Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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1D: Nachhaltigkeit Ort: Gebäude K - 1520 - Seminarraum Chair der Sitzung: Sören Schütt-Sayed | |
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Soziale Nachhaltigkeit als Beitrag zur Demokratiebildung in der betrieblichen Ausbildung von High-Tech-Unternehmen University of Labour, Deutschland Die sozial-ökologische Transformation verändert neben technischen Prozessen auch die berufliche Bildung. Nachhaltigkeit wird dabei häufig ökologisch oder technologisch gefasst, für die Berufsbildung sind jedoch ebenso Fragen sozialer Nachhaltigkeit, Chancengleichheit, Teilhabe und Mitbestimmung zentral. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zielt darauf, zur aktiven Teilhabe und verantwortlichen Zukunftsgestaltung zu befähigen (UNESCO, 2021). Entsprechend verankern auch die modernisierten Standardberufsbildpositionen Nachhaltigkeit als berufsübergreifendes Querschnittsthema in der Ausbildung (BIBB, 2021). Vor diesem Hintergrund stellt sich auch in High-Tech-Unternehmen die Frage, wie nachhaltige Entwicklung auch sozial und demokratisch gestaltet werden kann. Der Beitrag greift Ergebnisse aus dem von 2024 bis 2026 geförderten Projekt BASINtech auf und untersucht soziale Nachhaltigkeit in der betrieblichen Ausbildung als Ansatzpunkt für Demokratiebildung. Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage, wie soziale Nachhaltigkeit in der betrieblichen Ausbildung von High-Tech-Unternehmen gestärkt werden kann. Der Fokus liegt dabei auf Ausbilder:innen und Interessenvertretungen als zentrale betriebliche Akteursgruppen. Der Beitrag erweitert diese Fragestellung um den Zusammenhang von sozialer Nachhaltigkeit und Demokratiebildung und knüpft an ein kritisch-konstruktives Bildungsverständnis an, das Bildung auf Selbst- und Mitbestimmung sowie Solidarität ausrichtet (Klafki, 1995). Untersucht werden entsprechend Überschneidungen zwischen Nachhaltigkeits- und demokratischen Handlungskompetenzen. Methodisch basiert der Beitrag auf der Begleitforschung und Weiterbildungsentwicklung im Projekt BASINtech. Das Projekt verbindet eine empirische Bedarfsanalyse mit der Konzeption, Erprobung und Weiterentwicklung eines praxisorientierten Weiterbildungsformats. Die Bedarfsanalyse folgte einem Mixed-Methods-Design mit semistrukturierten Interviews und einer quantitativen Online-Befragung. Erfasst wurden Erfahrungen, Herausforderungen und Kompetenzbedarfe im Bereich sozialer Nachhaltigkeit in der betrieblichen Ausbildung. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Nachhaltigkeit in der betrieblichen Ausbildung eng mit Fragen der Reflexionsfähigkeit, der Beteiligung und der Anerkennung verknüpft ist. In der Bedarfsanalyse und in der Weiterbildung wurden insbesondere Kompetenzen hervorgehoben, die auch für demokratische Praxis zentral sind, etwa Perspektivenübernahme, Team- und Kritikfähigkeit. Nachhaltigkeitskompetenzen beziehen sich damit auch in High-Tech-Unternehmen nicht nur auf ressourcenschonendes Handeln oder technische Transformation, sondern auch auf Aushandlung, Beteiligung und den Umgang mit Vielfalt. Ausbilder:innen und Betriebsräte übernehmen dabei komplementäre Rollen und können als Multiplikator:innen soziale Nachhaltigkeit in der Ausbildung stärken. Studien zur Mitbestimmung verweisen zudem auf Zusammenhänge zwischen betrieblicher Partizipation, Demokratiezufriedenheit und sozial-ökologischer Transformation (Pfeifer, 2023; Scholz, 2023). Gleichzeitig begrenzen Zeitmangel, unklare Zuständigkeiten, divergierende Rollenverständnisse und eine fehlende strategische Verankerung sozialer Nachhaltigkeit die Umsetzung in der Praxis. Diese Spannungsfelder verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit im Betrieb ausgehandelt und gemeinsam gestaltet werden muss – darin liegt ihre demokratiedidaktische Bedeutung. Künftige Forschungs- und Bildungsprozesse sollten soziale Nachhaltigkeit und Demokratiebildung stärker integrieren. Erforderlich sind Weiterbildungsformate, die neben Wissensvermittlung Räume für Reflexion, Perspektivwechsel und gemeinsame Strategieentwicklung eröffnen. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Zusammenarbeit von Ausbilder:innen und Interessenvertretungen zu. Weiterer Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Rolle von Jugendauszubildendenvertreter:innen in dieser Kooperation sowie der Wirkungen entsprechender Maßnahmen auf Auszubildende, Ausbildungspersonal und betriebliche Kultur. BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung). (2021). Vier sind die Zukunft: Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Recht, Sicherheit. Die modernisierten Standardberufsbildpositionen anerkannter Ausbildungsberufe. Autor. Klafki, W. (1995). Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Beltz. Pfeifer, C. (2023). Can worker codetermination stabilize democracies? Works councils and satisfaction with democracy in Germany (Working Paper Series in Economics No. 420). Leuphana University of Lüneburg. Scholz, R. (2023). Unternehmensmitbestimmung und die sozialökologische Transformation: Zusammenhang zwischen Mitbestimmungsindex und ESG-Kriterien in börsennotierten Unternehmen (Mitbestimmungsreport Nr. 79). Hans-Böckler-Stiftung, Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung. UNESCO. (2021). Roadmap – Bildung für nachhaltige Entwicklung. https://www.unesco.de/dokumente-und-hintergruende/publikationen/detail/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung/ | |

