll gewährleistet werden, dass Fachkräften diese Kompetenz weiterhin in dem Maße zur Verfügung steht, welches dem Bedarf zukünftiger Arbeitsplätze entspricht. Außerdem leistet das Forschungsvorhaben einen Beitrag zur Beantwortung der grundlegenderen Frage danach, welcher spezifisch menschliche Anteil beruflicher Kompetenz im Zuge der KI-Integration bestehen bleibt. Lernwirksamkeit von Virtual Reality in der gewerblich-technischen Ausbildung: Ergebnisse einer experimentellen Studie am Beispiel des räumlichen Denkens Hochschule Trier, Deutschland Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für innovative Lehr-Lern-Formate in der gewerblich-technischen Ausbildung. Insbesondere Virtual Reality (VR) wird als vielversprechendes Medium zur Förderung komplexer Kompetenzen wie räumliches Denken diskutiert. Gleichzeitig bestehen in der Praxis weiterhin große Unsicherheiten hinsichtlich ihrer tatsächlichen Lernwirksamkeit und eines didaktisch sinnvollen Einsatzes. Die vorliegende Studie untersucht daher die Effekte einer didaktisch aufbereiteten VR-Lerneinheit im Vergleich zu traditionellen Lernmedien. Es wurde ein experimentelles Design mit 49 Lernenden ohne umfangreiche fachliche Vorqualifikation umgesetzt. Nach einem standardisierten Vortest wurden die Teilnehmenden randomisiert drei Gruppen zugeteilt: (1) eine Experimentalgruppe mit einer eigens entwickelten VR-Lerneinheit zum Technischen Zeichnen (Fokus: räumliches Denken), (2) eine Vergleichsgruppe mit identischen Inhalten in Form eines Lehrvideos sowie (3) eine Kontrollgruppe, mit einem inhaltlich irrelevanten Text ohne didaktischen Bezug. Im Anschluss wurden die Lernleistungen mit einen einheitlichen Nachtest erfasst und quantitativ ausgewertet. Die Ergebnisse liefern differenzierte Befunde zur Lernwirksamkeit von VR in der gewerblich-technischen Bildung. Aufbauend darauf eröffnet die Studie eine weiterführende Perspektive für die didaktische Gestaltung von VR-Lerneinheiten. Insbesondere werden Ansatzpunkte für zukünftige Untersuchungen identifiziert, speziell im Hinblick auf Immersion, Interaktivität und didaktischer Strukturierung. Angesichts der bislang begrenzten empirischen Evidenz in der gewerblich-technischen Ausbildung leistet die Studie einen Beitrag zur Weiterentwicklung digitaler Lehr-Lernformate. Sie bietet eine praxisnahe Orientierung für Lehrkräfte und Ausbilder*innen und zeigt auf, wie VR sinnvoll und lernwirksam in der beruflichen Bildung eingesetzt werden kann. Künstliche Intelligenz (KI) an Berufsschulen – Potentiale und Herausforderungen für Lehrpersonen Uni Bremen, Deutschland „Disruptive“ Entwicklungen in der Informationstechnologie (IT) wie z. B., oder auch gerade, künstliche Intelligenz (KI) bergen das Potential oder auch Risiko, auch berufliche Lehr-/Lernprozesse zu revolutionieren (z.B. Euler 2025). So setzen Lehrpersonen in der beruflichen Bildung zunehmend generative KI ein, doch neure Ergebnisse (z.B. Bükki et al., 2025) bestätigen den Befund, dass sich deren Nutzung nach wie vor weitgehend auf die Verringerung der Arbeitsbelastung (Celik et al., 2022) konzentriert. Das Erasmus+-Projekts VETAssIst (2024–2027) mit Partnern in Deutschland, Ungarn, Serbien und der Slowakei unterscheidet zwischen „AI-Pionieren“ und „Nicht-Pionieren“ unter Berufsschullehrpersonen: Erstere nutzen KI bereits in durchaus beispielhafter und nachahmenswerter Art und Weise – arbeiten jedoch oft isoliert (vgl. AI_Pioneers). Letztere benannten in einer Vorabumfrage fehlende Schulungen, ausbleibende institutionelle Unterstützung, ethische und rechtliche Unsicherheiten sowie eine mangelhafte Infrastruktur als zentrale Hindernisse des Einsatzes von KI (Bükki et al., 2025). Diese vorläufigen Befunde prägten die Entwicklung, Pilotierung und Evaluation eines Lehrgangs der beruflichen Weiterbildung zu KI für Berufsschullehrpersonen: Kann ein strukturiertes E-Learning „Nicht-Pioniere“ dazu bewegen, über den rein instrumentellen Einsatz von KI hinauszudenken und diese wirklich in den Unterricht zu integrieren? Und wenn ja, wie und unter welchen Voraussetzungen? Dieser Beitrag befasst sich mit drei Forschungsfragen: (1) Welche Bedingungen, Anreize und Hindernisse beeinflussen das Engagement von Berufsbildungslehrpersonen im Bereich KI in ihrer beruflichen Praxis? (2) Welches transformative pädagogische Potenzial birgt KI für die berufliche Bildung aus Sicht von Fachkräften mit unterschiedlichem Hintergrund? (3) Wie können Weiterbildungsprogramme angesichts der vielfältigen sprachlichen und kontextuellen Gegebenheiten der europäischen beruflichen Bildung den Aufbau KI-bezogener Kompetenzen am besten mit pädagogischer Reflexion in Einklang bringen? Es wird über durchgeführte Pilotierungen des E-Learning-Kurses „VETAssIst“ berichtet, – acht Module, die sich mit verschiedenen Aspekten der Berufsbildungspraxis befassen (z. B. aktives Lernen, Leistungsbewertung, Planung, berufliche Weiterentwicklung, KI-Kompetenz der Auszubildenden und Datenschutz) – und in vier verschiedenen nationalen Kontexten zur Weiterbildung angeboten wurden. Die Ergebnisse der Pilotphase werden zur Überarbeitung des englischen Kurses und der, ggf. adaptierten, Versionen in den anderen Sprachen genutzt. An der Pilotphase nahmen bisher insgesamt 73 Berufsbildungslehrpersonen aus Deutschland (6), Ungarn (16), der Slowakei (10) und Serbien (41) teil, die ein breites Spektrum an Fachgebieten, digitalen Kompetenzniveaus und pädagogischen Hintergründen abdeckten. Diese Vielfalt erwies sich als analytisch wertvoll, da sie eine Interpretation der Ergebnisse über verschiedene berufliche und institutionelle Kontexte hinweg ermöglicht. Die Daten werden mittels Feedback-Fragebögen vor und nach dem Kurs sowie nach Abschluss der einzelnen Module und durch Fokusgruppeninterviews erhoben und durch eine Triangulation aus deskriptiver Statistik und thematischer Analyse ausgewertet. Die ersten Pilotierungen in Deutschland und der Slowakei sind abgeschlossen; die Pilotierungen in Ungarn und Serbien laufen noch, die endgültigen Ergebnisse werden für Mitte Juni 2026 erwartet. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Kurs zwar das Bewusstsein für die Risiken, die ethischen Aspekte und die pädagogischen Möglichkeiten der KI geschärft hat, und auch, dass der Kurs zwar einige der zuvor genannten Bedenken (z.B. rechtliche Rahmenbedingungen) reduzierte, jedoch institutionalisierte Unterstützung, Engagement der Führungskräfte und etablierte Strukturen zur kollegialen Zusammenarbeit ebenfalls notwendig sind, um den transformativen Einsatz von KI über den Kurskontext hinaus aufrechtzuerhalten. Bis zur GTW Konferenz werden die Daten der ersten Pilotierungsrunde komplett ausgewertet sein. Referenzen AI_Pioneers (2025): Artificial Intelligence in education and training. https://aipioneers.org/ Bükki, E., Papp, Z., Manojlovic, H., Saniter, A., Luprihová, J., & Kovács, E. (2025). Artificial intelligence in VET: Interest and concerns by VET teachers. In VETNET Conference Series, 8(ECER), 59–67. https://doi.org/10.21240/vetcon/2025/ecer/32 Celik, I., Dindar, M., Muukkonen, H., Järvelä, S. (2022). The Promises and Challenges of Artificial Intelligence for Teachers: A Systematic Review of Research. TechTrends 66, 616–630 (2022). https://doi.org/10.1007/s11528-022-00715-y Euler, D. (2025). Verändert sich durch die KI das Lernen? https://transfer.vet/veraendert-sich-durch-die-ki-das-lernen/ VETAssIst (2026): VETAssIst – Artificial Intelligence as VET Teacher Assistant. https://vetassist.mpt.bme.hu/ Joyful Learning – Transformation betrieblicher Ausbildungspraxis in der M+E-Industrie: Gamifizierte hybride Lernumgebungen und prozessbegleitende Emotionserfassung im Kontext von Industrie 4.0 Daimler Truck AG, Deutschland Die digitale Transformation stellt die gewerblich technische Berufsausbildungspraxis vor grundlegende Umbrüche: Berufsbilder, Kompetenzanforderungen und Lehr-Lernkonzepte verändern sich tiefgreifend, und das Erfassen emotional-motivationaler Zustände von Auszubildenden bleibt ein weitgehend offenes Forschungsdesiderat. Der Beitrag stellt das Projekt BELLA vor, das am Mercedes-Benz Werk Gaggenau der Daimler Truck AG durchgeführt wurde. Ausgangspunkt ist das Production Lab 4.0, ein rekonfigurierbares, cyber-physisches Produktionssystem als authentische Lernfabrik für Auszubildende verschiedener Metall- und Elektroberufe. 1. Fragestellung Leitend sind drei Forschungsfragen: (F1) Wie lassen sich lebensweltliche Perspektiven von Auszubildenden und Anforderungen realer betrieblicher Arbeits- und Produktionskontexte in hybriden Lernumgebungen kohärent verbinden? (F2) Wie lässt sich ein hybrides, multimediales betriebliches Lernsetting unter den Leitprinzipien von Joyful Learning methodisch fundiert entwickeln und didaktisch ausgestalten? (F3) Wie können emotional-motivationale Zustände in betrieblichen Lernprozessen prozessbegleitend und messökonomisch erfasst werden, und welche Anwendungsfelder aggregierter Emotion Analytics ergeben sich für die betriebliche Ausbildungspraxis? Joyful Learning fungiert dabei als integrative didaktische Rahmung, die Erkenntnisse der Positiven Psychologie, der Motivationsforschung und motivationsorientierter Didaktik bündelt. 2. Forschungs-/Entwicklungsmethode, Ansatz und Durchführung Der Forschungsprozess folgte dem Ansatz des Educational Design Research (EDR) und orientierte sich am achtphasigen mediendidaktischen ELEKTRA-Modell, dessen Kernprinzipien Makro- und Mikroadaptivität, Motivation und Metakognition umfassen. Der Entwicklungs- und Erprobungsprozess gliederte sich in vier Arbeitspakete. In AP1 wurden betriebliche Lernroutinen, Spielpraktiken der Auszubildenden (n=97) sowie AR-Use-Cases im Betrieb analysiert, um die Passung des didaktischen Designs auf Mikro- und Mesoebene zu fundieren. AP2 umfasste die iterative Entwicklung eines hybriden Ausbildungsbausteins mit Mixed-Reality-Anteilen (HoloLens 2), narrativer Rahmung sowie Gamification als didaktisch dosierte Designstrategie in vier progressiven Sequenzen (Baseline, Knowledge, Exploration, Try Out), eingebettet in das Production Lab 4.0. AP3 umfasste eine quasi-experimentelle Machbarkeitsstudie zur Emotions- und Motivationserfassung mittels Experience Sampling Method (ESM) in einem betrieblichen Eintages-Setting (n=64). Verglichen wurde das hybride Lernsetting mit sowie ohne AR- und Gamification-Elemente. Das Untersuchungsdesign umfasste eine Initialerhebung (affektives Erleben, Selbstwirksamkeit, Leistungsmotivation, Medienkompetenz, Vorwissen), alternierende Kurzbefragungen an zwölf Messzeitpunkten (Flow‑Zustand [FKS], emotional‑motivationales Erleben [PANAVA-KS] und wahrgenommene Beanspruchung [NASA-TLX]) sowie eine Abschlussmessung mit Wissenstest. AP4 beinhaltete die Revision und finale Implementierung. 3. Ergebnisse und ihre wissenschaftliche Bedeutung Der Ausbildungsbaustein stellt ein zentrales Ergebnis dar und kann als didaktische Innovation in der betrieblichen M+E Ausbildung verstanden werden: Er realisiert eine hybride, arbeitsprozessorientierte und gamifizierte Lernarchitektur, in der lebensweltliche Perspektiven der Auszubildenden, betriebliche Arbeits und Produktionsanforderungen sowie digitale Medien und Technologien systematisch integriert werden. Das ELEKTRA Modell erweist sich als tragfähiger Orientierungs und Strukturrahmen. Ergänzend zeigt die quasi experimentelle Machbarkeitsstudie, dass eine prozessbegleitende Emotions und Motivationserfassung mittels ESM im betrieblichen Eintages Setting praktikabel ist. Die wissenschaftliche Bedeutung liegt nicht in Effektstärken, sondern in der Erprobung im realbetrieblichen Ausbildungskontext. Aggregierte Emotion Analytics Daten eröffnen Anwendungsfelder von der Lernkonzept Evaluation bis zur individuellen und kollektiven Lernbegleitung und erweitern damit summative Evaluationsmethoden. 4. Schlussfolgerungen für künftige Forschungs-/Entwicklungsinitiativen Auf Basis dieser Ergebnisse wird empfohlen, den Ausbildungsbaustein in künftigen Forschungs- und Entwicklungsprojekten gezielt als Orientierungsrahmen zu erproben, um Adaptierbarkeit und Skalierbarkeit in unterschiedlichen betrieblichen Lernsettings systematisch zu überprüfen. Joyful Learning ist als konzeptioneller Rahmen weiter empirisch zu fundieren. Zudem bietet sich eine Erprobung des ELEKTRA-Modells in weiteren Bildungskontexten, insbesondere der beruflichen Weiterbildung, an. Die Erfassung des emotional-motivationalen Erlebens über eine längere Lernphase hinweg stellt eine weitere vielversprechende Anschlusslinie dar. Die zugrundeliegende Dissertation ist empirisch abgeschlossen und alle Daten liegen vollständig ausgewertet vor. Die schriftliche Ausarbeitung befindet sich in der Endphase. |
| 15:30 - 17:30 | 3A: Lehkräftebildung Ort: Gebäude O - 0.018 - Seminarraum Chair der Sitzung: Wilko Reichwein |
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Studienerfolg in einer dualen Studienoption im gewerblich-technischen Lehramt – eine längsschnittliche Analyse am Beispiel der Schulassistenz in Qualifizierung Technische Universität Dresden, Deutschland 1. Fragestellung Der anhaltende Mangel an Lehrkräften für berufsbildende Schulen in gewerblich-technischen Fachrichtungen stellt flächendeckend eine zentrale Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund gewinnen alternative Zugangswege zum Lehramt sowie praxisintegrierte Studienmodelle an Bedeutung, da mit Ihnen ein Potential zur Attraktivitätssteigerung dieses Lehramtsstudiums verbunden wird. Mit der Schulassistenz in Qualifizierung (SchulAQ) wird seit Wintersemester 2019/20 eine Studienoption mit dualem umgesetzt, die ein universitäres Studium mit einer parallelen Tätigkeit im Schuldienst verbindet. Sie richtet sich insbesondere an beruflich qualifizierte Studierende ohne Abitur. Kennzeichnend sind dabei die kontinuierliche Einbindung in schulische Praxis, die strukturelle Verbindung beider Lernorte sowie ein abgestimmtes Begleitkonzept. Die strukturelle Verschränkung von Studium und schulischer Tätigkeit eröffnet einerseits Professionalisierungspotenziale, geht andererseits jedoch mit spezifischen Anforderungen einher. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag folgender Fragestellung: Wie wirkt sich die gleichzeitige Einbindung von Studierenden des gewerblich-technischen Lehramts in Studium und schulische Tätigkeit auf den Studienerfolg und die Studienverläufe aus? 2. Forschungsmethode, Ansatz und Durchführung Studienerfolg wird dabei als mehrdimensionales Konstrukt verstanden, das leistungsbezogene als subjektive Dimensionen umfasst. Neben Indikatoren wie Studienverlauf, Prüfungsleistungen sowie Abschluss- und Abbruchquoten wird Studienerfolg auch als Fähigkeit gefasst, die Anforderungen des Studiums unter den gegebenen institutionellen Bedingungen – insbesondere im Zusammenspiel von Universitätsstudium und schulischer Tätigkeit – zu bewältigen. Zugleich wird berücksichtigt, dass Studienerfolg durch individuelle Voraussetzungen und strukturelle Bedingungen geprägt ist und sich nicht allein aus formalen Zugangsvoraussetzungen ableiten lässt. Die empirische Grundlage der Untersuchung bilden Daten aus sieben aufeinanderfolgenden Kohorten eines Studiengangs (seit 2019), die über die Studiendauer hinweg begleitet und längsschnittlich betrachtet wurden. Für die ersten Kohorten liegen vollständige Daten bis zum Studienabschluss vor, während die zuletzt immatrikulierten Kohorten nur teilweise erfasst sind. Ein kohortenübergreifendes Design ermöglicht es, Entwicklungsverläufe über den gesamten Studienzeitraum hinweg abzubilden und sowohl abgeschlossene als auch noch nicht finalisierte Studienverläufe vergleichend zu analysieren. Die Datenerhebung folgt einem qualitativ dominierten Mixed-Methods-Ansatz. Zentrale Grundlage bilden leitfadengestützte Entwicklungs- und Beratungsgespräche, ergänzt durch Gesprächsprotokolle aus dem Studienverlauf. Quantitative Daten zum Studienfortschritt – insbesondere bestandene und nicht bestandene Modulprüfungen sowie erreichte Leistungspunkte – wurden dokumentenbasiert erfasst und ermöglichen einen Soll-Ist-Vergleich mit den Vorgaben des Studienablaufplans. 3. Ergebnisse und ihre wissenschaftliche Bedeutung Die Auswertung erfolgt kriteriengeleitet und fallübergreifend durch die Verknüpfung qualitativer und quantitativer Daten. Im Hinblick auf die leistungsbezogene Dimension werden sowohl kohortenbezogene Kennzahlen (Abschluss- und Abbruchquoten, durchschnittliche Studiendauer) als auch verlaufsbezogene Leistungsindikatoren (z. B. absolvierte Modulprüfungen im Verhältnis zum Studienplan, Abweichungen vom Regelstudienverlauf) analysiert. Auf dieser Grundlage werden typische Muster von Verläufen der dualen Studienoption rekonstruiert. In Bezug auf die subjektive Dimension werden insbesondere Entwicklungen im Kompetenzerleben in fachlicher und pädagogisch-didaktischer Hinsicht, im Belastungserleben sowie Veränderungen der Perspektiven auf Studium, schulische Praxis und die eigene berufliche Rolle untersucht. Dargestellt wird darüber hinaus, wie sich Wahrnehmungen, Kompetenzerleben und Handlungsstrategien der Studierenden im Spannungsfeld von Studium und schulischer Tätigkeit während des Studienverlaufs verändern und damit befördernd oder hemmend auf den Studienerfolg auswirken. Der Beitrag leistet damit empirisch fundierte Erkenntnisse zur Analyse von Studienerfolg in Studienoptionen mit paralleler Tätigkeit im Schuldienst. 4. Schlussfolgerungen für künftige Forschungs-/ Entwicklungsinitiativen Die Ergebnisse verweisen darauf, dass schulische Tätigkeiten zentrale Einflussfaktoren für den Studienerfolg darstellen. Offen bleibt jedoch, wie diese Tätigkeiten gezielt strukturiert werden können, um Professionalisierungsprozesse systematisch zu unterstützen. Es stellt sich zudem die Frage, inwieweit die Ergebnisse auf andere Studienformate oder Standorte übertragbar sind. Entwicklung und Umsetzung eines Kooperationsmodells für die Lehramtsausbildung mit hochschulübergreifendem Lehrangebot Technische Universität Dresden, Deutschland Vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels im Bereich der gewerblich-technischen Fachrichtungen des Lehramts an berufsbildenden Schulen wurde die TU Dresden und drei Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), die Hochschule Mittweida (HSMW), die Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) und die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ), beauftragt Kooperationsmodelle für die Gewinnung von Lehrkräften zu entwickeln. In dem Beitrag soll das Kooperationsmodell und deren praktische Umsetzung mit hochschulübergreifender digitalen bzw. hybriden Lehre vorgestellt werden. Programmplanerische Entwicklung eines Weiterbildungsprogramms für betriebliches Bildungspersonal zur Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung – Eine Fallstudie aus der Textilbranche Technische Universität Chemnitz, Deutschland Der Beitrag adressiert die nachhaltige Transformation der Textilindustrie, die durch hohe Umweltbelastungen, globale Lieferketten und Zielkonflikte zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen geprägt ist. Vor diesem Hintergrund wird Bildung – insbesondere die Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) – als zentraler Hebel für Transformationsprozesse verstanden. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem betrieblichen Bildungspersonal zu, das nachhaltigkeitsbezogene Lernprozesse gestaltet. Gleichzeitig bestehen deutliche Defizite in der Qualifizierung dieser Zielgruppe sowie fehlende branchenspezifische Weiterbildungskonzepte. Ziel des Beitrags ist die Entwicklung eines programmplanerisch fundierten Weiterbildungsprogramms für das betriebliche Bildungspersonal in der Textilbranche. Theoretisch basiert das Konzept auf BBNE, Kompetenzmodellen nachhaltigkeitsbezogener Handlungskompetenz sowie Ansätzen der Programmplanung in der Erwachsenenbildung. Methodisch wird das Modell der „Wissensinseln“ nach Gieseke genutzt, das Programmplanung als iterativen Prozess zwischen Bildungsbedürfnissen, gesellschaftlichen Anforderungen und organisationalen Rahmenbedingungen versteht. Zentrale Grundlage bildet ein erweitertes Kompetenzverständnis, das neben Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz auch Gestaltungs- und Abstraktionskompetenz umfasst. Nachhaltigkeitsbezogene Handlungskompetenz wird dabei als Fähigkeit verstanden, berufliche Praxis verantwortungsvoll, reflexiv und systemisch zu gestalten. Besonders relevant sind dabei Trade-offs, Dilemmata und Paradoxien nachhaltiger Entwicklung, die gezielt als Lernanlässe integriert werden. Das entwickelte Programm folgt einem dreistufigen Framework aus Programmplanung, Programmentwicklung und Programmmanagement. Die Programmplanung umfasst die systematische Identifikation von Bedarfen und Zielgruppen auf Basis eines Expert:innenworkshops sowie einer Befragung (n=48). Die Ergebnisse zeigen ein vorhandenes Nachhaltigkeitsbewusstsein, jedoch Unsicherheiten im Verständnis sowie eine unzureichende Verknüpfung mit konkreten betrieblichen Anforderungen, woraus ein klarer Qualifizierungsbedarf abgeleitet wird. Gleichzeitig wird deutlich, dass Nachhaltigkeit häufig eher normativ als handlungsorientiert verstanden wird. Darauf aufbauend wird ein modulares Train-the-Trainer-Programm im Blended-Learning-Format entwickelt. Nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen werden in arbeitsprozessorientierte Lernsettings integriert und durch aktivierende, praxisnahe Methoden vermittelt, die die Reflexion realer Herausforderungen fördern. Ziel ist es, die Übertragung in konkrete betriebliche Ausbildungsprozesse zu unterstützen. Das Programmmanagement umfasst Pilotierung, Evaluation und kontinuierliche Weiterentwicklung. Feedback, Hospitationen und kollegiale Reflexionsformate („Produktkliniken“) sichern die Qualität und ermöglichen eine iterative Anpassung an die Anforderungen der Praxis. Dadurch werden eine langfristige Anschlussfähigkeit und Wirksamkeit des Programms angestrebt. Die Pilotphase zeigt eine hohe Wirksamkeit praxisnaher und aktivierender Methoden für Reflexion und Transfer. Gleichzeitig treten Herausforderungen wie heterogene Vorkenntnisse, unterschiedliche Beteiligungsniveaus sowie strukturelle Grenzen kompakter Formate auf. Ergänzend wird deutlich, dass nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzentwicklung nicht auf individueller Ebene verbleiben darf. Vielmehr ist eine stärkere Einbettung in organisationale Strukturen, Lernkulturen und strategische Unternehmensprozesse notwendig, um langfristige Wirkung zu erzielen. Dabei wird auch die Rolle des Bildungspersonals als „Change Agents“ hervorgehoben, die zwischen betrieblicher Praxis, Ausbildung und strategischer Ausrichtung vermitteln. Limitationen ergeben sich aus der begrenzten Stichprobe sowie der fehlenden Langzeitbetrachtung von Wirkungen auf Ausbildungspraktiken. Daraus resultiert weiterer Forschungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Übertragbarkeit auf andere Branchen sowie der Messung langfristiger Effekte. Für die Praxis wird eine stärkere partizipative Entwicklung von Weiterbildungsangeboten sowie die Einbindung unterschiedlicher Akteursgruppen empfohlen. Zudem verdeutlichen die Ergebnisse, dass insbesondere die Verknüpfung von normativen Nachhaltigkeitsvorstellungen mit konkreten betriebswirtschaftlichen Entscheidungslogiken ein zentraler Ansatzpunkt für zukünftige Qualifizierungsmaßnahmen ist. Nur so kann nachhaltiges Handeln dauerhaft in betriebliche Routinen integriert werden. Insgesamt zeigt der Beitrag, dass die Professionalisierung des betrieblichen Bildungspersonals ein zentraler, jedoch allein nicht ausreichender Baustein für nachhaltige Transformation ist. Das entwickelte Framework bietet hierfür eine systematische und übertragbare Grundlage. |
| 15:30 - 17:30 | 4A: Symposium Bautechnik Ort: Gebäude Q Chair der Sitzung: Hannes Ranke |
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Lehrkräfte im KI-Zeitalter der Baupraxis: Professionalisierung gewerblich-technischer Bildung zwischen Lernprozessgestaltung und Qualitätssicherung Universität Duisburg-Essen, Deutschland Die im Projekt KI4Edu (Förderung Freiraum 2023) erarbeiteten Ergebnisse zeigen, dass sich die professionelle Rolle Lehrender unter Bedingungen KI-gestützter Lernumgebungen nachhaltig verändert, und zwar weg von reiner Wissensvermittlung, hin zur Gestaltung von Lernumgebungen, zur Moderation komplexer Lernprozesse und zur Qualitätssicherung KI-generierter Inhalte. Für die gewerblich-technische Bildung im Bauwesen ist dieser Rollenwandel besonders folgenreich, weil KI-Systeme hier zunehmend in sicherheits-, haftungs- und qualitätsrelevante Entscheidungsprozesse eingebunden sind und eine klare institutionelle Rahmung des menschlichen Entscheidungsvorrangs voraussetzen. Der Beitrag untersucht aus berufswissenschaftlich-didaktischer Perspektive, wie sich die professionelle Handlungspraxis Lehrender im bauwirtschaftlichen Kontext verändert und welche Anforderungen daraus für Lehrkräftebildung, Professionalisierung und institutionelle Governance entstehen. Leitend ist die These, dass Professionalisierung im KI-Zeitalter nicht in der Bedienung einzelner Werkzeuge aufgeht, sondern in einer reflektierten Verbindung von Lernprozessgestaltung, fachlicher Urteilsfähigkeit und rechtlich-ethischer Qualitätssicherung. Methodisch verbindet der Beitrag eine strukturierende Auswertung der KI4Edu-Berichte mit einer triangulierenden Verdichtung explorativer Experteninterviews und Marktanalysen sowie einer konzeptionellen Integration entlang fünf Analyseachsen: 1. Rollenwandel, 2. didaktische Rahmung, 3. soziale Qualität von Lernprozessen, 4. ethisch-rechtliche Anforderungen und 5. institutionelle Governance. Als Referenzrahmen dienen DigCompEdu (Redecker 2017), TPACK (Koehler & Mishra 2008), das 3-P-Modell (Product, Process, Person), der OECD Learning Compass 2030, das 4C-/Future-Skills-Modell sowie regulatorische Grundlagen (EU AI Act, DSGVO, HRK-Hinweise 2024). Ergänzend fließen Erkenntnisse aus der im Design-Based-Research-Ansatz entwickelten Online-Lernumgebung „KI4Teachers" ein, die Grundlagen zu KI, einen kuratierten Werkzeugkoffer und ein didaktisches Handbuch systematisch verbindet. Die Ergebnisse lassen sich in fünf Befunden bündeln. Erstens erweitert sich die Rolle Lehrender zu der von Lernarchitekt/innen. Der im KI4Edu-Lehr-Lernrahmen entwickelte Grundsatz asymmetrischer Verantwortung definiert didaktisch präzise, welche Funktionen an KI delegiert werden dürfen und welche beim Menschen verbleiben müssen. Das ist für bauwirtschaftliche Studiengänge konstitutiv, nicht optional. Zweitens wird die Förderung reflexiver Kompetenzen zur Kernaufgabe. Eigene Befunde zum LLM-Einsatz im ingenieurwissenschaftlichen Grundstudium zeigen systematische Schwächen bei normativen und bautechnisch-detaillierten Inhalten. Ein Befund, der Lehr- und Prüfungsformate unmittelbar adressiert. Drittens verändert sich die soziale Struktur des Lernens, weil Studierende zunehmend KI statt Lerngruppen konsultieren. Professionalisierung muss daher Präsenzphasen, Reflexionsformate und kollaborative Projektarbeit strukturell verankern. Viertens lässt sich der Professionalisierungsbedarf in vier Kompetenzbereichen systematisieren: 1. technische KI-Grundlagen, 2. didaktisch-methodische Integration (3-P-Modell, LOCAM-KI), 3. rechtlich-ethische Orientierung und 4. prüfungsbezogene Gestaltungskompetenz. Fünftens zeigt die Entwicklung der Online-Lernumgebung „KI4Teachers", dass statische Toollisten angesichts der Marktdynamik nicht tragfähig sind. Entscheidend ist die Förderung von Orientierungs-, Auswahl- und Bewertungskompetenz. Prototypische Werkzeuge wie der Digi-Coach LINDA und ein Kompetenz-Assistent für dreistufige Lernzielmodelle operationalisieren diese Befunde. Die wissenschaftliche Eigenleistung liegt darin, den Professionalisierungsdiskurs von AI-Literacy-Katalogen hin zu einer professionstheoretisch fundierten Verbindung von Lernprozessgestaltung, Qualitätssicherung und institutioneller Governance zu verschieben. Und das mit unmittelbarer Anschlussfähigkeit an die gewerblich-technische Lehrkräftebildung. Der Beitrag zielt damit nicht auf eine technikzentrierte, sondern auf eine professions- und verantwortungsorientierte Weiterentwicklung für Lehrende, die als Architekt/innen KI-integrierter Lernumgebungen die fachliche Urteilsfähigkeit, soziale Qualität und rechtlich-ethische Integrität in der Baupraxis der Zukunft sichern. Symposium zum Thema „Berufswissenschaftliche Forschungen in der Bautechnik“ Technische Universität Hamburg, Deutschland Berufswissenschaftliche Forschung in der Bau- und Holztechnik steht vor den grundlegenden Herausforderungen, spezifisch-baubezogene Forschungsgegenstände zu identifizieren und entsprechende Forschungsmethoden auszuarbeiten sowie beide in einer Weise aufeinander zu beziehen, die sowohl den Besonderheiten bauberuflicher Facharbeit als auch den Ansprüchen wissenschaftlicher Erkenntnis gerecht wird. Vor dem Hintergrund des Calls der GTW-Tagung 2026 zur Reflexion der Gestaltung beruflicher Bildung im Kontext der Transformation von Arbeit, Technik und Qualifizierung, steht die Frage der Passung von Forschungsgegenstand und Methode als zentrales epistemisches Problem im Zentrum des vorgeschlagenen Symposiums. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sich bauberufliche Arbeit grundlegend von industriell organisierter Produktion unterscheidet. Während diese typischerweise eine weitgehende Standardisierung, stabile Prozessketten sowie die Entkopplung von Planung und Ausführung aufweist, bleibt Baufacharbeit in hohem Maße kontextgebunden, variabel und offen (Mersch, 2024, S. 145). Baustellen sind keine kontrollierten Produktionsumgebungen, sondern durch wechselnde Bedingungen, Unikatcharakter der Produkte und situative Unwägbarkeiten geprägt (Mersch, 2016, S. 8). Damit einher geht eine spezifische Verschränkung von technischem Wissen, normativen Rahmenbedingungen und situativen Handlungsmöglichkeiten der Fachkräfte (Ranke, 2025a; Suhlmann, 2025; Kaufmann, 2025a). Ihrem impliziten, erfahrungsbasierten Wissen kommt eine konstitutive Bedeutung im Arbeitsprozess zu. Diese Besonderheiten sind insbesondere auch in einem berufsdidaktischen Zusammenhang zu berücksichtigen. Das Symposium hat zum Ziel, diese Anforderungen systematisch zu analysieren und in einen methodologischen Diskurs zu überführen. Das 90-minütige Symposium ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert. In einer ersten Phase (ca. 40 Minuten) erfolgt die inhaltliche Rahmung durch einen einführenden Impuls sowie einen integrierten Fachvortrag, der berufswissenschaftliche Forschungsprojekte in der Bautechnik unter dem verbindenden Aspekt subjektorientierter Forschungsansätze bündelt (siehe Einzelabstracts im Folgenden). Daran schließt sich eine vertiefende Arbeits- bzw. Diskussionsphase (ca. 30 Minuten) an, in der die Teilnehmenden die vorgestellten Ansätze entlang leitender Fragestellungen reflektieren und auf eigene Kontexte beziehen; je nach Gruppengröße kann dies in Kleingruppen oder im Plenum erfolgen. Den Abschluss bildet eine Synthesephase (ca. 20 Minuten), in der zentrale Ergebnisse zusammengeführt, vergleichend eingeordnet und im Hinblick auf Konsequenzen für didaktische Innovationen sowie weiteren Forschungsbedarf verdichtet werden. Ziel ist es, über Einzelbeiträge hinaus vergleichende Perspektiven auf methodologische Besonderheiten berufswissenschaftlicher Forschung in der Bautechnik herauszuarbeiten. Damit leistet das Symposium einen Beitrag zur Profilierung der berufswissenschaftlichen Forschung in der Bautechnik im Sinne des Calls – insbesondere hinsichtlich der Klärung von Gegenständen, der Reflexion methodischer und berufsdidaktischer Zugänge und der Förderung interdisziplinärer Anschlussfähigkeit. |
| 17:30 - 19:00 | gtw-Vollversammlung Ort: Gebäude K - 0506 - Hörsaal |
| 19:00 - 23:00 | Tagungsfest Ort: Gebäude A - LuK - Eventfläche |

