Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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1C: Symposium Nachhaltigkeit
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Gelingensbedingungen der sozial-ökologischen Transformation: Strategien zur Umsetzung von Energiewende und Kreislaufwirtschaft in KMU 1TU Hamburg, Deutschland; 2Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; 3Wissenschaftsladen Bonn e.V. Obwohl die Relevanz einer nachhaltigen Transformation bei vielen KMU erkannt wird: Die meisten Betriebe (86%) kennen ihren C02-Ausstoß nicht. Nur wenige Unternehmen (6%) haben erste Schritte unternommen, um ihren CO2-Ausstoß zu senken (Gothaer KMU-Studie 2024). Den KMU fehlt vor allem eine ausreichende Expertise in Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Energiebereitstellung. Das Tagesgeschäft hat Priorität, wodurch viele Mitarbeiter*innen ausgelastet sind und keine verfügbare Zeit für Fort- und Weiterbildungen haben (vgl. Beer/Alder 2024, S.138f). Viele KMU können aus finanziellen, institutionellen, strukturellen oder formalen Gründen derzeit keine ausreichende Nachhaltigkeits- und Transformationskompetenz (vgl. ebd.) aufbauen und pflegen, um einen tiefgreifenden sozial-ökologischen und technologischen Wandel mitzugestalten. Das Metavorhaben “TRANS³ - Metavorhaben zur Förderung von Transformationsprojekten im Trilog“ im Rahmen des Programms “Nachhaltig im Beruf - zukunftsorientiert ausbilden (NiB)” setzt genau hier an. In der Förderlinie entwickeln 17 Transformationsprojekte Qualifizierungsangebote im Themenbereich der Kreislaufwirtschaft und Energiewende für Fachkräfte in KMU. TRANS³ verfolgt u.a. das Ziel, die entwickelten Produkte für den Transfer innerhalb und außerhalb der Förderlinie weiterzuentwickeln und weiterführende Fragestellungen aufzuspüren (vgl. BMBF 2024). TRANS³ will verallgemeinerbare Erkenntnisse in einem koproduktiven Entwicklungsprozess mit den Projekten zusammen generieren und weiterführende Forschungsfragen beantworten, um eine erfolgreiche sozial-ökologische Transformation in Betrieben durch Bildungsangebote im Rahmen einer BBNE zu unterstützen. Ein wesentlicher Forschungsbereich des Vorhabens beschäftigt sich mit besonders transformationsfördernden Strukturen, Ressourcen und Kooperationen in Bezug auf Kreislaufwirtschaft und Energiewende in KMUs. Insbesondere für KMU bleibt nachhaltiges Wirtschaften oft im Sinne einer Kreislaufwirtschaft und klima-neutraler Energieeffizienz in der Organisation eine echte Herausforderung (Club of Rome & Wuppertal Institut 2024). Empirische Studien zeigen, dass insbesondere organisationale, ökonomische und zeitliche Restriktionen zentrale Implementationsbarrieren darstellen. Nachhaltigkeitstransformationen erfordern daher die gezielte Gestaltung von Rahmenbedingungen, die eine Integration entsprechender Maßnahmen in bestehende betriebliche Strukturen ermöglichen (vgl. z.B. Ekardt 2021). Vor allem drei externe Faktoren leisten einen positiven Anreiz zur Umsetzung von Energiemaßnahmen in KMU: 1. finanzielle Unterstützung (Subventionen, Fördermittel), 2. Externe Zwänge (z. B. steigende Energiepreise, Umweltauflagen) und 3. langfristige wirtschaftliche Vorteile für das Unternehmen. Daneben spielen interne Faktoren, wie ein engagiertes Management, das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Mitarbeitenden, die unternehmerische Denkweise sowie der Zugang zu Know-how (z. B. Energie oder Kreislaufexperten) ebenfalls eine entscheidende Rolle (Cagno & Trianni 2013). Um herauszubekommen, was konkret gegeben sein muss, damit KMUs innovative kreislaufwirtschaftliche und energieeffiziente Maßnahmen umzusetzen, soll der Schritt daher von den durchgeführten Bedarfsanalysen zu den Treibern, also von der Diagnostik zu Gestaltungslogik, gegangen werden. Vor diesem Hintergrund sind drei Hauptfragen zu diskutieren: 1. Was sind die Bedarfe der KMUs im Hinblick auf die Implementierung von Kreislaufwirtschaft und Energiewende? 2. Welches sind die konkreten Faktoren (Treiber), die die Einführung von Kreislaufwirtschaft und Energiewende in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fördern und daher von den Transformationsprojekten unbedingt beachtet werden sollten? 3. Wie sind Qualifizierungen vor diesem Hintergrund für betriebliche Fachkräften aller Hierarchieebenen zu gestalten, z.B. in Bezug auf ihre Kompetenzanforderungen./Rahmenbedingungen bei KMUs. Grober Ablauf: Die Ablaufstruktur des Symposions ist entlang dreier impulsgebender Kurzbeiträge mit einer zusammenhängenden Arbeitsphase geplant. Zunächst stellen aus dem Kreis der 17 Transformationsprojekte drei Vorhaben ihre Ergebnisse zu den durchführten Bedarfsanalysen vor. Angedacht sind folgende inhaltliche Schwerpunkte in den Beiträgen zu setzen: Beitrag 1 stellt die Ergebnisse einer umfassenden Bedarfsanalyse zu Qualifizierungsbedarfen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vorgestellt. In die Analyse wurden Auszubildende sowie Fach- und Führungskräfte ebenso einbezogen wie Expert*innen aus Wirtschaft, Kammern und Verbänden. Methodisch basiert sie auf Lernstandsanalysen, leitfadengestützten Interviews sowie einer systematischen Literatur- und Marktanalyse, einschließlich bestehender (u. a. KI-gestützter) Anwendungen. Auf dieser Grundlage wurde ein strukturierter Anforderungskatalog entwickelt, der zentrale Handlungsempfehlungen für Inhalte, didaktische Ansätze, Medienformate und Kompetenzziele von Qualifizierungsmaßnahmen formuliert. Die Ergebnisse werden im Workshop präsentiert und gemeinsam diskutiert. Im Beitrag 2 werden die Ergebnisse einer Bedarfsanalyse zur Integration von Nachhaltigkeit in die berufliche Bildung der Baubranche vorgestellt. Im Fokus steht die Frage, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Nachhaltigkeitsaspekte insgesamt systematisch in Ausbildungsorte und berufliche Praxis eingebunden werden können. Die Analyse basiert auf einem partizipativen Austausch mit Vertreter*innen verschiedener Bereiche der Branche. Dabei wurden zentrale Herausforderungen identifiziert, bislang ungenutzte Potenziale sichtbar gemacht und konkrete Qualifizierungsbedarfe erhoben. Trotz eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den Themen Energiewende und Kreislaufwirtschaft. Die Ergebnisse werden im Workshop präsentiert und gemeinsam reflektiert. Beitrag 3 präsentiert die Ergebnisse einer Bedarfsanalyse zu Kompetenzanforderungen im Kontext einer verstärkten Kreislaufwirtschaft in der Chemie- und Kunststoffbranche. Grundlage der Analyse bilden Online-Befragungen sowie darauf aufbauende Workshops mit Unternehmenspartnern. Im Fokus steht die systematische Identifikation fehlender Kompetenzen aus betrieblicher Perspektive, differenziert nach Berufsbildern und Hierarchieebenen. Diese werden in Form von Erwartungsmatrizen strukturiert erfasst und gemeinsam validiert. Die Auswertung ermöglicht eine priorisierte Übersicht zentraler Kompetenzbedarfe und bildet die Grundlage für die Entwicklung zielgerichteter Qualifizierungsmaßnahmen. Die Ergebnisse werden im Workshop präsentiert und diskutiert. Nach den inhaltlichen Impulsen werden die Teilnehmenden strukturiert in den Austausch gehen (think-pair-share). Ziel ist es die besonders überzeugende Strategieansätze auf Basis der unternehmerischen Anforderungen zu erarbeiten, die KMU bei der Einführung nachhaltiger Wirtschaftsweisen sowie eines ganzheitlich effizienten, suffizienten und konsistenten Energieeinsatzes unterstützen. Zur Anregung und Initiierung dieser Diskussion dienen die folgenden 4 Leitfragen mit den zugehörigen Diskussionsimpulsen: 1. Was motiviert KMU zur Umsetzung von Maßnahmen im Kontext von Kreislaufwirtschaft und/oder Energiewende? (Externe Faktoren) Diskussionsimpulse: • Welche Trends wirken aktuell am stärksten? • Inwiefern fördern externe Anforderungen z. B. Regulierung, Berichtspflichten, Beteiligungs- und Mitgestaltungsprozesse im Unternehmen? (im Sinne von Demokratiebildung) • Welche Rolle spielen externe Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote (z. B. Förderprogramme, Beratung, Weiterbildung)? 2. Warum entscheiden sich KMU für oder gegen Maßnahmen zur Umsetzung von Kreislaufwirtschaft und/oder Energiewende? (interne Faktoren) Diskussionsimpulse: • Was unterscheidet Geschäftsführer, die offen bzw. geschlossen gegenüber Kreislaufwirtschaft und/oder Energiewende sind? • Welche Rolle spielen Partizipation, Mitbestimmung und innerbetriebliche Aushandlungsprozesse bei der Einführung der Themen (z.B. zwischen Mitarbeitenden und Führungskraft) • Wie entsteht Bereitschaft sich mit Kreislaufwirtschaft bzw. Energiewende zu beschäftigen? 3.Was ermöglicht Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft und Energiewende in KMUs – und was blockiert sie? (Kompetenzen und Strukturen) Diskussionsimpulse: • Wo liegen die größten Engpässe für die Umsetzung? • Welche Kompetenzen fehlen typischerweise? • Wie können (Beteiligungs-)Strukturen oder Prozesse genutzt werden, um Wissen aufzubauen und Transformation gemeinsam zu gestalten? • Welche Strukturen und Formate der Weiterbildung unterstützen oder hemmen den Kompetenzaufbau? 4. Wann passieren Maßnahmen zur Umsetzung von Kreislaufwirtschaft und Energiewende tatsächlich? (Trigger) Diskussionsimpulse: • Welche Ereignisse lösen die Beschäftigung bzw. Umsetzung mit den Themen Kreislaufwirtschaft und Energiewende aus? • Wie planbar sind sie? • Gibt es typische „Fenster“? Ergebnis Das Ergebnis des Symposions hat dabei zwei Ebenen: Für die Veranstalter und Vortragen ergeben sich neue Blickwinkel auf das eigene Projekt und bestenfalls Kontakte für einen Transfer ihrer Ergebnisse. Die Teilnehmenden lernen innovative und generalisierbare Strategien zur Implementierung nachhaltiger Wirtschaftsweisen im Rahmen einer BBNE kennen und reflektierten ihr eigenes Vorgehen. Literatur: Beer, M.; Alder, P. (2024): „Nachhaltigkeit ist Zukunft“ – Wissen, Bewusstsein und Handeln durch Nachhaltigkeitsbildung in Molkereien fördern. In: Christian Melzig und Barbara Hemkes (Hg.): Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung im Transfer. Verbreitung, Verstetigung und Transferforschung als Kern der Modellversuche 2020-2022. Bonn: Verlag Barbara Budrich (BIBB Fachbeiträge zur beruflichen Bildung), S. 119–141. BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) (2024): Richtlinie zur Förderung von Transformationsprojekten im Rahmen des Programms „Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden“. Bundesanzeiger. https://www.bibb.de/dokumente/ablage/BAnz%20AT%2028.11.2024%20B1.pdf Club of Rome & Wuppertal Institut (Hg.) (2024): Earth for All Deutschland; Aufbruch in eine Zukunft für Alle: oekom verlag. Cagno, E.; Trianni, A. (2013): Exploring drivers for energy efficiency within small- and medium-sized enterprises: First evidences from Italian manufacturing enterprises. In: Applied Energy 104, S. 276–285. DOI: 10.1016/j.apenergy.2012.10.053. Ekardt, F. (2021): Theorie der Nachhaltigkeit. Habilitationsschrift. Nomos; Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden. Gothaer Allgemeine Versicherung AG. (2024). Gothaer KMU-Studie 2024: Nachhaltigkeit im Mittelstand. Köln. | ||

