Veranstaltungsprogramm

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13:00
bis
13:30
Eröffnung und Begrüßung
Ort: Gebäude K - 0506 - Hörsaal

Grußworte:

Präsident der Technischen Universität Hamburg, Prof. Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel

Studiendekan "Technologie und Innovation in der Bildung", Prof. Dr. Sönke Knutzen

gtw-Sprecher, Prof. Dr. Lars Windelband (TUHH)

 

13:30
bis
14:30
Veränderungen in den Schweizer Berufen im Kontext der Digitalisierung: Ordnungsmittel und berufspädagogische Realität - Dr. Andreas Schubiger (i-k-t GmbH, Schweiz)
Ort: Gebäude K - 0506 - Hörsaal

In der Schweizer Berufsbildung ist Wandel Systemprinzip: Grundbildungen werden alle fünf Jahre überprüft, eidgenössische Prüfungen und Rahmenlehrpläne der höheren Fachschulen laufend weiterentwickelt. Der Beitrag betrachtet die Digitalisierung aus zwei Perspektiven, die der Vortragende als Berufsentwickler in der Grundbildung und in der höheren Berufsbildung verbindet: aus den aktuellen Ordnungsmitteln zweier Berufsfelder, Schreinerei und MEM-Industrie, und aus der berufspädagogischen Arbeit an ihrer Entwicklung.

In den Ordnungsmitteln (Bildungspläne, Qualifikationsprofile, Rahmenlehrpläne) zeigt sich ein klares Muster. In der Grundbildung bleibt der berufliche Kern bestimmend, Digitales erscheint als Werkzeug innerhalb bestehender Handlungskompetenzen. In der höheren Berufsbildung wird es zu einer eigenständigen Kompetenz, je nach Berufsfeld mit deutlich unterschiedlichem Anspruch, und der Aufstieg zeigt sich als Rollenwechsel hin zu Planung und Schnittstellenarbeit. Auffällig: KI kommt in keinem der Ordnungsmittel (2022 bis 2026) vor, die Kriterien sind durchgehend technologieneutral formuliert.

Darin liegt eine Antwort auf das Tempoproblem. Technologien verändern Tätigkeiten in Monaten, Revisionen dauern drei bis sechs Jahre. Die Ordnungsmittel normieren Kompetenzen und Niveaus und überlassen Werkzeuge und Inhalte den Lernorten. Diese Offenheit ist erkennbar gewollt, wird aber nirgends als Strategie begründet; die Konkretisierung verlagert sich zu Bildungsanbietern und Prüfungskommissionen.

Im Gegensatz dazu zeichnet sich in der berufspädagogischen Realität eine rasante Entwicklung ab. Schon die Arbeit als Berufsentwickler hat sich grundlegend verändert: von der KI-Assistenz im Alltag über agentengesteuerte Pipelines zur Entwicklung von Prüfungen und Lernmaterialien bis hin zu lernendenzentrierten Lernbegleitungen auf Basis lokaler LLMs. Diese Entwicklung geschieht ungeordnet und schnell.

Zwischen Ordnungsmitteln, die bewusst offen bleiben und langsam revidiert werden, und einer Praxis, die sich im Monatsrhythmus verändert, stellt der Beitrag eine Frage zur Diskussion: Wieviel Offenheit verträgt ein System, das zugleich Vergleichbarkeit und Qualität sichern muss?

Zur Person

Dr. Andreas Schubiger ist Berufspädagoge und leitet die i-k-t GmbH (i-k-t.ch). Seit vielen Jahren begleitet er Organisationen der Arbeitswelt, Schulen sowie Bundes- und Kantonsstellen bei der Entwicklung, Revision und Umsetzung von Berufen, von der beruflichen Grundbildung (EFZ/EBA) über Rahmenlehrpläne der höheren Fachschulen bis zu eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen. Schwerpunkte seiner Arbeit sind handlungskompetenzorientierte Curricula, Lernfeldkonzepte und die didaktische Gestaltung des Transfers zwischen den Lernorten.

17:30
bis
19:00
gtw-Mitgliederversammlung
Ort: Gebäude K - 0506 - Hörsaal

Der Start ist um 17:40 Uhr (nicht um 18 Uhr, wie in der Einladung angegeben!).