Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
3A: Lehkräftebildung Ort: Gebäude O - 0.018 - Seminarraum Chair der Sitzung: Wilko Reichwein | |
| Präsentation 2 | |
Studienerfolg in einer dualen Studienoption im gewerblich-technischen Lehramt – eine längsschnittliche Analyse am Beispiel der Schulassistenz in Qualifizierung Technische Universität Dresden, Deutschland 1. Fragestellung Der anhaltende Mangel an Lehrkräften für berufsbildende Schulen in gewerblich-technischen Fachrichtungen stellt flächendeckend eine zentrale Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund gewinnen alternative Zugangswege zum Lehramt sowie praxisintegrierte Studienmodelle an Bedeutung, da mit Ihnen ein Potential zur Attraktivitätssteigerung dieses Lehramtsstudiums verbunden wird. Mit der Schulassistenz in Qualifizierung (SchulAQ) wird seit Wintersemester 2019/20 eine Studienoption mit dualem umgesetzt, die ein universitäres Studium mit einer parallelen Tätigkeit im Schuldienst verbindet. Sie richtet sich insbesondere an beruflich qualifizierte Studierende ohne Abitur. Kennzeichnend sind dabei die kontinuierliche Einbindung in schulische Praxis, die strukturelle Verbindung beider Lernorte sowie ein abgestimmtes Begleitkonzept. Die strukturelle Verschränkung von Studium und schulischer Tätigkeit eröffnet einerseits Professionalisierungspotenziale, geht andererseits jedoch mit spezifischen Anforderungen einher. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag folgender Fragestellung: Wie wirkt sich die gleichzeitige Einbindung von Studierenden des gewerblich-technischen Lehramts in Studium und schulische Tätigkeit auf den Studienerfolg und die Studienverläufe aus? 2. Forschungsmethode, Ansatz und Durchführung Studienerfolg wird dabei als mehrdimensionales Konstrukt verstanden, das leistungsbezogene als subjektive Dimensionen umfasst. Neben Indikatoren wie Studienverlauf, Prüfungsleistungen sowie Abschluss- und Abbruchquoten wird Studienerfolg auch als Fähigkeit gefasst, die Anforderungen des Studiums unter den gegebenen institutionellen Bedingungen – insbesondere im Zusammenspiel von Universitätsstudium und schulischer Tätigkeit – zu bewältigen. Zugleich wird berücksichtigt, dass Studienerfolg durch individuelle Voraussetzungen und strukturelle Bedingungen geprägt ist und sich nicht allein aus formalen Zugangsvoraussetzungen ableiten lässt. Die empirische Grundlage der Untersuchung bilden Daten aus sieben aufeinanderfolgenden Kohorten eines Studiengangs (seit 2019), die über die Studiendauer hinweg begleitet und längsschnittlich betrachtet wurden. Für die ersten Kohorten liegen vollständige Daten bis zum Studienabschluss vor, während die zuletzt immatrikulierten Kohorten nur teilweise erfasst sind. Ein kohortenübergreifendes Design ermöglicht es, Entwicklungsverläufe über den gesamten Studienzeitraum hinweg abzubilden und sowohl abgeschlossene als auch noch nicht finalisierte Studienverläufe vergleichend zu analysieren. Die Datenerhebung folgt einem qualitativ dominierten Mixed-Methods-Ansatz. Zentrale Grundlage bilden leitfadengestützte Entwicklungs- und Beratungsgespräche, ergänzt durch Gesprächsprotokolle aus dem Studienverlauf. Quantitative Daten zum Studienfortschritt – insbesondere bestandene und nicht bestandene Modulprüfungen sowie erreichte Leistungspunkte – wurden dokumentenbasiert erfasst und ermöglichen einen Soll-Ist-Vergleich mit den Vorgaben des Studienablaufplans. 3. Ergebnisse und ihre wissenschaftliche Bedeutung Die Auswertung erfolgt kriteriengeleitet und fallübergreifend durch die Verknüpfung qualitativer und quantitativer Daten. Im Hinblick auf die leistungsbezogene Dimension werden sowohl kohortenbezogene Kennzahlen (Abschluss- und Abbruchquoten, durchschnittliche Studiendauer) als auch verlaufsbezogene Leistungsindikatoren (z. B. absolvierte Modulprüfungen im Verhältnis zum Studienplan, Abweichungen vom Regelstudienverlauf) analysiert. Auf dieser Grundlage werden typische Muster von Verläufen der dualen Studienoption rekonstruiert. In Bezug auf die subjektive Dimension werden insbesondere Entwicklungen im Kompetenzerleben in fachlicher und pädagogisch-didaktischer Hinsicht, im Belastungserleben sowie Veränderungen der Perspektiven auf Studium, schulische Praxis und die eigene berufliche Rolle untersucht. Dargestellt wird darüber hinaus, wie sich Wahrnehmungen, Kompetenzerleben und Handlungsstrategien der Studierenden im Spannungsfeld von Studium und schulischer Tätigkeit während des Studienverlaufs verändern und damit befördernd oder hemmend auf den Studienerfolg auswirken. Der Beitrag leistet damit empirisch fundierte Erkenntnisse zur Analyse von Studienerfolg in Studienoptionen mit paralleler Tätigkeit im Schuldienst. 4. Schlussfolgerungen für künftige Forschungs-/ Entwicklungsinitiativen Die Ergebnisse verweisen darauf, dass schulische Tätigkeiten zentrale Einflussfaktoren für den Studienerfolg darstellen. Offen bleibt jedoch, wie diese Tätigkeiten gezielt strukturiert werden können, um Professionalisierungsprozesse systematisch zu unterstützen. Es stellt sich zudem die Frage, inwieweit die Ergebnisse auf andere Studienformate oder Standorte übertragbar sind. | |

