Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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2A: KI in der Beruflichen Bildung Ort: Gebäude O - 0.07 - Seminarraum Chair der Sitzung: Steffen Karstens | |
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Künstliche Intelligenz (KI) an Berufsschulen – Potentiale und Herausforderungen für Lehrpersonen Uni Bremen, Deutschland „Disruptive“ Entwicklungen in der Informationstechnologie (IT) wie z. B., oder auch gerade, künstliche Intelligenz (KI) bergen das Potential oder auch Risiko, auch berufliche Lehr-/Lernprozesse zu revolutionieren (z.B. Euler 2025). So setzen Lehrpersonen in der beruflichen Bildung zunehmend generative KI ein, doch neure Ergebnisse (z.B. Bükki et al., 2025) bestätigen den Befund, dass sich deren Nutzung nach wie vor weitgehend auf die Verringerung der Arbeitsbelastung (Celik et al., 2022) konzentriert. Das Erasmus+-Projekts VETAssIst (2024–2027) mit Partnern in Deutschland, Ungarn, Serbien und der Slowakei unterscheidet zwischen „AI-Pionieren“ und „Nicht-Pionieren“ unter Berufsschullehrpersonen: Erstere nutzen KI bereits in durchaus beispielhafter und nachahmenswerter Art und Weise – arbeiten jedoch oft isoliert (vgl. AI_Pioneers). Letztere benannten in einer Vorabumfrage fehlende Schulungen, ausbleibende institutionelle Unterstützung, ethische und rechtliche Unsicherheiten sowie eine mangelhafte Infrastruktur als zentrale Hindernisse des Einsatzes von KI (Bükki et al., 2025). Diese vorläufigen Befunde prägten die Entwicklung, Pilotierung und Evaluation eines Lehrgangs der beruflichen Weiterbildung zu KI für Berufsschullehrpersonen: Kann ein strukturiertes E-Learning „Nicht-Pioniere“ dazu bewegen, über den rein instrumentellen Einsatz von KI hinauszudenken und diese wirklich in den Unterricht zu integrieren? Und wenn ja, wie und unter welchen Voraussetzungen? Dieser Beitrag befasst sich mit drei Forschungsfragen: (1) Welche Bedingungen, Anreize und Hindernisse beeinflussen das Engagement von Berufsbildungslehrpersonen im Bereich KI in ihrer beruflichen Praxis? (2) Welches transformative pädagogische Potenzial birgt KI für die berufliche Bildung aus Sicht von Fachkräften mit unterschiedlichem Hintergrund? (3) Wie können Weiterbildungsprogramme angesichts der vielfältigen sprachlichen und kontextuellen Gegebenheiten der europäischen beruflichen Bildung den Aufbau KI-bezogener Kompetenzen am besten mit pädagogischer Reflexion in Einklang bringen? Es wird über durchgeführte Pilotierungen des E-Learning-Kurses „VETAssIst“ berichtet, – acht Module, die sich mit verschiedenen Aspekten der Berufsbildungspraxis befassen (z. B. aktives Lernen, Leistungsbewertung, Planung, berufliche Weiterentwicklung, KI-Kompetenz der Auszubildenden und Datenschutz) – und in vier verschiedenen nationalen Kontexten zur Weiterbildung angeboten wurden. Die Ergebnisse der Pilotphase werden zur Überarbeitung des englischen Kurses und der, ggf. adaptierten, Versionen in den anderen Sprachen genutzt. An der Pilotphase nahmen bisher insgesamt 73 Berufsbildungslehrpersonen aus Deutschland (6), Ungarn (16), der Slowakei (10) und Serbien (41) teil, die ein breites Spektrum an Fachgebieten, digitalen Kompetenzniveaus und pädagogischen Hintergründen abdeckten. Diese Vielfalt erwies sich als analytisch wertvoll, da sie eine Interpretation der Ergebnisse über verschiedene berufliche und institutionelle Kontexte hinweg ermöglicht. Die Daten werden mittels Feedback-Fragebögen vor und nach dem Kurs sowie nach Abschluss der einzelnen Module und durch Fokusgruppeninterviews erhoben und durch eine Triangulation aus deskriptiver Statistik und thematischer Analyse ausgewertet. Die ersten Pilotierungen in Deutschland und der Slowakei sind abgeschlossen; die Pilotierungen in Ungarn und Serbien laufen noch, die endgültigen Ergebnisse werden für Mitte Juni 2026 erwartet. Erste Ergebnisse zeigen, dass der Kurs zwar das Bewusstsein für die Risiken, die ethischen Aspekte und die pädagogischen Möglichkeiten der KI geschärft hat, und auch, dass der Kurs zwar einige der zuvor genannten Bedenken (z.B. rechtliche Rahmenbedingungen) reduzierte, jedoch institutionalisierte Unterstützung, Engagement der Führungskräfte und etablierte Strukturen zur kollegialen Zusammenarbeit ebenfalls notwendig sind, um den transformativen Einsatz von KI über den Kurskontext hinaus aufrechtzuerhalten. Bis zur GTW Konferenz werden die Daten der ersten Pilotierungsrunde komplett ausgewertet sein. Referenzen AI_Pioneers (2025): Artificial Intelligence in education and training. https://aipioneers.org/ Bükki, E., Papp, Z., Manojlovic, H., Saniter, A., Luprihová, J., & Kovács, E. (2025). Artificial intelligence in VET: Interest and concerns by VET teachers. In VETNET Conference Series, 8(ECER), 59–67. https://doi.org/10.21240/vetcon/2025/ecer/32 Celik, I., Dindar, M., Muukkonen, H., Järvelä, S. (2022). The Promises and Challenges of Artificial Intelligence for Teachers: A Systematic Review of Research. TechTrends 66, 616–630 (2022). https://doi.org/10.1007/s11528-022-00715-y Euler, D. (2025). Verändert sich durch die KI das Lernen? https://transfer.vet/veraendert-sich-durch-die-ki-das-lernen/ VETAssIst (2026): VETAssIst – Artificial Intelligence as VET Teacher Assistant. https://vetassist.mpt.bme.hu/ | |

