Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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3D: Lernsysteme Ort: Gebäude O - 0.018 - Seminarraum Chair der Sitzung: Jens Siemon | |
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Förderung gesundheitsorientierter Arbeit an berufsbildenden Schulen in NRW – Potentiale und Hemmnisse von AR-basierten Trainingssystemen in der Schweißtechnik RWTH Aachen, Institut für Arbeitswissenschaft, Deutschland Fragestellung: Im dualen System der Berufsausbildung übernimmt die Berufsschule eine zentrale Rolle bei der Förderung fachtheoretischer sowie übergreifender Kompetenzen im Sinne beruflicher Handlungskompetenz. Ein übergeordnetes Bildungsziel ist die Gestaltung gesundheitsorientierter Arbeit, insbesondere im Hinblick auf ergonomische Anforderungen und Arbeitssicherheit. Hierbei werden die Analyse und Verbesserung beruflicher Arbeitsprozesse in den Mittelpunkt gestellt. Die Schweißtechnik wird in diesem Beitrag exemplarisch für das Schlüsselthema Gesundheitsförderung und Ergonomie in industriellen Metallberufen betrachtet. In NRW ist das Fach Sport/Gesundheitsförderung im berufsübergreifenden Lernbereich verankert und adressiert arbeitsbezogene Prävention systematisch. Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie, wie Lehrkräfte der Fachrichtung Metalltechnik gesundheitsbezogene Aspekte in der Schweißtechnik– insbesondere Ergonomie und Arbeitssicherheit – im lernfeldorientierten Unterricht umsetzen, wie Kooperationen mit anderen Fächern, insbesondere Sport/Gesundheitsförderung, gestaltet sind und inwiefern das Bildungsziel der Gestaltung gesundheitsorientierter Arbeit realisiert wird. Zudem wird analysiert, ob und wie Augmented-Reality-basierte Schweißsimulationen als Lern- und Arbeitsumgebungen geeignet sind, um ergonomische Fragestellungen zu bearbeiten und daraus Lernhandlungen zu entwickeln. Forschungsmethode: Die Untersuchung folgt einem qualitativen, explorativen Forschungsdesign. Datengrundlage bilden leitfadengestützte, teilstrukturierte Interviews mit Lehrkräften der Fachrichtung Metalltechnik an Berufskollegs in NRW. Der Interviewleitfaden umfasst Fragen dazu, in welcher Form Schweißen im Unterricht thematisiert wird (praktisch, theoretisch, Lernortkooperationen) und adressiert die Behandlung von Arbeitssicherheit und Ergonomie als Bestandteil beruflicher Facharbeit sowie die Gestaltung gesundheitsorientierter Arbeit. Darüber hinaus werden Fragen zur Kooperation mit lernfeldübergreifendem berufsbezogenem Unterricht, insbesondere dem Fach Sport/Gesundheitsförderung, thematisiert, sowie Einschätzungen zur Eignung von Augmented-Reality-Anwendungen (AR), konkret eines Virtual Welding Training Systems (VWTS), als Lern- und Arbeitsumgebung erhoben. Die Analyse erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse mit dem Ziel, aktuelle Praktiken und strukturelle Bedingungen der Unterrichtsgestaltung zu rekonstruieren sowie Potenziale für die Entwicklung gestaltungsorientierten Unterrichts abzuleiten. Die beschriebene Studie befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt in der Umsetzung. Zu erwartende Ergebnisse: Es ist zu erwarten, dass die praktische Schweißausbildung überwiegend an überbetrieblichen Lernorten und in den Betrieben erfolgt, während die Berufsschule primär theoretische Grundlagen fokussiert. Gesundheitsbezogene Aspekte wie Ergonomie und Arbeitssicherheit werden im Unterricht thematisiert, jedoch häufig nicht systematisch im Sinne einer gesundheitsorientierten Arbeitsgestaltung. Kooperationen mit dem Fach Sport/Gesundheitsförderung bestehen punktuell, sind jedoch selten curricular abgestimmt oder in gemeinsame, handlungsorientierte Lernsituationen integriert. Ergonomische Fragestellungen werden überwiegend theoretisch behandelt und nur eingeschränkt in konkrete berufliche Handlungssituationen überführt. Vor diesem Hintergrund werden AR-basierte Schweißsimulationen (VWTS) als potenziell geeignete Lern- und Arbeitsumgebungen eingeschätzt, um Arbeitsprozesse analysierbar zu machen und Arbeitsplätzen und Körperhaltungen exemplarisch ergonomisch zu gestalten. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, Lernhandlungen zu entwickeln, in denen Auszubildende Arbeitsprozesse beim Schweißen reflektieren, bewerten und im Sinne gesundheitsorientierter Gestaltung verändern. Gleichzeitig werden hohe Investitionskosten, organisatorische Rahmenbedingungen sowie ein begrenzter Einsatzbereich als zentrale Implementationshemmnisse von VWTS benannt. Schlussfolgerungen: Die zu erwartenden Ergebnisse zeigen, dass Ergonomie als Teilaspekt der Gestaltung gesundheitsorientierter Arbeit im Themenfeld der Schweißtechnik an Berufsschulen bislang eher punktuell aufgegriffen und nur teilweise in Lernprozesse eingebunden wird. Für die Berufsbildungsforschung ergibt sich daraus die Notwendigkeit, didaktische Konzepte zu entwickeln, die diese Bildungsziele systematischer in lernfeldorientierte und handlungsorientierte Lernsituationen integrieren. AR-Anwendungen wie das VWTS bieten hierbei ein besonderes Potenzial als experimentelle Lernumgebungen, in denen gesundheitsorientierte Gestaltung von Arbeit analysiert, erprobt und reflektiert werden kann. Zukünftige Forschungsarbeiten sollten darauf abzielen, entsprechende Lernarrangements zu konzipieren, prototypisch umzusetzen und empirisch zu evaluieren sowie die Kooperation zwischen Fachunterricht und dem berufsübergreifendem Lernbereich der Gesundheitsförderung gezielt zu berücksichtigen. | |

