Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
3D: Lernsysteme Ort: Gebäude O - 0.018 - Seminarraum Chair der Sitzung: Jens Siemon | |
| Präsentation 2 | |
Experiment zu einer flexiblen Leuchtfolie als Schnittstellenthema im 3. Lehrjahr der Chemielaborant:innen 1: Ausbildungsverbund Olefinpartner gGmbH, Deutschland; 2: Universität Potsdam, Didaktik der Chemie, Deutschland Die vorliegende Einzelfallstudie untersucht die Fragestellung, ob sich ein Hands-on-Experiment zur Herstellung einer handgedruckten elektrolumineszierenden Folie (EL-Folie) als Schnittstellenthema in der Ausbildung von Chemielaborant:innen im dritten Lehrjahr eignet. EL-Folien sind praxisrelevante Bauteile mit Anwendungen unter anderem in der Automobil- und Werbeindustrie. Sie bestehen aus zwei flexiblen Elektroden, einer Halbleiterschicht sowie einem Dielektrikum und beginnen bei Anlegen einer Wechselspannung zu leuchten. Das durchgeführte Experiment basiert auf einem Konzept von Halbrügge, Banerji und Meerholz (2022), wurde jedoch erstmals in den Kontext der beruflichen Bildung übertragen. Ziel war es, zu überprüfen, inwiefern sich das Experiment dazu eignet, bereits erworbenes Wissen aus den Bereichen Spektroskopie, Polymerchemie und Elektrochemie auf eine neue, komplexe Problemstellung anzuwenden. Im Fokus standen dabei die eigenständige Planung und Durchführung des Experiments, die fachliche Einordnung der verwendeten Stoffe und Prozesse sowie die Bewertung der Ergebnisse. Ergänzend erarbeiteten die Auszubildenden eigenständig theoretische Grundlagen und reflektierten die Einordnung des Experiments in ihr Berufsfeld. Die Evaluation erfolgte mittels Fragebogen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Hands-on-Experiment grundsätzlich geeignet ist, fachliches Wissen in einem anwendungsorientierten Kontext zu aktivieren und sichtbar zu machen. Die Auszubildenden waren in der Lage, Inhalte aus unterschiedlichen chemischen Teildisziplinen miteinander zu verknüpfen und auf die unbekannte Aufgabenstellung zu übertragen. Besonders deutlich wird dies in der differenzierten Einordnung der eingesetzten Stoffe und ihrer Funktionen im Gesamtsystem. Darüber hinaus wurde das Experiment überwiegend als motivierend wahrgenommen und unterstützte sowohl das fachliche Verständnis als auch die Entwicklung selbstständiger Problemlöse- und Reflexionsfähigkeiten. Die Mehrheit der Teilnehmenden befürwortete zudem den Einsatz als Schnittstellenthema. Einschränkend ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine Einzelfallstudie handelt, wodurch die Generalisierbarkeit der Ergebnisse begrenzt ist. Dennoch legen die Befunde nahe, dass das Experiment ein hohes didaktisches Potenzial für kompetenzorientierte Lernformate besitzt. Für den zukünftigen Einsatz empfiehlt sich eine gezielte Integration des Experiments in die Ausbildungspraxis, beispielsweise im Rahmen projektorientierter Lerneinheiten zur Überprüfung von Transferleistungen. Insbesondere die Förderung vernetzenden Denkens, selbstständiger Arbeitsweisen und reflexiver Kompetenzen spricht für eine curriculare Verankerung. Um die Aussagekraft zu erhöhen, sollte der Ansatz in weiteren Lerngruppen erprobt und systematisch evaluiert werden, um belastbare Aussagen zur Übertragbarkeit und Skalierbarkeit treffen zu können. | |

