Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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2C: Ausbildungspersonal Ort: Gebäude O - 0.07 - Seminarraum Chair der Sitzung: Hannes Ranke | |
| Präsentation 1 | |
Professionalisierung im digitalen Wandel der Arbeitswelt - MIKA als arbeitsplatznahe Lernwelt für das Ausbildungspersonal Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Deutschland Die digitale Transformation von Arbeit und Ausbildung verändert berufliche Praxis mit hoher Dynamik und stellt neue Anforderungen an das Ausbildungspersonal sowie das Berufsbildungspersonal insgesamt. Erhebungen zeigen, dass digitale Medien in der beruflichen Ausbildung zwar zunehmend genutzt werden, ihr Einsatz jedoch häufig unsystematisch erfolgt und nur begrenzt didaktisch reflektiert ist (Deininger et al., 2025; Härtel et al., 2018; Risius & Seyda, 2023). Professionalisierungsbedarfe lassen sich dabei nicht allein durch technische Ausstattung oder punktuelle Schulungen adressieren, sondern erfordern arbeitsplatznahe, reflexive und prozessuale Lernarrangements, die Lernen und Arbeiten systematisch verbinden (Anselmann et al., 2025; Breiter et al., 2018; Sänger & Jenert, 2023). Der Beitrag stellt das vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) entwickelte Weiterbildungsprojekt MIKA – Medien- und IT-Kompetenz für Ausbildungspersonal als Best-Practice-Ansatz zur Förderung digitaler Handlungskompetenz im Kontext beruflicher Bildung vor. Dabei geht er vor allem auf aktuelle Evaluationsergebnisse der neustrukturierten MIKA-Module ein. MIKA greift aktuelle Kompetenzdiskussionen auf und wird mit etablierten Konzepten professionellen Handelns wie dem Technological Pedagogical and Content Knowledge Framework (TPACK; Torggler et al., 2023) sowie dem COACTIV-Modell professioneller Kompetenz verknüpft (Baumert & Kunter, 2013). MIKA überführt diese theoretischen Grundlagen in eine standardisierte, modulare Lernwelt, die Blended-Learning-Formate, arbeitsplatzbezogene Transferaufgaben, kollegiale Reflexion sowie digitale Lern- und Kollaborationstools kombiniert. Damit wird Professionalisierung als kontinuierlicher, kontextgebundener Lernprozess verstanden, der formale, non-formale und informelle Lerngelegenheiten integriert (Anselmann, 2025; Sänger & Jenert, 2023). Die Erhebungsinstrumente sind so konzipiert, dass zentrale Merkmale und Strukturmerkmale der Module differenziert abgebildet werden können. Das Untersuchungsdesign nutzt einem Pre-Post-Ansatz unter Verwendung validierter Skalen, um den Wissenszuwachs sowie die Veränderungen in den Einstellungen zu den Themenfeldern zuverlässig zu erfassen können. Erste Evaluationsergebnisse weisen auf eine hohe Akzeptanz, ausgeprägte Praxisnähe und relevante Transferpotenziale in betriebliche Ausbildungssettings hin, verdeutlichen jedoch zugleich die Bedeutung organisationaler Rahmenbedingungen für nachhaltige Kompetenzentwicklung. Zudem konnte ein signifikanter Anstieg der Wissensstrukturen über die Module hinweg aufgezeigt werden. Der Beitrag diskutiert MIKA vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen der Berufsbildungsforschung und leistet einen Beitrag zur Frage, wie berufliche Bildung auf den beschleunigten Wandel von Arbeitswelt, Digitalisierung und Kompetenzanforderungen reagieren kann. Damit wird MIKA als ein Ansatz zur Gestaltung arbeitsplatznaher, digital gestützter Lernwelten für das Ausbildungspersonal eingeordnet, der zentralen Fragestellungen der gtw-Tagung 2026 adressiert. Insbesondere knüpft der Beitrag an die Diskussionen um die Professionalisierung des Bildungspersonals, die didaktische Gestaltung hybrider und digitaler Lernumgebungen sowie die Weiterentwicklung gewerblich-technischer Bildung im Kontext tiefgreifender Transformationsprozesse an. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie durch strukturierte, reflexive und arbeitsintegrierte Lernarrangements neue Formen der Verbindung von Lernen und Arbeiten realisiert werden können und leisten damit einen empirisch fundierten Beitrag zur Ausgestaltung zukunftsfähiger Lernorte und Qualifizierungsstrategien. Perspektivisch werden mit der Integration von Open Educational Resources sowie KI-gestützten Lernformen weitere Innovationspotenziale im Sinne der Tagungsschwerpunkte aufgezeigt | |

