Veranstaltungsprogramm
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4A: Symposium Bautechnik
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Lehrkräfte im KI-Zeitalter der Baupraxis: Professionalisierung gewerblich-technischer Bildung zwischen Lernprozessgestaltung und Qualitätssicherung Universität Duisburg-Essen, Deutschland Die im Projekt KI4Edu (Förderung Freiraum 2023) erarbeiteten Ergebnisse zeigen, dass sich die professionelle Rolle Lehrender unter Bedingungen KI-gestützter Lernumgebungen nachhaltig verändert, und zwar weg von reiner Wissensvermittlung, hin zur Gestaltung von Lernumgebungen, zur Moderation komplexer Lernprozesse und zur Qualitätssicherung KI-generierter Inhalte. Für die gewerblich-technische Bildung im Bauwesen ist dieser Rollenwandel besonders folgenreich, weil KI-Systeme hier zunehmend in sicherheits-, haftungs- und qualitätsrelevante Entscheidungsprozesse eingebunden sind und eine klare institutionelle Rahmung des menschlichen Entscheidungsvorrangs voraussetzen. Der Beitrag untersucht aus berufswissenschaftlich-didaktischer Perspektive, wie sich die professionelle Handlungspraxis Lehrender im bauwirtschaftlichen Kontext verändert und welche Anforderungen daraus für Lehrkräftebildung, Professionalisierung und institutionelle Governance entstehen. Leitend ist die These, dass Professionalisierung im KI-Zeitalter nicht in der Bedienung einzelner Werkzeuge aufgeht, sondern in einer reflektierten Verbindung von Lernprozessgestaltung, fachlicher Urteilsfähigkeit und rechtlich-ethischer Qualitätssicherung. Methodisch verbindet der Beitrag eine strukturierende Auswertung der KI4Edu-Berichte mit einer triangulierenden Verdichtung explorativer Experteninterviews und Marktanalysen sowie einer konzeptionellen Integration entlang fünf Analyseachsen: 1. Rollenwandel, 2. didaktische Rahmung, 3. soziale Qualität von Lernprozessen, 4. ethisch-rechtliche Anforderungen und 5. institutionelle Governance. Als Referenzrahmen dienen DigCompEdu (Redecker 2017), TPACK (Koehler & Mishra 2008), das 3-P-Modell (Product, Process, Person), der OECD Learning Compass 2030, das 4C-/Future-Skills-Modell sowie regulatorische Grundlagen (EU AI Act, DSGVO, HRK-Hinweise 2024). Ergänzend fließen Erkenntnisse aus der im Design-Based-Research-Ansatz entwickelten Online-Lernumgebung „KI4Teachers" ein, die Grundlagen zu KI, einen kuratierten Werkzeugkoffer und ein didaktisches Handbuch systematisch verbindet. Die Ergebnisse lassen sich in fünf Befunden bündeln. Erstens erweitert sich die Rolle Lehrender zu der von Lernarchitekt/innen. Der im KI4Edu-Lehr-Lernrahmen entwickelte Grundsatz asymmetrischer Verantwortung definiert didaktisch präzise, welche Funktionen an KI delegiert werden dürfen und welche beim Menschen verbleiben müssen. Das ist für bauwirtschaftliche Studiengänge konstitutiv, nicht optional. Zweitens wird die Förderung reflexiver Kompetenzen zur Kernaufgabe. Eigene Befunde zum LLM-Einsatz im ingenieurwissenschaftlichen Grundstudium zeigen systematische Schwächen bei normativen und bautechnisch-detaillierten Inhalten. Ein Befund, der Lehr- und Prüfungsformate unmittelbar adressiert. Drittens verändert sich die soziale Struktur des Lernens, weil Studierende zunehmend KI statt Lerngruppen konsultieren. Professionalisierung muss daher Präsenzphasen, Reflexionsformate und kollaborative Projektarbeit strukturell verankern. Viertens lässt sich der Professionalisierungsbedarf in vier Kompetenzbereichen systematisieren: 1. technische KI-Grundlagen, 2. didaktisch-methodische Integration (3-P-Modell, LOCAM-KI), 3. rechtlich-ethische Orientierung und 4. prüfungsbezogene Gestaltungskompetenz. Fünftens zeigt die Entwicklung der Online-Lernumgebung „KI4Teachers", dass statische Toollisten angesichts der Marktdynamik nicht tragfähig sind. Entscheidend ist die Förderung von Orientierungs-, Auswahl- und Bewertungskompetenz. Prototypische Werkzeuge wie der Digi-Coach LINDA und ein Kompetenz-Assistent für dreistufige Lernzielmodelle operationalisieren diese Befunde. Die wissenschaftliche Eigenleistung liegt darin, den Professionalisierungsdiskurs von AI-Literacy-Katalogen hin zu einer professionstheoretisch fundierten Verbindung von Lernprozessgestaltung, Qualitätssicherung und institutioneller Governance zu verschieben. Und das mit unmittelbarer Anschlussfähigkeit an die gewerblich-technische Lehrkräftebildung. Der Beitrag zielt damit nicht auf eine technikzentrierte, sondern auf eine professions- und verantwortungsorientierte Weiterentwicklung für Lehrende, die als Architekt/innen KI-integrierter Lernumgebungen die fachliche Urteilsfähigkeit, soziale Qualität und rechtlich-ethische Integrität in der Baupraxis der Zukunft sichern. Symposium zum Thema „Berufswissenschaftliche Forschungen in der Bautechnik“ Technische Universität Hamburg, Deutschland Berufswissenschaftliche Forschung in der Bau- und Holztechnik steht vor den grundlegenden Herausforderungen, spezifisch-baubezogene Forschungsgegenstände zu identifizieren und entsprechende Forschungsmethoden auszuarbeiten sowie beide in einer Weise aufeinander zu beziehen, die sowohl den Besonderheiten bauberuflicher Facharbeit als auch den Ansprüchen wissenschaftlicher Erkenntnis gerecht wird. Vor dem Hintergrund des Calls der GTW-Tagung 2026 zur Reflexion der Gestaltung beruflicher Bildung im Kontext der Transformation von Arbeit, Technik und Qualifizierung, steht die Frage der Passung von Forschungsgegenstand und Methode als zentrales epistemisches Problem im Zentrum des vorgeschlagenen Symposiums. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sich bauberufliche Arbeit grundlegend von industriell organisierter Produktion unterscheidet. Während diese typischerweise eine weitgehende Standardisierung, stabile Prozessketten sowie die Entkopplung von Planung und Ausführung aufweist, bleibt Baufacharbeit in hohem Maße kontextgebunden, variabel und offen (Mersch, 2024, S. 145). Baustellen sind keine kontrollierten Produktionsumgebungen, sondern durch wechselnde Bedingungen, Unikatcharakter der Produkte und situative Unwägbarkeiten geprägt (Mersch, 2016, S. 8). Damit einher geht eine spezifische Verschränkung von technischem Wissen, normativen Rahmenbedingungen und situativen Handlungsmöglichkeiten der Fachkräfte (Ranke, 2025a; Suhlmann, 2025; Kaufmann, 2025a). Ihrem impliziten, erfahrungsbasierten Wissen kommt eine konstitutive Bedeutung im Arbeitsprozess zu. Diese Besonderheiten sind insbesondere auch in einem berufsdidaktischen Zusammenhang zu berücksichtigen. Das Symposium hat zum Ziel, diese Anforderungen systematisch zu analysieren und in einen methodologischen Diskurs zu überführen. Das 90-minütige Symposium ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert. In einer ersten Phase (ca. 40 Minuten) erfolgt die inhaltliche Rahmung durch einen einführenden Impuls sowie einen integrierten Fachvortrag, der berufswissenschaftliche Forschungsprojekte in der Bautechnik unter dem verbindenden Aspekt subjektorientierter Forschungsansätze bündelt (siehe Einzelabstracts im Folgenden). Daran schließt sich eine vertiefende Arbeits- bzw. Diskussionsphase (ca. 30 Minuten) an, in der die Teilnehmenden die vorgestellten Ansätze entlang leitender Fragestellungen reflektieren und auf eigene Kontexte beziehen; je nach Gruppengröße kann dies in Kleingruppen oder im Plenum erfolgen. Den Abschluss bildet eine Synthesephase (ca. 20 Minuten), in der zentrale Ergebnisse zusammengeführt, vergleichend eingeordnet und im Hinblick auf Konsequenzen für didaktische Innovationen sowie weiteren Forschungsbedarf verdichtet werden. Ziel ist es, über Einzelbeiträge hinaus vergleichende Perspektiven auf methodologische Besonderheiten berufswissenschaftlicher Forschung in der Bautechnik herauszuarbeiten. Damit leistet das Symposium einen Beitrag zur Profilierung der berufswissenschaftlichen Forschung in der Bautechnik im Sinne des Calls – insbesondere hinsichtlich der Klärung von Gegenständen, der Reflexion methodischer und berufsdidaktischer Zugänge und der Förderung interdisziplinärer Anschlussfähigkeit. | ||

